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Empathie

14. Juni 2014 um 10:25 Letzte Antwort: 13. Januar 2018 um 21:42

Wie kann ich mich vor der eigenen Empathie schützen. Du möchtest auf eine Situation angebracht reagieren, aber du kannst das nicht, weil du all die Emotionen des Anderen spürst und darauf Rücksicht nimmst. Damit komme ich in eine Haltung, wo es mir unmöglich wird, die Situation zu durchbrechen.

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19. Juni 2014 um 19:18

Rücksicht nehmen
Ich habe das so gelernt , dass man auch Rücksicht nimmt und mich verwirrt , dasses mit eigenem Schmerz in Verbindung stehen soll . Ich kann mir kein Beispiel vorstellen .
Ich habe gelernt und verinnerlicht , dass es kaltschneuzig ist , sich anders als emphatisch zu verhalten . Gibt es vielleicht , wie oben geschildert , ein Zuviel an Emphatie ?
Aber ich mische mich hier einfach ein . Ist eben eine öffentliche Debatte

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19. Juni 2014 um 23:06

Rücksicht 2
Beispiel : meine Mutter schlägt mich , mit dem teppichklopfer immer in das Gesicht . Ich bin jung und hab mehr Kraft als sie und halte den Klopfer fest , weil es je auch schmerzt . ------
Und ich lasse wieder los und sie weiter klopfen , denn sie sieht so hilflos aus , wenn ich meich wehre und sie ist doch die Mutter ; ich nehme also Rücksicht . Ich bin ja auch von ihr abhängig , auch ein Grund .
In dem Beitrag Helfersyndrom war dieses Thema schon . Anderen helfen , mitfühlen , sich selber nicht fühlen müssen ;
Ablenkungsmanöver ? Wenn ich viel gebe , bekomme ich was zurück , weil ich dieses "was" brauche , ein riesen Defizit habe . Und da ist die Unkenntnis , wie das zu ändern geht .
Also gehe ich schrittweise vor : Ich habe da ein Defizit aus den Kindertagen . Aus best . Gründen war zu wenig Mutterliebe da , denke ich . Ich weiß es , fühle diesen Mangel
aber es ist doch nicht zu ändern . Mich darum selber zu bedauern hilft doch auch nicht .Ja , da sind so viele Erinnerungen an Momente , in denen man grausam zu mir war , vielleicht ohne es zu wollen .
Wenn ich mir das vergegenwärtige , kommt etwas von der damaligen Traurigkeit hoch . Ich fühle die Ungerechtigkeit , die Entteuschung , die Ernidrigung . Ich sehe das alles .
Nur , was nun ? Ich hab es ja überlebt . Aber was ändert das alles am JETZT?
Nur , was hat dieses Thema mit mir zu tun ? Ich hab doch viel mehr innere Ruhe gefunden , kümmere mich um mich selbst und das , was mich lange bewegt hat , ist weit weg . Ich will und muss nicht helfen . Ich habe Abstand .Immerzu helfen zu wollen , heißt doch auch , dem anderen nichts zu zutrauen , ihn klein zu machen , ihm Verantwortung weg zu nehmen , sich selber zu erhöhen , anmaßend zu sein .
Und es bleiben doch noch viele Fragen .
Aber Antworten bekomme ich nicht . Ich fühle mich wieder allein .Wie damals - da ist es wieder : ich sage , dass ich hier bin , sage , dass ich Aufmerksamkeit suche --und bin allein . Jeder ist doch allein .Warum sollte es mir anders gehen ?Hier werden so kluge Worte geredet und doch komme ich nicht damit zurecht . Ist vielleicht einfach zu hoch für mich . Diese leute hier sind eben klüger und ich bin in meiner Einfachheit hier fehl am Platz . Was suche ich denn hier ? Menschen , die mir ihre probleme aufbürden , bis ich nicht mehr kann ? Immer wieder von Neuem . nein , da bin ich total überfordert . Da muss ich flüchten , weil ich es nicht mehr ertrage . Ich hab ja mit mir selber zu tun .Mitgefühl , wo kann es einen Menschen hin führen ? Nein , ich bin nicht selbstlos genug - ich möchte etwas zurück .
So ist es wohl gewesen . Ich fühle viel Abstand und das tut gut .
Eigene Grenzen fühlen , mich schützen , weil ich leben will und nicht Schindluder mit meiner Gesundheit treiben will .

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24. Juni 2014 um 8:23
In Antwort auf anna70741

Rücksicht nehmen
Ich habe das so gelernt , dass man auch Rücksicht nimmt und mich verwirrt , dasses mit eigenem Schmerz in Verbindung stehen soll . Ich kann mir kein Beispiel vorstellen .
Ich habe gelernt und verinnerlicht , dass es kaltschneuzig ist , sich anders als emphatisch zu verhalten . Gibt es vielleicht , wie oben geschildert , ein Zuviel an Emphatie ?
Aber ich mische mich hier einfach ein . Ist eben eine öffentliche Debatte

Wie blubb schon schreibt
es hängt mit dem eigenen Schmerz zusammen. Ein Zuviel an Empathie ist nicht erstrebenswert. Psychopathen wissen das gnadenlos auszunutzen. Ganze Industriezweige sind darauf ausgerichtet. Menschen ohne Empathie sind nicht so leicht zu betrügen.

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24. Juni 2014 um 9:14
In Antwort auf snoden

Wie blubb schon schreibt
es hängt mit dem eigenen Schmerz zusammen. Ein Zuviel an Empathie ist nicht erstrebenswert. Psychopathen wissen das gnadenlos auszunutzen. Ganze Industriezweige sind darauf ausgerichtet. Menschen ohne Empathie sind nicht so leicht zu betrügen.

Gedanken
Hast Du Angst betrogen zu werden ? Ich glaube , ja.Angst , Dich zu irren oder , was gleich kommt , zurückgewiesen zu werden.

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24. Juni 2014 um 10:53

Ja und nein
Ich bin der Meinung dass man Rücksicht auf Gefühle anderer Personen nehmen sollte aber man darf auch von seinen eigenen vergessen. Man kann ja über alles in Ruhe reden oder?

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29. Juli 2014 um 0:49

Ich lese immer wieder
Hallo bblubb, wenn Du das doch bitte an einem Beispiel erklären könntest, das mit dem Rücksicht nehmen , weil einem Schmez aus dem Weg gehen . Ich verstehe das einfach nicht : ich nehme Rücksicht , weil jemand schwächer ist ? Und warum hat das mit meinem eigenen Schmerz zu tun ?
Umkehrschluss : ich nehme keine Rücksicht und lasse den anderen im regen stehn . Was ist das denn ? Nur an sich selber denken ? Vorbei gehen , wenn einer nicht so kann ?
Wenn ich Rücksicht nehme , dann , weil ich nicht nur an mich selber denke . Wo kämen wir damit hin , wenn man rücksichtslos ist . Da lassen wir die Schwächeren zurück . Was soll das sein ?Natürliche Auslese ? Rücksicht nehmen heißt doch auch mitnehmen , einen Ausgleich schaffen .
Den anderen verändern wollen ist gewagt . Aber Hilfestellung , sofern gewollt .....
Wer ist eigentlich schwächer , hilfebedürftig ? Das sind doch immer nur Teilbereiche und wer hat keine Schwächen ?
Wo fängt zu viel Emphatie an ? Was heißt hier Handlungsunfähigkeit eigentlich ? ---Ich habe zu viel Emphatie und kann meinen eigenen Weg dadurch nicht finden ?
Ich finde es schade , dass hier etwas nur angedeutet wird und dann wird man im Regen stehen gelassen . Mich interessiert das ! Ich will es am Beispiel verstehen . Das sind zu wenige Worte . Was soll das eigentlich , dass nur Schweigen kommt .
Ist es Hochmut , nicht weiter zu antworten ?

