Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Freundinnen brauchen mich nur zum Jammern

Freundinnen brauchen mich nur zum Jammern

16. November 2019 um 18:41 Letzte Antwort: 20. November 2019 um 14:31

Liebe Mitleser/innen,
ich (w, 50) bin leider traurig, weil die meisten meiner langjährigen Freundinnen sich seit einem guten Jahr nur noch rühren und für mich Zeit haben, wenn sie sich ausheulen wollen. Durch WA gibts auch keine Anrufe mehr - wenn ich mich nicht rühre mit einem netten Gruss, kommt wochenlang nichts. Auch ich arbeite und habe Familie.

Gestern hat mir eine Freundin, die seit Sep. keine Zeit mehr hatte, aber genau 1 Minute ums Eck wohnt, schlappe 1,5 Stunden nur von ihren gesundheitlichen Problemen (u.a. Atemnot) erzählt (um mich ging es gar nicht)! Ich war einfühlsam und unterstützend (vlt zur Kur?) wie so oft, aber danach musste sie - schwupps - weg zur nächsten Einladung - und zwei Stunden später sah sie zufällig mein Liebster, wie sie und ihr Mann mit zwei anderen Pärchen gerade aufbrachen, zum Essen in die Kneipe zu gehen. Soo munter trotz ihrer wochenlangen Krankheit! Was sagt man denn da dazu? Das macht mich soo traurig. Soll ich ihr sagen, wie verletzend das für mich war? 

Oft vertrauen mir andere wegen meines angeblich grossen Herzens und meiner Verschwiegenheit (bin ich wirklich) ihre grossen Probleme an, aber für mich interessiert sich keine (mehr) wirklich!

Eine andere Freundin: Kaum trete ich über die Schwelle des Cafes, schon geht es los mit all ihren Dramen! Es geht nur um sie und ihre Eheprobleme, Kinderprobleme, SchwieMuProbleme, Ängste und Sorgen. Letztlich hatte sie sogar angeblich einen Zusammenbruch, hiess es, aber die Ärztin fand nichts. Nach solchen Treffs bin ich immer richtig leer. Es ist, als ob dann ihre Sorgen auf mich überspringen! Ihr gehts besser, mir gehts schlecht und ich sorge mich um sie. Rufe ich sie 2 Tage später an und frage nach, ist alles wiedee ok und toll!

Meine älteste Freundin (51, 200 km weg im Saarland) erreiche ich nur telefonisch früh im Büro (Vorzimmer); nachmittags und wochenends privat komme ich nie an sie ran. Dabei bin ich gar keine stundenlange "Ratscherin", nur ca. 15-20 Minuten, wenn sie kann/will. Ich bin da rücksichtsvoll. Nun melde ich mich dort generell nur 14-tägig (von ihr kommt kaum was per WA). Geht sie ran, geht es sofort und nur um ihre chronische Erkrankung (zweifelhaft...). Oft mache ich mir grosse Sorgen um sie. Sende ich ihr dann mal einen Link mit wertvollen Erkenntnissen bzw. med. Empfehlungen zu ihrer Unterstützung, kommt als Antwort nichts! Frage ich vorsichtig nach, heisst es, ähem..., sie hat es mal kurz überflogen.... Die will gar keine Lösung, sondern nur jammern! Das ist so armselig.

Eine andere (48) jammert seit 3 Jahren unablässig wegen ihrer Hüftschmerzen! Unter der Woche lässt sie sich mehrfach behandeln, am Wochenende macht sie dann stundenlang Leistungssport im Verein und zerstört damit alles wieder. Montags wird dann wieder gejammert über die argen Schmerzen. 

Nun hat mich eine "entdeckt." Ich soll einer älteren Freundin von ihr (69), die nun leicht dement ist, unterstützend zur Seite stehen, denn sie selbst ist ja in zu vielem eingebunden! Dabei kenne ich die Frau kaum, aber sie diese seit 30 Jahren. 

Und eine weitere macht sehr oft und gerne mit ihrem Partner spontane Reisetrips - und ich soll sie dann mal eben zum Flughafen fahren, bzw. abholen... 

Dies hat sich alles erst entwickelt, seitdem unsere aller Kinder (nun Mitte 20) nicht mehr zusammen in der (gemeinsamen) alten Schule sind, sondern ausgezogen/im Studium/eigene Wege gehen. Wir Freundinnen sind alle Ende 40/Anfang 50, alle arbeiten, meist Teilzeit und allen geht es wirtschaftlich gut.

