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Freunde distanzieren sich von mir

20. August um 12:14 Letzte Antwort: 26. August um 8:59

Hallo,

ich habe seit über 10 Jahren Bulimie. Vor 2 Jahren war ich mehrere Wochen stationär in Behandlung. Ich habe die Essstörung noch nicht vollständig überwunden, aber es ist deutlich besser geworden. Ich habe mein Leben wieder im Griff, unternehme wieder viel, gehe Hobbies nach.
Nun habe ich allerdings ein neues Problem: Vor meiner Therapie habe ich mich von meinem Freundeskreis immer mehr distanziert, habe ich oft Streit gesucht und verursacht und damit einigen Leuten ziemlich vor den Kopf gestoßen, was ich damals aber leider nicht so wahrgenommen habe. Inzwischen sehe ich meine Fehler ein und habe mich bei den betreffenden Personen auch entschuldigt und den Grund für mein Verhalten (Angst vor Ablehung, wenn sie von meiner Krankheit erfahren) erklärt, was diese angenommen haben. Ich bemühe mich seitdem sehr darum, mich nicht mehr so zu verhalten und das gelingt mir auch immer besser.
Leider passiert es oft, dass mir "alte Fehler" immer wieder vorgehalten werden. Steht zum Beispiel eine Verabredung im Freundeskreis an, heisst es oft "naja, du kannst bestimmt nicht mit, weil wir auch Essen gehen", oder "früher hast du das nicht gemacht, warum jetzt".  Das etwas mit mir und meinem (Ess-)Verhalten nicht stimmt, was vielen schon lange klar, aber seitdem ich offen damit umgegangen bin, habe ich das Gefühl erst recht komisch angeguckt zu werden.
Ich habe schon mehrmals erklärt, dass das nun  für mich kein Problem darstellt und ich lediglich darum bitte, dass andere nicht kommentieren, ob oder was ich esse. Ich bin gerne in Gemeinschaft unterwegs und das Essen fällt mir dann auch nicht schwer. Leider wird das nicht ernstgenommen. Viele Freunde distanzieren sich immer mehr, sagen Treffen ab oder haben erst gar keine Zeit. Ich finde das sehr schade.
Inzwischen überlege ich sogar, ob ich den Kontakt ganz abbreche. Ich meine, ich kann nix ungeschehen machen, was früher war. Ich habe mich aufrichtig entschuldigt und mein Verhalten verbessert. Mehr geht nicht.
Was meint ihr?

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20. August um 14:33

Du bist zu kompliziert. Erst bist du unmöglich, dann bringst du sie in Verlegenheit mit deiner "aufrichtigen" Entschuldigung und dann sollen sie sich deine Getue und deine Anforderungen beim Essen gehen wieder antuen?

Du bist so ein richtig anstrengendes Klammeräffchen. Wen interessiert es, was DU isst? Warum muss sich alles um dich drehen? 

Deine Freundschaft war nie eine Freundschaft, eher Bekanntenkreis. Und den wechselt man, wenn er nicht mehr passt. Freunde nicht 

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25. August um 22:31
In Antwort auf onni_20802014

Hallo,

ich habe seit über 10 Jahren Bulimie. Vor 2 Jahren war ich mehrere Wochen stationär in Behandlung. Ich habe die Essstörung noch nicht vollständig überwunden, aber es ist deutlich besser geworden. Ich habe mein Leben wieder im Griff, unternehme wieder viel, gehe Hobbies nach.
Nun habe ich allerdings ein neues Problem: Vor meiner Therapie habe ich mich von meinem Freundeskreis immer mehr distanziert, habe ich oft Streit gesucht und verursacht und damit einigen Leuten ziemlich vor den Kopf gestoßen, was ich damals aber leider nicht so wahrgenommen habe. Inzwischen sehe ich meine Fehler ein und habe mich bei den betreffenden Personen auch entschuldigt und den Grund für mein Verhalten (Angst vor Ablehung, wenn sie von meiner Krankheit erfahren) erklärt, was diese angenommen haben. Ich bemühe mich seitdem sehr darum, mich nicht mehr so zu verhalten und das gelingt mir auch immer besser.
Leider passiert es oft, dass mir "alte Fehler" immer wieder vorgehalten werden. Steht zum Beispiel eine Verabredung im Freundeskreis an, heisst es oft "naja, du kannst bestimmt nicht mit, weil wir auch Essen gehen", oder "früher hast du das nicht gemacht, warum jetzt".  Das etwas mit mir und meinem (Ess-)Verhalten nicht stimmt, was vielen schon lange klar, aber seitdem ich offen damit umgegangen bin, habe ich das Gefühl erst recht komisch angeguckt zu werden.
Ich habe schon mehrmals erklärt, dass das nun  für mich kein Problem darstellt und ich lediglich darum bitte, dass andere nicht kommentieren, ob oder was ich esse. Ich bin gerne in Gemeinschaft unterwegs und das Essen fällt mir dann auch nicht schwer. Leider wird das nicht ernstgenommen. Viele Freunde distanzieren sich immer mehr, sagen Treffen ab oder haben erst gar keine Zeit. Ich finde das sehr schade.
Inzwischen überlege ich sogar, ob ich den Kontakt ganz abbreche. Ich meine, ich kann nix ungeschehen machen, was früher war. Ich habe mich aufrichtig entschuldigt und mein Verhalten verbessert. Mehr geht nicht.
Was meint ihr?

