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Essgeräusche

10. Juni um 17:34

Hallo zusammen,

Ich habe ein gefühlt etwas ungewöhnliches Problem.
Ich habe große Schwierigkeiten mit bestimmten Geräuschen.
Angefangen hat es mit Essgeräuschen (Die machen mir auch jetzt noch die größten Sorgen). Wenn Menschen in meiner Gegenwart essen, zieht sich in mir alles zusammen, ich kriege ein ganz seltsames agressives Gefühl und möchte am liebesten um mich schlagen. Ich kann mich in diesen Momenten dann auf nichts anderes konzentrieren. Ich höre nur noch Kiefer-Bewegungen, Zähne aufeinander und Spucke, die Essen zersetzt..
Es ist nicht immer und nicht bei allen gleich schlimm. Die Menschen müssen allerdings nicht besonders komisch essen, die meisten essen einfach ganz normal. Ich bin mir auch bewusst, dass mein eigenes Essen nicht viel besser klingen wird, daran zu denken hilft aber leider auch nicht.
Mittlerweile hat sich dieses Phänomen auch auf andere Geräusche ausgeweitet.. komisches Rumgetippe mit den Fingern, ungewöhnliches Atmen, quietschige oder piepende Geräusche.
Vielleicht kennt ja zufällig jemand dieses Problem und hat eine Lösung gefunden, damit umzugehen und solche sozialen Situationen wieder erträglich zu machen.

Vielen Dank für euren Rat.
Viele Grüße,
Filo

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10. Juni um 18:28
In Antwort auf filomena.findeisen

Hallo zusammen,

Ich habe ein gefühlt etwas ungewöhnliches Problem.
Ich habe große Schwierigkeiten mit bestimmten Geräuschen.
Angefangen hat es mit Essgeräuschen (Die machen mir auch jetzt noch die größten Sorgen). Wenn Menschen in meiner Gegenwart essen, zieht sich in mir alles zusammen, ich kriege ein ganz seltsames agressives Gefühl und möchte am liebesten um mich schlagen. Ich kann mich in diesen Momenten dann auf nichts anderes konzentrieren. Ich höre nur noch Kiefer-Bewegungen, Zähne aufeinander und Spucke, die Essen zersetzt..
Es ist nicht immer und nicht bei allen gleich schlimm. Die Menschen müssen allerdings nicht besonders komisch essen, die meisten essen einfach ganz normal. Ich bin mir auch bewusst, dass mein eigenes Essen nicht viel besser klingen wird, daran zu denken hilft aber leider auch nicht.
Mittlerweile hat sich dieses Phänomen auch auf andere Geräusche ausgeweitet.. komisches Rumgetippe mit den Fingern, ungewöhnliches Atmen, quietschige oder piepende Geräusche.
Vielleicht kennt ja zufällig jemand dieses Problem und hat eine Lösung gefunden, damit umzugehen und solche sozialen Situationen wieder erträglich zu machen.

Vielen Dank für euren Rat.
Viele Grüße,
Filo

Das hoert sich nach Misophonie an. Les doch mal was drueber. 

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10. Juni um 18:55

weißt du noch wann es damit begonnen hat? der beginn ist häufig ein wichtiger Punkt bei der bekämpfung solcher psychologischen Probleme.
U.a. hat es auch damit zu tun, dass man sich in diese probleme reinsteigert, was dazu führt dass man sie fokussiert und sie dadurch immer schlimmer werden. du müsstest also gezielt trainieren dich in diesen situationen mit solchen "ekel" gedanken zu beschäftigen, sondern gezielt denken, dass du eben auch so isst und das es normal ist, und dass wir nun mal auch animalisch sind usw. und zugegeben bei manchen ist es nun mal auch eklig.

da du ja gesagt hast, dass sich das auch auf andere geräusche umgewelzt hat, liegt an deiner psyche die sich immer damit beschäftig hat und du dich darin reingesteigert hast, siehe oben.
Ich hatte auch etwas mit reinsteigerung, aber in einem anderen gebiet, daher kenn ich das Thema der psyche gut.

