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Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Enttäuscht von der Freundin

Letzte Nachricht: 11. Dezember 2006 um 17:03
A
an0N_1186025999z
20.11.06 um 16:44

Hallo,

ich habe das Problem, dass eine (sehr) gute Freundin von mir mich immer wieder versetzt, weil ihr kurzfristig was Wichtiges dazwischen kommt. Wir haben schon sehr oft gemeinsam Pläne geschmiedet oder sie hat mir ihre Hilfe angeboten, und meistens ist dann nichts draus geworden, weil sie im Endeffekt doch keine Zeit hatte. Ich hab mich immer wieder gefreut, mir Termine freigehalten, mich auf ihre Hilfe verlassen und war nachher enttäuscht.

Ich habe sie schon mehrmals darauf angesprochen, aber jedesmal hat sie sehr empfindlich reagiert, hat mir vorgeworfen, ich würde ihr ein schlechtes Gewissen einreden wollen. Ich hätte zu hohe Erwartungen und würde es zu persönlich nehmen, wenn sie keine Zeit hat, obwohl das nichts mit mir zu tun hätte, sondern mit ihrem fehlenden Zeitplanungstalent und ihrer beruflichen Überlastung.

Ich bin drauf und dran, auf Distanz zu gehen und selbst einfach nicht mehr viel in diese Freundschaft zu investieren. Nach dem Motto: nicht mehr so viel erwarten und nicht mehr so viel geben. Wie ich sie kenne, wird sie auch das als "Bestrafungsaktion" interpretieren. Aber wenn man in einer Freundschaft immer wieder enttäuscht wird, sollte man doch irgendwann die Konsequenzen draus ziehen, oder?

Es ist schade, denn wir mögen uns wirklich sehr und haben viel Spaß zusammen. Es stimmt auch, dass sie wirklich sehr viel Stress hat, aber trotzdem geht es für mich so nicht weiter. Jeder ist doch auch selbst dafür verantwortlich, wieviel Stress er sich aufbürdet. Bei uns ist immer sie diejenige, die getröstet werden muss und auf die man Rücksicht nehmen muss. Ich habe auch gar keine Lust mehr auf ein "klärendes" Gespräch, weil ich mir dann doch nur anhören muss, ich würde sie noch zusätzlich unter Druck setzen, neben dem ganzen Stress den sie schon hat. Sie schafft es irgendwie immer wieder, sich als Opfer darzustellen und mich als Täter...

Emilah


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L
luzia_12302273
20.11.06 um 19:23

Von der Freundin enttäuscht...
Du hast meiner Meinung nach eine gesunde Art die Dinge von außen zu betrachten. Ich empfehle dir vorerst zu überlegen, was dir persönlich an dieser Freundschaft liegt. Ich gehe davon aus, dass es nicht immer so war. Was ist also passiert, dass deine Freundin sich so verändert hat. Sich nicht mehr bei ihr zu melden wäre kindisch. Wenn dir deine Freundin nach wie vor wichtig ist, dann biete ihr an, sie zu unterstützen. Anstatt euch außerhalb zu treffen, biete ihr an euch bei ihr zu treffen. Bring etwas zu essen mit oder kocht gemeinsam bei ihr. Sie kann dich dann nur insofern versetzen, indem sie dich vor der Tür stehen lässt.
Versuchs noch einmal...

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A
an0N_1186025999z
20.11.06 um 19:46
In Antwort auf luzia_12302273

Von der Freundin enttäuscht...
Du hast meiner Meinung nach eine gesunde Art die Dinge von außen zu betrachten. Ich empfehle dir vorerst zu überlegen, was dir persönlich an dieser Freundschaft liegt. Ich gehe davon aus, dass es nicht immer so war. Was ist also passiert, dass deine Freundin sich so verändert hat. Sich nicht mehr bei ihr zu melden wäre kindisch. Wenn dir deine Freundin nach wie vor wichtig ist, dann biete ihr an, sie zu unterstützen. Anstatt euch außerhalb zu treffen, biete ihr an euch bei ihr zu treffen. Bring etwas zu essen mit oder kocht gemeinsam bei ihr. Sie kann dich dann nur insofern versetzen, indem sie dich vor der Tür stehen lässt.
Versuchs noch einmal...

