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Freund depressiv? Ich kann nicht mehr

20. März 2013 um 21:10 Letzte Antwort: 22. März 2013 um 9:21

Hallo liebe Community, ich fang einfach mal ganz von vorne an..
Ich bin 17 Jahre alt und habe jetzt seit über einem Jahr meinen Freund. Er ist 18, wird im Mai 19. Ich habe ihn kennen gelernt und wusste, dass er es nicht immer leicht hatte. Aber das war irgendwie total unwichtig, ich hatte/habe selbst große Probleme zuhause und irgendwie hat es von Anfang an gepasst zwischen uns. Beide irgendwie kaputt, und es hat so gut getan jemanden zu haben um den Rest der Welt zu vergessen. In seiner Vergangenheit hat mein Freund viel mitgemacht, wie zum Beispiel die Trennung der Eltern, dass sein Vater jahrelang seine Mutter betrog, einen Selbstmordversuch und Klinikaufenthalt der Mutter..
Ich selbst habe bei mir Zuhause auch viel durch, hatte lange Phasen in denen ich mich nichts mehr getraut und verkrochen habe, wenn ich Probleme hatte anstatt zu reden mich monatelang selbst verletzte, von Zuhause abhaute und teilweise von der Kriminalpolizei gesucht wurde.. Und das alles hat uns verdammt zusammen geschweißt. Zusammen haben wir immer alles geschafft, immer. Ich wusste, da ist jemand der versteht mich, und er weiß das auch. In diesem Jahr ist sehr viel passiert, und trotzdem haben wir am Ende vom Tag immer zusammen gehalten.. manche mögen sagen wir sind noch Kinder, aber durch die ganzen Dinge sind wir sehr schnell ''erwachsen'' geworden, auch was unsere Beziehung anging. Ich wohne fast bei ihm. Wir sind nicht perfekt, er ist oft sehr aggressiv und auch ich kann anstrengend und abweisend sein, aber trotzdem haben wir uns immer wieder zusammen gerafft..
Leider weiß ich in letzter Zeit einfach nicht mehr weiter... Er hat mich aus diesem extrem tiefen und dunklen Loch heraus gezogen, ich hab mit dem Schneiden aufgehört und um mein Leben auf die Reihe zu bekommen entschied ich mich vor ein paar Wochen für ein Internat 600 km von Zuhause entfernt.. Für meinen Freund ist eine Welt zusammen gebrochen und er ging nicht mehr in die Schule und betrank sich auch am Tag. Nach nur 2 Wochen kam ich wieder zurück und hatte ein langes Gespräch mit seiner Mutter, mit der mich mich sehr gut verstehe. Wir haben uns über viele DInge unterhalten und das öffnete mir die Augen über Sachen, bei denen ich viel zu oft die Augen verschlossen hatte. Ich hab mir nie Gedanken gemacht, dass mein Freund öfter die Schule schwänzt, dass es keine Woche gibt die er komplett geht. Oder dass er jeden Tag seine Biere trinken muss und am Wochenende so richtig. Dass er extrem aggressiv wird, besonders wenn er getrunken hat. Dass er immer denkt keiner ist für ihn da und alle finden ihn ''scheiße''. Dass er sobald man ihn darauf anspricht sich zu seinen Freunden verpisst und trinkt, weil die keine Fragen stellen. Dass er sich selbst total gehen lässt und alles egal scheint.. Er hat jetzt die Schule abgebrochen und liegt den ganzen Tag auf der Couch und sein Highlight ist eigentlich das Ploppen der Bierflasche. Oft rafft er sich nichtmal auf um mir Hallo zu sagen, wenn ich aus der Schule komme. Für ihn ist es ein halber Weltuntergang wenn ich nicht da bin, aber jeden Tag sobald ich da bin stimmt wieder irgendwas nicht und ich werde fertig gemacht..
Und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Seine Leber und Blutwerte sind total im Keller, seine Familie und ich machen uns unendlich Sorgen, aber er lässt niemanden an sich ran.. Ich weiß nicht mehr was ich tun kann. Ich hab mich noch nie so ratlos gefühlt. Ich habe diese Woche zum ersten mal seit Monaten wieder zur Klinge gegriffen weil ich mich einfach so allein und nutzlos fühle. Als ob ich nichts hinkriegen würde.. Ich kann und will diesen Jungen nicht verlassen da ich ihn wirklich liebe und er mein ganzes Leben ist und er mich nie hängen gelassen hat.. nie, denn sonst wüsste ich nicht ob ich heute noch hier wäre.
Ich merke wie ich wieder anfange zu fallen obwohl ich eigentlich gerade jetzt am meisten für ihn da sein müsste.. Ich habe so Schuldgefühle und weiß nicht was ich noch tun kann.. ich hab Angst, wieder in diesem Loch zu landen und wieder so zerstört zu sein.. Und gerade bin ich auf einem sehr guten Weg dahin. Wie kann ich meinem Freund helfen? Ich hab so Angst...