Ich bin allgemein ein fröhlicher, positiver, aktiver, hilfsbereiter Mensch mit interessantem Beruf und liebevoller Familie - und fühle seit einem Jahr diese grosse Fassungslosigkeit sowie manchmal auch Traurigkeit, weil ich für diese "guten Freunde" wohl auf einmal nicht mehr wert bin als ihr kostenloser Abfalleimer. Warum tun die das?

Und immer muss ich mich um den Kontakt bemühen! Dabei wissen sie um meine Probleme, die aber von mir nur am Rande angesprochen werden! Ich will Freunde bei gemeinsamer Zeit ja nicht belästigen, da kümmere ich mich selbst drum (u. a. Probleme mit jemanden aus der Herkunftsfamilie, kann ich aber händeln). Ich will aber auch mal heitere Treffs haben, so wie es bis vor 1-2 Jahren noch üblich war! Nicht immer "keine Zeit", "Stress" oder deren Gejammer hören müssen. 

Das alles macht mich einfach so traurig, dass ich ständig darüber nachgrüble und mein Handeln ständig reflektiere, ob ich vlt. was falsch mache. Dabei achte ich wirklich sehr darauf, was und wie ich etwas sage. Ich habe weder eine laute noch schrille Stimme und bin gepflegt. Wir (Familie) leben ganz normal ohne grossen Pomp, sind freundlich zu allen, also weder laut noch aufdringlich. 

Dazu kommt noch, dass meine Eltern leider schon früh gestorben sind und ich keine Geschwister habe. Diesen Verlust spüre ich sehr. Bei meinem Mann ist es ähnlich, nur eine Schwester (im Ausland), wenig Kontakt. Daher fühle ich mich nun oft einsam und vermisse die Wärme und Liebe unserer Eltern. Somit trifft mich obiges umso mehr.

Ich war auch in diversen Aktivitäten, um neue Freunde kennenzulernen, aber mit 50 ist das leider nicht mehr so einfach und anscheinend geht es nur mir so...?? Viele müssen sich jetzt um ihre betagten Eltern kümmern oder sind einfach bequem und somit "satt." Durch das Leid unserer elterlichen Todesfälle mussten wir beide ganz alleine durch. Das war eine schwere Zeit, aber ich habe nie aufgegeben.

Was kann ich nun machen, um mich  besser zu fühlen? Wenn es nur EINE Freundin gäbe, die so tickt wie ich, die mich gern hat und mich mal in den Arm nimmt.

Bei Euren Kommentare wäre ich froh, wenn diese nicht grob oder verletzend ausfallen würden. Ich habe lange mit mir gerungen, dies überhaupt publik zu machen. Gerade heute möchte ich am liebsten weinen (was selten vorkommt), denn ich gebe lieben Menschen so gerne und viel - aber es kommt ausser Egoismus momentan nichts mehr zurück. Dabei wäre ich durchaus mit kleinen Dingen zufrieden: einfach mal ins Cafe oder gemütlich für eine Stunde daheim nen Tee/Kaffee trinken und uns wohlfühlen. Versteht Ihr, was ich meine? 
Bedrückte Grüsse und danke für alles Liebe,
Vero







 

Mehr lesen

16. November 2019 um 21:26
Beste Antwort

Das klingt für mich wirklich so, als seist Du eine Art von "Psycho-Mülleimer", und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Dich das inzwischen mehr als nervt.
Wahrscheinlich ist das schon ein Schema, ein festes Muster, dass sich eingeschlichen hat.
Gegensteuern kannst Du nur, indem Du klar und deutlich formulierst, was Du empfindest und das, was Dir stinkt, ansprichst. Nicht anklagend aber durchaus sachlich und ernsthaft kommunizierst, wie das für Dich ist und wie Du es Dir wünschst. Dann sollten die Personen Gelegenheit haben, sich dazu zu äußern.
Ich hatte auch eine Freundin, die mich über Jahrzehnte vollgejammert hat. Ich war immer verständnisvoll. Als ich dann mal Jammern musste, kam sie mit der Situation nicht klar. Unsere Freundschaft fror ein, es besteht kein Kontakt mehr, und, was soll ich sagen ? Es war eine sehr große Erleichterung für mich. Ich vermisse nichts.
Ich habe neue Kontakte geknüpft und neue Leute kennengelernt.
Vielleicht solltest Du Dich auch nach einigen neuen Kontakten umsehen.

