Anzeige

Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Gefühle absichtlich unterdrücken?

Letzte Nachricht: 9. August 2012 um 15:10
C
cerise_12770253
01.08.12 um 18:08

Hallo !

Kann man Gefühle irgendwie absichtlich unterdrücken? Und wenn ja wie?

Mehr lesen

Q
qusay_12832832
05.08.12 um 23:41

Ist möglich
Ich hab das 15 jahre gemacht,
eine mauer aufgebaut im kopf und gefühlskalt zu sein. aber jetzt hab ich ein großes prob. den ich hab mich in meine beste freundin die ich schon 5 Jahre kenne verlieb,
ein abschieds kuss, eigentlich immer so gewesen, aber jeder ein bischen Alkolisiert und der kuss hatte es ihnsich.
jetzt bricht alles lansam zusammen das ist nicht schön.
ich versuche jetzt meinen gefühlen lansam wieder rauszulassen und das ist gar nicht einfach.
Steh lieber dazu ist auf lange sicht einfacher.
Mfg

1 -Gefällt mir

B
bao_12313237
06.08.12 um 10:32

...
Zusammen reißen, ganz einfach, ein Gefühl kommt hoch und du lässt es nicht zu. Du kannst auch einfach ein anderes Gefühl vorschieben. Die hast dich z.B. verliebt und dann einen Arschtritt bekommen, dann denk daran und fang an die Person zu hassen, zack ist die Liebe weg.

Wenn du genrell keine Gefühle zulassen willst, dann musst du es einfach üben sie im Keim zu ersticken, verbiete sie dir einfach. Dazu muss man aber schon sehr stark und konsequent sein, denn irgendwann kann es sein, dass deine Geühle dich übermannen.

3 -Gefällt mir

J
jani_11919871
07.08.12 um 0:42

Ja...
Jeder Gedanke hat Konsequenzen. Folgen. Bewirkt seinerseits neue Gedanken, Gefühle, Worte, Taten, Gedanken, Gefühle,...
Eine simple Wahrheit, mit großen Folgen:
Jeder Gedanke hat Konsequenzen.
Wenn Du es schaffst, jeden Gedanken zu kontrollieren, wirst Du Gefühle einigermaßen kontrollieren können.

Manche Gefühle kann man durch seine Gedanken beeinflussen.
Manche Gefühle kommen dennoch, die wirst Du damit nicht vollständig unterdrücken können.
Aber man kann mit seinen Gedanken, seinen Entscheidungen steuern, was man aus den Gefühlen macht. Man hat es in der Hand, auch negative Gefühle in sinnvolle, positive, konstruktive Bahnen zu lenken.

Ob man sich in starke Gefühle hineinsteigert, bis zur Selbstauflösung - was keiner Kontrolle entspricht, sondern eben zur Selbstauflösung führt - oder ob man aus den Gefühlen etwas Positives erzeugen kann - liegt zum größten Teil innerhalb der Menschlichen Entscheidungsfreiheit.

Wie man es nimmt:
Kontrolliere Deine Gedanken und Du wirst dem Ziel nahe kommen...
Sei wählerisch, mit welchen Menschen Du Deine Zeit verbringst, das hat großen Einfluss...

Klingt das leicht? - Ist es nicht.
Klingt das unmöglich? - Ist es auch nicht.

Klingt das nach einer praktischen Anleitung?
Eigentlich nicht...
Kein Wunder, denn es ist ein schwieriges, mühsames, anstrengendes, schmerzhaftes, kompliziertes, unendliches, schönes, beglückendes Unterfangen,
der Herr seiner Selbst zu werden.
Selbsterkenntnis wäre ein möglicher Anfang...

Ja, es ist keine einfache Antwort... Es ist aber auch eine sehr allgemein Frage nach Gefühlen...
Glück, Zufriedenheit, Freiheit - dies lässt sich alles im Kopf finden...

Alternativ, kannst Du in Indien ein Asket werden, Dich von der Welt abschotten und alle Sinneseindrücke unterdrücken.
Dann kommen wenig Gefühle auf, alles wird unterdrückt...
Tja...
Das wollen aber nicht viele Menschen... Also bleibt Antwort A.
Aber Antwort B ist auch kein völliger Blödsinn - allgemein wird ein Gefühl mit der Zeit abnehmen, wenn der Auslöser wegfällt. Bei allen Gefühlen gleichzeitig hilft Askese und Abschottung. Bei bestimmten Gefühlen, ist es ein bestimmter Auslöser...

