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Freund ist spielsüchtig

6. Oktober 2017 um 18:29 Letzte Antwort: 8. Oktober 2017 um 17:44

Hallo an alle,


ich wende mich hier an euch, weil ich mit keinen meiner Freunde oder Familie darüber reden kann. ich bin jetzt seit 3,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir sind sehr glücklich. Wir waren immer ehrlich zueinander und haben sogar einen Kinderwunsch (ich war schwanger, leider hat das Herzchen in der 10 SSW. aufgehört zu schlagen). Wir waren letzte Woche im Urlaub und dann hat er sich durgerungen es mir zu sagen. Er ist spielsüchtig. Und das seit Anfang an unserer Beziehung. Ich dachte eigentlich, dass er gut verdient deswegen hat es mich immer gewundert warum er kaum Geld hatte. Wir haben dann eben von meinem Gehalt gelebt. Er hat mir gesagt, dass er sein ganzen Gespartes von 25.000 € verspielt hat und außerdem seinen Lohn. Und das seit über drei Jahren. Ich bin so enttäuscht von ihm. Nicht wegen dem Geld - sondern weil er mich drei Jahre lang angelogen hat. Ich konnte in dieser Zeit nichts selbst sparen weil ich ja dann teilweise uns beide durchbringen musste. Er hat für unseren Urlaub noch eine Kreditkarte beantragt und diese hat er auch innerhalb von 2 Tagen mit 1.200 € belastet. Jetzt hat er mir seine Bankkarte und die Kreditkarte gegeben. Ich hab sie beide versteckt damit er sie nicht findet. Ich weiß nicht wie ich ihm wieder vertrauen soll... er meinte ja er hat immer am Handy gespielt während ich im Bett neben ihm lag und geschlafen habe.. das verletzt mich so sehr. Wie kann ich ihm denn helfen? Verlassen werde ich ihn auf keinen Fall. Dafür liebe ich ihn zu sehr und glaube zu sehr an ihn. Er kann das schaffen. Nur wie schafft er das? Ist eine Therapie wirklich notwendig?

Ich danke euch schon mal im Voraus, udn sorry für den langen Text 

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7. Oktober 2017 um 8:12

Hey,
deine Gefühle und Gedanken kann ich total verstehen. Mit meinem letzten Freund ist es ganz genauso gewesen. Viel wurde verheimlicht, gelogen, schöngeredet und auf meine Kosten gelebt. Habe auch versucht ihm zu helfen.
Aber man kann Menschen nicht verändern! Er wird erst genug Anreiz haben aufzuhören, wenn er Leidensdruck verspürt. Im Moment stabilisierst du seine Situation nur dadurch, dass du mit keinem sprichst und sein Verhalten duldest. Das nennt man Co-Abhängigkeit.

Ich kann dir keinen guten Rat geben was du tun solltest. Aber du hast es nicht verdient dich verletzen, belügen und ausnehmen zu lassen!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft, um dich zu schützen

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8. Oktober 2017 um 13:26
In Antwort auf passion1993

Hallo an alle,


ich wende mich hier an euch, weil ich mit keinen meiner Freunde oder Familie darüber reden kann. ich bin jetzt seit 3,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir sind sehr glücklich. Wir waren immer ehrlich zueinander und haben sogar einen Kinderwunsch (ich war schwanger, leider hat das Herzchen in der 10 SSW. aufgehört zu schlagen). Wir waren letzte Woche im Urlaub und dann hat er sich durgerungen es mir zu sagen. Er ist spielsüchtig. Und das seit Anfang an unserer Beziehung. Ich dachte eigentlich, dass er gut verdient deswegen hat es mich immer gewundert warum er kaum Geld hatte. Wir haben dann eben von meinem Gehalt gelebt. Er hat mir gesagt, dass er sein ganzen Gespartes von 25.000 € verspielt hat und außerdem seinen Lohn. Und das seit über drei Jahren. Ich bin so enttäuscht von ihm. Nicht wegen dem Geld - sondern weil er mich drei Jahre lang angelogen hat. Ich konnte in dieser Zeit nichts selbst sparen weil ich ja dann teilweise uns beide durchbringen musste. Er hat für unseren Urlaub noch eine Kreditkarte beantragt und diese hat er auch innerhalb von 2 Tagen mit 1.200 € belastet. Jetzt hat er mir seine Bankkarte und die Kreditkarte gegeben. Ich hab sie beide versteckt damit er sie nicht findet. Ich weiß nicht wie ich ihm wieder vertrauen soll... er meinte ja er hat immer am Handy gespielt während ich im Bett neben ihm lag und geschlafen habe.. das verletzt mich so sehr. Wie kann ich ihm denn helfen? Verlassen werde ich ihn auf keinen Fall. Dafür liebe ich ihn zu sehr und glaube zu sehr an ihn. Er kann das schaffen. Nur wie schafft er das? Ist eine Therapie wirklich notwendig?