Gefällt mir
16. November 2019 um 21:27
In Antwort auf lissabon

Das klingt für mich wirklich so, als seist Du eine Art von "Psycho-Mülleimer", und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Dich das inzwischen mehr als nervt.
Wahrscheinlich ist das schon ein Schema, ein festes Muster, dass sich eingeschlichen hat.
Gegensteuern kannst Du nur, indem Du klar und deutlich formulierst, was Du empfindest und das, was Dir stinkt, ansprichst. Nicht anklagend aber durchaus sachlich und ernsthaft kommunizierst, wie das für Dich ist und wie Du es Dir wünschst. Dann sollten die Personen Gelegenheit haben, sich dazu zu äußern.
Ich hatte auch eine Freundin, die mich über Jahrzehnte vollgejammert hat. Ich war immer verständnisvoll. Als ich dann mal Jammern musste, kam sie mit der Situation nicht klar. Unsere Freundschaft fror ein, es besteht kein Kontakt mehr, und, was soll ich sagen ? Es war eine sehr große Erleichterung für mich. Ich vermisse nichts.
Ich habe neue Kontakte geknüpft und neue Leute kennengelernt.
Vielleicht solltest Du Dich auch nach einigen neuen Kontakten umsehen.

das sich eingeschlichen hat natürlich !

Gefällt mir
17. November 2019 um 13:52

Vielen Dank für deine aufmerksamen Worte. Nun, da ich das Problem erstmals in Worte gefasst habe, habe ich beschlossen, mich eine Zeitlang nicht zu melden. Wenn was kommt, werde ich meinen Wunsch nach Interesse auch an meiner Person versuchen auszusprechen...., kommt hingegen nix, lasse ich diese Kontakte tatsächlich auslaufen und konzentriere mich im Gegenzug auf schöne, neue Dinge und neue Bekannte. Habe schon viel zu lange gewartet. Vielen Dank für den Anschubser, Lissabon! Dir einen schönen Sonntag. 

Gefällt mir
17. November 2019 um 15:23
Beste Antwort

Ich kann Dich so gut verstehen. Es geht mir sehr ähnlich. Ich distanziere mich in letzter Zeit sehr oft. Natürlich wird das bemerkt und bemängelt aber nun denke ich mehr an mich. 

Gefällt mir
17. November 2019 um 17:13

du sagst mir ja aber jetzt nicht dass du dann auch wirklich Flughafentaxi Spielst und alles machst wenn was verlangt wird oder?

Gefällt mir
17. November 2019 um 17:32
Beste Antwort

Wenn du das ansprichst werden diese Personen das nicht verstehen und können das nicht nachvollziehen. Und Kritik kann nicht jeder ab. Ich distanziere mich dann mittlerweile von solchen Leuten, dann geht es einem selbst auch wieder besser. Man fühlt sich befreit. Freundschaft bedeutet für mich, das man gegenseitig füreinander da ist und ein offenes Ohr hat. 

2 LikesGefällt mir
17. November 2019 um 18:15
In Antwort auf carina2019

du sagst mir ja aber jetzt nicht dass du dann auch wirklich Flughafentaxi Spielst und alles machst wenn was verlangt wird oder?

Hallo Carina, sie hat mir ja auch schon mal geholfen. Einmal habe ich beide zum Flughafen gefahren (abends), aber als sich das nächste Mal angebahnt hat, habe ich gleich gesagt, dass es da nicht geht. Dann war sie beleidigt. Ich hab's überlebt. 

Gefällt mir
18. November 2019 um 13:40
In Antwort auf veronique367

Hallo Carina, sie hat mir ja auch schon mal geholfen. Einmal habe ich beide zum Flughafen gefahren (abends), aber als sich das nächste Mal angebahnt hat, habe ich gleich gesagt, dass es da nicht geht. Dann war sie beleidigt. Ich hab's überlebt. 

da siehst du schon dass es nicht wirklich eine freundschaft ist

Gefällt mir
18. November 2019 um 14:31
In Antwort auf veronique367

Liebe Mitleser/innen,
ich (w, 50) bin leider traurig, weil die meisten meiner langjährigen Freundinnen sich seit einem guten Jahr nur noch rühren und für mich Zeit haben, wenn sie sich ausheulen wollen. Durch WA gibts auch keine Anrufe mehr - wenn ich mich nicht rühre mit einem netten Gruss, kommt wochenlang nichts. Auch ich arbeite und habe Familie.