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11. Juni um 8:37
In Antwort auf filomena.findeisen

Hallo zusammen,

Ich habe ein gefühlt etwas ungewöhnliches Problem.
Ich habe große Schwierigkeiten mit bestimmten Geräuschen.
Angefangen hat es mit Essgeräuschen (Die machen mir auch jetzt noch die größten Sorgen). Wenn Menschen in meiner Gegenwart essen, zieht sich in mir alles zusammen, ich kriege ein ganz seltsames agressives Gefühl und möchte am liebesten um mich schlagen. Ich kann mich in diesen Momenten dann auf nichts anderes konzentrieren. Ich höre nur noch Kiefer-Bewegungen, Zähne aufeinander und Spucke, die Essen zersetzt..
Es ist nicht immer und nicht bei allen gleich schlimm. Die Menschen müssen allerdings nicht besonders komisch essen, die meisten essen einfach ganz normal. Ich bin mir auch bewusst, dass mein eigenes Essen nicht viel besser klingen wird, daran zu denken hilft aber leider auch nicht.
Mittlerweile hat sich dieses Phänomen auch auf andere Geräusche ausgeweitet.. komisches Rumgetippe mit den Fingern, ungewöhnliches Atmen, quietschige oder piepende Geräusche.
Vielleicht kennt ja zufällig jemand dieses Problem und hat eine Lösung gefunden, damit umzugehen und solche sozialen Situationen wieder erträglich zu machen.

Vielen Dank für euren Rat.
Viele Grüße,
Filo

so selten ist das denke ich gar nicht. Ich denke, die meisten Betroffenen trauen sich nur nicht, so etwas auszusprechen, aus Angst vor den "PlemPlem"-Reaktionen
Ich kenne aber schon mal allein mehrere Menschen, bei denen das auftritt, bei mir selbst manchmal auch, allerdings hat es bei mir einen klaren Kontext, es tritt nur auf, wenn ich mich stark gestresst fühle und / oder sehr, sehr erschöpft.
Ich hatte sowas in Erinnerung und habe deswegen gerade noch mal bei wikipedia nachgeschlagen (thx @evaeden für das richtige Stichwort!), dass die starke emotionale Reaktion (was meistens Wut und damit auch ungewöhnliche Aggressivität ist), damit zusammen hängt, dass es gleiche Hirnareale sind, die das verarbeiten - wenn dort eine Störung auftritt, "schwappt das über".


Als Ansätze, damit umzugehen kenne ich Konditionierung und Achtsamkeitstraining, ich selbst nutze eher die Techniken, die ich eh habe, um meine Emotionen zu blocken / zu kontrollieren.

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11. Juni um 10:25
In Antwort auf evaeden

Das hoert sich nach Misophonie an. Les doch mal was drueber. 

Ja, dieser Meinung bin ich auch.
Hier mal ein Artikel über Misophonie zum Einstieg:

http://www.allgemeine-zeitung.de/vermischtes/leben-und-wissen/misophonie-wenn-geraeusche-wuetend-machen_16718979.htm

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11. Juni um 10:29
In Antwort auf avarrassterne1

so selten ist das denke ich gar nicht. Ich denke, die meisten Betroffenen trauen sich nur nicht, so etwas auszusprechen, aus Angst vor den "PlemPlem"-Reaktionen
Ich kenne aber schon mal allein mehrere Menschen, bei denen das auftritt, bei mir selbst manchmal auch, allerdings hat es bei mir einen klaren Kontext, es tritt nur auf, wenn ich mich stark gestresst fühle und / oder sehr, sehr erschöpft.
Ich hatte sowas in Erinnerung und habe deswegen gerade noch mal bei wikipedia nachgeschlagen (thx @evaeden für das richtige Stichwort!), dass die starke emotionale Reaktion (was meistens Wut und damit auch ungewöhnliche Aggressivität ist), damit zusammen hängt, dass es gleiche Hirnareale sind, die das verarbeiten - wenn dort eine Störung auftritt, "schwappt das über".


Als Ansätze, damit umzugehen kenne ich Konditionierung und Achtsamkeitstraining, ich selbst nutze eher die Techniken, die ich eh habe, um meine Emotionen zu blocken / zu kontrollieren.

Ich denke, dass einen gewisse Geräusche nerven, ist sogar sehr weit verbreitet.