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29. Juli 2014 um 9:00
In Antwort auf anna70741

Ich lese immer wieder
Hallo bblubb, wenn Du das doch bitte an einem Beispiel erklären könntest, das mit dem Rücksicht nehmen , weil einem Schmez aus dem Weg gehen . Ich verstehe das einfach nicht : ich nehme Rücksicht , weil jemand schwächer ist ? Und warum hat das mit meinem eigenen Schmerz zu tun ?
Umkehrschluss : ich nehme keine Rücksicht und lasse den anderen im regen stehn . Was ist das denn ? Nur an sich selber denken ? Vorbei gehen , wenn einer nicht so kann ?
Wenn ich Rücksicht nehme , dann , weil ich nicht nur an mich selber denke . Wo kämen wir damit hin , wenn man rücksichtslos ist . Da lassen wir die Schwächeren zurück . Was soll das sein ?Natürliche Auslese ? Rücksicht nehmen heißt doch auch mitnehmen , einen Ausgleich schaffen .
Den anderen verändern wollen ist gewagt . Aber Hilfestellung , sofern gewollt .....
Wer ist eigentlich schwächer , hilfebedürftig ? Das sind doch immer nur Teilbereiche und wer hat keine Schwächen ?
Wo fängt zu viel Emphatie an ? Was heißt hier Handlungsunfähigkeit eigentlich ? ---Ich habe zu viel Emphatie und kann meinen eigenen Weg dadurch nicht finden ?
Ich finde es schade , dass hier etwas nur angedeutet wird und dann wird man im Regen stehen gelassen . Mich interessiert das ! Ich will es am Beispiel verstehen . Das sind zu wenige Worte . Was soll das eigentlich , dass nur Schweigen kommt .
Ist es Hochmut , nicht weiter zu antworten ?

Es gibt eine These...
"Altruismus ist eine Erscheinungsform des Egoismus"

Für mich (ist nicht meine Theorie, ich denke nur, da ist viel dran!) liegt das vor allem in zwei Punkten:
1) die Erwartungshaltung.
2) Projektion und eben Verdrängung

zum 1 - ich kenne so viele, die sich für hilfsbereit halten und ganz fürchterlich viel und aufopferungsvoll für andere tun. Und keinen einzigen, der das nicht mindestens ganz genau so sehr für sich selbst tut. Die erwarten nämlich ganz unbedingt, dass wenn sie etwas "schenken" (sei es materiell oder "Hilfe" o.ä.) - dass sie auch Geschenke erhalten oder als Held gefeiert werden (ja, ist überzogen formuliert) - das ist nicht selbstlos, es ist eine Aufforderung zur Gegenleistung.

zum 2 - es ist so entzückend viel einfacher, die Probleme von anderen zu lösen, als die eigenen. Es gibt viele, die das als Fluchtpunkt nutzen. Das ist so wichtig und so edel, das taugt ganz prima als Alibi vor sich selbst. Da kann man sich schön selbst auf die Schulter klopfen, was man nicht für ein toller Mensch ist und dafür, vor der eigenen Tür zu kehren... ach dafür ist gerade keine Zeit, wo doch ein anderer Mensch in Not ist! Ausserdem denkt man da ja auch gar nicht mehr daran. Man fühlt sich so gut ob der eigenen edlen Taten und es ist so wichtig, wenn andere in Not sind.

***********************

Abgesehen davon finde ich, dass zu viel Rücksicht auch für denjenigen sehr gefährlich werden kann, auf den man Rücksicht nimmt.

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29. Juli 2014 um 9:09
In Antwort auf an0N_1189750099z

Es gibt eine These...
"Altruismus ist eine Erscheinungsform des Egoismus"

Für mich (ist nicht meine Theorie, ich denke nur, da ist viel dran!) liegt das vor allem in zwei Punkten:
1) die Erwartungshaltung.
2) Projektion und eben Verdrängung

zum 1 - ich kenne so viele, die sich für hilfsbereit halten und ganz fürchterlich viel und aufopferungsvoll für andere tun. Und keinen einzigen, der das nicht mindestens ganz genau so sehr für sich selbst tut. Die erwarten nämlich ganz unbedingt, dass wenn sie etwas "schenken" (sei es materiell oder "Hilfe" o.ä.) - dass sie auch Geschenke erhalten oder als Held gefeiert werden (ja, ist überzogen formuliert) - das ist nicht selbstlos, es ist eine Aufforderung zur Gegenleistung.

zum 2 - es ist so entzückend viel einfacher, die Probleme von anderen zu lösen, als die eigenen. Es gibt viele, die das als Fluchtpunkt nutzen. Das ist so wichtig und so edel, das taugt ganz prima als Alibi vor sich selbst. Da kann man sich schön selbst auf die Schulter klopfen, was man nicht für ein toller Mensch ist und dafür, vor der eigenen Tür zu kehren... ach dafür ist gerade keine Zeit, wo doch ein anderer Mensch in Not ist! Ausserdem denkt man da ja auch gar nicht mehr daran. Man fühlt sich so gut ob der eigenen edlen Taten und es ist so wichtig, wenn andere in Not sind.

***********************

Abgesehen davon finde ich, dass zu viel Rücksicht auch für denjenigen sehr gefährlich werden kann, auf den man Rücksicht nimmt.

Und
... wer zu viel (!) Rücksicht nimmt, gibt m.E. auch zu viel Verantwortung ab.

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29. Juli 2014 um 9:29
In Antwort auf an0N_1189750099z

Und
... wer zu viel (!) Rücksicht nimmt, gibt m.E. auch zu viel Verantwortung ab.

Zu viel und ...
Zu viel und zu wing ist ein Ding .
Alles gut und ich sehe das genau so . Kommt aber doch immer auf den Einzelfall an .
Aber wenigstens antwortet mal einer .Danke

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29. Juli 2014 um 10:20

Hast Du mal darüber nachgedacht...
... dass diese Rücksicht auch für denjenigen, auf den Du Rücksicht nimmst, nicht unbedingt gut ist - wenn es zu viel ist?

Vielleicht würde Dir diese Überlegung helfen?

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29. Juli 2014 um 11:04
In Antwort auf an0N_1189750099z

Hast Du mal darüber nachgedacht...
... dass diese Rücksicht auch für denjenigen, auf den Du Rücksicht nimmst, nicht unbedingt gut ist - wenn es zu viel ist?

