Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Freundschaft zwischen Männern und Frauen? / Freundschaft zerstört?

Freundschaft zerstört?

26. Februar 2014 um 20:53 Letzte Antwort: 10. März 2014 um 20:37

Hallo liebe Forengemeinde,

nachdem ich durch Google schon häufig über eure Seite gestolpert bin und hier häufig den ein oder anderen guten Ratschlag gefunden habe, wollte ich mich mal an euch wenden:

Vor ein paar Jahren hab ich einen netten Jungen auf einer Party kennengelernt... Anfangs hatten wir kaum Kontakt und zu dieser Zeit war ich auch in festen Händen, aber mit der Zeit hat sich eine schöne Freundschaft daraus entwickelt.

Allerdings hat er mir kurz darauf seine Liebe gestanden..Das war 2012... Da ich mich in einer Beziehung befand und ihn nur als Freund sehe, habe ich ihm damals einen Korb gegeben..

Er hat das damals gut aufgenommen und wir waren weiterhin befreundet.

Mit der Zeit hat er sich zu meinem besten Freund entwickelt. Wir haben viel zusammen unternommen und wurden auch häufig für ein Paar gehalten, was ich immer bestritten habe. Vll hätte ich damals schon reagieren sollen...

Jedenfalls wurde unsere Freundschaft sehr intensiv... Wir haben häufig gekuschelt, irgendwann hab ich praktisch beim ihm gewohnt...
Wir hatten auch das ein oder andere mal Sex. Eigentlich hätte ich das nicht tun dürfen und danach hab ich mich auch geschämt, aber es ist halt einfach passiert..

Als ich dann Stress mit einem Mitbewohner, ein paar Freunden und meiner Bachelorthesis hatte, hat er sich rührend um mich gekümmert..
Mich stets bekocht, dazu gebracht aus dem Haus zu gehen, für mich eingekauft, sich um den Auszug meines mittlerweile rausgeschmissenen Mitbewohners gekümmert, mir meine Lieblingsblumen gebracht... Er war einfach für mich da...

Er hat mich sogar mit auf einen Kurztrip mit seinem jüngeren Bruder genommen und mir seine ganzen Freunde vorgestellt..

Naja, mir ist dabei die ganze Zeit entgangen, dass er auch in mich verliebt sein könnte...

Als es mir irgendwann bewusst wurde um Weihnachten herum, hab ich mich etwas von ihm distanziert... Um ihm Raum zu geben, um über mich hinwegzukommen.. Zu der Zeit habe ich auch meinen jetzigen Freund kennengelernt.. Blödes Timing, ich weiß, aber das war wirklich keine Absicht!

Zu der Zeit hatte er auch argen Stress mit seiner Familie, er hat seitdem keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern, der trotz der großen Distanz zu seinem Heimatort vorher recht intensiv war.. Naja in der Zeit hab ich ihm auch unterbreitet, dass ich jemanden kennengelernt hab...

Er war daraufhin extrem sauer auf mich, hat sich von mir ausgenutzt und im Stich gelassen gefühlt und mir sehr gemeine Dinge an den Kopf geworfen... Ich hatte schon Verständnis und wollte ihm erstmal Zeit geben... Allerdings war ich auch sehr traurig, da unsere Freundschaft seinerseits wohl nur darauf basierte, dass er etwas von mir wollte...
Das bestritt er, aber seitdem ist er anders... Häufig gemein zu mir, wird leicht sauer (z.B. wenn das Thema auf meinen Freund fällt) und sehr .. distanziert..

Was soll ich jetzt machen?
Ich will nicht meinen besten Freund verlieren...Ich hab keine romantischen Gefühle für ihn... Aber ich kann doch auch nicht ewig Single bleiben, nur damit er glücklich ist? :'(

Mehr lesen

5. März 2014 um 20:26

Wie immer Zeit
Hallo,
tragisch wenn so etwas passiert.

Du bist nicht für das Lebensglück anderer Menschen verantwortlich und nur Jemand, der nicht Dein Freund ist verlagt das von Dir.
Ohne "romantische" Gefühle geht nix.
Was Du dir aber gefallen lassen mußt ist der Vorwurf der "Blindheit" gegen Freunde.
Du wußtest das Dein Freund "Interesse" an an Dir hat und dann alles mißzuverstehen...???.
Das ist "Dein Anteil" mit "Deinen Folgen".
Hätte man bestimmt elegant lösen können.
Gib Deinem Freund den Raum und die Zeit die er braucht.
Ich persönlich finde es gemein jemand zu unterstellen einen "Plan" durch Freundschaft verfolgt zu haben.
Für mich ist so, daß ich Freundschaften, die so vorbelastet sind als oberflächlich und gestellt empfinde und dann lieber auf einen freundlichen Umgang setze als auf Freundschaft.
Hart und einseitig formuliert: Wenn es nicht für eine Beziehung reicht, reicht es auch nicht für eine tiefe Freundschaft.

