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Freund oder doch mehr?

26. März 2011 um 23:32

Hallo.

Ich bin neu hier, aber ich hab zur Zeit ein Problem und wollte mir mal noch einige Meinungen einholen, die vielleicht auch anders sind, als die meiner Freundinnen.

Ich hab vor ziemlich genau einem Jahr einen Jungen kennen gelernt. Fundament unserer Freundschaft war seine in die Brüche gegangene Beziehung. Er war schon ziemlich deprimiert und ich hab im zugehört.
Das war unglaublich. Wir kannten uns seit einem Tag, haben uns aber gegenseitig vertrauen geschenkt, als würden wir uns schon Jahre kennen. Wir haben uns super verstanden, viel gelacht, er hat mir viele Komplimente gemacht, wie schön und nett ich doch sei und ich hab ihn aufgemuntert, was mir glaub ich auch gelungen ist.

Die darauffolgenden Wochen haben wir jeden Abend unendlich lange miteinander geschrieben. Wir haben uns gut getan. Ich hatte Sorgen wegen meinem damaligen Freund und er wegen seiner ex-Freundin.

Als ich ihn wieder gesehn hab, ist mir aufgefallen, dass er mich anzog. Ich konnte meinen Blick fast nicht von ihm wenden. Am nächsten Tag musste ich allerdings erfahren, dass er wieder mit seiner ex-Freundin zusammen war. Für mich brach eine Welt zusammen. Da hab ich zum ersten mal gespürt, wie viel er mir eigentlich bedeutet.

Es verstrichen einige Wochen. Wir haben weiter geschrieben und uns gut verstanden. Er hat glaub ich nicht gemerkt, wie hart mich das mit seiner Freundin getroffen hat.

Auf jeden Fall kam dann wieder eine Phase, in der es bei ihm und seiner Freundin nicht mehr gut lief. Und plötzlich haben wir total viel unternommen. Mindestens einmal die Woche. Er hat mich oft abgeholt und dann sind wir einfach irgendwo hingefahren. Wir sind stundenlang im Wald oder im Schnee spazieren gegangen, waren Kaffee trinken (er hat mich eingeladen und haben sehr viel geredet.
Meine damalige Beziehung zerbrach daran, dass ich mich neu verliebte. Aber ich hatte ihn. Wir haben so viele schöne Stunden miteinander verbracht.

Auf jeden Fall stand nun Weihnachten vor der Tür. Am Vortag hatten wir uns noch gesehen, aber an Weihnachten selbst nicht. Umso mehr war ich überrascht, als ich an Weihnachten aus der Kirche kam und einen Brief von ihm im Briefkasten fand. Es war eine selbstgebastelte Weihnachtskarte von ihm. Ich war überglücklich, denn welcher Junge bastelt einfach so Weihnachtskarten für beste Freundinnen?
Darin schrieb er auch, dass er sich freuen würde, wenn wir uns in den Ferien wiedersehen könnten.

In der ersten Woche haben wir es leider kein einziges Mal auf die Reihe gebracht.
Dafür in der zweiten Woche umso mehr. Wir waren bei uns zu Hause, mal bei ihm, mal bei mir. Und meistens bis spät in die Nacht.

Am ersten Abend haben wir uns gegenseitig massiert. Und zum Abschied meinte er, er hätte mich am liebsten gleich am nächsten abend wieder bei sich. Gesagt getan, nur kam er zu mir. Erst haben wir nur lange geredet, irgendwann begannen wir eine wilde Kissenschlacht und schließlich kuschelte er sich in meine Bettdecke. Da hab ich mich einfach mit drunter gelegt. Er sah so süß mit seinen verwuschelten Haaren. Lange lagen wir einfach nur da, ohne ein Wort zu sagen. Ich dachte schon er wäre eingeschlafen, weil er seine Augen geschlossen hatte. Aber plötzlich spürte ich seine Hand an meiner. Ich dachte, ich träume. Es war erst nur eine leichte Berührung, die aber bald fester, realer wurde. Er streichelte mich. Und so lagen wir bis nachts um drei Arm in Arm, so nah in meinem Bett und streichelten uns. Es war so schön.
Leider musste er dann gehen. Ich wäre so gern in seinem Arm eingeschlafen...

Am nächsten Tag war er erst total komisch. Ich hab das natürlich bemerkt und ihn danach gefragt. Er hat nur gemeint, er sei total verwirrt, wegen letzter Nacht.

Das nächste mal trafen wir und ganz unverfänglich zum skifahren. Und obwohl mehrere Bekannte von ihm dabei waren, wollte er den Großteil der Zeit mit mir Lift fahren, obwohl es Bekannte waren, die er nur einmal im Jahr sah.