Vielleicht würde Dir diese Überlegung helfen?

Kein Beispiel
Ich habe dazu im Moment kein beispiel zur Hand .Zu viel Rücksicht , schwer ab zu schätzen , wann zu viel und wann zu wenig .Ja sicher , man nimmt Eigenverantwortung ab . Oft vermischt sich das auch .
Du schreibst vorher: wer zu viel Rücksicht nimmt , gibt Verantwortung ab. Ich denke , er nimmt Verantwortung ab .Er übernimmt diese doch .
Ja , man fühlt sich gut , wenn man hilfsbereit ist . Dem Nachbarn die Blumen gießen , wenn der im Urlaub ist - und , ja, man erwartet , dass sowas auch zueück kommt . ich denke , das ist im Zusammenleben der Menschen auch sehr wichtig . Kommt eben wirklich auf das beispiel an .
Rücksicht auf ein krankes erwachsenes Kind - da hat man ein ernstes Problem und weiß nie , wann es zu viel und wann zu wenig ist . Stell Dir ein erwachsenes Kind mit Psychose vor , wo Du nie genau weißt , wann es kritischwird . Das Kind selber merkt es ja nicht und oft oder meist , kann man gar nichts tun als einfach nur da sein .Und dann erlebst Du , dass es immer schlimmer wird , kommst aber nicht ran und kannst nur noch auf Schutzengel warten .

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29. Juli 2014 um 11:28
In Antwort auf anna70741

Kein Beispiel
Ich habe dazu im Moment kein beispiel zur Hand .Zu viel Rücksicht , schwer ab zu schätzen , wann zu viel und wann zu wenig .Ja sicher , man nimmt Eigenverantwortung ab . Oft vermischt sich das auch .
Du schreibst vorher: wer zu viel Rücksicht nimmt , gibt Verantwortung ab. Ich denke , er nimmt Verantwortung ab .Er übernimmt diese doch .
Ja , man fühlt sich gut , wenn man hilfsbereit ist . Dem Nachbarn die Blumen gießen , wenn der im Urlaub ist - und , ja, man erwartet , dass sowas auch zueück kommt . ich denke , das ist im Zusammenleben der Menschen auch sehr wichtig . Kommt eben wirklich auf das beispiel an .
Rücksicht auf ein krankes erwachsenes Kind - da hat man ein ernstes Problem und weiß nie , wann es zu viel und wann zu wenig ist . Stell Dir ein erwachsenes Kind mit Psychose vor , wo Du nie genau weißt , wann es kritischwird . Das Kind selber merkt es ja nicht und oft oder meist , kann man gar nichts tun als einfach nur da sein .Und dann erlebst Du , dass es immer schlimmer wird , kommst aber nicht ran und kannst nur noch auf Schutzengel warten .

Das meinte ich nicht
derjenige, der zu viel Rücksicht nimmt, gibt *seine eigene* Verantwortung ab. Man übernimmt welche - ja, wenn man es nicht übertreibt.
Wenn man aber alle eigenen Entscheidungen (bzw. zu viele davon) auf "ich konnte ja gar nicht anders, ich musste ja Rücksicht nehmen" schiebt - wo ist denn dann die Verantwortung? Man reisst die Hände hoch und das war's. Das ist Verantwortung weg schieben, nicht übernehmen. Verantwortung heisst da auch: Mass halten!

Ein Beispiel, wann man zu viel Rücksicht nimmt?
Habe ich jeden Tag. Ich kopiere dazu gleich noch einen Beitrag von mir ein.

Noch etwas zum Thema Verantwortung abgeben:
Man gibt auch die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden ab. Indem man sich so zurückstellt, sind nur noch die anderen dafür verantwortlich, dass es einem selbst gut geht, dass man selbst nicht verbrennt dabei.
Beispiel? Nun, es gibt im Leben manchmal win-win-Situationen - aber lost-lost gibt es auch.
Sagen wir... ich bin verheiratet. Mir ist es wichtig, auch Zeit mit meinen Freunden zu verbringen - das ist u.a. eine seit über 20 Jahren bestehende Freundschaft - ein Mann und einer, der mit meinem Mann nicht so wirklich harmoniert. Würde es meinen Mann verletzen, dass ich also ab und an auch bei meinem Freund bin - und zwar allein, denn eine 3er-Runde mit egal wie man es auch dreht immer einem "fünften Rad am Wagen" ist - was dann? Er könnte Rücksicht darauf nehmen, dass es mich verletzt, wenn ich diese 20jährige Freundschaft mal eben auf die Müllhalde werfen könnte, weil sich zwischen meinem Freund und mir irgendwie alles ändern muss - oder ich könnte Rücksicht auf ihn nehmen. Sagen wir: er nimmt Rücksicht auf mich. Ok, dann gibt es noch andere Punkte: er freut sich den ganzen Tag darauf, mich abends zu sehen, mit mir Zeit zu verbringen, es ist ihm wichtig - nur bin ich platt von Arbeit und will mich nur noch in meinem Zimmer vergraben, bissl zocken und dann schlaaaaaaaaafen. Statt zu sagen "Hey, ich bin auch noch da, Du kannst mich doch hier nicht einfach immer ignorieren!" - nimmt er "Rücksicht" - usw. usw. usw. - damit wäre plötzlich ich ganz allein dafür verantwortlich, dass aus ihm kein Fussabtreter wird - denn er kümmert sich da null darum, er geht immer nur zurück. - Berantwortung weggeschoben. Andere sind für mein Wohlergehen zuständig, ich nicht.

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29. Juli 2014 um 11:35
In Antwort auf an0N_1189750099z

Das meinte ich nicht
derjenige, der zu viel Rücksicht nimmt, gibt *seine eigene* Verantwortung ab. Man übernimmt welche - ja, wenn man es nicht übertreibt.
Wenn man aber alle eigenen Entscheidungen (bzw. zu viele davon) auf "ich konnte ja gar nicht anders, ich musste ja Rücksicht nehmen" schiebt - wo ist denn dann die Verantwortung? Man reisst die Hände hoch und das war's. Das ist Verantwortung weg schieben, nicht übernehmen. Verantwortung heisst da auch: Mass halten!

Ein Beispiel, wann man zu viel Rücksicht nimmt?
Habe ich jeden Tag. Ich kopiere dazu gleich noch einen Beitrag von mir ein.

