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Freundin wurde Jahrlang gemobbt.

26. März um 22:44

Guten Tag, ich frage mal einfach hier weil ich selber nicht weiß wie ich meiner Freundin helfen kann.

Sie wurde in der meisten Zeit ihrer Schulzeit gemobbt, und so wie ich es verstehe war es schon sehr schlimm. (Natürlich ist jegliche Art von Mobbing schlimm, das möchte ich nicht damit sagen) Wir haben da letztens miteinander geredet und dann kamen wir auf das Thema. Sie redete darüber wie ihr Leben durch das Mobbing versaut wurde und sie alle Täter am liebsten Tod sehen würde.

Ich habe selber traumatische Erlebnisse erlebt und bin daher eigentlich immer sehr einfühlsam und vorsichtig, weil falsch gesagte Sachen jemanden triggern könnten. Dadurch habe ich auch große Probleme damit, wenn jemand wütend wird oder schreit.
Sie hat zwar nicht geschrien aber sie wurde schon sehr wütend. Ich werde dann meistens in einen Zustand der Angst versetzt, und spreche dann auch nicht aus Angst die Wut abzubekommen. Ich kenne mich auch nicht mit mobbing aus und weiß daher nicht was ich dazu sagen kann außer "Ich kann deinen Wut verstehen.." 

Sie ist schon nach der Suche nach einen Therapieplatz, deswegen kann ich ihr in diesen Bereich nicht helfen. Ich liebe sie unendlich doll und es tut mir weh sie so voller Schmerz und Wut zu sehen. Ich würde einfach gerne wissen, falls so eine Situation wieder auftaucht und das Thema wieder hochkommt, wie ich darauf reagieren kann oder was ich sagen kann.. Ich fühle mich irgendwie schlecht, wenn ich einfach nur stumm daneben sitze.. Ich umarme die Leute dann immer instinktiv aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass man auch gerne mal ein paar Worte in so einer Situation hören möchte? Was denkt ihr? Würdet ihr in so einer Situation lieber einfach nur umarmt werden und von euch aus darüber reden oder irgendwelche Worte hören? Wenn ja welche? 

Ich weiß echt nicht weiter, ich habs nicht so mit Worten... Ich wäre echt sehr dankbar für jegliche Art von Hilfe! 

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30. März um 18:23

Es ist schwierig, deine Fragen pauschal zu beantworten, aber auf alle Fälle wäre ich mit Worten wie "Ich kann deine Wut verstehen" sehr vorsichtig. Die gehen meistens nach hinten los. Weil du sie eben nicht verstehen kannst. Weil du nicht die selben Gefühle und Erfahrungen in dir trägst...

Wut/Gewalt und Hilflosigkeit sind zwei Seiten der selben Medaille. Wenn jemand in dieem Gefühlsmuster drin hängt, können sie schnell in einander umschlagen - das ist auch der Grund, warum viele "Opfer" später selbst zu "Tätern" werden. Oder anders gesagt, warum viele "Täter" früher selbst schmerzhafte Erfahrungen gemacht haben, die sie nie verarbeiten konnten.

Das mit dem Therapieplatz ist sicherlich eine gute Idee. Für dich selbst hab ich den Rat, bewusst darauf zu achten, dass du nicht in ihre Gefühle und Gefühlsmuster hineingezogen wirst - denn dadurch würdest du unbewusst beginnen, ihre alten (unverarbeiteten) Muster mit ihr weiterzuleben. Versuche stattdessen dir selbst bewusst zu machen, was für ein Mensch du bist.  Dass du deine Freundin achtungsvoll behandelst. Dass du anders bist als diejenigen, die sie früher gemobbt haben. Und dass du ihr für keine verletzende Gedanken und Handlungen nicht zur Verfügung stehst.

