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FOTOGRAFIERSUCHT!?-Hilfe, bin ich narzistisch??! (Vorsicht lang!)

7. Oktober 2007 um 13:55

Hallo ihr Lieben!!

Ich glaube, ich werde langsam verrückt... Ich brauch mal ein paar Ratschläge und Meinungen von euch zu meinem Fall! Vielleicht finden sich ja auch Leidensgenossen...?

Also... Ich weiß nicht, was mit mir los ist, aber das ganze schaukelt sich schon seit einigen Monaten hoch... (eigentlich ist es schon länger, aber so RICHTIG erst seit ein paar Monaten...)
Ich finde mich selbst total hässlich und unansehnlich und bin mittlerweile soweit, dass ich mich vor mir selbst ekle und mein Aussehen richtig hasse... Gleichzeitig geht mein Verhalten aber auch irgendwie in Richtung Narzissmus und dem Drang danach, von anderen in Puncto Attraktivität bestätigt werden zu wollen...
Es sind lauter so kleine Mäkel an mir, die alle zusammen wirken. Früher ist mir das alles nie aufgefallen, aber in letzter Zeit suche ich fast unterbewusst nach meinen äußeren Fehlern und finde immer mehr... Ich habe total strohige, kaputte Haare, die nie so wollen, wie ich will. Ich hab voll die Pickel und unreine Haut im Gesicht. Meine Nase finde ich viel zu groß und total abschreckend... (könnt es euch ja auf meinem Profil anschaun) Außerdem hab ich einen leicht vorstehenden Unterkiefer und finde mich insgesamt viel zu dick, weswegen ich auch ständig am Hungern bin

Ich habe irgendwann angefangen, eine Fotografiersucht zu entwickeln... total komisch... Das hat so angefangen: Ich bin im Internet in so einer Community, wo auch viele meiner Freunde sind. Und auf der Seite von einem Mädchen, das ich kenne, hab ich sehr viele schöne Bilder von ihr in ihrer Galerie gesehen, auf denen sie viel hübscher wirkte, als sie im echten Leben ist. Und dann hab ich irgendwie gedacht: Ich will auch solche Bilder von mir! So hübsch bin ich auch! (Versteht ihr, genau DAS ist das komische: Ich hab voll die Komplexe, fühle mich voll hässlich und gleichzeitig versuche ich mir einzureden, ich sei hübsch und wirke dadurch eitel....?)

Jedenfalls hab ich angefangen, mich voll aufzustylen und dann selbst Fotos von mir zu machen. Und am PC hab ich die dann immer noch ein bissle mit Photoshop bearbeitet, damit meine Mäkel nicht so auffallen und hab mich dadurch dann voll hübsch gefühlt. Und hab die Bilder auch ins Netz gestellt.
Dieses Verhalten hab ich mir irgendwie angewöhnt, sodass ich mich andauernd nur noch fotografiere. D.h. ich bin total eitel, obwohl ich keinen Grund dazu habe und mich hässlich fühle, wisst ihr was ich mein??
Ich hab tausend Bilder von mir auf meinem PC. Und ich vergleiche mich dann immer mit WIRKLICH hübschen Mädels und versuche dann, ihre Fotos in dieser Pose nachzumachen, um zu sehen ob ich dann ähnlich aussehe (was natürlich alles andere als der Fall ist). Das widerrum deprimiert mich noch mehr, ich bin total am Ende und kann nicht mehr aufhören. Mein Selbstbewusstsein ist total am Boden. Ich bin so fertig, ich hätte am liebsten einen komplett anderen Körper......