Ich habe Misophonie auch gerade nachgelesen und mir fiel auf, dass mich ein paar der da aufgelisteten Geräusche auch unglaublich nerven. Allerdings nicht so sehr, dass ich mich dann zurückziehen würde oder beginne, meinen Alltag unzustrukturieren, um diesen Geräuschen aus dem Weg zu gehen. Und das ist auch die Grenze, bei der normales Genervtsein zur Misophonie wird.
 

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11. Juni um 12:57
In Antwort auf truth-lies

Ich denke, dass einen gewisse Geräusche nerven, ist sogar sehr weit verbreitet.

Ich habe Misophonie auch gerade nachgelesen und mir fiel auf, dass mich ein paar der da aufgelisteten Geräusche auch unglaublich nerven. Allerdings nicht so sehr, dass ich mich dann zurückziehen würde oder beginne, meinen Alltag unzustrukturieren, um diesen Geräuschen aus dem Weg zu gehen. Und das ist auch die Grenze, bei der normales Genervtsein zur Misophonie wird.
 

bei mir sind es wenn dann auch die Essensgeräusche.
Zwar nur, wenn ich generell schon alles andere als "auf der Höhe" bin, aber dann so stark, dass ich alles verfügbare an Selbstbeherrschung zusammen fegen muss, um nicht grund solide auszuticken.

Wenn es zu schlimm wird, flüchte ich auch aus der Situation, ja.

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11. Juni um 16:24
In Antwort auf avarrassterne1

so selten ist das denke ich gar nicht. Ich denke, die meisten Betroffenen trauen sich nur nicht, so etwas auszusprechen, aus Angst vor den "PlemPlem"-Reaktionen
Ich kenne aber schon mal allein mehrere Menschen, bei denen das auftritt, bei mir selbst manchmal auch, allerdings hat es bei mir einen klaren Kontext, es tritt nur auf, wenn ich mich stark gestresst fühle und / oder sehr, sehr erschöpft.
Ich hatte sowas in Erinnerung und habe deswegen gerade noch mal bei wikipedia nachgeschlagen (thx @evaeden für das richtige Stichwort!), dass die starke emotionale Reaktion (was meistens Wut und damit auch ungewöhnliche Aggressivität ist), damit zusammen hängt, dass es gleiche Hirnareale sind, die das verarbeiten - wenn dort eine Störung auftritt, "schwappt das über".


Als Ansätze, damit umzugehen kenne ich Konditionierung und Achtsamkeitstraining, ich selbst nutze eher die Techniken, die ich eh habe, um meine Emotionen zu blocken / zu kontrollieren.

Ich bin ja auch empfindlich was Essgeraeusche angeht. Besonders Kaugummi kauen mit Geräuschen kann mich um den Verstand bringen. 

Bei meinem letzten Besuch bei der Kosmetikerin hat diese so laut ihren Kaugummi gekaut....ich haette ausrasten koennen. Aber das ist auch wirklich unprofessional und das sind einfach schlechte Manieren.

Ich habe einige Jahre mit schwerbehinderten Kindern gearbeitet. Die haben beim Essen und auch so wirklich viele, laute und oft extreme Geräusche gemacht. Das hat mich aber nie gestoert. 

Ich fand das immer interessant. 

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11. Juni um 16:54
In Antwort auf truth-lies

Ja, dieser Meinung bin ich auch.
Hier mal ein Artikel über Misophonie zum Einstieg:

http://www.allgemeine-zeitung.de/vermischtes/leben-und-wissen/misophonie-wenn-geraeusche-wuetend-machen_16718979.htm

Hey vielen Dank für die vielen Antworten!

Ja der Begriff hat mir gefehlt. Genau das ist es! Eben das es eine aggressives Gefühl ist und keine Angst oder nur "ekel". Auch das es besonders körperlich ist trifft genau zu.

Aber leider steht da nirgendwo so richtig, was ich dagegen tun kann.