Das ist eine besondere Herausforderung. Ich versuch es mal an einem (völlig willkürlichen) Beispiel zu erklären: Angenommen deine Freundin wurde für ihre Figur gemobbt. Also dass sie zu dick sei. Dann wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass deine Freundin das starke Bedürfnis hat, abzunehmen bzw. schlank zu sein - das wäre sozusagen ein Selbstschutzinstinkt. Durch den sie gewissen verletzenden Angriffen aus dem Weg gehen könnte. (Viele Menschen fallen aus solchen Gründen z.B. in eine Essstörung, das nur am Rande.) Nun würdest du als ihr Freund vermutlich mitbekommen, wie wichtig ihr ihre Figur ist, und sie bei ihrem Wunsch, abzunehmen bzw. schlank zu sein unterstützen, mit dem Hintergedanken dass du ja möchtest, dass sie sich "wohler" fühlen kann. So denken zumindest die meisten Menschen. Das Problem dabei ist, dass ihr Verhältnis zu ihrem Körper durch das ganze Mobbing geprägt ist, und sie ihr Leben an der Respektlosigkeit der Menschen, die sie gemobt haben, ausrichtet und damit nachträgtlich in gewisser Weise bestätigt, dass diese "Recht hatten". Wenn du also bedingungslos hinter ihrem "Selbstschutzinstinkt" stehen würdest, dann würdest du sie beim Verdrängen unterstützen und damit jeglichen Versuch, die Vergangenheit aufzuarbeiten, sabotieren. Und das Mobbing damit zum Teil eures Lebens und eurer Zukunft zu machen. Ist vielleicht etwas schwierig nachzuvollziehen, aber ich hoffe ich konnte es einigermaßen verständlich erklären.

Was du in so einer Situation konstruktives tun kannst ist dir bewusst zu machen, dass ihr Wunsch abzunehmen direkt mit dem Mobbing zu tun hat und bedeutet, sich dem Mobbing unterzuordnen bzw. den "Tätern" eine gewaltige Macht über das eigene Leben und den eigenen Körper zu geben. Und du kannst dich von diesen Gefühls- und Abhängigkeitsmustern distanzieren. Indem du bewusst beginnst, deine Freundin so wie sie ist gern zu haben. Ohne dass sie abnimmt. Indem du den Tätern für ihre verletzende Sichtweise nicht zur Verfügung stehst. Und indem du deiner Freundin nicht dafür zur Verfügung stehst, dass sie sich emotional diesen Mustern von seelischer Gewalt unterordnet und anpasst. Du würdest dadurch einen Gegenpol zu den mobbenden Personen bilden. Das kann zu Konflikten mit deiner Freundin führen (weil es sie mit ihrem verdrängten Schmerz konfrontieren würde)... und hier ist ein Punkt, an dem deine eigenen Möglichkeiten begrenzt sind: Es ist die Aufgabe deiner Freundin, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und sich für deine Seite zu entscheiden (und damit die Personen, die sie gemobt haben, emotional loszulassen). Diese Aufgabe kannst du ihr nicht abnehmen, und durch falsches Verständnis würdest du ihre Versuche manipulieren. Was du tun kannst ist ihr als klarer und unerschütterlicher Gegenpol zur Verfügung stehen... als jemand, der für bedingungslosen Respekt steht. Insbesondere vor ihrem Körper (denn der Körper ist nunmal ein wichtiger Teil eines Menschen und nicht das "Eigentum" einer Person, das man nach belieben benutzen oder missbrauchen kann). Das gilt insbesondere auch dann, wenn sie selbst sich gegen ihren Körper richtet - das sind in der Regel Verdrängungsmechanismen und der Körper wird dabei zum Sündenbock gemacht.

Ich hoffe, dass dir mein Beispiel beim grundlegenden Verständnis deiner/eurer Situation etwas weiterhelfen kann, und dass ihr in Verbidnung mit der Therapie einen guten Weg findet, auf dem deine Freundin ihre belastenden Erlebnisse irgendwann hinter sich lassen kann. Und falls es euch ein wenig Hoffnung machen kann: Ein vollständig verarbeitetes Trauma wird in der Regel zu innerer Stärke / Charakterstärke.

Alles Gute!

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31. März um 17:42
In Antwort auf ailii19

Guten Tag, ich frage mal einfach hier weil ich selber nicht weiß wie ich meiner Freundin helfen kann.

Sie wurde in der meisten Zeit ihrer Schulzeit gemobbt, und so wie ich es verstehe war es schon sehr schlimm. (Natürlich ist jegliche Art von Mobbing schlimm, das möchte ich nicht damit sagen) Wir haben da letztens miteinander geredet und dann kamen wir auf das Thema. Sie redete darüber wie ihr Leben durch das Mobbing versaut wurde und sie alle Täter am liebsten Tod sehen würde.