Ich danke euch schon mal im Voraus, udn sorry für den langen Text 

Ich kann verstehen, dass du enttäuscht bist. Aber du solltest versuchen dies aus seiner Perspektive zu sehen. Er hat sich dir anvertraut, dir gezeigt, welches Problem ihn belastet und in dieser Situation solltest du nun für ihn da sein. Sehr gut ist schon mal, dass du an ihn glaubst. Allerdings solltest du ihm den Mut machen zu einer Therapie zu gehen. Vergleiche es mit einer Drogensucht. Ohne Therapie wirst du da auch nicht rauskommen. Das ist zu 100% sicher. Er muss durch eine Therapie.

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8. Oktober 2017 um 14:05

Also, wichtig finde ich auch, dass er es WOLLEN muss. Allerdings wird das allein nicht ausreichen, da Spielsucht immerhin eine Sucht und dadurch schwer von ihm zu steuern ist. Wenn du ihm helfen möchtest, dann sichere ihn finanziell nicht länger ab, du bezahlst deine Einkäufe, er seine. Außerdem solltet ihr euch überlegen, ihm kein Internet zur Verfügung zu stellen...sein Datenvolumen muss herab gesetzt werden und wenn du nicht da bist, oder du schlafen gehst, muss der Stecker vom Hausnetz gezogen und gut von dir versteckt werden...vielleicht hilft es ihm auch, dir sein Geld Anfang des Monats zu geben und wenn du ihm dann wöchentlich "Taschengeld" auszahlst...und egal wieviel er bettelt, es bleibt bei dem abgemachten Betrag. Das sind alles Punkte, die du dir gemeinsam mit deinem Freund überlegen kannst...sicher wird er sich vor einigen Vorschlägen drücken wollen, aber er sollte sich wirklich vor Augen führen, dass er mit dem Spielen aufhören will. Am besten fragst du ihn auch jeden Tag, ob er gespielt hat...einfach nur zur Info, nicht um ihm Ärger zu geben...oder er führt selber eine Art Tagebuch, wo er einfach ein Kreuz setzt, wenn er doch gespielt hat...das kann er dir dann am Ende der Woche vorlegen und ihr erörtert gemeinsam, was das für Situationen waren, ob es sich für ihn fühlbar ankündigt, wenn er Spieldruck verspürt...wie er sich alternativ ablenken kann...wichtig dabei ist aber, dass er immer ehrlich zu sich selbst ist. Und das ist nicht immer einfach. Wenn er keine Therapie machen möchte, kann er ja zumindest überlegen, zu einer Suchtberatungsstelle zu gehen. Viel Glück!

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8. Oktober 2017 um 17:44

Liebe Scarlet!

Ein Nachbar von mir war spielsüchtig. Er nahm sich, mit 58 Jahren, das Leben. Der machte eine Therapie nach der anderen. Nichts half. Wenn der etwas von Roulette hörte, zog es ihn, wie ein Magnet, ins nächste Casino. Sag` Deinen Freund mal, dass beim Spiel immer nur einer gewinnt. Aber das ist nicht ER! Ich habe mal, vor langer, sehr langer Zeit, mit einem Automatenaufsteller gesprochen. Und ich fragte ihn, warum man niemals gewinnt, worauf er mir zur Antwort gab: "Einmal im Leben gewinnt jeder Mensch, aber ein Automat ist eben kein Mensch, deshalb gewinnt er auch immer. Ein Automat ist gnadenlos, er macht dich fertig. Wenn du in der Gosse leben musst, weil du ihn so sehr ins Herz geschlossen hast, dann machst du ihm die meiste Freude ..." Habe fertig.

Liebe Grüße,

lib

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