Gleichzeitig gelte ich unter meinen Freundinnen neuerdings schon als total eingebildet und das ist mir voll peinlich weil ich ja keinen Grund dazu habe.... Wenn wir unterwegs sind und Fotos von uns machen, witzeln sie immer darüber, dass ich so gekünstelt schauen würde beim Fotografieren. Und auch, dass ich nur Passbilder von mir selbst in meinem Geldbeutel habe, während alle andren Bilder von ihren Freunden dabei haben. In meinem Zimmer steht seit neuestem ein Spiegel auf meinem Schreibtisch, in dem ich mich total oft angucke. Und dann denke ich immer, ich seh im Spiegel ganz anders aus. Da fühl ich mich dann hübsch, aber wenn ich Fotos sehe, die andre von mir machen, dann denke ich immer: Oh, Gott, du bist so hässlich und fett!! Es macht mich immer mehr fertig.
Ich bin auch immer voll um mein Aussehen bemüht, alles muss immer perfekt sitzen, die Frisur, die Schminke, die Klamotten - früher war ich genau das Gegenteil davon, da hab ich mich seltenst geschminkt.
Meine beste Freundin meinte neulich auch zu mir, ich würde ihrer Meinung nach unter einer narzistischen Persönlichkeitsstörung leiden. (??)
Auch wenn ich unterwegs bin, hab ich den Drang mich in lauter spiegelnden Flächen zu betrachten: Schaufenster, Spiegel im Kaufhaus, sonstige Glasflächen....

Selbst die Tatsache, dass ich einen Freund hab, der mich über alles liebt und mir oft sagt, dass er mich total sexy und mich insgesamt perfekt findet, baut mich nicht auf... Ich glaub, ich bin echt verrückt...
Bitte helft mir, gebt mir Ratschläge oder schildert mir, wenn ihr ähnliche Probleme habt!! Es würde so gut tun, sich mit jemand "Gleichgesinnten" auszutauschen!!

LG & danke fürs Lesen!!!!

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15. Oktober 2007 um 16:22

Mmhh..
wow..nicht schlecht

oh man, ehrlich gesagt, habe ich sowas noch nie gehört..

also im klartext: du findest dich rein objektiv hässlich und subjektiv wieder hübsch, du baust dir eine scheinwelt auf, wo du meinst du siehst toll aus, weißt aber, dass es in echt völliger unsinn ist, da du eh hässlich bist!!

nun da bist du wahrhaftig im richtigen forum gelandet..nun meine fragen an dich, die hilfreich sein könnten, um dein problem vielleicht sogar zu lösen:

woran liegt das, dass du dich als so hässlich empfindest? hat dir jemand mal irgendetwas gemeines an den kopf geworfen? hast du ein kindheitstrauma? fühlst du dich nicht beachtet und willst vielleicht mittels komplex auf dich aufmerksam machen? aus welchem umfeld stammst du, von welcher schule kommst du und welchen beruf hast du bzw lernst du?


wenn ich ehrlich bin, bist du in meinen augen noch sehr unreif, diesen "ich bin zu hässlich und zu fett komplex" haben meistens 12-15jährige, da wie wohl bekannt ist, die hormone in dem alter ihre eigenen gesetze haben, spielen sie dir einen streich, der sich aber spätestens mit 17jahren wieder legt!

und keine sorge, du bist nicht verrückt..
beantworte mir doch einfach mal die fragen ganz ehrlich und dann schauen wir weiter

herzliche grüße

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16. Oktober 2007 um 10:51

Hier hab ich mal eine kleine definition
von narzistischer persönlichkeitsstörung für dich, falls du dich noch nicht erkundigt haben solltest:

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich aus durch mangelndes Selbstbewusstsein und Ablehnung der eigenen Person nach innen, wechselnd mit übertriebenem und sehr ausgeprägtem Selbstbewusstsein nach außen, sie zeigen also ein durchgreifendes Muster von Grandiosität. Daher sind diese Personen immer auf der Suche nach Bewunderung und Anerkennung, wobei sie anderen Menschen wenig echte Aufmerksamkeit schenken. Sie haben ein übertriebenes Gefühl von Wichtigkeit, meinen eine Sonderstellung einzunehmen und auch zu verdienen. Sie zeigen ausbeutendes Verhalten und einen Mangel an Empathie. Es können wahnhafte Störungen mit Größenideen auftreten. Zudem zeigen Betroffene eine auffällige Empfindlichkeit gegenüber Kritik, die sie nicht selten global verstehen, was in ihnen Gefühle der Wut, Scham oder Demütigung hervorruft.

