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freundlichkeit oder flirt

20. April 2010 um 13:21

Ich gehöre zu den Frauen, die einfach schwer mit männern nur befreundet sein können. Sobald ich mich mit einem Mann sehr gut verstehe und ihn auch attraktiv finde, kann ich mir sofort mehr vorstellen und provoziere das regelrecht.
Auch in einer Beziehung fällt es mir nicht leicht mein Verhaltensmuster abzulegen und nur "Freundschaft" im Sinn zu haben. Ich flirte zwar nicht offensichtlich aber ich bin sehr umgänglich und ehrlich interessiert an dem was mir die Leute zu sagen haben. Darum wird immer schnell mehr wenn ich jemanden Interessanten kennenlerne.

Ich habe seit längerem einen Freund und lerne immer wieder Männer kennen, die mir sehr gefallen und mit denen ich mich sehr gut verstehe. Ich versuche sie aber eher auf Distanz zu halten, weil ich meine Gefühle für meinen Freund nicht in Gefahr bringen will.
Ich kann einfach so schwer einschätzen ob eine Einladung zum Kaffee oder auf eine Party am Abend schon Richtung flirten geht oder ob das üblich ist unter guten Bekannten.
Um nicht in Versuchung zu geraten sage ich dann immer ab.

Ich mein, das kann doch auch nicht das Wahre sein.
Ich vermute hinter jeder Nettigkeit gleich mehr. - oder zumindest will ich es irgendwie so.
Das ist doch nicht normal...??
Wie seht ihr das?


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20. April 2010 um 15:15

Das beschäftigt mich auch gerade ...
allerdings als Mann. Ich bin glücklich verheiratet, mit gemeinsamen Kindern, und ich liebe sie unendlich.

Natürlich steckt hinter jeder Nettigkeit mehr. Nur, es ist nichts verkehrt daran.

Ich stellte fest, daß ich von den Kollegengesprächen über das neue Fahrwerk vom Audi A4 und ähnlichem fürchterlich angeödet war. Und merkte, daß ich mich mit einigen Frauen besser unterhalten kann als mit etlichen Männern. Soweit, so gut.

Mit der Zeit kam man sich näher, und das meine ich rein gesprächlich. Die Themen persönlicher, tiefer, offener, interessanter. Eigentlich wie mit einem guten und sehr guten männlichen Freund. Das habe ich genossen, denn Frauen ticken in einigen Dingen schlicht anders, und sind spannender, gleichzeitig vielschichtiger, aber das reizt. Die Frauen waren alle gebunden, nur eine nicht. Kaffee trinken, gemeinsam feiern, hier und da helfen und helfen lassen, das Übliche.

Natürlich schwingt die - ich nenne es mal - "biologische" Ebene immer mit. Ich kann einfach nicht anders, und ich glaube meine Gegenüber auch nicht immer, wobei Frauen einen anderen Zugang zur Lust haben. Daran fand ich nichts verkehrt, denn körperlich oder emotional betrogen habe ich meine Frau nie. Eigentlich heißt das doch nur, daß ich eine tolle Frau kennengelernt habe, und sie vielleicht mich auch toll findet. Und daß wir alle emotional und sexuell empfindende Wesen sind. Also irgendwie, einfach gesunde Menschen!

Kein Wunder, mit anderen hätte ich mich nicht so intensiv befasst, und umgekehrt wohl genauso. Es ist doch gut daß es solche Menschen gibt! Soll ich etwa trauern daß es nicht nur eine tolle Frau auf der Welt gibt? Nein, ganz im Gegenteil, ich bin hocherfreut!

Trotzdem meinte ich, ich müsse damit irgendwie umgehen. Und dachte in einem Fall, der Kontakt sei so gut, daß ich es einfach ansprechen könne. So á la "Ich liebe meine Frau zutiefst, und du bist auch verheiratet und gerade mit dem zweiten schwanger. Trotzdem finde ich dich wirklich unheimlich toll und habe mich, kurz gesagt, in dich verknallt. Aber mach' dir nichts daraus, ich will eigentlich nichts von dir. Aber als guter Freund wollte ich dir das einfach mal sagen. Es ist ein dickes Kompliment".

Es kam wie es kommen musste. Sie verbat sich das, in übrigens ziemlich undankbarer Weise. So gesehen wurde es zu einem eleganten Abgang.

Und was heißt das jetzt? Ich sehe keinen Grund sich nicht mit den tollen Frauen, die es glücklicherweise gibt, zu unterhalten, mit ihnen zu fühlen und fühlen zu lassen. Natürlich schwingen Gefühle und Gelüste mit. Es kann auch so intensiv werden, daß es verletzt. So erging es mir mit der einen. Irgendwas zwischen Kollegen, Flirt, Freundschaft, Liebe. Und der Enttäuschung, daß sie doch nicht die Reife hatte, damit entspannt umzugehen.

Freundschaft und Liebe sind verwandt, und nichts daran ist falsch einen Freund zu lieben. Sogar, wenn es eine Frau ist. Sogar, wenn du es wärst. Als Liebe zu einem Freund.

Trotzdem, man darf die eine Erwählte nicht betrügen, weder emotional noch körperlich. Dabei geht es um Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Respekt, sich selbst und der Erwählten gegenüber. Die Liebe zu meiner Frau habe ich nie verloren. Und ich weiß sehr genau, daß ich am Boden zertrümmert wäre, würde ich sie verlieren. Aber ich bin und bleibe ein fühlender Mensch, und ich kann gefühlsame Frauen sehr wohl wahrnehmen, und mich ihrer erfreuen. In Freundschaft.

Nur zu, freue dich, daß du liebenswerte Menschen um dich hast! Behalte den Respekt vor jedem einzelnen, und auch vor dir. Und genieße die Menschen, und lasse dich genießen. Sozusagen.

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