Danke für die schnelle Antwort!
Doch, leider war es schon immer so, dass meine Freundin Verabredungen platzen lässt. Ich hab das nur eine ganze Weile hingenommen, weil ich immer dachte: demnächst hat sie bestimmt mal weniger Stress als jetzt. Aber irgendwie kommt bei ihr nach jeder Stressphase eine neue. Sie arbeitet ca. 9 Stunden am Tag, am Wochenende oft auch noch. Sie ist wirklich ein Stress-Junkie, aber davon will sie partout nichts hören. Immer heißt es: "Noch dieses eine Projekt, dann hab ich ja wieder vieel Zeit."

Wenn ich sie besuche, dann lädt sie mich eben einfach kurz vorher wieder aus, weil sie noch dies oder jenes zu tun hat. Nicht immer natürlich, aber es ist schon vorgekommen.
Sie sagt zwar, unsere Freundschaft ist ihr wichtig, aber irgendwie gibt's dann trotzdem immer wieder Sachen, die wichtiger sind.

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luzia_12302273
20.11.06 um 21:48
In Antwort auf an0N_1186025999z

Danke für die schnelle Antwort!
Doch, leider war es schon immer so, dass meine Freundin Verabredungen platzen lässt. Ich hab das nur eine ganze Weile hingenommen, weil ich immer dachte: demnächst hat sie bestimmt mal weniger Stress als jetzt. Aber irgendwie kommt bei ihr nach jeder Stressphase eine neue. Sie arbeitet ca. 9 Stunden am Tag, am Wochenende oft auch noch. Sie ist wirklich ein Stress-Junkie, aber davon will sie partout nichts hören. Immer heißt es: "Noch dieses eine Projekt, dann hab ich ja wieder vieel Zeit."

Wenn ich sie besuche, dann lädt sie mich eben einfach kurz vorher wieder aus, weil sie noch dies oder jenes zu tun hat. Nicht immer natürlich, aber es ist schon vorgekommen.
Sie sagt zwar, unsere Freundschaft ist ihr wichtig, aber irgendwie gibt's dann trotzdem immer wieder Sachen, die wichtiger sind.

Bitte, gern geschehen...
Darf ich fragen, wie lange ihr euch schon kennt?

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an0N_1186025999z
21.11.06 um 10:29
In Antwort auf luzia_12302273

Bitte, gern geschehen...
Darf ich fragen, wie lange ihr euch schon kennt?

Also
wir kennen uns jetzt seit ca. 3 Jahren.
Was ich an ihr mag... Oh, sehr sehr viel. Ihren Humor, dass wir in vielen Punkten sehr ähnlich denken, dass sie sich auch mal traut ehrlich ihre Meinung zu sagen, dass wir total viel Spaß miteinander haben. Aber es ist nicht so, dass ich ihr irgendwie hörig wäre oder so.

Ich denke, ich werde jetzt tatsächlich mal etwas mehr auf Distanz gehen. Nicht kindisch oder so den Kontakt ganz abbrechen, aber halt nicht mehr so viel mit ihr verabreden. Eines Tages wird sie auch beruflich mal etwas zurückstecken müssen, denn so viel zu arbeiten macht sie ja selber unglücklich (auch wenn sie es anscheinend irgendwie 'braucht'). Jedenfalls haben noch andere Freunde von ihr ihr Gejammere und dauerndes Gestresstsein langsam satt.

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an0N_1186025999z
21.11.06 um 10:39

Danke für dein "Unverständnis"
... fühle mich im Gegenteil von dir sehr vestanden.Was mich an ihr fesselt, siehe unten. Sie hat durchaus ihre guten Seiten, die bis jetzt in meinen Posts natürlich etwas zu kurz gekommen sind...

Das mit dem offenen Brief habe ich auch überlegt. Aber ich denke, sie weiß im Grunde schon ziemlich genau, was ich in so einem Brief schreiben würde. Sie hat mir jetzt oft genug gezeigt, dass sie im Moment nichts ändern will oder besser gesagt sich nicht in der Lage fühlt, irgendwas zu ändern. Ich glaube, sie steht unter einer Art innerem Zwang, sich permanent zu überlasten und zu 'bestrafen'. Manchmal kommt es mir vor wie eine Art Sucht, so wie Magersucht. Da kann man als Freundin zwar probieren, den anderen 'anzustupsen', aber ehe die Einsicht nicht von selbst kommt, ist man relativ machtlos.

