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Evtl. Trigger: Bitte, ich brauche Hilfe! Was kann ich tun?

31. März 2013 um 17:14

Hallo liebe Leser!

Das hier ist mein erster Beitrag, den ich veröffentliche und es tut mir leid, wenn dieser Text hier anstößig ist und dieser evtl. triggert.
Ich fände es echt super lieb von euch, wenn mir jemand eine Antwort geben könnte, oder einen Vorschlag, was ich jetzt tun könnte. Mittlerweile bin ich 15 Jahre alt und wurde mit 12 Jahren vergewaltigt.

Mein 12. Lebensjahr war ein Jahr, indem ich sehr anfällig und kränklich war. Anfang des Jahres wurde ich im Reitstall von einem Pferd in den Finger gebissen, es hatte mir den Fingernagel zertrümmert und mir die Fingerkuppe ordentlich zerbissen. fast 3 Monate danach musste ich regelmäßig zu meinem Hausarzt, da der Finger kontrolliert und neu verarztet werden musste. Meist bin ich zu Fuß zu diesem gegangen, da es nur 20 Minuten Fußweg waren, der Arzt war ein Stadtviertel weiter. Dieser Weg führte durch einen sehr abgelegenen Teil. An einem Tag ging ich an einem mir merkwürdigen Kerl, so mitte 20, vorbei, ich dachte mir: "na gut, hab keine Angst, geh einfach weiter.". Gedacht, getan. Jetzt im Nachhinein mache ich mir Vorwürfe, warum ich nicht einfach auf mein Bauchgefühl gehört habe und umgekehrt bin. Jedenfalls gin ich in schnellen Schritten an ihm vorbei, als ich ihn hinter mir wahrnahm, wie er mir nachkam. Er sagte einschüchternde Dinge, doch ich lief einfach weiter, denn ich hatte Angst. Ich weiß noch, dass ich mich von dem Moment an, andem er mich am Arm packte und ins Feld zerrte, nicht mehr wehren konnte, auch nicht geschrien habe, da ich so eine Angst gehabt hatte. Mir kamen diese Minuten wie eine Ewigkeit vor, bis er schließlich wegrannte. Nach einer Weile, als ich sicher war, dass der Kerl nicht mehr da sei, lief ich nach Hause, da ich, wäre ich zum Arzt gegangen, den Weg wieder hätte Heim gehen müssen.
Dieses Erlebnis habe ich bis zu meinen 14. Lebensjahr weitgehend verdrängt, doch mit 14 lernte ich meinen 1. Freund kennen. Als er eines Nachmittags bei mir war und wir einen Film sahen, lag ich bei ihm. Bei einer Filmszene strich er mir über die Wange und mit einem Schlag wurde mir wieder alles bewusst, mir gingen die Bilder von jenem Tag durch den Kopf, ich schrie und weinte, wehrte mich, um meinen Freund bloß aus meiner Reichweite zu bekommen, er, der Natürlich nicht verstand, was los war.
Da ich mich mit diesen Bildern aus meinem 12. Lebensjahr völlig mit einer Beziehung überfordert fühlte, machte ich mit ihm schluss.
Seit mir das Erlebnis mit 14 wieder bewusst geworden war, begann ich mich zu ritzen, nichts zu essen, mit allen Mitteln zu versuchen, diese Erinnerungen zu vergessen. Da ich auch nie ein so gutes Verhältnis zu meinem Bruder oder meinem Eltern hatte, hatte ich nie jemandem von meiner Vergewaltigung erzählt, denn ich hatte durch das Ritzen und die Magersucht einige sehr gute Freunde verloren und fühlte mich allein, blockte jedoch auch jeden Annäherungsversuch ab. Auch kam ich ab da nicht mehr gut an's Schlafen.
Das Ritzen und die Nahrungsverweigerung war der Ausschlaggeber mich zu einer Psychologin zu schicken, die im meinem Falle Magersucht und Borderline diagnostizierte. Sie besuche ich immer noch einmal die Woche.
Momentan habe ich wieder meine Schwierigkeiten im Alltag, bin oft launisch, weil ich nicht schlafen kann, da ich solche Angst vor den Alpträumen, die meist um das Erlenis kreisen, habe und will endlich verstanden werden. Doch zu meinen Eltern will ich nicht gehen, da die sich eh nur unnötig sorgen würden, ich ihnen das nicht erzählen kann / mag und ich kein gutes Verhältnis zu ihnen habe. Meine Psychologin steht auch außer Frage, da sie das, wenn ich es ihr sagen würde, meinen Eltern erzählen würde. Außerdem habe ich sie ja die ganze Zeit über belogen, was mich betrifft, da ich ihr dies verschwiegen habe. Zu meiner besten Freundin würde ich gehen, aber ich will sie nicht mit meinem Kram unnötig belasten und warscheinlich würde sie das eh nicht verstehen und ich will sie nicht verlieren...
Also bitte ich euch, vielleicht sind ja unter euch Betroffene, die mir irgendwie helfen können, ich weiß echt nicht weiter und würde es so gerne jemanden anvertrauen.


Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben, sich dies hier durchzulesen, ich hoffe, es war kein Trigger für irgendjemanden. Auch wäre ich dankbar, wenn ihr mir Antworten geben könntet, das wäre echt total lieb.

Viele Grüße,
juliecookielove

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31. März 2013 um 22:00

Mein aufrichtiges Mitleid...
... würde dich am liebsten ganz fest drücken.

Red mit deiner Psychologin drüber. Sie unterliegt der Schweigepflicht. Oder nimm einen anderen Experten, da gibt es solche "Kummertelefone", auch für Opfer wie dich. Die Leute wissen, wie man mit sowas umgeht.

Und ganz, ganz wichtig, auch wenn es dir sehr, sehr schwerfällt: Rede mit jemandem. DU musst dich für nichts schämen, du bist diejenige, die gedrückt werden sollte.

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