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Familie, Familie!

30. Januar 2012 um 13:46

Ich stürze mich direkt ins Thema: Alles was auf mütterlicher Seite zu meiner Familie gehört, ist Schrott.
Wir haben dort Kinderschänder, Alkoholiker, Personen die psychisch so abgewrackt sind, dass sie emotional als Menschen nicht mehr zu erkennen sind und Ähnliches.
Wenn meine Mutter irgendetwas richtig gemacht hat, dann war es ihre Entscheidung den Kontakt zu all diesen Menschen abzubrechen, als meine Großmama gestorben war.

Ein Problem, dass ich habe ist, dass ich deshalb auch seit gut sieben Jahren keinen Kontakt mehr zu meinem Cousin habe, damals war er fünf, heute also zwölf - er war wie ein kleiner Bruder für mich und ich vermisse ihn sehr. Dagegen kann ich nun nichts tun, da seine Mutter mir den Kontakt verbot und er zu sehr Mama-gebunden ist als dass er so große Geheimnisse halten könnte und würde, und ich möchte ihm so etwas auch nicht im Entferntesten abverlangen

- ein Treffen zu organisieren wäre also nur theoretisch möglich (Falls jemand eine Idee hat?) und zwar durch den nächsten und viel wichtigeren Punkt: Eine seiner Schwestern, meine Cousine quasi, ist mit zwölf (Vor besagten sieben Jahren!) bei ihrer Mutter weggezogen und in eine Jugend-Wohn-Gemeinschaft mit Betreuern gezogen. Danach war der Kontakt zwischen mir und ihr sehr brüchig, mal da, dann nicht - aber wenn wir beieinander waren waren wir stets wie beste Freunde, sind es heute noch.
Allerdings weiß ich inzwischen nicht mehr, wie ich ihr helfen kann. Sie ist früh genug dort ausgezogen, um nicht so drauf zu sein wie ihre fünf(?) Geschwister, aber trotzdem sehr... ich sage mal, anders als ich
Ich bin emotional und überhaupt sehr offen und meist aufgedreht, während sie reserviert bis zurückhaltend wirkt. Sie vermittelt den Eindruck, selbstbewusst zu sein, ist allerdings sehr unsicher was ihre Erscheinung und ihren Charakter angeht: "Soll ich hier und da mehr Gefühle zeigen, geht es mir gut, will ich das, was ich mache wirklich?" Sie ist derzeit in einer Ausbildung zum Heilerzieher und tut was sie kann, aber sie sagt, sie tut es nicht für sich. Im Gegenteil, sie tut das, um Anerkennung von ihren geschwistern und ihren Eltern (Die sich früh getrennt haben) zu erhalten.
Problem dabei ist, dass sie die niemals erhalten wird.
Ihre Mutter ist Borderliner und ruht sich auf dieser Diagnose aus, zwar arbeitet sie inzwischen als Rienigungskraft, allerdings ist sie sehr unordentlich (Die Bedinung meiner Cousine damals war, dass sie die Wohnung aufräumen solle, dann wäre sie zurückgezogen: Sie hat sie nicht erfüllt!) und sieht ihre Tochter als undankbar, egoistisch und herrisch an, sie behauptet das Mädchen sei gefühlskalt und hätte ihrer ganzen Familie damals das Herz gebrochen. Ihre Geschwister stimmen der Frau dabei zu, sie tun alles für meine Tante und ignorieren völlig, wie viel meine Cousine tatsächlich tut.

Sie aber glaubt zunehmend was ihre Familie behauptet, da sie im letzten Jahr Probleme mit dem BaFöG hatte und deshalb abwechselnd in den Wohnungen ihrer Geschwister lebte. Sie will es zurückzahlen sobald alles klappt und ist momentan auch dabei, ihre Schulden zu tilgen, während sie dort wohnte hat sie die Hausarbeiten erledigt und sich um Kinder gekümmert, falls welche da waren. Alle weinen sich bei ihr aus, wenn es Probleme gibt, weil sie "die Einzige ist die psychisch stabil ist", deshalb solle sie auch Rücksicht auf ihre Geschwister nehmen. Das alles ist einfach krass!

Ihr Vater verließ vor Kurzem ihre Stiefmutter und ihre Halbschwester, nach einem Burnout kam die Midlife-crysis (Wenns so geschrieben wird) und jetzt ist er mit einem Mädchen zusammen dass jünger ist als meine Cousine selbst.