Viel Erfolg,
donqujote

2 -Gefällt mir

Anzeige
A
an0N_1189750099z
07.08.12 um 14:16

Ja - mit viel Übung
Basis dafür sind meist Techniken aus der kognitiven Verhaltenstherapie. In 3 Sätzen: Stell Dir ein Dreieck vor. Die Ecken sind: Gedanken, Gefühle, Handlungen. Alle miteinander verbunden, weil jedes einzelne beide anderen beeinflußt. Deine Gefühle kannst Du also über Gedanken und Handlungen steuern, wie hier auch schon angesprochen.

Im einfachsten Falle kennt das jeder. Wir waren eigentlich alle schon mal auf einer Party an einem Tag wo wir einfach nur müde waren und so gar keine Lust hatten - und es wurde ein wunderschöner Abend. Ich denke jede Frau hat sich schon mal "einfach so" voll gestylt - und festgestellt, dass man sich dann "ganz anders fühlt".
Schwierig ist daran eigentlich nur, das bewusst, kontrolliert und kontrollierbar und gezielt einzusetzen - und für jede Situation etwas zu finden, was den passenden Effekt hat oder diesen Effekt gezielt auf einen Gedanken oder eine Handlung zu programmieren.
Unbewusst macht das jeder Mensch ständig. Wenn man 3 mal in einem Restaurant war und das Essen nicht geschmeckt hat, hat man beim vierten Mal einen komischen Geschmack im Munde, bevor man auch nur in die Karte schaut. - Quasi die umgekehrte Version des Pavlow'sche Hundes, der beim Aufleuchten einer Lampe anfängt zu sabbern, weil die immer aufgeleuchtet hat, wenn es Futter gab.
So kann man sich selbst "programmieren". Theoretisch auch auf eine Lampe. Das ist mühsamer, weil man keine bestehenden Effekte ausnutzen kann und auch irgendwie ... doof, aber möglich.

Wenn man das gelernt und geübt hat (1 Jahr geht da schon ins Land, weswegen das meist nur diejenigen lernen, die es lernen müssen) kannst Du Gedanken und Gefühle in Sekunden ändern. Nie in 100% der Fälle, wir sind und bleiben keine Maschinen, aber fast immer ist möglich.

Sinnvoller Weise blockt / ändert man natürlich nur, was einen sonst zerfleischen würde, nicht was unangenehm ist. Manchmal geht nur ganz oder gar nicht (= abschotten, wie schon angesprochen) aber es ist "nur" schwieriger, nicht ein anderes Prinzip, darüber eine "Feinabstimmung" vorzunehmen. Angst ist nur ein Gefühl. Kein angenehmes, aber ein berechtigtes. Das soll da sein und bleiben. Doch in dem Moment, wo es zur Panik wird und den Alltag und das eigene Leben stark beginnt einzuschränken - da sollte man dann gegensteuern.

Ich sage bewusst nicht "zusammenreißen" dieses Wort hat in der Psychologie mehr Schaden angerichtet als alles andere. - Meine persönliche Meinung, aber bei dem Wort schwillt mir immer der Hals.
Wenn man ein gebrochenes Bein hat, kann man auch laufen, wenn man sich "zusammenreißt" es tut weh, macht alles noch schlimmer, aber es ist möglich. Doch es bleibt trotzdem dumm. Wenn man etwas Muskelkater hat, liegt die Sache sicher anders.
Doch in psychologischer Hinsicht unterscheidet die "öffentliche Meinung" selten zwischen Muskelkater und Beinbruch. Was zur Folge hat, dass mancher sich mit gebrochenen Beinen quält, der das Bein dringend schienen lassen müsste.

Es gibt psychologische Wege, die Last von einem gebrochenen Bein zu nehmen und das hat absolut nichts mit Jammerlappen zu tun, die nur zu bequem sind, sich mal zu bemühen und das zu machen, was alle anderen auch tun.

Es gibt verschiedene Techniken, über die unzählige Bücher geschrieben wurden.
Abgesehen vom o.g. Dreieck gibt es noch eine andere Basis: unsere Empfindungen sind nie eine Einbahnstraße. Wir lächeln, wenn wir glücklich sind, wir sind aber auch glücklicher, wenn wir lächeln. Sogar wenn wir andere lächeln sehen oder hören (Schon mal eine amerikanische Serie im TV gesehen mit dem eingespielten "Gekicher"?) Wir drücken unsere Gefühle auf eine bestimmte Art aus, wir nehmen aber auch ein Gefühl wahr, wenn wir einen Ausdruck sehen. Beispiele findest Du überall in der Werbung und im "Showbiz" (z.B. Musikvideos). Dort wird das von vorn bis hinten in beachtlicher Konsequenz eingesetzt.

