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Freundin ist Medikamentenabhängig

2. September 2013 um 20:10 Letzte Antwort: 14. September 2013 um 0:16

Hallo
ich hab grad ein ziemliches Problem. Meine Freundin hat ADHS und nahm 4 Jahre lang Ritalin. Vor einem Jahr hat sie aufgehört es zu nehmen, jetzt will sie wieder damit anfangen... Sie sagt sie will es nicht aber sie braucht Ritalin weil sie sich sonst schlapp fühlt...und sie überlegt ob sie mim rauchen anfangen soll... das Problem ist das ihre Familie ziemlich zerrüttelt ist (Depression...) und sie kaum enge Freunde hat, denen sie vertraut (sie wurde auch 2Jahre gemobbt...). Auch ihrer Familie vertraut sie nicht. Ich bin der einzige, dem sie von ihrer Ritalin Sucht erzählt hat und dem sie 100% vertraut. Soll ich versuchen sie zu nem Arztbesuch zu überreden oder was soll ich machen?

Bitte helft mir

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13. September 2013 um 17:50

ADHS
Hallo Sebastian!

Zunächst mal finde ich es schade, dass dir noch niemand geantwortet hat, obwohl du bereits am 2.09. gepostet hast und ich aus deinen Zeilen heraus lese, dass du aufgrund der Situation sehr verzweifelt bist

Ich habe mich aufgrund einer Ausbildung mit ADHS beschäftigt. Folgendes würde ich gerne von dir wissen:
Wie alt ist deine Freundin?
Wie lange leidet sie schon an ADHS und wer hat das wie diagnostiziert?
Wie äußert sich ADHS bei ihr deiner Meinung nach? Also welche Symptome hat sie?
Du schreibst, sie hat früher über einen längeren Zeitraum Ritalin genommen: Wie war sie da und wie ist sie jetzt? Unterschiede? Wie nimmst du sie mit und ohne Ritalin wahr?

Du fragst, ob du sie zu einem Arztbesuch überreden sollst?
Diese Frage hat mich stutzig gemacht, da der Wirkstoff Ritalin als Medikament gegen ADHS von einem Arzt verschrieben wird. Wenn sie das Medikament also "offiziell", nicht illegal nehmen möchte, muss sie sowieso zu einem Arzt gehen, der ihr das verschreiben muss. Kläre mich bitte auf!

Nicht verzweifeln und Kopf hoch,
bitte schreib uns, wie es dir im Moment geht und was sich getan hat in den letzten 10 Tagen

LG Sassy

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13. September 2013 um 19:56
In Antwort auf debra_12731427

ADHS
Hallo Sebastian!

Zunächst mal finde ich es schade, dass dir noch niemand geantwortet hat, obwohl du bereits am 2.09. gepostet hast und ich aus deinen Zeilen heraus lese, dass du aufgrund der Situation sehr verzweifelt bist

Ich habe mich aufgrund einer Ausbildung mit ADHS beschäftigt. Folgendes würde ich gerne von dir wissen:
Wie alt ist deine Freundin?
Wie lange leidet sie schon an ADHS und wer hat das wie diagnostiziert?
Wie äußert sich ADHS bei ihr deiner Meinung nach? Also welche Symptome hat sie?
Du schreibst, sie hat früher über einen längeren Zeitraum Ritalin genommen: Wie war sie da und wie ist sie jetzt? Unterschiede? Wie nimmst du sie mit und ohne Ritalin wahr?

Du fragst, ob du sie zu einem Arztbesuch überreden sollst?
Diese Frage hat mich stutzig gemacht, da der Wirkstoff Ritalin als Medikament gegen ADHS von einem Arzt verschrieben wird. Wenn sie das Medikament also "offiziell", nicht illegal nehmen möchte, muss sie sowieso zu einem Arzt gehen, der ihr das verschreiben muss. Kläre mich bitte auf!

Nicht verzweifeln und Kopf hoch,
bitte schreib uns, wie es dir im Moment geht und was sich getan hat in den letzten 10 Tagen

LG Sassy

Ritalin und ADHS...
...erstmal Danke dass du mir geantwortest hast...
Meine Freundin ist vor ein paar Tagen 15 geworden...seit wann sie an ADHS hat, weiß ich nicht ganz genau...sie hat aber vor 5 Jahren mit Ritalin angefangen und hat es vor einem Jahr abgesetzt. ADHS hat sich bei ihr so geäußert, dass sie kaum motiviert war, im Unterricht geistig selten anwesend war und dass sie fast immer müde war. Mit Ritalin hatte sie all das nicht mehr.
...jetzt zum Ritalin...sie hat das Zeug abgesetzt, weil alle meinten, dass sie wieder gesund sei. Sie selbst sagt das von sich auch...aber sie will wieder mit Ritalin anfangen, weil sie meint sie wär süchtig nach dem Zeug. (Ritalin ist ja auch als Kinderdroge bekannt---> hoher Suchtfaktor...) ...und sie hat halt noch mind. 15Packungen zu Hause...frag mich bitte nicht warum ...ich hab halt Angst, dass sie über die Ritalin Sucht auch an andere Drogen kommt...
und ich mein mit dem Arzttermin, dass sie beim Arzt mal über ihre Sucht, mit dem Zeug wieder anzufangen, sprechen sollte...