Die letzten beiden Male war ich dann noch bei ihm. Es war sehr schön. Wir haben wie immer viel zum reden gefunden und uns massiert (und zwar nicht nur am Rücken!). Plötzlich hat er mich gefragt, wieso ich eigentlich so viel Zeit ihm verbringe. Und da hab ich nur erwiedert, dass er mir sehr viel bedeutet und dass es für mich auch mehr als nur eine Freundschaft werden könnte. Darauf hat er nur geantwortet, dass er unsere super gute Freundschaft nicht für eine Beziehung aufgeben möchte, die ganz leicht kaputt gehen kann. Meint er's wirklich so oder hat er nur freundlich versucht, mir klarzumachen, dass es für ihn nicht mehr ist?

Naja nach den Ferien sahen wir uns nur noch im Schulhaus. Ansonsten war tote Hose. Wir schrieben weiterhin abends, aber es wurde immer weniger Kontakt. Irgendwann bin ich total sauer geworden und hab ihm gefragt, was das eigentlich soll. Daraufhin hab ich ihm meine liebe gestanden. Er hat aber gemeint, ich sei für ihn nur eine Freundin.

Für mich war das natürlich ein harter Schlag. Ich frage mich ständig, was das dann in den Ferien war. Und finde keine Antwort darauf.
Wir sind immer noch befreundet und ich weiß einfach nicht wie ich mit ihm umgehen soll.
Wisst ihr vielleicht einen Ratschlag?

Liebe Grüße,
Lailiii17

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28. März 2011 um 3:59

Schwierig!
Wenn er schon gesagt hat, dass es ihn verwirrt hat, dann war da von seiner Seite vermutlich auch irgendwie mehr, zumal er ja auch später nicht einfach so gesagt hat, dass du nur eine Freundin für ihn bist, sondern auch, dass er keine Beziehung möchte, weil "die ganz leicht kaputt gehen kann". Vermutlich hat es ihn selbst überrascht, wie attraktiv du für ihn warst, als ihr euch gestreichelt habt - oder er war zumindest verwirrt, dass du das überhaupt willst. So genau kann man das ja schlecht wissen, ohne dabei gewesen zu sein und euch zu kennen.

"Irgendwie mehr" heißt aber nicht zwangsläufig, dass er dich wirklich mehr liebt als eben eine sehr gute Freundin. Ein wenig Verliebtheit wird wohl schon dabei sein, sicherlich aber eine körperliche Anziehung, sonst hätte es ihn diese Nacht wohl kaum so verwirrt und er wäre danach vermutlich auch nicht auf Distanz gegangen. So etwas macht man doch eher aus Selbstschutz, damit sich nicht noch tiefere Gefühle entwickeln; ansonsten wäre es zumindest extrem fürsorglich von ihm dir gegenüber, falls er da schon geahnt hat, du könntest dich in ihn verliebt haben, er aber nicht. Letzteres glaube ich aber eigentlich weniger, dass es für ihn einfach nur freundschaftliches Streicheln war - es sei denn, er brauchte Trost, weil er total an seiner Freundin hängt. Habt ihr darüber überhaupt mal gesprochen, oder hast du das nur so am Rande mitbekommen, was bei den beiden das Problem war?

Aus deinem Text erfährt man letztlich überhaupt nicht, wie er zu seiner Freundin steht. Es kann ja sehr gut sein, dass er sie so sehr liebt, dass er sie ohnehin nicht verlassen würde; oder dass er bloß meint, dass er nicht so einfach über sie hinwegkäme, selbst falls er jetzt dich liebt, und dass er deswegen Angst hat, eure Freundschaft würde daran zerbrechen, wenn er sich auf mehr einlässt. Möglicherweise liebt er euch auch beide gleichermaßen, was für ihn natürlich noch verwirrender wäre - da könnte er schließlich gleich doppelt verlieren, wie auch immer er sich entscheidet. Oder er hat einfach Angst, du könntest dich früher oder später zwischen ihn und seine Freundin drängen, falls ihr euch noch einmal so nahe kommt, wie in dieser Nacht. Oder, oder, oder... In so einer Situation ist vieles möglich, das kann unter Umständen für ihn genauso kompliziert sein wie für dich.

Der einzige Rat, den man dir geben kann, ist, dir erst mal selbst drüber klar zu werden, wie DU die Situation einschätzt, ob es DIR wert wäre, dich näher auf ihn einzulassen als als Freund.

Falls du das wirklich wollen solltest, bitte ihn um ein offenes Gespräch, sag ihm, wie du dich fühlst und frage ihn, was er sich wünscht, wie es mit euch weitergehen soll. Aber tu dann nichts Unüberlegtes, nimm dir Zeit, darüber nachzudenken, was er sagt, ob das für dich dann auch gut und sinnvoll ist.

Ein gemeinsamer Weg sollte nie von einem allein ausgehen, weder in einer Freundschaft, noch in einer Liebesbeziehung.

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