Ein simpler, aber wichtiger allgemeiner Tipp:
Zu etwas hin ist immer einfacher als von etwas weg. Weniger hochtrabend: "sei nicht verzweifelt" ist unsäglich schwer. Aber "konzentriere Dich auf Dein Puzzle" ist machbar.

Ein paar Beispiele für Neueinsteiger:

Um Stimmung allgemein zu heben: Wann auch immer Du durch ein Tür gehst - lächle oder grinse.
Ja, das klingt überaus banal. Aber es funktioniert, versuch es mal. Am dritten Tag spätestens lächelst Du von allein, wenn Du eine Tür siehst. Du "programmierst" Deine Erinnerung, Deine Assoziation, Deine Gefühle und ein Stückchen sogar Dein Unterbewusstsein. Das gibt es auch mit PostIt's die man überall hinklebt (so wie in der Volvic - Werbung mit dem "trinken") - Basis hiervon ist zweierlei: das erste, was ich sagte mit "Gefühle sind keine Einbahnstraße". Das zweite: externe Auslöser nutzen. Entweder man schafft sich diese selbst mit gelben Zetteln oder man nimmt etwas, was häufig, aber nicht dauernd auftritt und in der Wahrnehmung nicht untergeht - wie Türen.

Um bestimmte Gedanken zu blocken (die steigern die Gefühle ja meistens gerade dann, wenn man die Gefühle ändern möchte):
Alle Konzentrationstechniken.
Visualisierungen beispielsweise. Sich etwas anderes - einen Ort, einen Gegenstand, eine Person etc. so detailliert wie möglich vorstellen. Ein Stopp - Schild beispielsweise. Inklusive verbeulter Ecken, Kratzer, abblätternder Farbe, ... Ein ruhiges Haus am Ufer eines Sees, ... etwas in dieser Art. Prinzip wieder => zu etwas anderem hin, nicht von etwas weg.
Sich mit Dingen beschäftigen, die außerhalb der üblichen Denkmuster liegen. Wenn wir das tun, was wir immer tun, "schweifen die Gedanken leicht ab" - hin zu dem, was gerade nicht gewünscht ist üblicher Weise. Außerdem lauert da an jeder Ecke die Erinnerung. Also: auf neuen Pfaden wandeln. Mach etwas, was Du noch nie getan hast. Richte mit Zettel und Stift (oder PC) ein 150 m^2 - Loft ein, wie Du es gern hättest - für Dich allein und mit unbegrenzten Geldmengen. Entwirf einen Park. Oder ein Auto.

4 -Gefällt mir

Kannst du deine Antwort nicht finden?

B
baila_12939227
07.08.12 um 21:07

Nein
gefühle kann man nicht absichtlich unterdrücken. weil sie da sind, wenn sie da sind. aber, man kann versuchen sie seinem gegeüber nicht anmerken zu lassen. bei positven gefühlen sollte und kann man immer ertlich sein und sie zugeben, das hilft für sich gutes zu tun...

1 -Gefällt mir

A
afra_12552902
09.08.12 um 12:56

Keine Gefühle unterdrücken
Warum willst Du Deine Gefühle unterdrücken? Ich rate Dir davon ab, das kommt sonst anders raus, auf körperlicher Ebene vielleicht...lass lieber Deine Gfühle raus, wenn es geht.

Gefällt mir

Anzeige
A
an0N_1189750099z
09.08.12 um 15:10
In Antwort auf afra_12552902

Keine Gefühle unterdrücken
Warum willst Du Deine Gefühle unterdrücken? Ich rate Dir davon ab, das kommt sonst anders raus, auf körperlicher Ebene vielleicht...lass lieber Deine Gfühle raus, wenn es geht.

Manchmal ist es notwendig
Nicht jedes Erlebnis kann die menschliche Psyche verarbeiten, nicht jedes Trauma kann man auflösen.