Gestern hat mir eine Freundin, die seit Sep. keine Zeit mehr hatte, aber genau 1 Minute ums Eck wohnt, schlappe 1,5 Stunden nur von ihren gesundheitlichen Problemen (u.a. Atemnot) erzählt (um mich ging es gar nicht)! Ich war einfühlsam und unterstützend (vlt zur Kur?) wie so oft, aber danach musste sie - schwupps - weg zur nächsten Einladung - und zwei Stunden später sah sie zufällig mein Liebster, wie sie und ihr Mann mit zwei anderen Pärchen gerade aufbrachen, zum Essen in die Kneipe zu gehen. Soo munter trotz ihrer wochenlangen Krankheit! Was sagt man denn da dazu? Das macht mich soo traurig. Soll ich ihr sagen, wie verletzend das für mich war? 

Oft vertrauen mir andere wegen meines angeblich grossen Herzens und meiner Verschwiegenheit (bin ich wirklich) ihre grossen Probleme an, aber für mich interessiert sich keine (mehr) wirklich!

Eine andere Freundin: Kaum trete ich über die Schwelle des Cafes, schon geht es los mit all ihren Dramen! Es geht nur um sie und ihre Eheprobleme, Kinderprobleme, SchwieMuProbleme, Ängste und Sorgen. Letztlich hatte sie sogar angeblich einen Zusammenbruch, hiess es, aber die Ärztin fand nichts. Nach solchen Treffs bin ich immer richtig leer. Es ist, als ob dann ihre Sorgen auf mich überspringen! Ihr gehts besser, mir gehts schlecht und ich sorge mich um sie. Rufe ich sie 2 Tage später an und frage nach, ist alles wiedee ok und toll!

Meine älteste Freundin (51, 200 km weg im Saarland) erreiche ich nur telefonisch früh im Büro (Vorzimmer); nachmittags und wochenends privat komme ich nie an sie ran. Dabei bin ich gar keine stundenlange "Ratscherin", nur ca. 15-20 Minuten, wenn sie kann/will. Ich bin da rücksichtsvoll. Nun melde ich mich dort generell nur 14-tägig (von ihr kommt kaum was per WA). Geht sie ran, geht es sofort und nur um ihre chronische Erkrankung (zweifelhaft...). Oft mache ich mir grosse Sorgen um sie. Sende ich ihr dann mal einen Link mit wertvollen Erkenntnissen bzw. med. Empfehlungen zu ihrer Unterstützung, kommt als Antwort nichts! Frage ich vorsichtig nach, heisst es, ähem..., sie hat es mal kurz überflogen.... Die will gar keine Lösung, sondern nur jammern! Das ist so armselig.

Eine andere (48) jammert seit 3 Jahren unablässig wegen ihrer Hüftschmerzen! Unter der Woche lässt sie sich mehrfach behandeln, am Wochenende macht sie dann stundenlang Leistungssport im Verein und zerstört damit alles wieder. Montags wird dann wieder gejammert über die argen Schmerzen. 

Nun hat mich eine "entdeckt." Ich soll einer älteren Freundin von ihr (69), die nun leicht dement ist, unterstützend zur Seite stehen, denn sie selbst ist ja in zu vielem eingebunden! Dabei kenne ich die Frau kaum, aber sie diese seit 30 Jahren. 

Und eine weitere macht sehr oft und gerne mit ihrem Partner spontane Reisetrips - und ich soll sie dann mal eben zum Flughafen fahren, bzw. abholen... 

Dies hat sich alles erst entwickelt, seitdem unsere aller Kinder (nun Mitte 20) nicht mehr zusammen in der (gemeinsamen) alten Schule sind, sondern ausgezogen/im Studium/eigene Wege gehen. Wir Freundinnen sind alle Ende 40/Anfang 50, alle arbeiten, meist Teilzeit und allen geht es wirtschaftlich gut.

Ich bin allgemein ein fröhlicher, positiver, aktiver, hilfsbereiter Mensch mit interessantem Beruf und liebevoller Familie - und fühle seit einem Jahr diese grosse Fassungslosigkeit sowie manchmal auch Traurigkeit, weil ich für diese "guten Freunde" wohl auf einmal nicht mehr wert bin als ihr kostenloser Abfalleimer. Warum tun die das?

Und immer muss ich mich um den Kontakt bemühen! Dabei wissen sie um meine Probleme, die aber von mir nur am Rande angesprochen werden! Ich will Freunde bei gemeinsamer Zeit ja nicht belästigen, da kümmere ich mich selbst drum (u. a. Probleme mit jemanden aus der Herkunftsfamilie, kann ich aber händeln). Ich will aber auch mal heitere Treffs haben, so wie es bis vor 1-2 Jahren noch üblich war! Nicht immer "keine Zeit", "Stress" oder deren Gejammer hören müssen. 

