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Gehen oder Kämpfen? Krise nach Umzug - Brandenburg vs. Bayern

17. November 2014 um 11:02 Letzte Antwort: 18. November 2014 um 20:01

Hallo liebe Gofeminin-Gemeinde,

wie einige hier wahrscheinlich suche ich Hilfe. Ich weiss gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll, deshalb schreibe ich erstmal wirr drauf los.

Ich bin ende Zwanzig. Habe bisher mein Leben gut gelebt. 2 fest Partner gehabt, einen guten Job mit sehr guter Bezahlung. Abi und Studium auf der Abendschule, Beförderung, gute Freunde etc.. Meinen besten Freund hatte ich auf der Arbeit und alte Schulfreunde und feste Menschen in meinem Leben waren um mich und liebten mich. 2010 zerbrach die Beziehung mit meinem Ex. Wir hatten alles, was ein paar sich wünschen könnte, außer leidenschaft füreinander. Nun sind wir gute Freunde. Mein leben und andere Freunde blieben und ich genoß das Singleleben. Damals ging es auch los mit einer Angststörung, welche ich 2 Jahre bis 2012 therapieren lassen habe. Das war auch erfolgreich. In diesen 2 Jahren single-Dasein habe ich einiges erlebt an Vollidioten die man kennenlernt, Krisen die man durchläuft und so weiter. U.a. war ich irgendwann 6 Wochen krankgeschrieben auf Grund depressiver Verstimmung und überforderung.

Nun habe ich Anfang 2013 aus meinem Job, welcher mir zwar Spass aber auch großen Druck bereitete, eine Pause gesucht und bin länger ins Ausland gegangen im letzten Jahr. Dort lernte ich ohne Vorahnung und Wollen meinen jetzigen Freund kennen. Einen Bayer. Wir haben uns sofort ineinander verliebt. Er war anders, klar, da die Bayern ganz anders sind als die Mentalität in meiner heimat. Wir kamen uns näher und ich zog irgendwann weiter. Nach 4 wochen emails und Skype beschlossen wir, dass ich ihn besuchen fliege in Deutschland. Das tat ich. Ich kam dort an, es war eine verrauchte kleine Wohnung und ich fühlte mich zunächst sehr unwohl. Dieses Gefühl kam im Wechsel zu absolutem Wohlfühlen bei ihm. Nach 3 Wochen flog ich zurück und blieb im Ausland. Er besuchte mich dann im September noch einmal. Wir waren ein Paar. Trotzdem es gerade gar nicht für ihn gepasst hat, flog er zu mir und nahm viel Geld und zeit in die Hand. Ich spürte wie verliebt er ist. Und ich war es auch. Ängste machten sich in mir zwar immer wieder breit, jedoch ignorierte ich sie.

Dezember letzten Jahres zog ich dann zu ihm nach reiflicher Überlegung. Ein Risiko hat man immer. Und ein Rückgang in meinen Job hätte für uns keine Zukunft bedeutet, da wir für eine Fernbeziehung beide keine Zeit hatten. Die Entscheidung fiel trotz einiger erstaunter Blicke in meinem Umfeld. Ich zog zunächst zu ihm in das Dorf. Dort fühlte ich mich absolut unwohl. Es ist und war absoluzt nicht meine Welt. Die bayrische Mentalität und meine fast Berliner Art. Ich war Großstadt gewohnt, Offenheit, schwul-schwarz-klein-dick-Toleranz, Konzerte und nun war ich auf diesem Dorf. Alle eher verhalten, wenn auch supernette leute darunter. Aber ich für mich konnte mir noch nie ein Dorf vorstellen. Ich habe geweint, geheult und Krämpfe erlebt. Dann fand ich einen übergangsjob (mein Job daheim war derweil ein 2. Jahr beurlaubt) im CallCenter, was absolut nicht meiner Quali entsprach. Dort wurden die Leute behandelt wie Arbeitsvieh, was für mich verwöhnte öDlerin unaussprechbar schlimm war. Die Tränen rannen noch mehr. Mein Freund war mir dabei immer ein verständnisvoller zuhöhrer, hatte viel Geduld, hat mich immer wieder getröstet und mir gezeigt,wie sehr er mich liebt. Es kam zur WOhnungs- und Jobsuche in der nächstgrößeren Stadt. Wir hatten vorher vereinbart, dass wir def. In die nächstgrößere Stadt ziehen, wenn ich da bin.

