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Finde es alles sinnlos

27. September 2014 um 14:56

Hallo liebe Gemeinde,
Habe hier schon viele Beiträge gelesen und mich entschlossen, auch mal mein eigenen Beitrag zu stellen.
Ich bin 30 Jahre, habe 2 tolle Kinder und einen Mann. Wir beide haben ein festes Arbeitsverhältnis, wobei ich einen Teilzeit Job habe.
Bei mir fing es alles vor einem Jahr an, ich habe mich immer mehr zurück gezogen, nur noch arbeiten, den Haushalt und was dazu anfällt. Habe mich auch von meinem Mann mehr und mehr distanziert , weil ich das Gefühl hatte, er macht mir auch nur arbeit. War nur noch am rotieren, Tag für Tag. Nach einer Weile fing ich an zu funktionieren. Habe dabei immer mehr Freude und Emotionen verloren. Bis ich gar keine Empfindungen mehr hatte. Ich stellte meine Beziehung in Frage, sprach es auch an und dann ging für mich der Teufelskreis erst richtig los. Natürlich war es ein Schock für mein Mann und überhaupt nicht nachvollziehbar wie Gefühle auf einmal weg sein konnten. Da ich gar nicht erklären konnte, was mit mir los ist, konnte ich ihm gar keine plausible Antwort geben. Da es für ihn unerträglich war habe ich mich 2 Monate sspäter von ihm getrennt. Als er ausgezogen war, brach ich emotional zusammen. Habe 2 bis 3 Tage durchgeweint. Ließ mich dann erst krank schreiben mit der Diagnose Depression. Da wir trotzdem Kontakt hatten, sah er natürlich wie schlecht es mir ging. Ich konnte ihm nicht mehr in die Augen sehen, musste sofort weinen. War dann beim Psychologen, der verschrieb mir Medis. Nach 3 Monaten erst habe ich mich etwas gefangen und gemerkt, wie wichtig mein Mann für mich ist. Wir kamen wieder zusammen, er unterstützt mich wo er kann. Aber trotzdem habe ich immer noch die Gedanken, wofür das alles? Heutzutage zählt nur noch Geld. Das menschliche bleibt auf der Strecke. Hatte eine Kur beantragt und wurde abgelehnt. Widerspruch auch. Kostet ja Geld. Bin jetzt immer noch krank geschrieben, aber gezwungen arbeiten zu gehen, weil das Krankengeld gerade mal 77% vom Lohn beträgt. Die Arbeit selbst hat für mich auch kein Sinn mehr. Wozu das alles? Der Mensch ist nur da um die Staatskasse zu füllen. Weiß gar nicht wie ichaaus diesem Gedankenkreis raus komme, kennt es denn noch jemand?
Liebe grüße Jessy

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28. September 2014 um 10:35

Kopf hoch
Hallo, erst mal toll das du dich hier getraut hast deine Probleme niederzuschreiben. Mir geht bzw. ging es ähnlich. Allerdings haben wir komplett andere Umstände. Da ich seit meiner Geburt Körperbehindert bin. bei mir passte eigentlich vieles, Job, Familie, und ich habe das Glück trotz Behinderung sehr selbständig zu sein. So bin ich tagsüber allein. Auch spiele ich seit 3 Jahren Schach. Aber die Sozialen Kontakte wurden immer weniger. Auch hatte ich mal ne Brieffreundin und mir mehr erhoft. Aber sie entschied sich für einen anderen. Und da ging es eigentlich bergab. Für nichts konnte ich mich begeistern. Eifersucht kam dann auch noch hinzu da mein Vater auch wieder eine Beziehung einging. (Ich schäme mich heute sehr dafür) Ich bekam mit der zeit Schlaf Probleme und habe eine Nacht mal gar nicht geschlafen! Ich redete mir ein die anderen sind Schuld und ich die arme Sau!! Das ist bei dir NICHT so! Heute ist nichts besser. Aber ich habe mich mal hinterfragt warum ich so negativ dachte und fühlte. Und keine Freunde mehr empfand... ich wollte es sicher irgendwo auch... und von selbstmietleid lebt man eine Zeitlang auch sehr gut... erst vor 2-3 Wochen habe ich mich wirklich mal wieder gefreut bin zum ersten mal mit dem Elektro Rollstuhl im Zug in die Stadt gefahren. Demnächst sehe ich James Blunt Live. Es tut mir leid das ich so wenig auf deine Situation eingegangen bin.. aber ich kann und will mich da nicht einmischen... aber ich glaube deine Familie kann und wird dir sehr viel Freunde bereiten... und an schlechten Tagen denke an die Toten hosen und das Lied steh auf wenn du am boden bist. Klar steht heute Geld hoch im Kurs aber es ist nicht alles! Wünsch dir alles gute! LG Bobby

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28. September 2014 um 22:39

Wofür wir menschen da sind?
Das musst du selbst entscheiden.
Natürlich verbringen wir eine lange Zeit unseres Lebens mit Arbeiten, wovon wir auch noch eine ordentliche Summe dem Staat abgeben müssen. Aber wie soll denn die Alternative dazu aussehen?

Blicken wir doch mal auf die ersten Menschen zurück. Damals musste man sich seine Nahrung selber jagen und sammeln, also arbeiten; gab es keine Beute, gabs nichts zu essen. Des Weiteren war man natürlich den Gefahren der Wildnis ausgesetzt. Die ersten Menschen mussten also um ihre Existenz hart kämpfen, und falls sie beispielsweise ein Musikinstrument haben wollen, mussten sie es sich selber bauen. Damals mussten die Menschen auch arbeiten.

Heute ist alles anders, aber auch irgendwie gleich. Wir müssen auch arbeiten; nicht für unsere Existenz (dank Sozialstaat), sondern für unseren Wohlstand (Musikinstrumente, etc.). Nach der Arbeit kommt das Vergnügen, die Freizeit, in der wir unser Leben genießen sollten.
Andere Menschen verwirklichen sich in ihrer Arbeit; das ist in unserer Gesellschaft für eine Frau mit Kindern jedoch so gut wie unmöglich (kaum Aufstiegschancen, Teilzeitbeschäftigung, KiTa-Platz Mangel).


Ich kann dir leider keinen Tipp geben, wie du in deinem Privatleben wieder glücklicher werden kannst.
Falls der Grund sein sollte, dass du kein Sinn für unsere Existenz siehst, dann gibt es da verschiedene Meinungen.
Religionen bieten Antworten auf diese Frage, andere glauben eher der Wissenschaft (das soll nicht wertend klingen).
Mein obiger Text bezieht sich auf die wissenschaftliche Variante und was ich mir daraus ableite.


MfG With

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