Noch etwas zum Thema Verantwortung abgeben:
Man gibt auch die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden ab. Indem man sich so zurückstellt, sind nur noch die anderen dafür verantwortlich, dass es einem selbst gut geht, dass man selbst nicht verbrennt dabei.
Beispiel? Nun, es gibt im Leben manchmal win-win-Situationen - aber lost-lost gibt es auch.
Sagen wir... ich bin verheiratet. Mir ist es wichtig, auch Zeit mit meinen Freunden zu verbringen - das ist u.a. eine seit über 20 Jahren bestehende Freundschaft - ein Mann und einer, der mit meinem Mann nicht so wirklich harmoniert. Würde es meinen Mann verletzen, dass ich also ab und an auch bei meinem Freund bin - und zwar allein, denn eine 3er-Runde mit egal wie man es auch dreht immer einem "fünften Rad am Wagen" ist - was dann? Er könnte Rücksicht darauf nehmen, dass es mich verletzt, wenn ich diese 20jährige Freundschaft mal eben auf die Müllhalde werfen könnte, weil sich zwischen meinem Freund und mir irgendwie alles ändern muss - oder ich könnte Rücksicht auf ihn nehmen. Sagen wir: er nimmt Rücksicht auf mich. Ok, dann gibt es noch andere Punkte: er freut sich den ganzen Tag darauf, mich abends zu sehen, mit mir Zeit zu verbringen, es ist ihm wichtig - nur bin ich platt von Arbeit und will mich nur noch in meinem Zimmer vergraben, bissl zocken und dann schlaaaaaaaaafen. Statt zu sagen "Hey, ich bin auch noch da, Du kannst mich doch hier nicht einfach immer ignorieren!" - nimmt er "Rücksicht" - usw. usw. usw. - damit wäre plötzlich ich ganz allein dafür verantwortlich, dass aus ihm kein Fussabtreter wird - denn er kümmert sich da null darum, er geht immer nur zurück. - Berantwortung weggeschoben. Andere sind für mein Wohlergehen zuständig, ich nicht.

Der Fluch der weissen Ritter...
zu Erklärung: Ich bin Borderlinerin. Etwas für andere ganz normales unverfängliches, völlig problemloses - eine Situation, eine Erinnerung, ein einzelnes blödes Wort - kann für mich einfach heftig schmerzhaft sein.
Nun, ich bin krank, ich kann da gar nichts dafür - also muss man auf mich "Rücksicht nehmen" - ja. An ganz wenigen Punkten. Aber niemals generell und *auf gar keinen Fall* zu viel.

*******************

von:avarrassterne

Als Partner ziehen wir meist diejenigen an, die uns retten wollen - die weißen Ritter, die sich selbst opfern, um uns zu retten - und dabei scheitern. Denn dass ist ganz schnell Gift für beide Seiten - was meint: Üblicher Weise bringt es beiden nur Leid.

Der Reihe nach:

1. - Wann auch immer sich jemand für einen anderen Menschen "opfert" - oder das Gefühl hat, sich zu "opfern", ob als Verwandte oder Freunde oder Partner, ist diese zwischenmenschliche Beziehung zum Scheitern verurteilt, wenn das mehr als sehr kurze Zeit anhält. Es ist per se natürlich wirklich edel gemeint. Aber wenn jemand das Gefühl hat, sich wirklich zu opfern KANN das Ergebnis keine glückliche zwischenmenschliche Beziehung sein. Niemals. Per Definition nicht.

2. - Wir müssen nicht "gerettet" werden. Uns kann auch niemand "retten". Schon gar niemand anders als wir selbst. Letzlich ist es eine chronische Krankheit. Sie ist psychisch und nicht physisch, aber es will auch niemand Diabetiker retten oder Blinde. Genauso soll, kann und muss niemand Borderliner retten.

3. - Ich habe es schon geschrieben: Ursache sind emotionale Überladungen. Ich habe es auch geschrieben: Es geht nicht "von alleine wieder weg". Wenn der Druck, die Spannung, die Emotionen zu hoch sind, hilft nur eines: Druck ABBAUEN. Wasser aus dem Fass schöpfen. Einen Kühlkreislauf einschalten. Aber nicht das Wasserfass oder den Atommeiler in Watte packen, das ändert GAR NICHTS.
Das KANN nur der Betroffene selbst tun.
Für den fühlt es sich natürlich toll an, in Watte gepackt zu werden - aber letztlich helfen wird es ihm nicht.

Immer wenn Angehörige, Ex-Partner usw. schreiben, lese ich Sätze wie "Man muss immer Rücksicht nehmen, die machen immer was sie wollen und wir sollen immer Rücksicht nehmen" - Leute, das ist FALSCH, FALSCH, FALSCH!!!
Es gibt einige Punkte, auf die man achten muss und die man anders machen muss.
Aber wie ich schon sagte: wenn einer das Gefühl hat, immer derjenige zu sein, der "zahlt" dann funktioniert das niemals. Es ist vor allem aber auch völlig unnötig, denn es ändert nichts, es verbessert nichts.
Ihr könnt Euch (pardon) den A*** aufreißen im Bemühen jeden Sturm von uns abzuhalten, es ist nicht möglich, dass das funktioniert. Also klar, es ist zu schön, wenn jemand ständig um einen herumwuselt und den Boden vor den Füssen glättet, das ist angenehm. und es erleichtert ja auch wirklich das gehen. Aber wenn jemand einen Dorn im Fuss hat, dann bringt es nichts, vor ihm den Boden zu ebnen, dann weichen Sand auszubreiten und eine Krücke zu holen und denjenigen zu stützen und irgendwann man die Sänfte zu holen - Es muss der Dorn aus dem Fuß. Alles andere ist nur Symptombekämpfung. Natürlich hilft das. Aber es löst keine Probleme.

Nun wissen die meisten Borderliner nicht, dass sie einen Dorn im Fuß haben und die weißen Ritter wissen es auch nicht. Also machen sie den Weg vor dem Grenzgänger so lange so angenehm wie möglich wie sie können und dann machen sie weiter, bis es nicht mehr geht, dann machen sie weiter, bis sie chancenlos zusammenbrechen. Dann haben beide das Gefühl versagt zu haben. Der Grenzgänger, wo er es nicht mal geschafft hat, mit einem so lieben Menschen, der sich so darum kümmert auszukommen. Der weiße Ritter, weil die eigene Kraft hoffnungslos erschöpft ist - aber sonst nichts passiert.

Ja, ich weiß, das wirkt fies und gemein und egoistisch und undankbar und arrogant und ... gegenüber denen, die sich aufgeopfert haben. Aber es ist eben so, dass der äußere Schein trügt. Na klar, es hilft, wenn der Weg geebnet wird - in diesem Moment. Aber so böse das auch klingt: Jemand der sich daneben stellt und nicht ständig stüzt und die Sänfte holt, führt eher dazu, den Fuß zu untersuchen und den Dorn zu finden.

Die Balance ist alles. Es gibt manche Stellen des Weges, wo es uns retten kann, wenn uns jemand stützt. Es hilft, wenn jemand mit darauf achtet, ob man sich gerade auf ein Treibsandfeld zu bewegt.
Aber so schön es ist, getragen zu werden und so sehr sich derjenige, der die Sänfte trägt, damit abmüht: Wenn wir nicht den größten Teil des Weges auf eigenen Füßen laufen, wird keiner den Berg hochkommen. Weder wir selbst noch die weißen Ritter, die uns begleiten. Sisyphos lässt schön grüßen...