Einige Tiefenpsychologen meinen, dass bei Betroffenen die ideale Vorstellung von sich selbst mit dem realen Selbst in gewisser Weise verschmolzen ist. Weiter ist das Selbst gespalten in Ideal-Selbst und entwertetes Selbst. Diese Selbstrepräsentanzen werden dann auf äußere Objekte projiziert.

Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung: ca. 1,0 %, wobei beachtet werden muss, dass verschiedene Klassifizierungsverfahren und unterschiedliche Diagnosen diesen Wert zwischen 0,5% und 2,5% schwanken lassen.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung wird im ICD 10 nur unter der Rubrik "Andere spezifische Persönlichkeitsstörungen (F 60.8)" aufgeführt, jedoch nur im Anhang I der Ausgabe "Forschungskriterien" weiter charakterisiert, obwohl sie als Persönlichkeitsdiagnose häufig gebraucht wird. Im anderen großen, multiaxialen Klassifikationssystem, dem DSM-IV der American Psychatric Association, wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung auf Achse-II verortet, genauer im Cluster B, der die "launisch, dramatisch, emotionalen" Persönlichkeitsstörungen beinhaltet, so auch zum Beispiel unter anderem die Borderline- Persönlichkeitsstörung.


ein bisschen bin ich auch über diese persönlichkeitsstörung informiert. ein paar parallelen erkennt man in deiner wahrnehmung schon wieder.
drehen sich deine gedanken so um dich selbst, dass du andere deshalb vergisst, bzw die meiste aufmerksamkeit bei dir bleibt?

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17. Oktober 2007 um 10:32
In Antwort auf sol_11959195

Mmhh..
wow..nicht schlecht

oh man, ehrlich gesagt, habe ich sowas noch nie gehört..

also im klartext: du findest dich rein objektiv hässlich und subjektiv wieder hübsch, du baust dir eine scheinwelt auf, wo du meinst du siehst toll aus, weißt aber, dass es in echt völliger unsinn ist, da du eh hässlich bist!!

nun da bist du wahrhaftig im richtigen forum gelandet..nun meine fragen an dich, die hilfreich sein könnten, um dein problem vielleicht sogar zu lösen:

woran liegt das, dass du dich als so hässlich empfindest? hat dir jemand mal irgendetwas gemeines an den kopf geworfen? hast du ein kindheitstrauma? fühlst du dich nicht beachtet und willst vielleicht mittels komplex auf dich aufmerksam machen? aus welchem umfeld stammst du, von welcher schule kommst du und welchen beruf hast du bzw lernst du?


wenn ich ehrlich bin, bist du in meinen augen noch sehr unreif, diesen "ich bin zu hässlich und zu fett komplex" haben meistens 12-15jährige, da wie wohl bekannt ist, die hormone in dem alter ihre eigenen gesetze haben, spielen sie dir einen streich, der sich aber spätestens mit 17jahren wieder legt!

und keine sorge, du bist nicht verrückt..
beantworte mir doch einfach mal die fragen ganz ehrlich und dann schauen wir weiter

herzliche grüße

...
Hi & vielen dank erstmal für eure Antworten!!