Nun gehöre ich zu ihrem engsten Vertrautenkreis und würde ihr gern helfen, aber ich kann scheinbar nichts tun als ihr sagen, dass sie aufhören soll für die anderen zu arbeiten und sich an ihrem eigenen Leben orientieren soll, dass sie stolz auf sich sein kann und dass ich es bin, genau wie meine Mutter und der Rest ihrer Freunde- ich kann sie in den Arm nehmen und sie sich beruhigen lassen, falls ihre Tränen sie doch mal übermannen, aber sie will das alles gar nicht hören - vor kurzem hat sie sich gegen den Kontakt ihres Vaters entschieden, weil er sie vor seiner neuen Freundin leugnete, und auch gegen den Kontakt zu einer ihrer Schwestern - nur ihre Nichte hält sie davon ab Reißaus zu nehmen. Den Kontakt zu ihrer Mutter will sie wegen ihrem kleinen Bruder (Der, von dem am Anfang die Rede war) nicht abrechen und den zu ihrer Stiefmutter (die immer mal wieder ganz schön Mist baut) nicht wegen ihrer Halbschwester - und das kann ich auch alles nachvollziehen. Aber bleibt ihr überhaupt noch etwas zu tun??

Liebste Grüße und danke für eventuelle Ratschläge.

PS: Psychologische Hilfe lehnt sie grundsätzlich ab, sie glaubt auch, mit ihr sei alles in bester Ordnung, obwohl sie zugibt dass sie immer öfter Wellen der Hoffnungslosigkeit überkommen.... Zusätzlich steckt sie schon wieder in einem Mietdebakel da die ArGe mal wieder mit den eigenen Berechnungen nicht klar kommt.

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30. Januar 2012 um 13:49

Insider Scherz meiner Familie an dieser Stelle...
"In anderen Familien wird man ausgestoßen weil man alles falsch macht, kein Job, keine Ausbildung, keine Wohnung scheiß Partner und ein Kind - bei meiner Tante ist es andersrum"

Traurig aber wahr - Man sollte stolz auf sie sein, was sie alles geschafft hat!!

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10. April 2012 um 10:53

Das klingt einfacher..
als es ist! Denn meine Cousine ist derzeit gleichzeitig meine beste Freundin - sie bedeutet mir sehr, sehr viel und ich weiß, dass sie mich braucht. Ich muss irgendetwas tun, denn wenn sich nichts ändert, dass weiß ich, geht sie daran kaputt.

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11. April 2012 um 10:12

Helfersyndrom....
Ich glaube nicht, dass ich das kann - aufhören irgendwas zu tun- denn wie schon gesagt ist sie eine mir sehr, sehr wichtige Person, und dabei gleichzeitig eine der einzigen Personen aus meiner Familie zu der ich überhaupt richtig Kontakt habe- zu gucken wies ihr immer schlechter geht weil sie sich da verrennt kann ich einfach nicht, und den Kontakt zu reduzieren oder gar abzubrechen ... Daran denke ich erst gar nicht.

Sie weiß doch offensichtlich nicht einmal, dass sie Hilfe braucht... Es muss doch einen Weg geben sie darauf aufmerksam zu machen.... Ab wann ist ein Mensch denn soweit, dass er erkennt dass er an seine Grenzen gekommen ist, wenn er es sich von anderen nicht sagen lässt? :/


ich weiß dass es nicht gut ist jemandem helfen zu wollen wenn man bereits weiß dass man höchstwahrscheinlich nur selbst mit in den Sumpf gezogen wird und habe inzwischen eigentlich auch schon gelernt, mich dann, wenn es drauf ankommt von diesen Menschen zu entfernen... Aber bei ihr werde ich das nicht tun - sie ist meine Cousine und meine beste Freundin - sie ist mehr als Verwandschaft und gleichzeitig mehr als nur irgendeine Freundin - sie ist quasi wie eine Schwester für mich und ich kann ihr einfach nicht dabei zu sehen Wie sie an sich selbst und unserer bescheuerten Familie kaputt geht.

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11. April 2012 um 10:20

Und es gibt noch ein update uund...
Eine wichtige Verbesserung!!
also inzwischen hat sie den Kontakt zu allen wieder. Aber das ist nicht gut. Geld Probleme hat sie jetzt auch noch...
naja
und wichtig ist... Sie jammert nicht. Alles was sie redet tut sie in schwachen Momenten, bei denen ich zufällig anwesend bin. Die dauern so fünf Minuten und das sind so kleine ausraster, die sich schnell wieder legen als wäre nie was gewesen - aber sie würde niemals irgendwie jammern, dann fühlt sie sich nämlich schlecht.

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