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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Erfahrungsberichte gesucht

Letzte Nachricht: 15. Januar 2013 um 17:04
Z
zsuzsi_12893171
05.01.13 um 0:50

Guten Abend zusammen,

ich weiß, es kommt immer komisch rüber, wenn Jemand, der sich gerade erst angemeldet hat, etwas postet..
Deswegen möchte ich mich vorweg erklären:

Ich war bis gerade in einem meiner Standart Foren unterwegs und bin auf einen Thread gestoßen, indem ein Mädchen darüber berichtet hat, wie sie knapp einer Vergewaltigung entkommen ist. Es kamen natürlich sofort viele Kommentare, dass sie unglaubwürdig sei, da sie keine reale Hilfe, sondern Hilfe im Internet gesucht hätte usw.
Und eine Person hat geschrieben, dass es tatsächlich für solche Dinge Foren gibt.So wie dieses hier.
Ich wusste das vorher nicht und bin auch ehrlich gesagt nie auf den Gedanken gekommen, danach zu suchen.
Nun bin ich aber doch hier gelandet und möchte um Rat fragen.

Bei mir fing alles damit an, dass mich Jemand, dem ich sehr vertraut hab, versucht hat zu vergewaltigen. Wir haben uns zu einem Video-Abend getroffen und er hat mir nachher geschrieben, dass sowas ja schon eine indirekte Einladung zum Geschlechtsverkehr sei..
Ich bin eigentlich eine sehr starke Person, hab mich in der Situation auch sehr gewehrt, was jedoch noch als Zuneigung empfunden wurde. Ich konnte das ganze dann kurz vor Schluss abwenden, weil ich bitterlich zu weinen angefangen hab. Es hört sich so bescheuert an, aber ich hab den Typ danach nicht eine gescheuert oder ähnliches..Hab heimlich meinen Freund angerufen, der kurz davor war 400km per pedes nach Hause zu kommen, um mich zu schützen. Der Typ ist dann noch so 3 Stunden geblieben und ich hab bis heute "freundschaftlichen" Kontakt zu ihm. ..Und das versteh ich selber nicht. Es ist einfach so untergegangen,als wäre nie was passiert..

2 Jahre später (ist jetzt 1/2 Jahr her) war ich mit einem Mann morgends allein in der UBahn, mit der ich jeden Morgen zur Arbeit fahr. Er hat mich die ganze Fahrt lang angestarrt und mir, als ich aussteigen wollte, einfach so, mal eben an die Brust gefasst.. Ich bin so schnell weg, wie ich konnte. Oben am Bahnhof muss ich allerdings auf den Bus warten. Nach einiger Zeit kam er wieder zu mir, viel zu nah , und fragt mich, ob ich nicht bock auf nen Quickie hätte... da ist bei mir alles durchgebrannt.. Ich hab geschrien wie ne Irre und ihm gesagt er soll sich verpissen, sonst hau ich ihm eine rein..
so eine Ausdrucksweise ist normalerweise gar nicht meine Art..
Das hört sich vielleicht harmlos an, hat bei mir aber alles wieder hoch geholt..mein Freund rät mir zu einer Therapie..
Und genau das ist meine eigentliche Frage. Ich habe keinerlei Erfahrungen mit Therapien.. ich kann doch Niemanden Fremden solch eine Geschichte einfach so erzählen?Also zumindest nicht Jemanden, der mir genau gegenüber sitzt.. Nichtmal meine Mutter weiß von dieser Sache...
Ich weiß, wie kindisch sich das anhört, aber ich hab einfach furchtbare Angst davor. Immerhin hab ich bei beiden Situationen Niemandem was erzählt... Bis auf meinem Freund und das erst viel später..

Tut mir Leid, dass ich hier meine halbe Lebensgeschichte schreibe, aber ich möchte Erfahrungen von Leuten hörn, die es sich auch nie vorstellen konnten zu einem Therapeuten etc zu gehn.. und ich glaube dazu muss man die Geschichte schon kennen...

Ich hab jetzt meinen ganzen Text nochmal durchgelesen und gemerkt, wie komisch sich alles anhört.. aber ich kann es nunmal nur so schildern, wie es sich ereignet hat..ich hoffe, dass ich hier an der richtigen Stelle bin, das mir hier Jemand glaubt und mir hilfreiche Kommentare schreibt.. Danke für eure Aufmerksamkeit.

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V
vlado_12848342
05.01.13 um 2:04

Hm...
Die Reaktion auf den Grabscher war genau richtig.

Ganz wichtig: Ich würde den "freundschaftlichen" Kontakt zu dem Typen überdenken!!!

Ich bin in Therapie und es tut mir gut, was mir vor allem gut tut, ist über Erlebnisse zu reden. Und das geht auch ohne Therapie - nur da sind wirklich gute Freunde das A und O. Ich habe meinen Facebook-Account gekündigt und um nicht an solchen Dingen kleben zu bleiben, mache ich seit 1 Jahr Zen-Meditation.

Das nur so als kurze Gedankenzusammefassung. Muss jetzt ins Bett )

LG
Stefan

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Z
zsuzsi_12893171
05.01.13 um 2:31
In Antwort auf vlado_12848342

Hm...
Die Reaktion auf den Grabscher war genau richtig.