Das alles macht mich einfach so traurig, dass ich ständig darüber nachgrüble und mein Handeln ständig reflektiere, ob ich vlt. was falsch mache. Dabei achte ich wirklich sehr darauf, was und wie ich etwas sage. Ich habe weder eine laute noch schrille Stimme und bin gepflegt. Wir (Familie) leben ganz normal ohne grossen Pomp, sind freundlich zu allen, also weder laut noch aufdringlich. 

Dazu kommt noch, dass meine Eltern leider schon früh gestorben sind und ich keine Geschwister habe. Diesen Verlust spüre ich sehr. Bei meinem Mann ist es ähnlich, nur eine Schwester (im Ausland), wenig Kontakt. Daher fühle ich mich nun oft einsam und vermisse die Wärme und Liebe unserer Eltern. Somit trifft mich obiges umso mehr.

Ich war auch in diversen Aktivitäten, um neue Freunde kennenzulernen, aber mit 50 ist das leider nicht mehr so einfach und anscheinend geht es nur mir so...?? Viele müssen sich jetzt um ihre betagten Eltern kümmern oder sind einfach bequem und somit "satt." Durch das Leid unserer elterlichen Todesfälle mussten wir beide ganz alleine durch. Das war eine schwere Zeit, aber ich habe nie aufgegeben.

Was kann ich nun machen, um mich  besser zu fühlen? Wenn es nur EINE Freundin gäbe, die so tickt wie ich, die mich gern hat und mich mal in den Arm nimmt.

Bei Euren Kommentare wäre ich froh, wenn diese nicht grob oder verletzend ausfallen würden. Ich habe lange mit mir gerungen, dies überhaupt publik zu machen. Gerade heute möchte ich am liebsten weinen (was selten vorkommt), denn ich gebe lieben Menschen so gerne und viel - aber es kommt ausser Egoismus momentan nichts mehr zurück. Dabei wäre ich durchaus mit kleinen Dingen zufrieden: einfach mal ins Cafe oder gemütlich für eine Stunde daheim nen Tee/Kaffee trinken und uns wohlfühlen. Versteht Ihr, was ich meine? 
Bedrückte Grüsse und danke für alles Liebe,
Vero







 

das Problem vieler Menschen, die sich als "mit großem Herzen" beschreiben, ist wohl, dass sie keine Grenzen setzen (können? wollen?). Entweder man findet ein Gegenstück, was genauso "tickt", oder man sollte das tun.

Wenn Du Dir Deine Freundinnen (oder wie immer man sie nennen mag) ansiehst, lese ich in Deinem Beitrag, dass sie sich anderen gegenüber ganz anders verhalten. Liegt (soweit man das "aus zweiter Hand" beurteilen kann, ohne die Beteiligten zu kennen) mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass die sich ihnen gegenüber auch anders verhalten.
Das Problem ist, dass man da nicht so einfach wieder heraus kommt. Sie haben ein Bild von Dir und das sitzt erst einmal solide und fest. Mal abgesehen davon, dass es auch Gründe hat/te, dass Du diese Grenzen nie gesetzt hast.

Gefällt mir
18. November 2019 um 16:48

Das kommt mir sehr bekannt vor und solche Freundschaften habe ich über kurz oder lang auf Eis gelegt, denn das war Gift für mich. 
Das man sich bei Freunden mal auskotzen kann, über alles reden kann ja, jeder ist auch mal in einer schwierigen Phase. Da hört man auch gerne zu- allerdings sollte das auf Gegenseitigkeit beruhen und wenn das so einseitig geworden ist, kann das nicht gut tun. 
Überlege Dir ob du sie mal gerade aus darauf ansprichst, evtl. Ist Ihnen auch gar nicht klar was sie da tun, oder du hältst Abstand. 
Liebe Grüße 

1 LikesGefällt mir
18. November 2019 um 19:55
In Antwort auf veronique367

Liebe Mitleser/innen,
ich (w, 50) bin leider traurig, weil die meisten meiner langjährigen Freundinnen sich seit einem guten Jahr nur noch rühren und für mich Zeit haben, wenn sie sich ausheulen wollen. Durch WA gibts auch keine Anrufe mehr - wenn ich mich nicht rühre mit einem netten Gruss, kommt wochenlang nichts. Auch ich arbeite und habe Familie.