Der Zug ist abgefahren. Du glaubst, dass man es mit einer Entschuldigung und Erklärung gut machen kann. Dem ist aber nicht so. Die Leute vergessen nicht. Sind zutiefst gekränkt und angewidert von dir. Ist klar, dass sie dann keinen Kontakt mehr wollen. Du musst verstehen, in der Freizeit kann man sich seinen Umgang aussuchen. Du bist leider nicht mehr bevorzugt.

Sieh es als Station in deinem Leben. Du hast viel gelernt. Mit anderen/neuen Menschen passiert dir das nicht mehr. Sieh positiv in die zukunft 

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26. August um 8:59
In Antwort auf onni_20802014

Hallo,

ich habe seit über 10 Jahren Bulimie. Vor 2 Jahren war ich mehrere Wochen stationär in Behandlung. Ich habe die Essstörung noch nicht vollständig überwunden, aber es ist deutlich besser geworden. Ich habe mein Leben wieder im Griff, unternehme wieder viel, gehe Hobbies nach.
Nun habe ich allerdings ein neues Problem: Vor meiner Therapie habe ich mich von meinem Freundeskreis immer mehr distanziert, habe ich oft Streit gesucht und verursacht und damit einigen Leuten ziemlich vor den Kopf gestoßen, was ich damals aber leider nicht so wahrgenommen habe. Inzwischen sehe ich meine Fehler ein und habe mich bei den betreffenden Personen auch entschuldigt und den Grund für mein Verhalten (Angst vor Ablehung, wenn sie von meiner Krankheit erfahren) erklärt, was diese angenommen haben. Ich bemühe mich seitdem sehr darum, mich nicht mehr so zu verhalten und das gelingt mir auch immer besser.
Leider passiert es oft, dass mir "alte Fehler" immer wieder vorgehalten werden. Steht zum Beispiel eine Verabredung im Freundeskreis an, heisst es oft "naja, du kannst bestimmt nicht mit, weil wir auch Essen gehen", oder "früher hast du das nicht gemacht, warum jetzt".  Das etwas mit mir und meinem (Ess-)Verhalten nicht stimmt, was vielen schon lange klar, aber seitdem ich offen damit umgegangen bin, habe ich das Gefühl erst recht komisch angeguckt zu werden.
Ich habe schon mehrmals erklärt, dass das nun  für mich kein Problem darstellt und ich lediglich darum bitte, dass andere nicht kommentieren, ob oder was ich esse. Ich bin gerne in Gemeinschaft unterwegs und das Essen fällt mir dann auch nicht schwer. Leider wird das nicht ernstgenommen. Viele Freunde distanzieren sich immer mehr, sagen Treffen ab oder haben erst gar keine Zeit. Ich finde das sehr schade.
Inzwischen überlege ich sogar, ob ich den Kontakt ganz abbreche. Ich meine, ich kann nix ungeschehen machen, was früher war. Ich habe mich aufrichtig entschuldigt und mein Verhalten verbessert. Mehr geht nicht.
Was meint ihr?

Hallo,

vielleicht kannst du deinen Freunden erklären, dass dein Verhalten keine Fehler sind sondern auf deine Erkrankung zurückzuführen sind. Essen in Gesellschaft stellt für die allermeisten Menschen eine Form von Genuss und Kultur dar. Der Umgang mit einer Bulimikerin fällt vielen schwer, gerade in punkto Essen. 

Ich finde es sehr mutig, wie offensiv du mit deiner Erkrankung umgehst. Deine Angst vor Ablehnung wird jetzt natürlich noch einmal verstärkt, weil du anderen Menschen einen Einblick gewährst. Es ist möglich, dass einige Menschen sich abwenden. Es kann aber auch sein, sie fühlen sich hilflos und wissen gar nicht, wie sie mit dir und der Situation umgehen können und sich aus diesen Gründen zurückziehen. 

Ich meine, du könntest deinen "besten" Freunden erklären, wie es sich anfühlt und was Auslöser für ungesundes Verhalten für dich sind, wenn du bereit dafür bist. Und ich finde, es ist auch nichts dagegen zu sagen ihnen über deine Befürchtungen hinsichtlich ihrer Reaktionen reinen Wein einzuschenken. 

Kontaktabbruch solltest du wirklich nur in Erwägung ziehen, wenn dir die Gesellschaft und der Umgang mit deinen Freunden schadet, d.h. sie dir massive Schuldgefühle vermitteln. Das Erleben kann zwar mit deiner Erkrankung zusammenhängen, in der Situation unverändert bleiben verschlechtert aber deine Genesung. 

LG Sis

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