Beide müssen in diesem Falle gegen ihre Instinkte handeln. Die Grenzgänger, die den Dorn im Fuß suchen und entfernen müssen, dann den schmerzenden Fuss Schritt um Schritt nach vorn bewegen müssen, die Muskeln wieder aufbauen müssen, die sie verloren haben, weil sie getragen wurden und die jeden Abend am Lager schön die Wunde im Fuß untersuchen, desinfizieren und neu verbinden müssen.
Und die weißen Ritter auch, die auch zusehen können müssen, wie man neben ihnen auf die *** fällt. Die auch mal von einem Stein getroffen werden können, der dabei den Berg runter rollt. Die aber auch mal dem Esel mal eins auf den *** geben können und sollen, wenn der über die Stränge schlägt und sich auch an den Möhren gütlich tun sollen, statt nur die besten oder gar alle aufzuheben, um sie dem Esel vor die Nase zu binden.

Bedenkt stets den guten alten Apothekerspruch: Die Dosis macht das Gift.
So, ich hoffe, ich habe es so erklären können, dass sich nicht alle weißen Ritter jetzt vor das Schienbein getreten fühlen und dass die Grenzgänger mal nach dem Dorn im Fuss suchen - nicht nach dem nächsten Sänftenträger.

gesendet am 2/11/12 um 12:34

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29. Juli 2014 um 11:41
In Antwort auf an0N_1189750099z

Das meinte ich nicht
derjenige, der zu viel Rücksicht nimmt, gibt *seine eigene* Verantwortung ab. Man übernimmt welche - ja, wenn man es nicht übertreibt.
Wenn man aber alle eigenen Entscheidungen (bzw. zu viele davon) auf "ich konnte ja gar nicht anders, ich musste ja Rücksicht nehmen" schiebt - wo ist denn dann die Verantwortung? Man reisst die Hände hoch und das war's. Das ist Verantwortung weg schieben, nicht übernehmen. Verantwortung heisst da auch: Mass halten!

Ein Beispiel, wann man zu viel Rücksicht nimmt?
Habe ich jeden Tag. Ich kopiere dazu gleich noch einen Beitrag von mir ein.

Noch etwas zum Thema Verantwortung abgeben:
Man gibt auch die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden ab. Indem man sich so zurückstellt, sind nur noch die anderen dafür verantwortlich, dass es einem selbst gut geht, dass man selbst nicht verbrennt dabei.
Beispiel? Nun, es gibt im Leben manchmal win-win-Situationen - aber lost-lost gibt es auch.
Sagen wir... ich bin verheiratet. Mir ist es wichtig, auch Zeit mit meinen Freunden zu verbringen - das ist u.a. eine seit über 20 Jahren bestehende Freundschaft - ein Mann und einer, der mit meinem Mann nicht so wirklich harmoniert. Würde es meinen Mann verletzen, dass ich also ab und an auch bei meinem Freund bin - und zwar allein, denn eine 3er-Runde mit egal wie man es auch dreht immer einem "fünften Rad am Wagen" ist - was dann? Er könnte Rücksicht darauf nehmen, dass es mich verletzt, wenn ich diese 20jährige Freundschaft mal eben auf die Müllhalde werfen könnte, weil sich zwischen meinem Freund und mir irgendwie alles ändern muss - oder ich könnte Rücksicht auf ihn nehmen. Sagen wir: er nimmt Rücksicht auf mich. Ok, dann gibt es noch andere Punkte: er freut sich den ganzen Tag darauf, mich abends zu sehen, mit mir Zeit zu verbringen, es ist ihm wichtig - nur bin ich platt von Arbeit und will mich nur noch in meinem Zimmer vergraben, bissl zocken und dann schlaaaaaaaaafen. Statt zu sagen "Hey, ich bin auch noch da, Du kannst mich doch hier nicht einfach immer ignorieren!" - nimmt er "Rücksicht" - usw. usw. usw. - damit wäre plötzlich ich ganz allein dafür verantwortlich, dass aus ihm kein Fussabtreter wird - denn er kümmert sich da null darum, er geht immer nur zurück. - Berantwortung weggeschoben. Andere sind für mein Wohlergehen zuständig, ich nicht.

Verantwortung abgeben Teil II
"Ich werde ausgenutzt, weil ich zu viel Rücksicht nehme / zu lieb bin / ..."

Also für mich gehören da immer zwei dazu. Einer der nimmt - und einer der gibt. "Rücksicht" als Alibi, es so hinzustellen, als würde man ja gar keine Wahl haben, als zu geben, auch wenn man nichts erhält = Verantwortung weg schieben. Nein, man kann es meiner Meinung nach nicht nur demjenigen anlasten, der das nimmt, was man *gibt* - wenn man sich vom Ergebnis ausgenutzt fühlt. Aber diejenigen fühlen sich eben häufig dafür gar nicht verantwortlich - sondern sehen in vielen Fällen Verantwortung und Schuld immer nur beim Nehmenden. (meint nicht snoden)

Wohl gemerkt: es ging um ZU VIEL Rücksicht.

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29. Juli 2014 um 13:40

Borderline
An Deinem Beispiel kann ich mir nun vorstellen , was Du meinst .
Hab gerade über diese Erkrankung nachgelesen .
Das brennt jemanden extrem aus , nur Rücksicht zu nehmen und sich dabei selber zu vergessen. Ist aber auch idiotisch und manchmal schwer ab zu stellen . Vielleicht gehört es ja auch zu den Symtomen dieser Erkrankung . Kann eine Sucht sein , denke ich oder irgend wie darin stecken bleiben .
Jedenfalls kann sich das alles ändern und das hört sich gut an .
Übrigens hab auch ich manchmal ein extremes Spannungsgefühl , gestern beim Aufwachen . Ich hab es nicht zuordnen können . Es ließ langsam wieder nach .
Jedenfalls kommt Borderline nicht aus dem Nichts . Und dann kann es auch wieder besser werden .
Eine Menge erlerntes Verhalten scheint mir auch dazu zu kommen , jedenfalls bei mir , wenn ich an Schwarz-Weiß-denken denke zum Beispiel .
Ich kann ganz schlecht allein sein und wie ich das ändern soll , hab ich keine Ahnung . Ich kann schon allein sein , wenn ich weiß , es ist begrenzt . Dann tut es auch mal richtig gut .

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29. Juli 2014 um 14:51
In Antwort auf anna70741

Borderline
An Deinem Beispiel kann ich mir nun vorstellen , was Du meinst .
Hab gerade über diese Erkrankung nachgelesen .
Das brennt jemanden extrem aus , nur Rücksicht zu nehmen und sich dabei selber zu vergessen. Ist aber auch idiotisch und manchmal schwer ab zu stellen . Vielleicht gehört es ja auch zu den Symtomen dieser Erkrankung . Kann eine Sucht sein , denke ich oder irgend wie darin stecken bleiben .
Jedenfalls kann sich das alles ändern und das hört sich gut an .
Übrigens hab auch ich manchmal ein extremes Spannungsgefühl , gestern beim Aufwachen . Ich hab es nicht zuordnen können . Es ließ langsam wieder nach .
Jedenfalls kommt Borderline nicht aus dem Nichts . Und dann kann es auch wieder besser werden .
Eine Menge erlerntes Verhalten scheint mir auch dazu zu kommen , jedenfalls bei mir , wenn ich an Schwarz-Weiß-denken denke zum Beispiel .
Ich kann ganz schlecht allein sein und wie ich das ändern soll , hab ich keine Ahnung . Ich kann schon allein sein , wenn ich weiß , es ist begrenzt . Dann tut es auch mal richtig gut .

