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Entscheidungsangst! Ganz akkut!

19. Februar 2009 um 15:22

Hallo!
Ich bin heute zum ersten mal hier, weil ich in einer sehr schweren Lebenskrise stecke.

Ich "bin" Physiotherapeutin, habe 2 Jahre in dem Job gearbeitet, war mir aber nie sicher, obs der richtige für mich ist. Das Problem ist ich hab ganz ganz wenig Selstbewusstsein. Das merkt man zwar nach außen nicht, aber jedesmal, wenn ich eine Entscheidung treffen muss, gerate ich so in Panik. Und das Schlimme ist, ich laufe immer weg.

Letztes Jahr konnte ich in meinem Beruf nicht mehr arbeiten, weil meine Gelenke furchtbar schmerzten. Das hatte, glaub ich vor allem psychische Ursachen. Meine Schwester ist vor 4 Jahren an Krebs gestorben und ich wollte einfach nicht mehr all die Krankheitsgeschichten hören, immer für andere da sein müssen, immer andere motivieren müssen.

Daraufhin hab ich mit einer Psychotherapie begonnen, die in einer psychosomatischen Reha endete. Ich wurde arbeitsunfähig entlassen und bekam ein Angebot zur Umschulung.
Eigentlich schwebte mir aber immer ein Studium vor, denn in meinem alten Job kam ich mir immer total ausgenutzt und unterbezahlt vor. Allerdings werd ich bald 26 und möchte unbedingt eine Familie und Kinder. Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Ich hab die Entscheidung vor mir hergeschoben und jetzt MUSS ich sie treffen. Ich habe solche Panik, mich für was zu entscheiden, was mir keinen Spaß macht, bzw. dass ich das Studium nicht schaffe. Ich kann nicht mehr essen, nicht mehr schlafen, naja 2 STunden pro Nacht. Mein Herz klopft wie verrückt, die ganze Zeit, meine Arme und mein BRustkorb brennen, ich kann kaum mehr atmen. Ich hab solche Angst. Mein Freund kommt mit der Situation überhaupt nicht klar und will sich von mir trennen, wenns nicht besser wird.

Ich hab solche Angst und meine Träume wären so groß. Wenn ich was "leichtes mach" bin ich wieder von mir enttäuscht und wenn ich STudiere, hab ich Angst, keine Familie mehr zu bekommen. Außerdem wirds dann finanziell sehr sehr eng, weil das die Rentenversicherung nicht zahlt.

Ich weiß, dass mir neimend helfen kann, nur ich selber indme ich eine Entscheidung treffe und akzeptiere. Aber ich kann einfach nicht. Ich vertrau nicht in mich nicht in mein Leben und würde so gern richtig leben.

Über Meinungen bin ich euch trotzdem sehr dankbar!

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13. März 2009 um 18:57

Ich kenne das!
Hey du!!

also erstmal vorweg: ich habe auch keine patentlösung für deine Ängste.

Aber ich versteh dich sehr gut, mir ging es vor einem guten halben Jahr ähnlich.
Ich war im zweiten Semester im Studium und war am überlegen ob ich nicht was anderes Studieren möchte. Hatte mich dann auch für ein anderes Studium beworben und den Platz bekommen. Ein paar Tage vor dem Einschreibetermin bekam ich dann Angstattacken, so ähnlich wie du sie beschreibst.
Ich hatte den ganzen Tag so ein prickelndes Gefühl im Hals und einfach Angst. Ich konnte auch nicht mehr klar denken, also war das Entscheiden für mich noch schwerer geworden, weil der Gedanke sofort mehr Angst auslöste. Und das war wirklich ununterbrochen, also nicht eine Attacke, die eine Stunde dauert, sondern einfach ein Zustand.
Auch wie du schreibst : ich "bin" Physiotherapeutin....versteh ich gut (wenn ichs richtig versteh ) Ich find das nämlich immer schrecklich, wenn mich Leute einfach danach abstempeln was ich Studiere/Arbeite.
weil man ist ja nicht ein beruf, sondern eine Person.

Inzwischen gehts mir besser. Ich bin bei meinem Studium geblieben, zu dem Zeitpunkt hauptsächlich, weil ich in dem Zustand in dem ich war, kein neues Studium anfangen wollte. Bin jetzt ein Semester weiter, aber immer noch nicht so viel klüger was mal werden soll. Und ich habe immer noch manchmal die gleichen Angstgefühle, aber jetzt sind sie nur temporär, mal eine Stunde oder so. Im Alltag gehts mir gut.
Ich möchte dich ermutigen, denn der krasse Zustand in dem du bist, die ganze Zeit Angst zu haben, der wird nicht dableiben (vielleicht ists inzwischen ja schon besser geworden).

Du sagst du hast schon mal eine Psychotherapie gemacht, kannst du vielleicht nochmal zu dem Therapeuten hin? Weil mir hat damals gegen diesen unangenehmen Zustand von andauernder Angst zwei Sitzungen bei einem JobCoach geholfen, danach war es dann echt erträglicher. Also ich hatte dann immer noch Angst, aber der Alltag war erstmal wieder machbar und ich konnte auch mal davon abschalten und mich an anderen Sachen im Leben erfreuen.
Das würde ich mal probieren, zu verlieren hast du dabei ja nichts.

Und um dich für die Uni zu bewerben hast du eh noch mindestens zwei Monate Zeit, das meiste fängt ja erst im Wintersemester an.
Und Studium und Familie wiederspricht sich nicht. Eine Freundin von mir hat direkt nach dem Ersten Semester ein Baby gekriegt und studiert noch weiter. Da muss man zum Beispiel keine StudienGebühren zahlen und es gibt glaub ich auch andere Möglichkeiten finanzielle Unterstützung zu bekommen.


Die Ursache der Angst ist meiner Meinung nach nicht nur die Entscheidung, weil dann würde ja jeder der seinen beruiflichen Weg entscheidet Ängste kriegen. Da ist glaub ich noch was hinter, ich weiss aber auch noch nicht was das bei mir ist.


Wenn du willst kannst du mir gerne eine Mail schreiben, wir können auch mal telefonieren oder so, wenn du mal reden willst.
Ich hab leider auch keine Patentlösung um die Angst vor dem Entscheiden (vor allem dem "falsch" entscheiden, was ja eignetlich quatsch ist, aber ich hab da auch anst vor) weg zu kriegen, aber ich versteh dich echt gut.

Alles Gute!!

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