tja, wo soll ich anfangen...
ja, von dieser narzistischen persönlichkeitsstörung hab ich auch schon mal was gehört und mich auch schon im internet darüber kundig gemacht. es gibt schon einige aspekte, die da mit meinem verhalten übereinstimmen. was aber gar nicht übereinstimmt, sind solche sachen wie, dass die betroffenen alle aufmerksamkeit auf sich richten wollen, egoistisch sind, sich selbst in den vordergrund stellen und sich nicht um andere kümmern.
Ich mache mir eher immer übermäßige sorgen um mir nahestehende menschen, also um deren gesundheit, arbeitsleben etc. ... ich bin eigentlich immer sehr fürsorglich meinen mitmenschen gegenüber, habe immer ein ohr für leute, versuche ihnen mit problemen zu helfen und sie aufzubauen, wenn es ihnen schlecht geht. ich bin auch ein sehr einfühlsamer mensch und kann mich gut in andre reinversetzen. also das würd ich mal von mir selber sagen
Dass ich Kritik nicht vertrage stimmt. Wenn mich jemand negativ kritisiert, rege ich mich so sehr auf, dass ich fast eine Panikattacke bekomme
ich bin aber absolut nicht der typ mensch, der immer im mittelpunkt stehen muss. im gegenteil. ich bin total bescheiden was fähigkeiten von mir angeht, die ich eigentlich gut kann, unterschätze mich oft selbst und es ist mir ganz ehrlich total unangenehm, wenn ich im mittelpunkt stehe und alle augen auf mich gerichtet sind. das ist absolut nicht meine welt. viele meiner mitmenschen meinen auch, dass ich zu wenig selbstbewusstsein hätte und mich vieles nicht traue.

Ja, ich weiß auch nicht. es gibt tage, da fühle ich mich attraktiv und tage, da könnte ich grad mit ner papiertüte überm kopf durch die gegend laufen. Und so richtig eingebildet bin ich nicht, auch wenns auf andre so wirkt. Ich denke auch immer, warum halten die mich für eingebildet, ich mein, man sieht doch, dass ich dazu keinen Grund hab....

Ja, vielleicht ist mein Verhalten unreif für ne 20jährige, aber wenn ich es halt so empfinde, kann ich ja auch nichts dafür. Eine gute Freundin von mir hat den gleichen "ich-bin-hässlich-&-fett-Komplex" und ist auch 20. Ich denke, auch "ältere" Frauen kommen immer mal wieder in so eine Selbstbewusstseins-Krise.

Nun zu den Fragen: Ich hatte genau die gleichen Komplexe schon in meiner Teenagerzeit. Es hat schon mit 12,13 angefangen. Ich glaube, dass ich eine Art falsche Wahrnehmung von meinem Körper bekommen habe. Ich war ja lange Zeit übergewichtig und das Problem war: ich konnte es mir nicht eingestehen. Ich habs gar nicht realisiert. Ich hab mir vor dem Spiegel immer eingeredet, ich sei noch im Bereich des Normalen. Dabei war ich wirklich FETT. Ich hab mir eingebildet schlank zu sein, obwohls ich nicht war. Insgeheim wusste ich irgendwo, dass dem nicht so ist, trotzdem konnt ichs nicht ganz einsehen.
Bis zu einem Tag, wo ich ins Schwimmbad wollte und festgestellt hab, dass ich in meinem Badeanzug ausseh wie ein Grönlandwal in Neoprenanzug (ok ein bisschen übertrieben). Jedenfalls hab ich dann radikal abgenommen. 30kg innerhalb 9 Monaten (hab ich glaub ich schon erwähnt).
Und jetzt, wo ich relativ schlank bin, bilde ich mir ein, fett zu sein. Es ist genau ins andre Extrem umgeschlagen.