Es ging mir darum...
... dass nicht wir weniger Rücksicht nehmen sollen (wir müssen eher mehr Rücksicht auf andere Menschen nehmen, aber das ist ein anderes Thema), sondern dass die Menschen in unserer Umgebung aufpassen sollten, dass sie nicht zu viel Rücksicht auf UNS nehmen.

Eben weil es rein instinktiv ja diesen Beschützerinstinkt auslöst. Die ist krank, die kann nichts dafür, es tut ihr weh, das kann man nicht machen... oh doch, das MUSS man machen.
Auch und gerade auf kranke Menschen darf man eben *nicht zu viel* Rücksicht nehmen - nicht nur bei Borderlinern.

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29. Juli 2014 um 20:54
In Antwort auf an0N_1189750099z

Es ging mir darum...
... dass nicht wir weniger Rücksicht nehmen sollen (wir müssen eher mehr Rücksicht auf andere Menschen nehmen, aber das ist ein anderes Thema), sondern dass die Menschen in unserer Umgebung aufpassen sollten, dass sie nicht zu viel Rücksicht auf UNS nehmen.

Eben weil es rein instinktiv ja diesen Beschützerinstinkt auslöst. Die ist krank, die kann nichts dafür, es tut ihr weh, das kann man nicht machen... oh doch, das MUSS man machen.
Auch und gerade auf kranke Menschen darf man eben *nicht zu viel* Rücksicht nehmen - nicht nur bei Borderlinern.

Auf kranke Menschen
Rücksicht nehmen , das schafft man nicht lange . Das ist auch ganz sicher sehr beziehungsschädigend . Man ist ja in einer beziehung nicht der krankenpfleger . Da geht alles den bach runter .
Für mich ist das graue Theorie .
Wenn man nun nicht weiß , dass das Verhalten des Anderen krank ist und diese krankheit einen namen hat , so ist man vielleicht erstmal automatisch dazu geneigt , Rücksicht zu nehmen . Am besten , man weiß das alles nicht und setzt ganz normale maßstäbe an und fühlt sich wohl in der gegenwart des Anderen oder , wenn nicht , geht keine beziehung .Sehr theoretisch . Da bleibe ich doch lieber allein als mich selber zu quälen mit ewiger Rücksicht . Da wird man ja krank dran .Wer einfach beziehungsunfähig ist , der muss sich entweder bemühen was zu verbessern oder solo bleiben . Aber es ist auch fast unmöglich , wirklich seelisch richtig gesunde Menschen kennen zu lernen . Und was ist da wirklich gesund ? Entweder man fühlt sich wohl und Geben und Nehmen sind irgend wie im Gleichgewicht oder es ist eine totale Schieflage und man rettet lieber seine haut und lässt es . Es gibt andere Formen des Zusammenlebens wie Wohngemeinschaften mit gewissem Maß an Rücksicht und Hilfsbereitschaft bei Krankheit und so , und an sonsten hat jeder seine Freiheit .
Ich glaube , Liebe ist zu kompliziert und bringt viel Verdruss .
Sagte mir mal ein Fachmann , dass Beziehungen ohne Liebe , wie sie früher oft arangiert wurden , besser halten . Man hat dann eben etwas nebenbei vielleicht - war ja oft so . Man muss sich ja nicht so sehr drauf ein lassen , dann schmerzt es nicht weiter . Gut , ist alles nur gesponnen , hab keine Ahnung . Nur immer seine krankheit beschauen ist auch nicht gut . Besser ist zu sagen- da hab ich Schwachstellen und die will ich ändern .
Hab mal drei junge Frauen kennen gelernt , die haben sich nur mit ihrer krankheit befasst und waren richtig stolz auf diese und mussten jedem von den Besonderheiten erzählen und freuten sich , damit Eindruck zu schinden . Das war zum Kotzen . Damit muss sich ja keiner wichtig machen . Mal drüber sprechen ist ja gut , aber dann ist auch genug . Man merkt es sicher besser bei anderen als bei sich selber .

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29. Juli 2014 um 21:06
In Antwort auf anna70741

Auf kranke Menschen
Rücksicht nehmen , das schafft man nicht lange . Das ist auch ganz sicher sehr beziehungsschädigend . Man ist ja in einer beziehung nicht der krankenpfleger . Da geht alles den bach runter .
Für mich ist das graue Theorie .
Wenn man nun nicht weiß , dass das Verhalten des Anderen krank ist und diese krankheit einen namen hat , so ist man vielleicht erstmal automatisch dazu geneigt , Rücksicht zu nehmen . Am besten , man weiß das alles nicht und setzt ganz normale maßstäbe an und fühlt sich wohl in der gegenwart des Anderen oder , wenn nicht , geht keine beziehung .Sehr theoretisch . Da bleibe ich doch lieber allein als mich selber zu quälen mit ewiger Rücksicht . Da wird man ja krank dran .Wer einfach beziehungsunfähig ist , der muss sich entweder bemühen was zu verbessern oder solo bleiben . Aber es ist auch fast unmöglich , wirklich seelisch richtig gesunde Menschen kennen zu lernen . Und was ist da wirklich gesund ? Entweder man fühlt sich wohl und Geben und Nehmen sind irgend wie im Gleichgewicht oder es ist eine totale Schieflage und man rettet lieber seine haut und lässt es . Es gibt andere Formen des Zusammenlebens wie Wohngemeinschaften mit gewissem Maß an Rücksicht und Hilfsbereitschaft bei Krankheit und so , und an sonsten hat jeder seine Freiheit .
Ich glaube , Liebe ist zu kompliziert und bringt viel Verdruss .
Sagte mir mal ein Fachmann , dass Beziehungen ohne Liebe , wie sie früher oft arangiert wurden , besser halten . Man hat dann eben etwas nebenbei vielleicht - war ja oft so . Man muss sich ja nicht so sehr drauf ein lassen , dann schmerzt es nicht weiter . Gut , ist alles nur gesponnen , hab keine Ahnung . Nur immer seine krankheit beschauen ist auch nicht gut . Besser ist zu sagen- da hab ich Schwachstellen und die will ich ändern .
Hab mal drei junge Frauen kennen gelernt , die haben sich nur mit ihrer krankheit befasst und waren richtig stolz auf diese und mussten jedem von den Besonderheiten erzählen und freuten sich , damit Eindruck zu schinden . Das war zum Kotzen . Damit muss sich ja keiner wichtig machen . Mal drüber sprechen ist ja gut , aber dann ist auch genug . Man merkt es sicher besser bei anderen als bei sich selber .