Grenzgänger wie ich haben oft das Problem, dass Gefühle unerträglich stark sind. Unerträglich ist leider keine Übertreibung. Wir ertrinken darin, es verbrennt uns, es zerfrisst uns. Kennst Du den Ausdruck "wahnsinnig vor Schmerzen"? Jeder von uns weiß *ganz genau* wie das gemeint ist. Ein Mensch, der "vor Schmerz rasend ist" (auch eine Redewendung, die wir *zu* genau verstehen) kann man keinen Kontakt mit anderen haben, ohne sehr viel zu zerstören. Aber wir haben die Möglichkeit, unsere Gefühle soweit zu steuern, dass sie weder uns noch anderen gefährlich werden. Meistens zumindest.

Bei Depressionen ist es manchmal ebenfalls notwendig, wenn man nicht alles den Medikamenten und der Zeit überlassen will oder kann. Eine Depression ist ein Strudel, das verstärkt sich selbst. Zur Depression gehören völlige Kraft- und Antriebslosigkeit, die starke Selbstvorwürfe auslösen, die zu dem Gefühl der eigenen Nutzlosigkeit und zu noch depressiverer Stimmung führen, die dann den letzen Rest der Kraft, irgendetwas zu tun, verbrennt, was zu Selbstvorwürfen führt, dass man nicht mal unbedeutende Kleinigkeiten hinkriegt, ... Die Wahrnehmung ändert sich, man nimmt positives kaum noch wahr, negatives verstärkt. Was zu depressiverer Stimmung...
Der schnellste Weg hinaus ist es, die eigenen Gefühle zu ändern / blockieren, bis man wieder auf einem neutralen Niveau ist.

Ein weiteres Beispiel sind Menschen, die sich mit den gleichen Mechanismen, aber unbewusst und ungewollt in eine Situation gebracht haben, die so nicht bleiben kann / sollte. Das abgeschottete, was hier angesprochen wurde beispielsweise. Auch da muss man gezielt in die Gefühle eingreifen, man kann nicht "einfach alles anders machen". Es gibt i.d.R. eine kurze euphorische Phase - einige Glückliche sind mit diesem kurzen Schub raus, alle anderen sind tiefer drin, weil sie so viel getan haben und versagt haben. Man kann es ändern. Mit vielen Medikamenten und ganz viel Zeit - oder durch aktive Kontrolle der eigenen Gefühle. Die am Rande bemerkt auch in allen Fällen dem entgegen wirkt, dass man wieder "drin" landet - in der eigenen privaten Hölle.

Noch ein Beispiel sind Panik-Störungen. Panik ist irrational. Immer, denn sonst wäre es Furcht oder Angst. Es gibt keinen rationalen Grund - damit auch fast keinen rationalen Ansatzpunkt, um das zu ändern. Es ist so mächtig, dass Menschen beispielsweise nicht mehr einkaufen gehen können. Diejenigen wissen schon, dass es nahezu nichts gibt, dass ihnen in einem Supermarkt passieren kann und die Wahrscheinlichkeit, in eine tatsächlich gefährliche Situation zu geraten, hier und heute eigentlich bei Null liegt. Sie gehen mit diesem Wissen in den Supermarkt, bekommen Atemnot, Herzrythmusstörungen, werden ohnmächtig usw. - von dem eigentlich Gefühl der Panik selbst ganz zu schweigen, dass sind ja "nur" die sichtbaren Auswirkungen. Auch dann, wenn sie sich einmal oder auch 10mal da durchprügeln, wird es beim 11. Versuch nicht wesentlich besser sein. Sie müssen (nicht immer aber meistens) tatsächlich das Gefühl "niederringen". Zum Glück nicht jedes Mal wieder, aber hier liest sicher mancher, der aus erster Hand weiß, dass weder Logik / Argumente noch "Gefühle rauslassen" in dem Moment eine Option ist.

Natürlich ist das nichts zum Spielen und keine Banalität. Man sollte das nur tun, wenn es gefährdet "die Gefühle rauszulassen". Das regelt sich aber von allein. Starke Gefühle zu ändern kann man nicht in einem Wochendsemniar lernen. Es ist auch nichts einfaches, es erfordert ein hohes Maß an Selbstreflektion und Übung - man lernt das nicht irgendwie nebenbei, auch wenn man sich "nebenbei" "fehl-programmieren" kann. Der umgekehrte Weg ist leider schwerer.
Wenn aber jemand eine solche Frage gezielt stellt, dann gibt es vermutlich ein großes Problem dahinter, sonst sucht man nicht danach.

1 -Gefällt mir

Diskussionen dieses Nutzers
Anzeige