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C
coral_12530713
24.11.06 um 16:19
In Antwort auf an0N_1186025999z

Also
wir kennen uns jetzt seit ca. 3 Jahren.
Was ich an ihr mag... Oh, sehr sehr viel. Ihren Humor, dass wir in vielen Punkten sehr ähnlich denken, dass sie sich auch mal traut ehrlich ihre Meinung zu sagen, dass wir total viel Spaß miteinander haben. Aber es ist nicht so, dass ich ihr irgendwie hörig wäre oder so.

Ich denke, ich werde jetzt tatsächlich mal etwas mehr auf Distanz gehen. Nicht kindisch oder so den Kontakt ganz abbrechen, aber halt nicht mehr so viel mit ihr verabreden. Eines Tages wird sie auch beruflich mal etwas zurückstecken müssen, denn so viel zu arbeiten macht sie ja selber unglücklich (auch wenn sie es anscheinend irgendwie 'braucht'). Jedenfalls haben noch andere Freunde von ihr ihr Gejammere und dauerndes Gestresstsein langsam satt.

Aber vorsicht!
Hi!
Ich hatte vor ca einem halben Jahr das selbe Problem. Ich hatte eine Freundin, mit der ich mich supergut verstand! Doch vor ca einem Jahr begann sie zu studieren, in dieser Zeit habe ich was anderes gemacht. Wir begannen also, verschiedene Leben zu führen und das entzweite uns wohl...
Es ist nicht so, dass der Abstand der Grund war. Wir waren schon vorher auf verschiedenen Schulen etc. Das war es also nicht. Wir hatten uns früher viel getroffen, fast jedes Wochenende, haben fast jeden Tag telefoniert, hatten die selben Interessen usw. Aber seit sie ihr Studium begann, hatte sie plötzlich kaum noch Zeit mehr für mich. Sie hat sich gleich drei Fächer aufgeladen und war kaum noch zu Hause, per Telefon konnte ich sie kaum noch erreichen. Wenn ich mich mit ihr treffen wollte, dann hatte sie keine Zeit.
Das hat mich sehr fertig gemacht und auch ein wenig wütend, weil ich mir immer anhören durfte: "Du verstehst das nicht, du studierst ja nicht und hast so viel Zeit." Und dann jammerte sie, wie schwer das Studium war. Ich schlug ihr vor, einfach abzubrechen (zumal sie Fächer studierte, die sowieso sehr absonderlich waren) und etwas anderes zu versuchen, aber dadurch wurde sie noch wütender.
Irgenwann ging sie gar nicht mehr ans Telefon, egal wann ich anrief und ich wusste nie, ob sie grad nicht da ist, oder mich einfach nicht mehr hören will. Wir trafen uns kaum noch.
Eines Tages wurde es mir zu viel und wir stritten uns. Wir schrieben uns Mails und dort musste ich mir vorwerfen lassen, dass ich alles viel zu locker sehe und sie nicht verstehe und angeblich damit angebe, dass ich mehr Zeit habe. Das konnte ich nicht glauben...
Unsere Freundschaft basierte immer darauf, dass ich sie anrufe, oder dass ich unsere Treffen plane, also recht einseitig. Ich schrieb ihr, dass ich sie nicht mehr anrufen werde, sondern warten werde, bis sie sich wieder meldet, damit ich sicher sein kann, dass ich sie nicht störe.
Tja, ich warte heute immer noch.
Wir haben auch schon aufgehört, einander zu schreiben. Ich hoffe immer noch, dass sie sich irgendwann dazu herablässt, anzurufen, weil sie mir immer sehr am Herzen lag und weil ich sie vermisse. Tja...
Wie du siehst, ist meine "Freundschaft" schon einen Schritt weiter, als bei dir. Das Abbrechen des Kontakts hat es für mich aber keinesfalls leichter gemacht. Im Gegenteil. Seit diese Freundschaft aus ist, bin ich in meinem Glauben an die Menschen erschüttert, weil ich wirklich geglaubt hatte, dass diese Freundschaft für immer halten würde. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll. Ich vernachlässige meine anderen Freunde und habe Angst davor, neue Freundschaften zu schließen. Und immer ist der Zweifel da, dass ich voreilig gehandelt hätte.
Überlege es dir also noch, ob du wirklich alles notwendige getan hättest. Vielleicht ist ihr Verhalten dir gegenüber ein Schrei nach Hilfe.
Ich hatte die Geduld verloren und jetzt bereue ich es. Und darum kann ich nicht sagen, dass dieser Weg für dich der beste wäre. Aber ob der andere Weg funktioniert hätte, weiß ich auch nicht...
Mondkind