Der Job und eine superschöne Wohnung fanden sich und wir zogen ins ca. 60km entfernte Großstädtchen. Die Wohnung ist supershcön und wir haben es uns sehr toll eingerichtet. Leider hat fast alles mien Freund bezahlt, so dass ich ihm nun eine große Menge geld schulde, welche ich monatlich abzahle. Auch das belastet mich.
Dort fing ich im öffentl. Dienst an und kam vom früheren Beratungsdienst in die reine Aktenbearbeitung. Ich lernte, dass hier Beamte einen höheren Stellenwert haben und ich trotz 3 Abschlüssen erstmal wieder bei Null anfange. Ich fühlte, wie sehr hier die Kluft zw. Karriere der männer und frauen noch driftete und das alles schlug mir immer mehr aufs Gemüt. Es herrschen Hierarchien, welche ich aus meiner Heimat nicht kenne. Nun verdiente ich 300 Euro weniger (netto) und hatte das Gefühl, der letzte Depp zu sein.nicht nur weil ich mit der Einarbeitung Probleme habe und immer wieder weinte auf Arbeit.

Die Beziehung und auch mein Gefühl hatten sich gebessert. Es kam der Sommer, viele Freunde besuchten mich/uns und ich fühlte mich einigermaßen Wohl. Wenn es um Aktivitäten mit meinen Freunden ging, wofür wir weiter fahren müssten war mein Freund nie wirklich begeistert und es kam oft zu Diskussionen. Ich vermisse sie so sehr und war schon immer ein eher aktiver Typ. Er braucht das Socialising nicht so und verbringt gern zeit mit mir. Bekamen wir aber besuch, war er auch immer präsent.

Trotzdem : Ständig kreisen mir die Bilder im Kopf , seit Monaten habe ich sehr oft ein stechendes schmerzendes Gefühl in der Brust, in der Seele, wenn ich an meine alte Arbeit denke. Vertraute gesichter, meine Freunde, alte Kollegen, meine Familie.
Hier ist es eher unpersönlich. Zu Geburstagen werden keine Runden gemacht bzw. Geld gesammelt und für denjenigen etwas Kleines gekauft vom Team. Sowas macht man hier nicht. Hier sind Freunde eher verhalten und ruhig. Gemütlich halt, wie die Bayern gern sagen. Das möchte ich nichtmal runtermachen. Es geht ja hier nur um mein Gefühl. Ich möchte weissgott niemanden beleidigen. Es geht wirklich nur um mein Gefühl. Ich muss es loswerden und brauche hilfe. Ich habe das geüfhl, mein Leben ist in einen Scherbenhaufen zerbrochen. Das ganze Selbstbewusstsein was ich mal hatte, die Lebensfreude und das mich selbst Lieben ist weg oder schwindet. Das leben hier fühlt sich für mich so trist an , obwohl (und jetzt kommen wir zu meiner Beziehung): Mein Freund ist immer für mich da. Er gibt sich größte Mühe. Er ist im handwerklichen Bereich und sowohl männlich, als auch sehr sensibel. Er ist mir wirklich ein guter Freund. Wir kochen gern zusammen und gehen gern saunieren.
Ich habe nicht das gleiche gefühl wie für meinen Ex. Was vll daran liegt, dass es damals die große Liebe war oder das ich einfach jünger war. Es ist eine andere Liebe. Aber ich liebe ihn. Trotzdem gibt es auch Streitpunkte. Oft am Wochenende. Oder dinge die mich stören. zB das er soviel raucht. Das er sich oft nicht so pflegt. Durch dieses ganze Gefühl hier, mache cih selbst mich auch kaum noch schick. Oder ziehe mal was stylischeres an, weil ich das geüfhl habe, es geht in meinem Umfeld eh nur um gemütlich. Nun hat vor ein paar Monaten (nachdem ich gerade mal ein halbes jahr bei ihm bin und wir mit dem Ausland 1,5 Jahre zsamm waren) der Sex abgenommen (was ja bei meinem Ex mein Trennungsgrund war, was ich jedoch bereute, da es überall abflacht, wie ich ja weiss) So fühle ich mich langsam in jeglicher Form abgelehnt. Von ihm sexuell (obwohl ich weiss, er schläft GERN mit mir und ist einfach müde von der Arbeit), dann habe cih mir einen Verein geushct, um besser reinzukommen, welcher mir die Aufnahme ablehnte und in der Arbeit habe cih auch das Gefühl, nicht dazuzugehören, wenig zu verstehen und da ich keine Beamtin sondern weibl. Angestellte bin, sowieso nie voranzukommen Dazu muss ich sagen, ich bin lösungsorientiert, bewerbe mich schon seit Monaten weiter auf eine andere Stelle bei einem anderen Arbeitgeber.