Gestern hat mir eine Freundin, die seit Sep. keine Zeit mehr hatte, aber genau 1 Minute ums Eck wohnt, schlappe 1,5 Stunden nur von ihren gesundheitlichen Problemen (u.a. Atemnot) erzählt (um mich ging es gar nicht)! Ich war einfühlsam und unterstützend (vlt zur Kur?) wie so oft, aber danach musste sie - schwupps - weg zur nächsten Einladung - und zwei Stunden später sah sie zufällig mein Liebster, wie sie und ihr Mann mit zwei anderen Pärchen gerade aufbrachen, zum Essen in die Kneipe zu gehen. Soo munter trotz ihrer wochenlangen Krankheit! Was sagt man denn da dazu? Das macht mich soo traurig. Soll ich ihr sagen, wie verletzend das für mich war? 

Oft vertrauen mir andere wegen meines angeblich grossen Herzens und meiner Verschwiegenheit (bin ich wirklich) ihre grossen Probleme an, aber für mich interessiert sich keine (mehr) wirklich!

Eine andere Freundin: Kaum trete ich über die Schwelle des Cafes, schon geht es los mit all ihren Dramen! Es geht nur um sie und ihre Eheprobleme, Kinderprobleme, SchwieMuProbleme, Ängste und Sorgen. Letztlich hatte sie sogar angeblich einen Zusammenbruch, hiess es, aber die Ärztin fand nichts. Nach solchen Treffs bin ich immer richtig leer. Es ist, als ob dann ihre Sorgen auf mich überspringen! Ihr gehts besser, mir gehts schlecht und ich sorge mich um sie. Rufe ich sie 2 Tage später an und frage nach, ist alles wiedee ok und toll!

Meine älteste Freundin (51, 200 km weg im Saarland) erreiche ich nur telefonisch früh im Büro (Vorzimmer); nachmittags und wochenends privat komme ich nie an sie ran. Dabei bin ich gar keine stundenlange "Ratscherin", nur ca. 15-20 Minuten, wenn sie kann/will. Ich bin da rücksichtsvoll. Nun melde ich mich dort generell nur 14-tägig (von ihr kommt kaum was per WA). Geht sie ran, geht es sofort und nur um ihre chronische Erkrankung (zweifelhaft...). Oft mache ich mir grosse Sorgen um sie. Sende ich ihr dann mal einen Link mit wertvollen Erkenntnissen bzw. med. Empfehlungen zu ihrer Unterstützung, kommt als Antwort nichts! Frage ich vorsichtig nach, heisst es, ähem..., sie hat es mal kurz überflogen.... Die will gar keine Lösung, sondern nur jammern! Das ist so armselig.

Eine andere (48) jammert seit 3 Jahren unablässig wegen ihrer Hüftschmerzen! Unter der Woche lässt sie sich mehrfach behandeln, am Wochenende macht sie dann stundenlang Leistungssport im Verein und zerstört damit alles wieder. Montags wird dann wieder gejammert über die argen Schmerzen. 

Nun hat mich eine "entdeckt." Ich soll einer älteren Freundin von ihr (69), die nun leicht dement ist, unterstützend zur Seite stehen, denn sie selbst ist ja in zu vielem eingebunden! Dabei kenne ich die Frau kaum, aber sie diese seit 30 Jahren. 

Und eine weitere macht sehr oft und gerne mit ihrem Partner spontane Reisetrips - und ich soll sie dann mal eben zum Flughafen fahren, bzw. abholen... 

Dies hat sich alles erst entwickelt, seitdem unsere aller Kinder (nun Mitte 20) nicht mehr zusammen in der (gemeinsamen) alten Schule sind, sondern ausgezogen/im Studium/eigene Wege gehen. Wir Freundinnen sind alle Ende 40/Anfang 50, alle arbeiten, meist Teilzeit und allen geht es wirtschaftlich gut.

Ich bin allgemein ein fröhlicher, positiver, aktiver, hilfsbereiter Mensch mit interessantem Beruf und liebevoller Familie - und fühle seit einem Jahr diese grosse Fassungslosigkeit sowie manchmal auch Traurigkeit, weil ich für diese "guten Freunde" wohl auf einmal nicht mehr wert bin als ihr kostenloser Abfalleimer. Warum tun die das?