Zu der nächsten Frage: Ja, ich hab schon oft nicht nette Sachen an den Kopf geworfen gekriegt. Eben, weil ich dick war. Noch dazu hatte ich früher sehr stark Neurodermitis, was mir in der Schulzeit fiese Spitznamen, wie z.B. "Schuppen-*****" (+ein vulgärer Ausdrück für das weibliche Geschlechtsorgan ) Ich war generell ein Mobbing Opfer in der Schulzeit und hatte nur 2,3 gute Freunde in der Klasse.
Kindheitstrauma... naja, ich bin ohne meinen leiblichen Vater aufgewachsen.
Meine Mutter war mit mir allein erziehend. Ich war 9 Jahre lang Einzelkind, dann lernte meine Mutter einen neuen Mann kennen, heiratete ihn und ich bekam im Zeitraum von 1996-2001 3 Geschwister. Als meine Schwester zur Welt kam, war es eine sehr starke Umstellung für mich, weil ich plötzlich merkte, dass ich nicht mehr die Nr. 1 bin. (Wurde vor allem von meiner Oma, bei der ich 4 Jahre wohnte, sehr verhätschelt).
Meine Schwester stand jetzt im Mittelpunkt und ich fühlte mich oft wie das 5. Rad am Wagen. Im selben Jahr wurde ich auch aus meiner vertrauten Umgebung (bei meiner Oma) rausgerissen und zog mit meinem Stiefvater, meiner Mutter und meiner Schwester um, es war ein komplett neues Leben für mich. Die Situation wurde für mich noch "schlimmer" als meine beiden Brüder auf die Welt kamen. Ich verstehe mich mit meinen Geschwistern, die inzwischen 11, 8 und 6 sind super, in meiner Teeniezeit war es jedoch furchtbar. Ich musste oft Babysitter spielen, konnte mit den Kleinen nicht umgehen, war der Sündenbock, wenn sie etwas anstellten und ich grade nicht hingeguckt hab und war ja sowieso an allem schuld. (eigentlich das typische Geschwister-Szenario )

Die ganze Situation hat sich inzwischen normalisiert. Ich wohne immer noch zuhause, weil ich noch kein eigenes Einkommen habe, das Familienleben sieht aber weitaus entspannter aus als damals.
Ich habe diesen Sommer meine Ausbildung abgeschlossen (staatliche Englisch-Übersetzerin) und bin derzeit als arbeitsuchend gemeldet. Ich muss dazu sagen, dass ich unter einer Angststörung leide (regelmäßige Panikattacken, permanente Angstzustände, Krankheitsängste...) und deswegen ende Januar in eine psychosomatische Fachklinik gehe. Wegen der Angst habe ich mir auch noch keinen Job suchen können, ich will das erst in den Griff bekommen.

So, das war jetzt ein kleiner Überblick über mein Leben

Liebe Grüße!!

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17. Oktober 2007 um 11:43
In Antwort auf keeley_12679475

...
Hi & vielen dank erstmal für eure Antworten!!

tja, wo soll ich anfangen...
ja, von dieser narzistischen persönlichkeitsstörung hab ich auch schon mal was gehört und mich auch schon im internet darüber kundig gemacht. es gibt schon einige aspekte, die da mit meinem verhalten übereinstimmen. was aber gar nicht übereinstimmt, sind solche sachen wie, dass die betroffenen alle aufmerksamkeit auf sich richten wollen, egoistisch sind, sich selbst in den vordergrund stellen und sich nicht um andere kümmern.
Ich mache mir eher immer übermäßige sorgen um mir nahestehende menschen, also um deren gesundheit, arbeitsleben etc. ... ich bin eigentlich immer sehr fürsorglich meinen mitmenschen gegenüber, habe immer ein ohr für leute, versuche ihnen mit problemen zu helfen und sie aufzubauen, wenn es ihnen schlecht geht. ich bin auch ein sehr einfühlsamer mensch und kann mich gut in andre reinversetzen. also das würd ich mal von mir selber sagen
Dass ich Kritik nicht vertrage stimmt. Wenn mich jemand negativ kritisiert, rege ich mich so sehr auf, dass ich fast eine Panikattacke bekomme
ich bin aber absolut nicht der typ mensch, der immer im mittelpunkt stehen muss. im gegenteil. ich bin total bescheiden was fähigkeiten von mir angeht, die ich eigentlich gut kann, unterschätze mich oft selbst und es ist mir ganz ehrlich total unangenehm, wenn ich im mittelpunkt stehe und alle augen auf mich gerichtet sind. das ist absolut nicht meine welt. viele meiner mitmenschen meinen auch, dass ich zu wenig selbstbewusstsein hätte und mich vieles nicht traue.