@avarrassterne1 führt Achtsamkeitstraining nicht noch mehr dazu, dass ich solche Geräusche wahrnehmen? Oder stelle ich mir darunter jetzt was falsches vor?
Ja bei mir ist es auch wesentlich schlimmer, wenn ich nicht so gut drauf bin das stimmt.
Ich fliehe auch manchmal aus den Situationen aber meistens empfinde ich das als so unhöflich, dass ich durchhalte und danach starke Nacken- und Kopfschmerzen habe :/
Meine Familie weiß das und dort machen wir dann manchmal das Radio zum essen an, wenn ich zu besuch bin, das Hilft ein klein wenig.

@dawnclaude Ich weiß nicht mehr so richtig gut, wann es angefangen hat. Ich glaube vor ungefähr 6 Jahren..zumindest so dass es mir störend aufgefallen ist.

 

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11. Juni um 17:02
In Antwort auf filomena.findeisen

Hey vielen Dank für die vielen Antworten!

Ja der Begriff hat mir gefehlt. Genau das ist es! Eben das es eine aggressives Gefühl ist und keine Angst oder nur "ekel". Auch das es besonders körperlich ist trifft genau zu.

Aber leider steht da nirgendwo so richtig, was ich dagegen tun kann.

@avarrassterne1 führt Achtsamkeitstraining nicht noch mehr dazu, dass ich solche Geräusche wahrnehmen? Oder stelle ich mir darunter jetzt was falsches vor?
Ja bei mir ist es auch wesentlich schlimmer, wenn ich nicht so gut drauf bin das stimmt.
Ich fliehe auch manchmal aus den Situationen aber meistens empfinde ich das als so unhöflich, dass ich durchhalte und danach starke Nacken- und Kopfschmerzen habe :/
Meine Familie weiß das und dort machen wir dann manchmal das Radio zum essen an, wenn ich zu besuch bin, das Hilft ein klein wenig.

@dawnclaude Ich weiß nicht mehr so richtig gut, wann es angefangen hat. Ich glaube vor ungefähr 6 Jahren..zumindest so dass es mir störend aufgefallen ist.

 

ich habe auf die harte Tour gelernt, dass "unhöflich" manchmal das kleine Übel ist. Und mal ehrlich, wie sicher bist Du Dir, dass es starke Kopfschmerzen wert ist? Menschen sind in solchen Dingen (also der Frage, dass da auch jemand rausgeht, bevor das Essen fertig verzehrt ist) oft toleranter, als man annimmt. Zu erwarten, dass jemand starke Kopfschmerzen in Kauf nimmt, damit ich nicht die Augenbraue heben muss, weil er eher vom Tisch aufsteht als mir genehm ist, wäre jedenfalls sicherlich auch NICHT höflich, oder?

Beim Achtsamkeitstraining geht es eher um bewußte und kontrollierte Wahrnehmung.
Beispielsweise darum, dass Du keinen "Tunnel" mehr bildest und sich Deine Wahrnehmung im wesentlich auf dieses eine DING reduziert, womit es natürlich so herrlich betont wird und besonders gut zur Geltung kommt - Du weißt, was ich meine, oder?

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11. Juni um 17:08
In Antwort auf avarrassterne1

ich habe auf die harte Tour gelernt, dass "unhöflich" manchmal das kleine Übel ist. Und mal ehrlich, wie sicher bist Du Dir, dass es starke Kopfschmerzen wert ist? Menschen sind in solchen Dingen (also der Frage, dass da auch jemand rausgeht, bevor das Essen fertig verzehrt ist) oft toleranter, als man annimmt. Zu erwarten, dass jemand starke Kopfschmerzen in Kauf nimmt, damit ich nicht die Augenbraue heben muss, weil er eher vom Tisch aufsteht als mir genehm ist, wäre jedenfalls sicherlich auch NICHT höflich, oder?

Beim Achtsamkeitstraining geht es eher um bewußte und kontrollierte Wahrnehmung.
Beispielsweise darum, dass Du keinen "Tunnel" mehr bildest und sich Deine Wahrnehmung im wesentlich auf dieses eine DING reduziert, womit es natürlich so herrlich betont wird und besonders gut zur Geltung kommt - Du weißt, was ich meine, oder?