Verzweifelte Grüße..

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21. März 2013 um 10:54

.....
Hm das ist natürlich alles nicht so schön...
Ich kann aus Erfahrung sprechen hatte auch viel durchmachen müssen Scheidung der Eltern, meine Mama ist oft heimlich mit einem Typ weg war dann mit meine. Geschwister die viel jünger sind allein. Ich habe nie jemanden gezeigt wie schwer das für mich ist ich musste und war immer die starke von allen Seiten bekam ich es immer ab meine Oma die Mutter von mein Papa wollt immer alles ganz genau wissen über meine Mutter oder hat sich bei mir beschwert wegen meinen Geschwister. Meine Schwester war so agressiv täglich hat sie meine Mutter gehauen oder beschimpft. Für mich war keine zeit ich habe alles für mich behalten ich war damals 17. aber das geht eben nicht lange gut. Mit 23 war es vorbei ich fühlte mich allein hatte seit langen eine gute Freundin gefunden gehabt wir haben uns Super verstanden oft sind wir weg gegangen ich war für sie Tag und Nacht da als ihr EX Freund sie betrogen hat jedes Wochenende habe ich bei ihr gewohnt. Ich habe mich gebraucht gefühlt. Meine Problemchen habe ich erstmal verdrängt das ich kein Selbstwertgefühl habe und immer trinken musste wenn wir weg waren . Ich habe Unbewusst geklammert ich hatte ständige Angst sie zu verlieren wie andere Freundinne wenn wir mal ein Wochenende nix gemacht haben ist für mich die Welt zusammengebrochen. Ich hab gemerkt das es nicht normal war letztendlich wurde es schlimmer bis hin zu suizidgedanken. Jetzt musste meine Freundin für mich da sein und das war sie! Ich wollte das unsere Freundschaft nicht kaputt geht ich bin zu einen Therapeuten der schnell sagte bitte gehen sie erstmal in eine Klinik. Ich wollte nicht aber ich habe es für die Freundschaft getan und weil ich so nicht mehr leben wollte. Meine Freundin hat versprochen sie ist da für mich. Sie war mich oft besuchen wir haben täglich telefoniert und ich schrieb ihr lange Briefe in der sie einiges über mich und meine Vergangenheit erfuhr. 7 Monate war ich in einer Klinik für Psychotherapie am Wochenende war ich immer daheim. Alles wurde aufgearbeitet und ich bin total verändert. Die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Dein Freund braucht ein relativ stabiles Umfeld und die Gewissheit das jemand immer da ist und er muss unbedingt selbst was verändern wollen aber solang er sich nicht bewusst macht was passiert wenn er nix ändert wird das nix....er muss dazu bereit seine Dinge aufzuarbeiten und zu lernen mit verschiedenen Situationen
Umzugehen ohne das er anfängt jedesmal zu trinken oder sonstiges.
Wenn du noch was wissen möchtest oder so kannst du dich jederzeit melden

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22. März 2013 um 9:21

...
habt ihr euch schon mal nach einem therapeuten umgeschaut? ihr könnt es auch erst mal beim hausarzt versuchen, oft zeigen die viel verständnis und können einen weiter vermitteln. oft hilft nicht mehr, dass man alles in sich hinein frisst und so habt ihr jmd neutralen zum reden.

LG

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