Ja, ich weiß auch nicht. es gibt tage, da fühle ich mich attraktiv und tage, da könnte ich grad mit ner papiertüte überm kopf durch die gegend laufen. Und so richtig eingebildet bin ich nicht, auch wenns auf andre so wirkt. Ich denke auch immer, warum halten die mich für eingebildet, ich mein, man sieht doch, dass ich dazu keinen Grund hab....

Ja, vielleicht ist mein Verhalten unreif für ne 20jährige, aber wenn ich es halt so empfinde, kann ich ja auch nichts dafür. Eine gute Freundin von mir hat den gleichen "ich-bin-hässlich-&-fett-Komplex" und ist auch 20. Ich denke, auch "ältere" Frauen kommen immer mal wieder in so eine Selbstbewusstseins-Krise.

Nun zu den Fragen: Ich hatte genau die gleichen Komplexe schon in meiner Teenagerzeit. Es hat schon mit 12,13 angefangen. Ich glaube, dass ich eine Art falsche Wahrnehmung von meinem Körper bekommen habe. Ich war ja lange Zeit übergewichtig und das Problem war: ich konnte es mir nicht eingestehen. Ich habs gar nicht realisiert. Ich hab mir vor dem Spiegel immer eingeredet, ich sei noch im Bereich des Normalen. Dabei war ich wirklich FETT. Ich hab mir eingebildet schlank zu sein, obwohls ich nicht war. Insgeheim wusste ich irgendwo, dass dem nicht so ist, trotzdem konnt ichs nicht ganz einsehen.
Bis zu einem Tag, wo ich ins Schwimmbad wollte und festgestellt hab, dass ich in meinem Badeanzug ausseh wie ein Grönlandwal in Neoprenanzug (ok ein bisschen übertrieben). Jedenfalls hab ich dann radikal abgenommen. 30kg innerhalb 9 Monaten (hab ich glaub ich schon erwähnt).
Und jetzt, wo ich relativ schlank bin, bilde ich mir ein, fett zu sein. Es ist genau ins andre Extrem umgeschlagen.

Zu der nächsten Frage: Ja, ich hab schon oft nicht nette Sachen an den Kopf geworfen gekriegt. Eben, weil ich dick war. Noch dazu hatte ich früher sehr stark Neurodermitis, was mir in der Schulzeit fiese Spitznamen, wie z.B. "Schuppen-*****" (+ein vulgärer Ausdrück für das weibliche Geschlechtsorgan ) Ich war generell ein Mobbing Opfer in der Schulzeit und hatte nur 2,3 gute Freunde in der Klasse.
Kindheitstrauma... naja, ich bin ohne meinen leiblichen Vater aufgewachsen.
Meine Mutter war mit mir allein erziehend. Ich war 9 Jahre lang Einzelkind, dann lernte meine Mutter einen neuen Mann kennen, heiratete ihn und ich bekam im Zeitraum von 1996-2001 3 Geschwister. Als meine Schwester zur Welt kam, war es eine sehr starke Umstellung für mich, weil ich plötzlich merkte, dass ich nicht mehr die Nr. 1 bin. (Wurde vor allem von meiner Oma, bei der ich 4 Jahre wohnte, sehr verhätschelt).
Meine Schwester stand jetzt im Mittelpunkt und ich fühlte mich oft wie das 5. Rad am Wagen. Im selben Jahr wurde ich auch aus meiner vertrauten Umgebung (bei meiner Oma) rausgerissen und zog mit meinem Stiefvater, meiner Mutter und meiner Schwester um, es war ein komplett neues Leben für mich. Die Situation wurde für mich noch "schlimmer" als meine beiden Brüder auf die Welt kamen. Ich verstehe mich mit meinen Geschwistern, die inzwischen 11, 8 und 6 sind super, in meiner Teeniezeit war es jedoch furchtbar. Ich musste oft Babysitter spielen, konnte mit den Kleinen nicht umgehen, war der Sündenbock, wenn sie etwas anstellten und ich grade nicht hingeguckt hab und war ja sowieso an allem schuld. (eigentlich das typische Geschwister-Szenario )