Ja du hast natürlich recht... Oft auch konztruierte Vorstellungen davon was höflich und unhöflich ist, sollten nicht wichtiger sein als die eigene Gesundheit. Dennoch bin ich ja sehr gerne mit anderen Menschen zusammen und eigentlich finde ich das gemeinesame Essen auch etwas schönes von daher würde ich daran einfach gerne wieder teilnehmen können ohne diese Gefühle.

Ahja das mit dem Tunnel klingt perfekt. Ein Tunnelproblem habe ich auch in anderen Situatuinen (Beispielsweise bei Streits). Ich bin mir nur immer nicht so sicher, wieviele dieser CDs und Selbsttrainingsbücher einfach nur Komerz sind und wieviele wirklich hilfreich sind.
Hast du vielleicht Empfehlungen? Oder wie beschäftigst du dich damit?

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11. Juni um 19:20
In Antwort auf filomena.findeisen

Ja du hast natürlich recht... Oft auch konztruierte Vorstellungen davon was höflich und unhöflich ist, sollten nicht wichtiger sein als die eigene Gesundheit. Dennoch bin ich ja sehr gerne mit anderen Menschen zusammen und eigentlich finde ich das gemeinesame Essen auch etwas schönes von daher würde ich daran einfach gerne wieder teilnehmen können ohne diese Gefühle.

Ahja das mit dem Tunnel klingt perfekt. Ein Tunnelproblem habe ich auch in anderen Situatuinen (Beispielsweise bei Streits). Ich bin mir nur immer nicht so sicher, wieviele dieser CDs und Selbsttrainingsbücher einfach nur Komerz sind und wieviele wirklich hilfreich sind.
Hast du vielleicht Empfehlungen? Oder wie beschäftigst du dich damit?

also erst einmal grundsätzlich: das ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Stell es Dir als rein körperliches Problem vor. Sagen wir eine komplizierte Zerrung, einen Muskelfaserriss - irgend so was.
Damit gehst Du wahrscheinlich brav zur Physiotherapie. Das, was der Therapeut da macht, ist keine Magie und keine Atomphysik, könnte man auch selbst lernen. Nur wenn man dabei einen Fehler macht, sei es, weil man einfach etwas weglässt, was nur im Nebensatz stand und einem nicht so wichtig erschien, belastet man falsch, was man heilen wollte - und das kann arg unschön werden.
Mit anderen Worten: denke mal gründlich darüber nach, bei den Profis Hilfe zu suchen, ich bin Informatiker, kein Psychotherapeut und das ist ein Forum...

Ich habe mich gleich in die Bibliothek der nächsten Uni verzogen bei solchen Themen, damit war das Aussortieren der eher bedingt seriösen Quellen schon erledigt - und zwar von denen, die sich damit auskennen. Mit diesen CDs komme ich da eh nicht wirklich klar, mal davon abgesehen.

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11. Juni um 19:24
In Antwort auf avarrassterne1

also erst einmal grundsätzlich: das ist nichts, was man auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Stell es Dir als rein körperliches Problem vor. Sagen wir eine komplizierte Zerrung, einen Muskelfaserriss - irgend so was.
Damit gehst Du wahrscheinlich brav zur Physiotherapie. Das, was der Therapeut da macht, ist keine Magie und keine Atomphysik, könnte man auch selbst lernen. Nur wenn man dabei einen Fehler macht, sei es, weil man einfach etwas weglässt, was nur im Nebensatz stand und einem nicht so wichtig erschien, belastet man falsch, was man heilen wollte - und das kann arg unschön werden.
Mit anderen Worten: denke mal gründlich darüber nach, bei den Profis Hilfe zu suchen, ich bin Informatiker, kein Psychotherapeut und das ist ein Forum...

Ich habe mich gleich in die Bibliothek der nächsten Uni verzogen bei solchen Themen, damit war das Aussortieren der eher bedingt seriösen Quellen schon erledigt - und zwar von denen, die sich damit auskennen. Mit diesen CDs komme ich da eh nicht wirklich klar, mal davon abgesehen.

P.S. auch wenn Achtsamkeitstraining jetzt nicht wirklich mein Thema ist und ich mit meiner dicken Wahrnehmungsstörung nicht unbedingt der beste Ratgeber bin:

Such Dir zum Üben / Trainieren / Beobachten erst mal Situationen, wo Du mehr Distanz hast. Und dann suche nach Mustern. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich irgend einem Typen auf youtube völlig problemlos beim Verzehren seines Mahl mit allem drum und dran zusehen kann, bei Filmen im TV ist es schon deutlich schwieriger - Preisfrage: wo liegt der Unterschied?

