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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Freundin mit Borderline Störung

Letzte Nachricht: 27. Juni 2008 um 16:39
R
rong_12038003
27.06.08 um 16:12

Meine Freundin hat die schwerste Form von Borderline Störung. Ich sage deshalb schwerste Form da es mehrere Katigorien gibt.
Sie ist deswegen Invalide und bekommt seit jungen Jahren eine Rente.

Meine Freundin ist sehr intelligent und weiß sich sehr gut auszudrücken und hat eine gute Menschenkenntniss, sie hat einen geregelten Tagesablauf und kleidet sich sehr gut.
Von außen würde man niemals meinen das sie Borderline gestört ist.

Ihr Leben lang hat sie jedoch abwechslungsweise in Psychatrien verbracht und ist seit Jahren 1-2 mal in der Woche beim Psychologen.

Da ich in die Psychologischen Begriffe keine Kenntnisse habe, fällt mir es etwas schwer diese Störung zu begreifen.
Borderline wird als Persönlichkeitsstörung genannt, die im äußersten Grenzbereich der Schizophränie liegen würde.

Die Symptome werden ebenfalls alle im Google aufgezeigt.

Nun muss ich aber einmal diese Störung dementieren. Die Symptome sind innere Leere, große Angst vor den Verlassen werden, plötziche unkontrollierte Wutausprüche und so weiter und so weiter....

Anfangs dachte ich immer diese Gefühle hätten bei meiner Freundin keinerlei Motiv sondern kämen einfach unkontrolliert hoch. Doch dann sagte sie mir das es ihr oftmals ganz schlecht gehen würde wenn ihr Ex-Freund sich nicht ab und an melden würde (sie hat noch Kontakt mit ihm, sind Freunde geblieben), dann liegt sie tagelang im Bett und nimmt kaum Nahrung auf. Genauso wie bei Liebeskummer.

Nun hier mein Gedanke. Da ihre Gefühle ein Motiv haben, sprich in diesen Fall Liebeskummer oder andere Fälle sprich Konflikte mit der Außenwelt, muss doch jeder ob sensibel oder objektiver Mensch eine Kontrolle über sich haben. Ich meine jeder muss sich anstrengen irgendwie sein Leben auf die Reihe zu bekommen.

Ich kann verstehen wenn man Liebeskummer oder ein Todesfall oder andere schlimme Sachen passiert sind, einen Menschen für einige Zeit außer Gefächt setzt, aber dann muss es auch weitergehen, totz Kummer im Herzen.

Ich selbst zähle mich zu einen emotionalen Menschen. Ich habe vielerlei Schicksalsschläge durch gemacht. Ja wirklich schwere Dinge, keine Kleinigkeiten. Ich hatte bereits mit 10 Jahren eine Kinderdepression und mit 19 Jahren kamen wieder Depressionen (Ursachenbedingt) und mit 25 wieder langsam aufhörte. Mir ging es oft ganz schlecht und noch ab und an gibt es Tage wo ich sehr zu kämpfen habe. Aber ich reiß mich zusammen und gehe Arbeiten und versuche mein Leben zu kontrollieren und zum Erfolg zu bringen.

Was ich sagen möchte ist das wenn man Gefühlsregungen einen Krankheitsnamen gibt, habe ich das Gefühl das man sich dahinter versteckt und schlechte Charaktereigenschaften seinen freien Lauf lassen kann...kann das sein? Darunter zähle ich auch Borderline....
Da Borderline keine Schizophrenie ist, das heißt wo eine Person Geisteskrank ist und nicht mehr weiß was um sie herum passiert, so sind doch Menschen denen Borderline als Diagnose gestellt wurden ist, vollem Bewustseins und können selbst entscheiden und handeln.

Borderlinestörung wäre auf eine schlimme Kindheit zurückzuführen. Aber hatten nicht viele eine ganz schlimme Kindheit? Was ist mit den Kriegskindern aus den 40 iger Jahren? Die haben trotzdem weiter gemacht und haben gearbeitet, auch wenns unter bitteren Tränen war, so haben sich die Kriegskinder die ebenfalls schlimme Schicksalsschläge mitgemacht haben sich immer wieder aufgerappelt -ohne Psychater -und ohne Diagnose.Die haben bis sie sechzig waren gearbeitet...auch wenns machmal hart war vor lauter Kummer früh aus den Bett zu kommen, so war es für sie selbstverständlich trotz Schwere im Herzen "normal" weiterzumachen.

Was meint ihr denn dazu....? Kann mir jemand eine andere Erklärung geben?

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J
joss_12916822
27.06.08 um 16:39

Eigentlich
heißt es "Emotional Instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ" und der Knackpunkt ist das "instabil". Es sind oft Menschen, die von ihren eigenen Gefühlen weggemäht werden, Gefühlen, die wie bei allen anderen auch irgendeinen Auslöser haben, aber mehr mit einem Tsunami zu vergleichen sind als mit einem "normalen" Auf und Ab. Auch die eigene Identität ist meist instabil, manche Borderliner haben mehrere, völlig verschiedene Berufe, oder sie schließen sich - überaus intensiv - mal der einen, dann wieder der anderen Gruppe oder Subkultur an. Das Denken verläuft oft in Extremen, einem typischen Schwarz-Weiß-Denken, das nichts zwischen Liebe und Hass kennt. Eine objektiv schlimme Kindheit muss nicht vorliegen, aber meist hatten Borderliner unglaublich unempathische Eltern, die kaum jemals angemessen auf die Bedürfnisse ihrer Sprösslinge reagieren konnten und demzufolge es mindestens versäumt haben, ihren Kindern beizubringen, das eigene Gefühlsleben zu regulieren und ein stabiles Selbstbild aufzubauen. Trotzdem sind viele Borderliner z.T. schwer traumatisiert - und zwar auf andere Weise als Kriegskinder oder Unfallopfer. Oft waren sie Opfer von Misshandlungen und/oder Missbrauch (nicht einmal ausschließlich sexuell). Mit Schizophrenie hat Borderline übrigens gar nichts zu tun.

Ein bisschen wächst sich die Störung mit den Jahren aus. Vieles lässt sich auch durch Therapie erreichen, worum sich Deine Freundin anscheinend schon seit Jahren bemüht. Leider haben viele Borderliner große Probleme damit, sich abzugrenzen, oft sind sie damit wiederholt Menschen in ihrem Umfeld ausgesetzt, die den gleichen Empathiemangel an den Tag legen wie damals die Bezugspersonen oder die ebenfalls misshandelnd oder missbrauchend sind.

LG

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