Und immer muss ich mich um den Kontakt bemühen! Dabei wissen sie um meine Probleme, die aber von mir nur am Rande angesprochen werden! Ich will Freunde bei gemeinsamer Zeit ja nicht belästigen, da kümmere ich mich selbst drum (u. a. Probleme mit jemanden aus der Herkunftsfamilie, kann ich aber händeln). Ich will aber auch mal heitere Treffs haben, so wie es bis vor 1-2 Jahren noch üblich war! Nicht immer "keine Zeit", "Stress" oder deren Gejammer hören müssen. 

Das alles macht mich einfach so traurig, dass ich ständig darüber nachgrüble und mein Handeln ständig reflektiere, ob ich vlt. was falsch mache. Dabei achte ich wirklich sehr darauf, was und wie ich etwas sage. Ich habe weder eine laute noch schrille Stimme und bin gepflegt. Wir (Familie) leben ganz normal ohne grossen Pomp, sind freundlich zu allen, also weder laut noch aufdringlich. 

Dazu kommt noch, dass meine Eltern leider schon früh gestorben sind und ich keine Geschwister habe. Diesen Verlust spüre ich sehr. Bei meinem Mann ist es ähnlich, nur eine Schwester (im Ausland), wenig Kontakt. Daher fühle ich mich nun oft einsam und vermisse die Wärme und Liebe unserer Eltern. Somit trifft mich obiges umso mehr.

Ich war auch in diversen Aktivitäten, um neue Freunde kennenzulernen, aber mit 50 ist das leider nicht mehr so einfach und anscheinend geht es nur mir so...?? Viele müssen sich jetzt um ihre betagten Eltern kümmern oder sind einfach bequem und somit "satt." Durch das Leid unserer elterlichen Todesfälle mussten wir beide ganz alleine durch. Das war eine schwere Zeit, aber ich habe nie aufgegeben.

Was kann ich nun machen, um mich  besser zu fühlen? Wenn es nur EINE Freundin gäbe, die so tickt wie ich, die mich gern hat und mich mal in den Arm nimmt.

Bei Euren Kommentare wäre ich froh, wenn diese nicht grob oder verletzend ausfallen würden. Ich habe lange mit mir gerungen, dies überhaupt publik zu machen. Gerade heute möchte ich am liebsten weinen (was selten vorkommt), denn ich gebe lieben Menschen so gerne und viel - aber es kommt ausser Egoismus momentan nichts mehr zurück. Dabei wäre ich durchaus mit kleinen Dingen zufrieden: einfach mal ins Cafe oder gemütlich für eine Stunde daheim nen Tee/Kaffee trinken und uns wohlfühlen. Versteht Ihr, was ich meine? 
Bedrückte Grüsse und danke für alles Liebe,
Vero







 

Dann musst du einfach mal Tacheles reden. Statt immer nur geduldig zuhören und als emotionaler Mülleimer zu dienen, darfst auch gerne mal unangenehme Wahrheiten aussprechen und Dinge beim Namen nennen.
Es gibt für alles eine Zeit. Für's Zuhören und auch für Direktheit.

Gefällt mir
20. November 2019 um 7:52

Vielen Dank für all euer Feedback! Das ist sehr wichtig für mich, denn ihr seht es ja aus anderen Blickwinkeln. Ja, Grenzen setzen ist ein wichtiges Thema, ich übe mich darin seit geraumer Zeit: manchmal zeigt es sofort Wirkung (positiv), manchmal wird es disharmonisch... Dann fühl ich mich nicht wohl dabei... Mir fehlt das LMAA- Gefühl dazu, deswegen bin ich geduldig ohne Ende. Und das wissen sie... DANKE für diese Erkenntnis!

Sicher spüren sie dann auch, dass ich mich dann unwohl fühle, wenn ich "mal nicht will." Man meint, dann spielen sie mit mir... wie lange  ich es aushalte?? So was liegt mir selbst sowas von fern!

Dann ist mir noch aufgefallen: Wenn sich allgemein jemand rar macht (z.B. per WA),  irritiert mich das nach einer Weile. Klar, das kann auch an anderen Umständen liegen, z. B. eigene Themen oder einfach Zeitnot. Ich denke, ich sollte anfangen, einfach mal nachzufragen. Das krieg ich hin. Dann werden sich die Betreffenden auch dessen bewusst, dass mich das wundert. 

Ich denke, ich mache heute mal den ersten Schritt. 