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12. Juni um 8:15
In Antwort auf filomena.findeisen

Ja du hast natürlich recht... Oft auch konztruierte Vorstellungen davon was höflich und unhöflich ist, sollten nicht wichtiger sein als die eigene Gesundheit. Dennoch bin ich ja sehr gerne mit anderen Menschen zusammen und eigentlich finde ich das gemeinesame Essen auch etwas schönes von daher würde ich daran einfach gerne wieder teilnehmen können ohne diese Gefühle.

Ahja das mit dem Tunnel klingt perfekt. Ein Tunnelproblem habe ich auch in anderen Situatuinen (Beispielsweise bei Streits). Ich bin mir nur immer nicht so sicher, wieviele dieser CDs und Selbsttrainingsbücher einfach nur Komerz sind und wieviele wirklich hilfreich sind.
Hast du vielleicht Empfehlungen? Oder wie beschäftigst du dich damit?

noch ein P.S., bei mir fällt der Groschen mal wieder pfennigweise...

das mit dem "Tunnel" bei Streits ist völlig normal. Beobachte das mal in Ruhe bei anderen (Thank God für's Internet, wenn man Verhaltensmuster verstehen und beobachten möchte, ist das das Paradies) und Du wirst feststellen: das hat fast jeder. Passt meist auch so. Wenn man mag, kann man lernen, solche Tunnel bei anderen und auch bei sich selbst zu durchbrechen, aber das ist eigentlich selten nötig.

Bei solchen Punkten wie bei Dir forciert es aber Probleme. Und da kommen noch andere Mechanismen dazu. Dass wir in unserer Zeit super darauf trainiert sind, unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren beispielsweise. Jahrelanges Training hat aber auch immer Nachteile, man kann nicht mal eben so damit aufhören - und es greift auch dann, wenn man es halt gerade so gar nicht braucht.

Wenn ich mir mal erlauben darf, die Antwort von @evaeden zu analysieren, das ist da ein Paradebeispiel.
Fall a) - Kosmetikerin: da ist das Gehirn quasi im Leerlauf, die "verfügbaren" Eindrücke und Wahrnehmungen sind eingeschränkt, also krallt sich das Hirn was (wie unpassend es auch sein mag) und geht mit Anlauf in den Fokus, wie jahrelang trainiert - Tunnel aufgebaut und ab dafür.
Fall b) Kinder - als Betreuer hat man Aufgaben, Verantwortung. Hirn ist nicht im Leerlauf, Wahrnehmung ist nicht im Tunnel, sondern breit gefächert, um alles im Blick zu haben => keine Probleme.

Jetzt ist die Sache die, wir sind ja alle schön darauf dressiert, beim Essen die Klappe zu halten. Also wenn alle schön am Tisch sitzen und schwatzen... dann kommt das Essen, plötzlich ist Ruhe. Hirn im Leerlauf, verfügbare Sinneseindrücke um 3/4 reduziert => ... katsching!
Der Rest ist unbeabsichtigte Selbstkonditionierung. Dadurch, dass einem das so negativ aufgefallen ist, bekommt es noch mehr Aufmerksamkeit und mehr Tunnel... So dass ich inzwischen auch an ungünstigen Tagen halb die Wände hochgehe, wenn in einem vollen Zug im Berufsverkehrt jmd. neben mir isst. Da machen wir uns selbst zum Pavlowschen Wauwi.