Ich habe selber traumatische Erlebnisse erlebt und bin daher eigentlich immer sehr einfühlsam und vorsichtig, weil falsch gesagte Sachen jemanden triggern könnten. Dadurch habe ich auch große Probleme damit, wenn jemand wütend wird oder schreit.
Sie hat zwar nicht geschrien aber sie wurde schon sehr wütend. Ich werde dann meistens in einen Zustand der Angst versetzt, und spreche dann auch nicht aus Angst die Wut abzubekommen. Ich kenne mich auch nicht mit mobbing aus und weiß daher nicht was ich dazu sagen kann außer "Ich kann deinen Wut verstehen.." 

Sie ist schon nach der Suche nach einen Therapieplatz, deswegen kann ich ihr in diesen Bereich nicht helfen. Ich liebe sie unendlich doll und es tut mir weh sie so voller Schmerz und Wut zu sehen. Ich würde einfach gerne wissen, falls so eine Situation wieder auftaucht und das Thema wieder hochkommt, wie ich darauf reagieren kann oder was ich sagen kann.. Ich fühle mich irgendwie schlecht, wenn ich einfach nur stumm daneben sitze.. Ich umarme die Leute dann immer instinktiv aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass man auch gerne mal ein paar Worte in so einer Situation hören möchte? Was denkt ihr? Würdet ihr in so einer Situation lieber einfach nur umarmt werden und von euch aus darüber reden oder irgendwelche Worte hören? Wenn ja welche? 

Ich weiß echt nicht weiter, ich habs nicht so mit Worten... Ich wäre echt sehr dankbar für jegliche Art von Hilfe! 

Doch Du hast es mit den Worten!

Nur weil du Angst hast, findest Du nicht die richtigen Worte, verständlich aber das Musst Du ändern.

Du wirst Deiner Freundin erklären das Ihre Angst und Wut immer das anzieht wofür sie Angst hat, gemobt zu werden.

Sie muß ihre Gedanken ändern, loslassen, alles loslassen was ihr schadet, weil die Gedanken egal ob positiv oder negativ in Erfüllung gehen.

Auch deine!

Ob es richtig ist was Du machst kann ich Dir an einem Beispiel zeigen.
Eine Schülerin hatte ihre lieblings Oma verloren, ihre Eltern waren geschieden, sie saß weinend auf dem Schulflur, eine gute Freundin und Mitschülerin wollte sie trösten, sie hat zu mir gesagt, ich will ihr helfen aber wie?

Ich habe ihr geraten, bleibe bei ihr, laß sie nicht alleine, mehr kannst du und brauchst du nicht machen.

Durch ire Umarmung hat sie ihr mehr Liebe gegeben als sie sich das vorstellen kann.

Deine Worte können noch mehr als deine Umarmung.

Ich lese Deine Worte und schreibe einfach was mir einfällt, ich kenne mein höheres Ich Bin und verlasse mich auf die Eingebungen.

Versuche es auch mal, nur Mut.

Liebe Grüße Lichtkrieger

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31. März um 17:47
In Antwort auf lichtkrieger1

Doch Du hast es mit den Worten!

Nur weil du Angst hast, findest Du nicht die richtigen Worte, verständlich aber das Musst Du ändern.

Du wirst Deiner Freundin erklären das Ihre Angst und Wut immer das anzieht wofür sie Angst hat, gemobt zu werden.

Sie muß ihre Gedanken ändern, loslassen, alles loslassen was ihr schadet, weil die Gedanken egal ob positiv oder negativ in Erfüllung gehen.

Auch deine!

Ob es richtig ist was Du machst kann ich Dir an einem Beispiel zeigen.
Eine Schülerin hatte ihre lieblings Oma verloren, ihre Eltern waren geschieden, sie saß weinend auf dem Schulflur, eine gute Freundin und Mitschülerin wollte sie trösten, sie hat zu mir gesagt, ich will ihr helfen aber wie?

Ich habe ihr geraten, bleibe bei ihr, laß sie nicht alleine, mehr kannst du und brauchst du nicht machen.

Durch ire Umarmung hat sie ihr mehr Liebe gegeben als sie sich das vorstellen kann.

Deine Worte können noch mehr als deine Umarmung.

Ich lese Deine Worte und schreibe einfach was mir einfällt, ich kenne mein höheres Ich Bin und verlasse mich auf die Eingebungen.

Versuche es auch mal, nur Mut.

Liebe Grüße Lichtkrieger

Ich habe noch etwas für Dich!

Meine Enkeltochter, ein Kristallkind hat mir ein Bild gemalt, ein Haus mit einem Herzen und einen Computer!
 

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