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L
luzia_12302273
11.12.06 um 17:03
In Antwort auf coral_12530713

Aber vorsicht!
Hi!
Ich hatte vor ca einem halben Jahr das selbe Problem. Ich hatte eine Freundin, mit der ich mich supergut verstand! Doch vor ca einem Jahr begann sie zu studieren, in dieser Zeit habe ich was anderes gemacht. Wir begannen also, verschiedene Leben zu führen und das entzweite uns wohl...
Es ist nicht so, dass der Abstand der Grund war. Wir waren schon vorher auf verschiedenen Schulen etc. Das war es also nicht. Wir hatten uns früher viel getroffen, fast jedes Wochenende, haben fast jeden Tag telefoniert, hatten die selben Interessen usw. Aber seit sie ihr Studium begann, hatte sie plötzlich kaum noch Zeit mehr für mich. Sie hat sich gleich drei Fächer aufgeladen und war kaum noch zu Hause, per Telefon konnte ich sie kaum noch erreichen. Wenn ich mich mit ihr treffen wollte, dann hatte sie keine Zeit.
Das hat mich sehr fertig gemacht und auch ein wenig wütend, weil ich mir immer anhören durfte: "Du verstehst das nicht, du studierst ja nicht und hast so viel Zeit." Und dann jammerte sie, wie schwer das Studium war. Ich schlug ihr vor, einfach abzubrechen (zumal sie Fächer studierte, die sowieso sehr absonderlich waren) und etwas anderes zu versuchen, aber dadurch wurde sie noch wütender.
Irgenwann ging sie gar nicht mehr ans Telefon, egal wann ich anrief und ich wusste nie, ob sie grad nicht da ist, oder mich einfach nicht mehr hören will. Wir trafen uns kaum noch.
Eines Tages wurde es mir zu viel und wir stritten uns. Wir schrieben uns Mails und dort musste ich mir vorwerfen lassen, dass ich alles viel zu locker sehe und sie nicht verstehe und angeblich damit angebe, dass ich mehr Zeit habe. Das konnte ich nicht glauben...
Unsere Freundschaft basierte immer darauf, dass ich sie anrufe, oder dass ich unsere Treffen plane, also recht einseitig. Ich schrieb ihr, dass ich sie nicht mehr anrufen werde, sondern warten werde, bis sie sich wieder meldet, damit ich sicher sein kann, dass ich sie nicht störe.
Tja, ich warte heute immer noch.
Wir haben auch schon aufgehört, einander zu schreiben. Ich hoffe immer noch, dass sie sich irgendwann dazu herablässt, anzurufen, weil sie mir immer sehr am Herzen lag und weil ich sie vermisse. Tja...
Wie du siehst, ist meine "Freundschaft" schon einen Schritt weiter, als bei dir. Das Abbrechen des Kontakts hat es für mich aber keinesfalls leichter gemacht. Im Gegenteil. Seit diese Freundschaft aus ist, bin ich in meinem Glauben an die Menschen erschüttert, weil ich wirklich geglaubt hatte, dass diese Freundschaft für immer halten würde. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll. Ich vernachlässige meine anderen Freunde und habe Angst davor, neue Freundschaften zu schließen. Und immer ist der Zweifel da, dass ich voreilig gehandelt hätte.
Überlege es dir also noch, ob du wirklich alles notwendige getan hättest. Vielleicht ist ihr Verhalten dir gegenüber ein Schrei nach Hilfe.
Ich hatte die Geduld verloren und jetzt bereue ich es. Und darum kann ich nicht sagen, dass dieser Weg für dich der beste wäre. Aber ob der andere Weg funktioniert hätte, weiß ich auch nicht...
Mondkind

Sehr guter Beitrag....
!!!

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