Dir alles Gute ))

Gefällt mir
6. März 2014 um 9:53

Er hat dir so oft geholfen
er war immer für dich da.

Du schreibst von Freundschaft. aber sein Stress mit der Familie hat dich anscheinend nicht sehr interessiert. Und als er Stress bekam, hast du dich zurückgezogen, anstatt da zu sein.

Kein Wunder, dass er jetzt von dir als Freundin enttäuscht ist. Keine Liebe, aber auch keine Freundin.
(Sorry, harte Worte. Ich meins nicht verurteilend.)

Ich denk es würde helfen, wenn ihr mal ausführlich über eure Gefühle, was ist und was nicht ist, sprecht. Dann ist mal der Status klar und früher oder später vielleicht auch wieder mehr Nähe möglich.
Ich glaube es wäre gut, wenn DU ihm ein Gespräch anbietest. (Wenn er wirklich verliebt ist, tut er sich wesentlich schwerer auf dich zuzugehen, weil er vl noch noch Hoffnungen hat und nichts falsch machen will. du aber weißt, dass deine Gefühle rein freundschaftlicher Natur sind. Und das wäre gut, wenn du es ihm noch einmal, aber ein für alle mal, klar machen könntest)

Gefällt mir
10. März 2014 um 20:37

Du hast die Freundschaft nicht zerstört.
...denn dafür müsste erst einmal eine _echte_ Freundschaft bestanden haben.

Was ihr hattet, war imho jedoch eher die typische "Mein bester Freund"-Beziehung/Freundschaft im Teen- oder Twen-Alter.
Das sind in meinen Augen häufig einfach keine echten, gleichberechtigten Freundschaften auf Augenhöhe, sondern Beziehungen mit einer klaren Hierarchie und Rollenverteilung, über die man schlicht nicht offen redet:
Der Mann ist an der Frau nicht freundschaftlich, sondern als Partner interessiert.

Und so haben sich dann zwei gefunden:

Einerseits ein Kerl, der sich wie ein treudoofer, unterwürftiger Trottel ohne jeglichen Stolz verhält, in der naiven Hoffnung, durch überschwängliche Nettigkeit irgendwann doch noch zum Zug zu kommen. Das gesteht er sich aber oftmals nicht mal selbst ein, und auch nur zu gerne jegliche dagegen sprechende Indizien ignoriert).

Und andererseits: Die oben stehende Frau, der es eben schmeichelt, dass da ein Kerl immer für sie da ist, total lieb und nett zu ihr ist und ihr jeden Wunsch erfüllt. Zumindest unterbewusst ahnt sie zwar sehr wohl, dass dieser Typ nicht einfach blöde, sondern sexuell an ihr interessiert ist, und sie letztlich nur seine heimlichen Hoffnungen ausnutzt. Aber da das Thema ja untereinander nie offen und ehrlich angesprochen wird, haben beide alternative Erklärungen parat, die weniger am eigenen Selbstwertgefühl kratzen.

Und so wird stillschweigend von beiden Seiten eine Atmosphäre der Ambivalenz aufrecht erhalten, in der sich beide Seiten einreden können, dass der Andere das Gleiche fühlt wie man selbst.

Der grosse Krach kommt dann üblicherweise, wenn die Frau ihren nächsten Kerl hat. Plötzlich spürt der Kerl extreme Eifersucht, die er nicht einfach so ignorieren kann, und fühlt sich irgendwo ausgenutzt: Denn er hat all diese netten Sachen für die Frau letztlich ja nur in der unbewussten Hoffnung getan, dass er dafür später "belohnt" wird. In dem Moment, in dem ihm das bewusst wird, fängt er an, sich verarscht zu fühlen, weil er seine Energien und Ressourcen quasi "vergeudet" hat.

Vielleicht wird er dann sogar endlich mal den Mut finden, seine wahren Gefühle offen und ehrlich auszusprechen, aber da seine Gefühle eben von Anfang an einseitig waren, hört er auch dann nicht, was er hören will. Das wird ihn aber normalerweise endlich desillusionieren - mit dem Effekt, dass man zwar vielleicht verspricht, "trotzdem" "Freunde" zu bleiben, aber in der Praxis ist danach trotzdem alles anders.

Gefällt mir