Wenn man also das Achtsamkeitstraining darauf ausrichtet, die Aufmerksamkeit / Wahrnehmung bei Bedarf zu fächern und / oder  (mit Konzentrationsübungen ala Hauptstädte aufzählen oder alle bekannten Gottheiten oder Einkausfliste in Gedanken zusammenstellen) dem Hirn was zu tun zu geben (was meist auch den Fokus gleich zieht) - kann das sehr, sehr viel helfen.
Gleichzeitig gewöhnt man damit dem Pavlowschen Wauwi das Sabbern wieder ab - und schon ist man auf einem guten Weg

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12. Juni um 10:46
In Antwort auf avarrassterne1

noch ein P.S., bei mir fällt der Groschen mal wieder pfennigweise...

das mit dem "Tunnel" bei Streits ist völlig normal. Beobachte das mal in Ruhe bei anderen (Thank God für's Internet, wenn man Verhaltensmuster verstehen und beobachten möchte, ist das das Paradies) und Du wirst feststellen: das hat fast jeder. Passt meist auch so. Wenn man mag, kann man lernen, solche Tunnel bei anderen und auch bei sich selbst zu durchbrechen, aber das ist eigentlich selten nötig.

Bei solchen Punkten wie bei Dir forciert es aber Probleme. Und da kommen noch andere Mechanismen dazu. Dass wir in unserer Zeit super darauf trainiert sind, unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren beispielsweise. Jahrelanges Training hat aber auch immer Nachteile, man kann nicht mal eben so damit aufhören - und es greift auch dann, wenn man es halt gerade so gar nicht braucht.

Wenn ich mir mal erlauben darf, die Antwort von @evaeden zu analysieren, das ist da ein Paradebeispiel.
Fall a) - Kosmetikerin: da ist das Gehirn quasi im Leerlauf, die "verfügbaren" Eindrücke und Wahrnehmungen sind eingeschränkt, also krallt sich das Hirn was (wie unpassend es auch sein mag) und geht mit Anlauf in den Fokus, wie jahrelang trainiert - Tunnel aufgebaut und ab dafür.
Fall b) Kinder - als Betreuer hat man Aufgaben, Verantwortung. Hirn ist nicht im Leerlauf, Wahrnehmung ist nicht im Tunnel, sondern breit gefächert, um alles im Blick zu haben => keine Probleme.

Jetzt ist die Sache die, wir sind ja alle schön darauf dressiert, beim Essen die Klappe zu halten. Also wenn alle schön am Tisch sitzen und schwatzen... dann kommt das Essen, plötzlich ist Ruhe. Hirn im Leerlauf, verfügbare Sinneseindrücke um 3/4 reduziert => ... katsching!
Der Rest ist unbeabsichtigte Selbstkonditionierung. Dadurch, dass einem das so negativ aufgefallen ist, bekommt es noch mehr Aufmerksamkeit und mehr Tunnel... So dass ich inzwischen auch an ungünstigen Tagen halb die Wände hochgehe, wenn in einem vollen Zug im Berufsverkehrt jmd. neben mir isst. Da machen wir uns selbst zum Pavlowschen Wauwi.

Wenn man also das Achtsamkeitstraining darauf ausrichtet, die Aufmerksamkeit / Wahrnehmung bei Bedarf zu fächern und / oder  (mit Konzentrationsübungen ala Hauptstädte aufzählen oder alle bekannten Gottheiten oder Einkausfliste in Gedanken zusammenstellen) dem Hirn was zu tun zu geben (was meist auch den Fokus gleich zieht) - kann das sehr, sehr viel helfen.
Gleichzeitig gewöhnt man damit dem Pavlowschen Wauwi das Sabbern wieder ab - und schon ist man auf einem guten Weg

Guten Morgen,

Ja ich habe schon häufiger darüber nachgedacht die "Profis" zufragen. Aber da ich demnächst die Stadt wechsel macht das noch nicht soviel Sinn. Außerdem habe ich auch ein bisschen Angst, dass man da von einer kleinen Reperatur gleich in ein ganzes Meer von Baustellen rutschen könnte.

Stimmt Tunnel bei Streits sind wahrscheinlich sehr häufig.. aber bei mir ist es auch bei Streits schnell eine körperliche Sache. Das jeweils negative Gefühl (ungerecht behandelt zu werden, alleine zu sein) wird dann so stark, dass ich das Gefühl habe mein Körper wäre irgendwie zu klein und würde gleich zerreisen. Wenn es wirklich schlimm ist muss ich mich irgendwo kratzen, dann lässt die Spannung nach...wie ein Ventil. Das fühlt sich dann ganz ähnlich an wie bei den Essgeräuschen. 

