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Genau 3 Jahre

1. August 2012 um 19:47 Letzte Antwort: 2. August 2012 um 7:48

Hallo erst mal,
nächste Woche jährt sich meine Vergewaltigung. Ich bin mit meinen Neven ziemlich am Ende.

Ich will gar nicht auf die Vergewaltigung eingehen, sondern eher der Rattenschwanz der sich hinterher gezogen hat. Ich habe 2009 nach der Vergewaltigung Anzeige erstattet und im Dezember 2010 war die erste Verhandlung, Anfang Januar dann die zweite. Ich habe beide komplett durchgezogen, und als das Urteil fiel war ich unheimlich erleichter. Er hat 2 Jahre auf Bewährung bekommen und 1500 Schmerzensgeld an mich. Warum so wenig? 1. Wurde er nach Jugendstrafrecht verurtleilt und 2. ich habe meinen Teil dazu beigetragen.

Dazu muss ich erklären: ich war sehr gut mit ihm befreundet und wir haben uns abends getroffen und wollten einen DVD-Abend machen. Wir haben uns geküsst und gestreichelt und gegenseitig ausgezogen. Er wusste allerdings das ich auf keinem Fall mit ihm schlafen wollte, schon allein weil ich die Pille nicht genommen hatte. Das macht mich immer noch so fertig, und ich denke das ich daran selbst schuld bin. Wenn ich es so weit nicht kommen gelassen hätte, wäre das vielleicht nicht passiert.

Natürlich hat er direkt nach der Verhandlung Berufung eingelegt und im September 2011 kam es nochmal zu einem Termin, allerdings hat der Richter vor dem Beginn der Verhandlung gesagt das er dort nach Erwachsenemstrafrecht verurteilt wird, hat er die Berufung zurück genommen und damit war die ganze Verhandlungsgeschichte beendet.
Glaubt ihr das er danach bezahlt hat? VON WEGEN!
Er ist untergetaucht und ich hatte so eine Angst, weil die mir vom Amt auch gesagt habe ich soll vorsichtig sein wo ich hin geh und die Augen auf halten. Das hat mich so fertig gemacht, Wochen lang bin ich kaum aus dem Haus und habe immer die Rollläden unten gehabt.
Im März 2012 hat man ihn dann gefunden, er hat gegen die Bewährungsauflage verstoßen, hat das einen Unterschied gemacht? NEIN! Laut Urteil muss er jeden Monat mindestens 100 an mich bezahlen. Als ich den Bewährungshelfen angerufen habe, was glaubt ihr was der gesagt hat: "Ja, aber der ... kann monatlich nur 40 bezahlen, mehr kann man dem Armen nicht zumuten" NICHT ZUMUTEN? Wer frägt denn nach mir? Ich muss mich jetzt jeden Monat damit rumschlagen weil er nicht einmal am 1. eines Monats bezahlt.

Dann kommt noch, das ich starke Erinnerungslücken habe und mir nach und nach immer wieder Details einfallen. Das stärkste Detail ist, das er die Haustür abgeschlossen hatte und den Schlüssel in der Küche in einer Schublade versteckt hatte. Ich weiß immer noch nicht was ich darüber denken soll. Ich gehe regelmäßig in ein Frauenzentrum, die Frau sagt das die Tat wohl geplant war. Mein ehemaliger Therapeut sagt das ich mir da etwas einbilde um meine eigene Schuld von mir zu nehmen. Deswegen ist er auch nicht mehr mein Therapeut. Ich finde es unheimlich schlimm wenn mir jemand sagt das ich Schuld bin.

Ich weiß nicht mal wie ich den "Jahrestag" durchstehen soll, wenn ich jetzt schon die ganze Zeit weine und ich habe noch eine Woche vor mir. Ich bin immer noch so wütend auf den, wie konnte er das nur tun, obwohl wir so gut befreundet waren. Und außer meiner Mutter versteht mich keiner. Meine beste Freundin (die auch meine Cousine ist) und meine Tante, denken das ich mir die Vergewlatigung ausgeadcht habe um mich in den Mittelpunkt zu stellen, meine Freundin noch aus der Schulzeit denkt ich versündige mich und muss ihm das verzeihen das er mir das angetan hat und mein Ex-Freund mit dem ich die ganze Zeit zusammen war, wollte von der ganzen Vergewaltigung nichts wissen. Das Gefühl das ich selbst schuld bin, ist immer noch sehr sehr groß. Warum habe ich denn nichts gemerkt?

Als wäre das nicht alles schon genug was in mir an Emotionen ist, bin ich im Dezember 2010 kurz nach der ersten Verhandlung gestürzt und 3 Monate später wurde Morbus Sudeck diagnostiziert. Bzw. kurzzeitig diagnostiziert der Oberarzt hat es sich dann schnell anders überlegt und dann habe ich eine ganze Reihe von Ärzten und Untersuchungen über mich ergehen lassen müssen mit ganz unterschiedlichen Diagnosen darunter Krebs und Rheuma. Bis ich dann im Dezember 2011 im Schwarzwald in eine Klink gegangen bin, wo ein sehr sehr guter Handchrirug ist. Der Mann war der erste der mir wirklich geholfen hat, zugehört hat und sich sehr viel Zeit genommen hat. Jetzt ist der Arzt vor 5 Wochen vermisst. Er ist im Urlaub von einem Spaziergang nicht mehr zurück gekommen. Wie vom Erdboden verschluckt. Ich habe Angst das ich jetzt wieder so eine Tortour von Ärzten durch machen muss. Vorallem weil dieser Arzt wirklich toll ist.
Und das ganz abgesehen von dem Ärger den ich mit der Berufsgenossenschaft habe.

Und zum guten Schluss ist am 18.10.2011 meine Tante nach zwei jährigem Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben und am 20.11.2011 (tolle zahl, gell?) meine Oma wegen Lungenkrebs und auch Altersschwäche, sie war 86.

Ich habe einfach das Gefühl das ich keine Kraft mehr habe. Ich fühle mich so ausgelaugt und schwach.

Vielen Dank fürs Lesen

Liebe Grüße
Jenny

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2. August 2012 um 7:48

Hallo jenny
hallo jenny

erstmal viel stärcke für den verlust in deiner familie.
und mache dir bitte keine vorwürfe, das treibt dich nur in den wahnsinn. der einzige der die schild ist ist er, egal ob du die ersten schritte davor freiwillig gemacht hast oder nich! und ein arzt der dir die schuld daran giebt ist auch das allerletzte!
ich wünsche dir viel kraft und stärke für die nächste zeit!

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