...mir geht es eig so wie immer...ich darf mir nicht den ganzen schönen Tag Gedanken über Ritalin machen ...sondern auch an die schönen Dinge denken ... aber ich hab gemerk, dass sie beim chatten oder miteinander reden nicht mehr so häufig über Ritalin spricht...ich glaub sie ist auf einem guten Weg, mit dem Zeug nicht wieder anzufangen...
Ich denke eher, dass sie sich mit dem Ritalin allein gelassen fühlte...selbst ihre Eltern wissen nichts von der Sucht und ich bin der einzige, dem sie das gesagt hat

Danke, dass du geantwortest hast

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14. September 2013 um 0:16

Hey...
Jetzt ist mir klar, warum du möchtest, dass sie zu einem Arzt geht Das würde ich ihr auf alle Fälle auch empfehlen ! Am besten natürlich zu einem Spezialisten sprich Psychiater, der auf solche Krankheiten spezialisiert ist. Wie lange war sie bei keinem Arzt? Es muss abgeklärt werden, ob sie noch an ADHS leidet, das ist jedenfalls in dieser Situation ganz wichtig! Du schreibst, alle haben gesagt, sie ist wieder gesund. Wer sind diese "alle"? Und eine Selbsteinschätzung besagt nicht, dass man deshalb wieder gesund ist.

Bei einem Psychiater geht es natürlich auch darum, welche Therapiemaßnahmen getroffen werden könnten. Grundsätzlich sind Medikamente bei psychischen Krankheiten nur ein Teil einer Behandlung! Ich weiß zwar nicht, wie deine Freundin zu einer Psychotherapie steht, aber auf so eine Gesprächstherapie sollte sie sich - ob nun begleitend mit Medikament oder nicht - einlassen!

Du hast natürlich Recht - Ritalin (Handelsname des Medikaments) eigentlich Methylphenidat kann eine Abhängigkeit hervorrufen! Es ist von der Wirkung mit Speed vergleichbar, gehört zur Gruppe der Amphetaminen und wirkt bei jemanden, der ADHS hat, grundsätzlich anders als bei Nicht-Betroffenen. Ich habe Kinder kennengelernt, die durch das Ritalin ruhiger wurden, weniger Aggressionen hatten und dadurch gut schlafen konnten! Es wirkt also in den meisten Fällen gegenteilig - jemand der nicht an ADHS leidet, wird davon aufgedreht und könnte z.B. damit keinesfalls einschlafen - vor allem wenn das Medikament abends eingenommen wird.

15 Packungen?! Wie geht das denn - hat sie sich das am "Schwarzmarkt" besorgt? Ich muss dich das einfach fragen, weil es viel ausmacht, ob alle Packungen offiziell verschrieben wurden, oder ob sie Kontakte zur "Drogen-Szene" pflegt.

Was mich wieder mal stutzig macht : Wie schafft sie es ein ganzes Jahr die Finger davon zu lassen, obwohl es daheim herumliegt? Ein Kennzeichen einer Abhängigkeit ist nämlich auch ein "Kontrollverlust" über die Substanz.

Ich möchte dich nicht verunsichern, aber es könnte sein, dass sie schon längst wieder mit der Einnahme begonnen hat. Siehst du es ihr an, wenn sie etwas konsumiert hat?

Wie du richtig sagst, für sie ist es nicht einfach mit ihrer Sucht fast "allein" dazustehen. Du bist in dieser Hinsicht für sie sehr wichtig, weil du es bist, dem sie sich anvertraut hat! Über eine Sucht spricht es sich nicht so im "großen Stil", das wird von den meisten verurteilt und auch ihren Eltern würde es einen Schlag ins Gesicht geben!

Versuche herauszufinden, ob sie nun konsumiert oder nicht und versuche eine Stütze für sie zu sein und sie deshalb nicht zu verurteilen! Das bringt euch beiden absolut nichts. Bei all dem ist aber ganz besonders wichtig, dass du dich auch abgrenzt: du bist nicht für ihren Konsum verantwortlich!!

Darf ich fragen, wie alt du bist und wie lange ihr schon zusammen seid?

LG Sassy



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