Das mit dem aufzählen, habe ich auch schonmal probiert das ist gar nicht schlecht. Und auch das mit den Uni Bibliotheken ist ein super Tipp. Da werde ich demnächst mal nach ein paar mehr Sachen schauen

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12. Juni um 10:48

Nein zum Glück nicht. Bei schlechter Laune esse ich zwar für meinen Geschmack zu viel Schokoloade aber das ist ja alles andere als eine Störung.  Habe absolut durchschnittliches Normalgewicht. Da ist also zum Glück alles gut

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13. August um 21:00
In Antwort auf filomena.findeisen

Hallo zusammen,

Ich habe ein gefühlt etwas ungewöhnliches Problem.
Ich habe große Schwierigkeiten mit bestimmten Geräuschen.
Angefangen hat es mit Essgeräuschen (Die machen mir auch jetzt noch die größten Sorgen). Wenn Menschen in meiner Gegenwart essen, zieht sich in mir alles zusammen, ich kriege ein ganz seltsames agressives Gefühl und möchte am liebesten um mich schlagen. Ich kann mich in diesen Momenten dann auf nichts anderes konzentrieren. Ich höre nur noch Kiefer-Bewegungen, Zähne aufeinander und Spucke, die Essen zersetzt..
Es ist nicht immer und nicht bei allen gleich schlimm. Die Menschen müssen allerdings nicht besonders komisch essen, die meisten essen einfach ganz normal. Ich bin mir auch bewusst, dass mein eigenes Essen nicht viel besser klingen wird, daran zu denken hilft aber leider auch nicht.
Mittlerweile hat sich dieses Phänomen auch auf andere Geräusche ausgeweitet.. komisches Rumgetippe mit den Fingern, ungewöhnliches Atmen, quietschige oder piepende Geräusche.
Vielleicht kennt ja zufällig jemand dieses Problem und hat eine Lösung gefunden, damit umzugehen und solche sozialen Situationen wieder erträglich zu machen.

Vielen Dank für euren Rat.
Viele Grüße,
Filo

Ha! Endlich mal jemand mit demselben Problem wie ich.

Schmatzen, vom Apfel abbeißen, Karotten essen, Suppe schlürfen ... Mich schüttelt es dann, ich kann nichts dagegen machen.
Bei mir ist es aber so, dass ich im ersten Moment erstarre und wie hypnotisiert auf das nächste Schlürfen, Schmatzen, Abbeißen warte.

Das fing als Kind schon an. Inzwischen gehe ich locker damit um. Ich erstarre nicht mehr. Aber ich bekomme Aggressionen gegen den Menschen, auch wenn ich ihn sehr mag.

Ich habe keine Lösung. Ich habe mich damit abgefunden - einen Spleen hat jeder.

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14. August um 4:22
In Antwort auf tomschlingel

Ha! Endlich mal jemand mit demselben Problem wie ich.

Schmatzen, vom Apfel abbeißen, Karotten essen, Suppe schlürfen ... Mich schüttelt es dann, ich kann nichts dagegen machen.
Bei mir ist es aber so, dass ich im ersten Moment erstarre und wie hypnotisiert auf das nächste Schlürfen, Schmatzen, Abbeißen warte.

Das fing als Kind schon an. Inzwischen gehe ich locker damit um. Ich erstarre nicht mehr. Aber ich bekomme Aggressionen gegen den Menschen, auch wenn ich ihn sehr mag.

Ich habe keine Lösung. Ich habe mich damit abgefunden - einen Spleen hat jeder.

Klassische Misophonie  

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14. August um 9:00
In Antwort auf evaeden

Klassische Misophonie  

Oft hilft es schon, wenn man ein Wort dafür hat.  Und schon ist das Problem ein Stück kleiner. 

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14. August um 18:35
In Antwort auf tomschlingel

Oft hilft es schon, wenn man ein Wort dafür hat.  Und schon ist das Problem ein Stück kleiner. 

Mir hat es auf jeden Fall geholfen zu wissen, dass ich nicht die einzige bin mit Mordgedanken, wenn jemand Kaugummi kaut. 

Ausserdem ist es wirklich unhoeflich zu laut zu kauen. 

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