Wünsche euch allen einen schönen Tag! LG Vero

Gefällt mir
20. November 2019 um 13:09
In Antwort auf veronique367

Vielen Dank für all euer Feedback! Das ist sehr wichtig für mich, denn ihr seht es ja aus anderen Blickwinkeln. Ja, Grenzen setzen ist ein wichtiges Thema, ich übe mich darin seit geraumer Zeit: manchmal zeigt es sofort Wirkung (positiv), manchmal wird es disharmonisch... Dann fühl ich mich nicht wohl dabei... Mir fehlt das LMAA- Gefühl dazu, deswegen bin ich geduldig ohne Ende. Und das wissen sie... DANKE für diese Erkenntnis!

Sicher spüren sie dann auch, dass ich mich dann unwohl fühle, wenn ich "mal nicht will." Man meint, dann spielen sie mit mir... wie lange  ich es aushalte?? So was liegt mir selbst sowas von fern!

Dann ist mir noch aufgefallen: Wenn sich allgemein jemand rar macht (z.B. per WA),  irritiert mich das nach einer Weile. Klar, das kann auch an anderen Umständen liegen, z. B. eigene Themen oder einfach Zeitnot. Ich denke, ich sollte anfangen, einfach mal nachzufragen. Das krieg ich hin. Dann werden sich die Betreffenden auch dessen bewusst, dass mich das wundert. 

Ich denke, ich mache heute mal den ersten Schritt. 

Wünsche euch allen einen schönen Tag! LG Vero

ich kann es Dir nur aus meiner Sicht sagen, aber ich gehe durchaus davon aus, dass mir jemand SAGT, wenn ihm etwas nicht gefällt. Dass ich das "spüre" dauert ... bis es lange zu spät ist vermutlich.
Ok, das weiß ich und umgebe mich deshalb auch (nur) mit Menschen, die ihre Grenzen klar kommunizieren. Und zwar vorzugsweise BEVOR ich darüber getrampelt bin, ohne es überhaupt zu merken. (mit anderen Worten: "Netten und hilfsbereiten Menschen mit großem Herzen" gehe ich weiträumig aus dem Weg ) - aber das war auch ein Lernprozess. Man geht immer davon aus, dass Menschen sind, wie man selbst, bis man mit der Nase in die Realität getunkt wird. Jemand, der selbst "Nein" sagen würde, wenn er halt nicht möchte, wird also grundsätzlich davon ausgehen, dass andere das auch tun.

Eines aber finde ich unabhängig davon wichtig:
Die Verantwortung für die eigenen Grenzen darf und sollte man nicht in die Hände anderer legen. Nie.

Wenn sich jemand über WA & Co (oder wie auch immer sonst) länger nicht meldet, gehe ich übrigens davon aus, dass es entweder gerade nichts zu erzählen gibt oder derjenige sich gerade mal bißchen zurück zieht und mit sich selbst beschäftigt. Ehrlich gesagt wüßte ich nicht, warum mich das irritieren könnte oder sollte? Wenn ich was habe, schreibe ich dann mal, wenn nicht - dann nicht bis sich halt was ergibt.

Gefällt mir
20. November 2019 um 14:31
In Antwort auf veronique367

Vielen Dank für all euer Feedback! Das ist sehr wichtig für mich, denn ihr seht es ja aus anderen Blickwinkeln. Ja, Grenzen setzen ist ein wichtiges Thema, ich übe mich darin seit geraumer Zeit: manchmal zeigt es sofort Wirkung (positiv), manchmal wird es disharmonisch... Dann fühl ich mich nicht wohl dabei... Mir fehlt das LMAA- Gefühl dazu, deswegen bin ich geduldig ohne Ende. Und das wissen sie... DANKE für diese Erkenntnis!

Sicher spüren sie dann auch, dass ich mich dann unwohl fühle, wenn ich "mal nicht will." Man meint, dann spielen sie mit mir... wie lange  ich es aushalte?? So was liegt mir selbst sowas von fern!

Dann ist mir noch aufgefallen: Wenn sich allgemein jemand rar macht (z.B. per WA),  irritiert mich das nach einer Weile. Klar, das kann auch an anderen Umständen liegen, z. B. eigene Themen oder einfach Zeitnot. Ich denke, ich sollte anfangen, einfach mal nachzufragen. Das krieg ich hin. Dann werden sich die Betreffenden auch dessen bewusst, dass mich das wundert. 

Ich denke, ich mache heute mal den ersten Schritt. 

Wünsche euch allen einen schönen Tag! LG Vero

Im Gegenteil.
Hier schreiben dir welche die Grenzen auch nicht kennen.
Das was du schreibst..rar machen..bedingt doch nur deiner Einsamkeit. Klar, kann auch an anderen umständen liegen.
Ja, mach mal den ersten Schritt.

Gefällt mir