Dazu kam nun auch noch die Angststörung seit September. Panikattacken, Bauchweh, Muskelverspannungen, zitteranfälle (Angstzustände) und Tränen. Nun nehme ich seit Monaten wieder ein leicht angstlösendes Medikament und suche mir erneut einen Psychotherapeuten. Nur bin ich nicht sicher, ob das eine vom anderen oder das andere vom Einen kommt.

Nachdem ich Freitag auf der Arbeit wieder einen Niederschlag erlebt habe, indem mein Kollege mir dinge wie im Kindergarten erklärt hat und cih irgendwann sagte, ich sei nicht doof, dass ich diese Grund-grundlagen natürlich weiss (was ist eine Kostenübernahme!) , kam cih mit einem schlimmen Heulanfall nach Hause. Ich war so verzweifelt, dass ich eine halbe Flasche Prosecco getrunken und mich bei ihm ausgeheult habe. Das ganze wochenende darauf war ich aggressiv und respektlos ihm gegenüber, weil mich die ganze Situation so belastet.

Gestern ist dann der Knoten geplatzt. Wir setzten uns auf die Couch undredeten. Er sagte mir, was er schonmal getan hat, dass er sieht wie unglücklich ich bin. Wegen ihm und wegen Bayern und weil ich mich nicht wohlfühle. Und das letzte was er wolle ist, dass ich unglücklich sei. Er wolle, das ich zurückgehe, wenn ich merke, das es an dem HIER sein liegt. Er selbst wolle natürlich nicht, das ich gehe. Er liebt mich. Aber das kann er nicht ertragen. Nun saß ich da, Tränen in den Augen. Im Hinterkopf der Gedanken daran, zurück bzw. in eine andere Stadt zurück im Osten zu gehen, wo alte Freunde lebem, wo ich schon 100 Mal war und mich heimisch fühle, aber ohne ihn. Wieder Single.! Wieder diese hölle. Und dann, wenn ich es wieder bereuen würde wie die Trennung von meinem Ex, weil ich vll doch net richtig richtig gekämpft habe?! Wir nahmen uns fest in den Arm. Meine Single-Freundinnen hier würden sich beide Finger lecken nach einem Mann wie meinem. Ich denke dann an die Worte derer, die sagen: Schau, was du alles hast. Guten job, tollen Mann, tolle Wohnung Ich will ihn nicht verlieren!

Aber was kann ich für mein Gefühl. Ich tue alles mögliche um endlich nicht mehr unglücklich zu sein ich sehe alle fakten klar vor mir Aber unglücklich sein will ich auch nichtUnd mein ICH möchte ich auch nicht verlieren

Könnt ihr mir helfen. Könnt ihr mir eure Empfindung zu diesem Text sagen?
Ich bin völlig fertig und weiss nicht mehr, was ich machen soll. Zu Hause spiele ich halbwegs allen vor,das alles ok ist bis auf ein wenig Heimweh und hier schmerzt es so sehr Es ist wie von grün auf Gelb

Liebe Grüße

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18. November 2014 um 20:01

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Hallo,

so, jetzt hab ich mich extra angemeldet um Dir zu antworten.

Ich verstehe Dich sehr gut weil es mir auch schon mal so ähnlich ging. Was mich damals weitergebracht hat war, mir erst einmal bewusst zu machen welche Punkte genau mich störten und diese dann auszugleichen zu versuchen. Bzw. wenn Du Dich nach Nichtbayern sehnst vielleicht könntest Du ja andere ausfindig machen und ihr tut euch zusammen.

Was mir sonst noch einfällt ist, mal einfach alleine ein paar Tage Heimaturlaub zu machen. Unter Umständen siehst Du dann schon deutlich klarer wie Deine Entscheidung lautet.

Oder ihr zieht in eine andere Stadt, oder er zu Dir in den Norden. ? Sofern das beruflich geht.

Auf Jobsuche würde ich mich aber auch begeben.

Ich denke letztendlich kannst nur Du das entscheiden.

Alles Gute jedenfalls. !!!

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