Die ganze Situation hat sich inzwischen normalisiert. Ich wohne immer noch zuhause, weil ich noch kein eigenes Einkommen habe, das Familienleben sieht aber weitaus entspannter aus als damals.
Ich habe diesen Sommer meine Ausbildung abgeschlossen (staatliche Englisch-Übersetzerin) und bin derzeit als arbeitsuchend gemeldet. Ich muss dazu sagen, dass ich unter einer Angststörung leide (regelmäßige Panikattacken, permanente Angstzustände, Krankheitsängste...) und deswegen ende Januar in eine psychosomatische Fachklinik gehe. Wegen der Angst habe ich mir auch noch keinen Job suchen können, ich will das erst in den Griff bekommen.

So, das war jetzt ein kleiner Überblick über mein Leben

Liebe Grüße!!

Nun..
da hast du wirklich starke Schicksalsschläge -am eigenen Körper- erlebt.

Da du dich davor mit Sicherheit, mit einem Psychologen deines Vertrauens über deine Probleme auseinander gesetzt hast und er/sie dir geraten hat, in eine psychosom. Klinik zu gehen, denke ich, ist dies der einzig richtige Schritt.

Deine Ursachen und Ängste sind tief verwurzelt, du hast im Kindesalter das Trauma erlebt, zurückgesetzt wurden zu sein. Davor warst du der Mittelpunkt und dann kam deine Schwester und deine weiteren Geschwister. Nun hast du Angst davor, dies wieder zu erleben und kämpfst praktisch mit aller "Gewalt" für Aufmerksamkeit.

Deine Vergangenheit muss aufgearbeitet und somit verarbeitet werden. Ich rate dir dringend in der Klinik deine Gefühle freien Lauf zu lassen und bitte höre auf den Rat der Ärzte, sieh ihre Ratschläge -nicht- als Kritik an deiner Person an, denn wenn du dich dagegen sträubst, wirst du noch sehr lange mit deinen Sorgen zu kämpfen haben. Öffne dich für die Therapie und seh den Endzustand, praktisch deine Gesundung und NICHT deine Krankheit, denn je mehr Gedanken du deinen Ängsten und Sorgen widmest um so schlimmer wird es.

Gerne möchte ich dir ein Buch empfehlen, welches unwahrscheinlich interessant ist und dich aus deiner Krise mit Sicherheit begleiten wird: Erhard Freitag - Die Macht Ihrer Gedanken / Kraftzentrale Unterbewußtsein.

Herzlichst
Susanne

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22. Februar 2008 um 21:37

Narzißtisch
Liebe Bienenbetoernerin,
die Psychiatrie hat für alles einen Krankheitsbegriff. Du kannst alles in die Krankheitsecke stecken. Jeder Psychiater kann dich jederzeit so psychisch krank diagnostizieren, dass du in der Psychiatrie landest.
Bis vor kurzem war die Gleichgeschlechtliche Liebe eine Krankheit.
Sich im Spiegel zu betrachten, es gibt nichts schöneres: Meine ... anschwellen zu sehen, finde ich antörnend.
Tagsüber trage ich manchmal Pampers, weil meine ... so schön warm und weich verpackt ist. Der Psychiater würde mich für sexuell gestört halten. Fast alles, was mir als Frau Spaß macht, hält die Kirchenpsychiatrie für krank.


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