^^
ich bin seit über 15 Jahren in einer glücklichen Beziehung, seit über 9 Jahren Ehe, ich bin ganz sicher nicht "seelisch gesund", aber eine "totale Schieflage" ist unsere Beziehung nicht und war sie auch noch nie - und stell Dir vor, mein Mann fühlt sich wohl in meiner Gegenwart. ^^
Weil er ein Mensch ist, der auch seine Interessen mal selbst vertreten kann und keinen überzogenen Zwang dazu hat, immer Rücksicht zu nehmen.
Oh und eine "Beziehung mit Liebe" war es immer und ist es noch - ohne würde ich das nicht machen, denn es verlangt von mir schon auch einiges.

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29. Juli 2014 um 21:08
In Antwort auf an0N_1189750099z

^^
ich bin seit über 15 Jahren in einer glücklichen Beziehung, seit über 9 Jahren Ehe, ich bin ganz sicher nicht "seelisch gesund", aber eine "totale Schieflage" ist unsere Beziehung nicht und war sie auch noch nie - und stell Dir vor, mein Mann fühlt sich wohl in meiner Gegenwart. ^^
Weil er ein Mensch ist, der auch seine Interessen mal selbst vertreten kann und keinen überzogenen Zwang dazu hat, immer Rücksicht zu nehmen.
Oh und eine "Beziehung mit Liebe" war es immer und ist es noch - ohne würde ich das nicht machen, denn es verlangt von mir schon auch einiges.

Sry @snoden
das war OT, aber das wollte gesagt sein

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30. Juli 2014 um 12:54
In Antwort auf an0N_1189750099z

^^
ich bin seit über 15 Jahren in einer glücklichen Beziehung, seit über 9 Jahren Ehe, ich bin ganz sicher nicht "seelisch gesund", aber eine "totale Schieflage" ist unsere Beziehung nicht und war sie auch noch nie - und stell Dir vor, mein Mann fühlt sich wohl in meiner Gegenwart. ^^
Weil er ein Mensch ist, der auch seine Interessen mal selbst vertreten kann und keinen überzogenen Zwang dazu hat, immer Rücksicht zu nehmen.
Oh und eine "Beziehung mit Liebe" war es immer und ist es noch - ohne würde ich das nicht machen, denn es verlangt von mir schon auch einiges.


Na, das tut mir leid , dass Du meine Worte auf Dich bezogen hast . Ich war einfach nur traurig und hab dem dummerweise Ausdruck verliehen . Angreifen wollte ich Dich gar nicht , sondern einfach mit meiner Traurigkeit wo hin .
Ist doch schön für Dich , dass Du eine gute beziehung hast . Das Glück hat nicht jeder . Ich bin eben manchmal sehr allein und dann kommt sowas dabei heraus . Entschuldige

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31. Juli 2014 um 8:40
In Antwort auf snoden

Wie blubb schon schreibt
es hängt mit dem eigenen Schmerz zusammen. Ein Zuviel an Empathie ist nicht erstrebenswert. Psychopathen wissen das gnadenlos auszunutzen. Ganze Industriezweige sind darauf ausgerichtet. Menschen ohne Empathie sind nicht so leicht zu betrügen.

Vorweg...
ich halte auf Menschen die man als Borderliner bezeichnet sehr viel. Wenn man sich auf sie einläßt, und versucht sie zu verstehen, dann ist das eine Bereicherung für das eigene Leben. Von daher möchte ich diese Menschen nicht als krank bezeichnen. Diese Menschen kommen mit der Gesellschaft nicht zurecht und das hat berechtigte Gründe. Mit Verlogenheit können Borderliner nur schwer umgehen und sie weigern sich, sich solchermaßen zu verbiegen.
Zum Thema Empathie. Empathie hat nichts mit Anpassung zu tun. Daß Menschen ihr Leid selber tragen müssen, sollte jedem bewußt sein. Wer das Problem eines anderen Menschen verstehen möchte, muß sich in dessen Lage hineinversetzen können. Er muß das Problem an sich selbst spüren, um den Anderen zu verstehen. Erst dann wird es möglich sein, reale Wege aufzeigen, die aus der Krise führen können. Wenn die Person wieder geht, dann ist das für mich kein Problem. Wenn es aber um den eigenen Partner geht, dann komme ich aus der Übertragung nicht mehr heraus und das tut nicht gut. Das hat mit Last abnehmen nichts zu tun. Mittlerweile habe ich eine Lösung für das Problem gefunden. Kenne einen Mann mit einem sonnigen Gemüt. Habe mir ein Bild von ihm an die Wand gehängt. Um aus meiner Situation heraus zu kommen, betrachte ich nur kurz sein Bild und versetze mich in ihn hinein und schlagartig ist der ganze Spuk vorbei.
Trotzdem danke für die Diskussion, sie ist dennoch sehr interessant.

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31. Juli 2014 um 9:07
In Antwort auf snoden

Vorweg...
ich halte auf Menschen die man als Borderliner bezeichnet sehr viel. Wenn man sich auf sie einläßt, und versucht sie zu verstehen, dann ist das eine Bereicherung für das eigene Leben. Von daher möchte ich diese Menschen nicht als krank bezeichnen. Diese Menschen kommen mit der Gesellschaft nicht zurecht und das hat berechtigte Gründe. Mit Verlogenheit können Borderliner nur schwer umgehen und sie weigern sich, sich solchermaßen zu verbiegen.
Zum Thema Empathie. Empathie hat nichts mit Anpassung zu tun. Daß Menschen ihr Leid selber tragen müssen, sollte jedem bewußt sein. Wer das Problem eines anderen Menschen verstehen möchte, muß sich in dessen Lage hineinversetzen können. Er muß das Problem an sich selbst spüren, um den Anderen zu verstehen. Erst dann wird es möglich sein, reale Wege aufzeigen, die aus der Krise führen können. Wenn die Person wieder geht, dann ist das für mich kein Problem. Wenn es aber um den eigenen Partner geht, dann komme ich aus der Übertragung nicht mehr heraus und das tut nicht gut. Das hat mit Last abnehmen nichts zu tun. Mittlerweile habe ich eine Lösung für das Problem gefunden. Kenne einen Mann mit einem sonnigen Gemüt. Habe mir ein Bild von ihm an die Wand gehängt. Um aus meiner Situation heraus zu kommen, betrachte ich nur kurz sein Bild und versetze mich in ihn hinein und schlagartig ist der ganze Spuk vorbei.
Trotzdem danke für die Diskussion, sie ist dennoch sehr interessant.

Das war eigentlich nur als ein kleines Beispiel gedacht...
... und hat sich ziemlich aufgeplustert

Mit Anpassung? Nein, in dem Sinne nicht, aber wenn man zu viel Rücksicht nimmt, bleibt das, was die eigene Person (mit) ausmacht, die eigenen Ziele, die eigenen Wünsche, der eigene Charakter auf der Strecke. Man verliert seine Konturen.

Rücksicht nehmen ist wichtig - aber nur, wenn man auch daran denkt, auf sich selbst Rücksicht zu nehmen, wird da m.E. auch etwas gutes daraus.

