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Es hat sich zu einer Phobie entwickelt!

16. November 2006 um 0:02

Hallo!

Ich möchte mit Ihnen meine Erfahrungen und meine Gedanken zu diesem Thema teilen.
Ich habe schon mal so ein thread hier eröffnet, doch ich hab mich zu kurz zusammengefasst.
Was ist der Grund, dass meine Panikattacken so plötztlich kamen? Ich meine damals war ich 14 oder 15.Als ich auf ein Geburtstag eingeladen war und ich saß mit am Tisch,da fing mein Herz anzurasen!!! Einfach so!?
Kurz darauf bekam ich Würgegefühle im Hals, genauer gesagt im Gaumenbereich. Ich musste sofort auf die Toilette um mich zu übergeben.
Danach ging es mir sofort wieder besser. In meinem Hals spürte ich nichts mehr.. kein Würggefühl! Kein Herzrasen, keine Panikattacke mehr!!! Ich ging damals wieder zum Tisch ( ohne Panikattacke ). Ab dem Tag fing alles an! Bei jedem gemeinsammen Essen( außer Familien-Mittag- oder Abendessen) oder bei jeder Präsentation oder wenn ich im Geschäft etwas fragen wollte bekam ich Brechreize. Besonders heftig, wenn ich vorher etwas gegessen habe. Ich meine ich bin Student im 3. Semester und kann meine Präsentation ohne Probleme halten, wenn ich vorher wenig oder am besten nichts gegessen habe.So kann man auch leicht an Bolemie erkranken.Doch ich habe gemerkt, dass ich nur bei bestimmten Lebensmitteln so reagiere. Und ich kriege eigentlich keine Magenkrämpfe oder so, es ist das Gefühl, als ob ich etwas im Hals stecken hätte.Vielleicht fing mein Problem aus körperlichen Gründen an und nicht aus psychischen?! Vielleicht reagiere ich so nur, weil mein Magen bestimmte Produkte nicht akzeptieren kann?
Und wenn schon... Dieses Problem, hat sich zu einer Phobie entwickelt. Ganz bestimmt!
Ich hatte Angst auf eine Party zu gehen, weil ich mich befürchtet habe beim Essen wieder Würgegefühle zu bekommen, mich zu übergeben und mich damit bis auf die Knochen zu blamieren.Ich zeige mich nach außen als eine starke Persönlichkeit und "mich zu blamieren" kann ich mir nicht leisten."Die scheißegal Masche" funktioniert bei mir nicht.Ich bin nicht der Typ dafür.
Es klingt alles nach einer sozialer Phobie.
Ich weiß, dass mir die Menschen nichts antun würden, doch trotzdem bekomme ich diese Angstgefühle. Ich kann ohne Probleme draußen spazieren, ich habe keine Berührungsängste, doch wenn es darum geht, nach dem Essen eine Präsentation zu halten oder ins kino zu gehen und mir meine Eintrittskarten zu bestellen, da wird es schon schwieriger.
Ich meine meistens kann ich meine Würgereize zurückhalten doch wenn ich panisch werde...
fängt mein Herz anzurasen, ich bekomme Tunnelblick und renne schnell aufs Klo. Und wenn ich wieder zurück komme gibts es nur bescheuerte Blicke in meine Richtung und mit einer "Magen-Darm-Grippe" oder "ich hab was falsches gegessen" kann ich mich rechtfertigen. Dann verschwinden die bescheuerten Blicke und ich kriege als Antwort"Ach du armer, ich weiß wie es ist!"
Gute Besserung wünsche ich dir! Und ein Lächeln bekomme ich noch oben drauf.
Verstehen Sie was ich meine? Wenn man etwas anders ist, wird man doof angestarrt, sobald ich sage es ist nur eine Magen-Darmgrippe ,was jeder haben könnte, kriegt man Verständnis von den Menschen.Meine Freundin weiß nur ein Teil von meinen Problem. Nämlich nur von den Produkten, die mir nicht passen. Von der Phobie weiß sie nichts.
Aber ich glaube sie ist dabei es zu raffen.
Doch jetzt weiß ich wo meine Probleme liegen. Ich versuche mich richtig zu ernähren d.h kein Alkohol,Milchprodukte,Gebratenes.Ich versuche mich meinen Ängsten zu stellen: ich melde mich freiwillig in der Vorlesung vor unserem Semester etwas an der Tafel zu berechnen oder zu erklären. Ich mache ab und zu bei den Theaterstücken mit, wenn sich die Verwandschaft meiner Freundin bei der Feier schon wieder etwas ausdenkt.Naja es klapt aber nicht immer. Einmal musste ich die Vorführung in letzter Sekunde absagen. Ich war angeblich zu erkältet. Sie kennen jetzt den richtigen Grund, warum ich absagen musste
Naja ich sollte jetzt langsam Schluss machen.
Vielen Dank, dass Sie mich zugehört haben.

Es ist schön zu wissen, dass ich mit Phobien-Problemen nicht alleine da stehe.

Ich wünsche Ihnen viel Glück!

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25. November 2006 um 11:05

Hallo x23x
menschen, die nicht unter solchen ängsten leiden, können nur schwer oder gar nicht nachvollziehen , was in einem ängstler/phobiker passiert. wäre mir, in der zeit, in der ich nicht betroffen war, auch nicht leichtgefallen.

ich habe aber mit einem offenen umgang mit meinen ängsten unter freunden und in der familie die besten erfahrungen gemacht. zumindest hat niemand mehr erstaunt geschaut, wenn ich dann mal unversehens einen ort, ein treffen, ect. verlassen habe. das hat mir auch einen gewissen druck genommen - das nur mit mir alleine auszumachen und vor allem der versuch das zu verheimlichen kostet doch auch viel kraft und energie.

warum sprichst du nicht mit deiner freundin darüber?

ich wünsche dir alles gute,
viele grüsse
silvia

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1. Dezember 2006 um 17:22

Klingt nach...
Soziophobie, Du solltest mal fragen, ob es einen psychologsichen Beratungsdienst bei Dir an der Uni gibt, die können Dir bestimmt helfen. Du solltest Dich aber nicht mehr weiter damit herumquälen.

LG

Roisin

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