Ganz wichtig: Ich würde den "freundschaftlichen" Kontakt zu dem Typen überdenken!!!

Ich bin in Therapie und es tut mir gut, was mir vor allem gut tut, ist über Erlebnisse zu reden. Und das geht auch ohne Therapie - nur da sind wirklich gute Freunde das A und O. Ich habe meinen Facebook-Account gekündigt und um nicht an solchen Dingen kleben zu bleiben, mache ich seit 1 Jahr Zen-Meditation.

Das nur so als kurze Gedankenzusammefassung. Muss jetzt ins Bett )

LG
Stefan

...
Ok, dass hab ich nicht richtig dargestellt, weil ich nicht zu sehr ausschweifen wollte.
Der freundschaftlcihe Kontakt ist schon lange abgebrochen...
Ich hab einfach irgendwann nicht mehr geantwortet, aber wenn ich ehrlich bin, aus anderen Gründen.
(Diese Sache ist einfach, bis auf diese erwähnte Ausrede, nie Thema geworden.)
Seit dem 2. Vorfall hab ich überhaupt keinen Kontakt mehr. Komplett abgeblockt..
Und bei Facebook etc war ich nie angemeldet.

Vielen Dank für deine Antwort Stefan

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K
kaila_12895009
08.01.13 um 0:22

Erfahrungsbericht mit Perspektiven
Hallo Falaias,

ich kann Deine Vorbehalte gegen eine Therapie sehr gut verstehen und teile sie...

Ich wurde als Kind sexuell missbraucht und misshandelt, als ich mich von meinem ersten Freund trennen wollte vergewaltigt und hatte das ganz ganz tief in mir vergraben. Niemandem hatte ich davon erzählt. Viel später als ich meinen ersten Mann näher kennen gelernt hatte, erwähnte ganz vorsichtig die Vergewaltigung, er war sofort überfordert und meinte, damit sollte ich zu einem Psychologen gehen, nicht zu ihm. Frag mich nicht, warum ich ihn dennoch geheiratet hatte... Ich hatte das Gefühl, dass ich die mit dem Problem bin und selber sehen muss, wo ich bleibe.

Wieder einige Jahre später habe ich dann einen Therapieversuch unternommen... und schnell wieder gelassen.

Flott unterwegs war ich nicht gerade jener Tage, habe wieder Jahre verstreichen lassen, bis ich mich einem Forum zugewandt habe. Dort fand ich jemanden, der mich durch den Aufarbeitungsprozess begleitet hat, und das gleiche tat ich für ihn.

Zusammen haben wir eine eigene, ehrliche und erfolgreiche Sicht auf die Dinge entwickelt. Wir haben sehr alternativ zu klassischen Therapien in unserer Praxis für Energiearbeit unsere Erfahrungen integriert. Dadurch haben wir an Berührbarkeit und Glaubwürdigkeit gewonnen und konnten unsere Klienten sehr erfolgreich begleiten.

Wir sind nicht mehr in Deutschland und die Praxis ist geschlossen, aber ich habe meine Erfahrungen aus meinem eigenen Leben und aus der Begleitungsabeit in ein Buch fliessen lassen, das ich den Moderatoren hier ans Herz gelegt hatte, um es auf die Literaturliste zu setzen, leider habe ich keine Antwort erhalten.

Wenn Du Interesse an einem ausführlichen Erfahrungsbericht mit Perspektiven hast, goole die Frage "und wessen Leben leben Sie" - es ist ein eBook, das aber mit einer kostenlosen Software von Amazon auf jedem Rechner etc gelesen werden kann.

Alles Gute.

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P
polina_12129643
15.01.13 um 17:04
In Antwort auf zsuzsi_12893171

...
Ok, dass hab ich nicht richtig dargestellt, weil ich nicht zu sehr ausschweifen wollte.
Der freundschaftlcihe Kontakt ist schon lange abgebrochen...
Ich hab einfach irgendwann nicht mehr geantwortet, aber wenn ich ehrlich bin, aus anderen Gründen.
(Diese Sache ist einfach, bis auf diese erwähnte Ausrede, nie Thema geworden.)
Seit dem 2. Vorfall hab ich überhaupt keinen Kontakt mehr. Komplett abgeblockt..
Und bei Facebook etc war ich nie angemeldet.

Vielen Dank für deine Antwort Stefan

Therapie ist nie verkehrt
Ich bin schon seit langem bei der Feuerwehr und habe immer wird mit Bildern zu tun, die man einfach nicht alleine verarbeiten kann. Da ist reden das A und O! Ansonsten vergräbst du alles irgendwo tief in dir drin und in den unpassendsten Momenten wirst du von deinen Erinnerungen überrumpelt... Wichtig ist, dass du über das was dir passiert ist sprichst! Es muss nicht mal gleich ein Psychologe sein. Erzähle es sovielen wie möglich, es wird dir jedes Mal leichter fallen. Und irgendwann kannst du auch mit jemand fremden reden, der dir dann helfen kann das professionell zu verarbeiten.

Auch ich bin gerade dabei einen Therapeuten zu suchen, meine Feundin ist kurz vor Weihnachten vergewaltigt worden... Und auch ich werde Hilfe brauchen, das zu begreifen und zu verarbeiten...

Lg
Flex

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