Aber wenn Du von "Betrügen" sprichst ("Menschen ohne Empathie sind nicht so leicht zu betrügen."), ist es keine Empathie in dem Sinne sondern eher eine Projektion. Es wird gezielt das Gefühl von Mitgefühl, Mitleid, Beschützerinstinkt o.ä. ausgelöst (und zwar in einer Stärke, die die Ratio ziemlich an den Rand drängt) - was aber in dem Falle eben falsch ist, der Zusammenhang wird nur suggeriert - das Gefühl ist eine reine Projektion. Empathie in dem Sinne würde das "Durchschauen", denn sie nimmt auch die eigentliche Intention (also $$$$$$$) wahr, statt sich in irgendeine "Du musst die Welt retten"- Falle jagen zu lassen, denk ich.

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31. Juli 2014 um 12:49
In Antwort auf anna70741

Gedanken
Hast Du Angst betrogen zu werden ? Ich glaube , ja.Angst , Dich zu irren oder , was gleich kommt , zurückgewiesen zu werden.

Angst betrogen zu werden ?
neun habe ich alles nicht

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31. Juli 2014 um 13:02
In Antwort auf an0N_1189750099z

Das war eigentlich nur als ein kleines Beispiel gedacht...
... und hat sich ziemlich aufgeplustert

Mit Anpassung? Nein, in dem Sinne nicht, aber wenn man zu viel Rücksicht nimmt, bleibt das, was die eigene Person (mit) ausmacht, die eigenen Ziele, die eigenen Wünsche, der eigene Charakter auf der Strecke. Man verliert seine Konturen.

Rücksicht nehmen ist wichtig - aber nur, wenn man auch daran denkt, auf sich selbst Rücksicht zu nehmen, wird da m.E. auch etwas gutes daraus.

Aber wenn Du von "Betrügen" sprichst ("Menschen ohne Empathie sind nicht so leicht zu betrügen."), ist es keine Empathie in dem Sinne sondern eher eine Projektion. Es wird gezielt das Gefühl von Mitgefühl, Mitleid, Beschützerinstinkt o.ä. ausgelöst (und zwar in einer Stärke, die die Ratio ziemlich an den Rand drängt) - was aber in dem Falle eben falsch ist, der Zusammenhang wird nur suggeriert - das Gefühl ist eine reine Projektion. Empathie in dem Sinne würde das "Durchschauen", denn sie nimmt auch die eigentliche Intention (also $$$$$$$) wahr, statt sich in irgendeine "Du musst die Welt retten"- Falle jagen zu lassen, denk ich.

Mitleid in der Projektion oder Spiegelung
Das ist alles richtig Avarrassterne, was Du da schreibst. Was ich aber damit meinte, war, daß ein Psychopath, also ein Mensch der keine Empathie besitzt, mit all diesem Zirkus keine Probleme hat. Mitleid und Empathie sind verschiedene Schuhe. Ich kann fremdes Leid fühlen, aber ich leide selbst nicht darunter. Das halte ich für sehr wichtig. Es kann aber auch sein, daß jemand selbst leidet und dieses Leid in jemand hinein projiziere oder sich spiegelt, was wesentlich häufiger vorkommt, also in Wirklichkeit im Selbstmitleid verharrt.

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4. August 2014 um 17:09
In Antwort auf anna70741

Auf kranke Menschen
Rücksicht nehmen , das schafft man nicht lange . Das ist auch ganz sicher sehr beziehungsschädigend . Man ist ja in einer beziehung nicht der krankenpfleger . Da geht alles den bach runter .
Für mich ist das graue Theorie .
Wenn man nun nicht weiß , dass das Verhalten des Anderen krank ist und diese krankheit einen namen hat , so ist man vielleicht erstmal automatisch dazu geneigt , Rücksicht zu nehmen . Am besten , man weiß das alles nicht und setzt ganz normale maßstäbe an und fühlt sich wohl in der gegenwart des Anderen oder , wenn nicht , geht keine beziehung .Sehr theoretisch . Da bleibe ich doch lieber allein als mich selber zu quälen mit ewiger Rücksicht . Da wird man ja krank dran .Wer einfach beziehungsunfähig ist , der muss sich entweder bemühen was zu verbessern oder solo bleiben . Aber es ist auch fast unmöglich , wirklich seelisch richtig gesunde Menschen kennen zu lernen . Und was ist da wirklich gesund ? Entweder man fühlt sich wohl und Geben und Nehmen sind irgend wie im Gleichgewicht oder es ist eine totale Schieflage und man rettet lieber seine haut und lässt es . Es gibt andere Formen des Zusammenlebens wie Wohngemeinschaften mit gewissem Maß an Rücksicht und Hilfsbereitschaft bei Krankheit und so , und an sonsten hat jeder seine Freiheit .
Ich glaube , Liebe ist zu kompliziert und bringt viel Verdruss .
Sagte mir mal ein Fachmann , dass Beziehungen ohne Liebe , wie sie früher oft arangiert wurden , besser halten . Man hat dann eben etwas nebenbei vielleicht - war ja oft so . Man muss sich ja nicht so sehr drauf ein lassen , dann schmerzt es nicht weiter . Gut , ist alles nur gesponnen , hab keine Ahnung . Nur immer seine krankheit beschauen ist auch nicht gut . Besser ist zu sagen- da hab ich Schwachstellen und die will ich ändern .
Hab mal drei junge Frauen kennen gelernt , die haben sich nur mit ihrer krankheit befasst und waren richtig stolz auf diese und mussten jedem von den Besonderheiten erzählen und freuten sich , damit Eindruck zu schinden . Das war zum Kotzen . Damit muss sich ja keiner wichtig machen . Mal drüber sprechen ist ja gut , aber dann ist auch genug . Man merkt es sicher besser bei anderen als bei sich selber .

Zu kompliziert ?
Schade , hat so richtig keiner drauf geantwortet . Ist Liebe zu kompliziert ? Bringt sie nur Verdruss ?
Ganz sicher nicht . Sie hat auch etwas tragendes , wärmendes und ist ja wunderschön.
Als ich die negative Einschätzung schrieb , war ich grad mal traurig . Ich meine das nicht ernst .- war nur ein Augenblick der Resignation . Sowas kommt vor .

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13. Januar 2018 um 21:37
In Antwort auf snoden

Wie kann ich mich vor der eigenen Empathie schützen. Du möchtest auf eine Situation angebracht reagieren, aber du kannst das nicht, weil du all die Emotionen des Anderen spürst und darauf Rücksicht nimmst. Damit komme ich in eine Haltung, wo es mir unmöglich wird, die Situation zu durchbrechen.

Und nun ? Geht es gut ? Na dann liebe Grüße

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13. Januar 2018 um 21:42

Interessante kluge Antwort. Habe soeben noch einmal diesen Wortlaut gelesen . Kann man viel drüber nachdenken . 
Einem eigenen Schmerz aus dem Wege gehen ? Ich möchte so viel mehr wissen . Was könnte das wohl sein ?

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