Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Emotionale Abhängigkeit

Letzte Nachricht: 26. Juli um 14:24
E
einevon5
23.07.22 um 8:19

Hallo, 

ich weiß mir nicht mehr wirklich zu helfen. 

meine Frage ist, sollte ich den Weg einer Therapie versuchen oder schaffe ich das allein?

Aufgrund einer sehr bescheidenen Kindheit, die darin bestand ständig vom Vater zu hören "du bist nichts, du kannst nichts, du warst ein Fehler " und einer alkoholkranken Mutter, für die ich seit früher Kindheit sorgen musste ( besoffen nach Hause bringen , erbrochenes wegwischen, essen zubereiten, für mich selbst sorgen) bin ich nun ziemlich gebrandmarkt . Ich habe kein Selbstbewusstsein, für mich klingt es logisch das Problem zu sein, ich fühle mich wie eine versagerin und habe arge Verlustängste weil ich mich als Belastung wahrnehme. Mit nun 24 Jahren sind meine Eltern Tod, Vater nahm sich das Leben und Mutter verhungerte nach einer Woche exessives trinken ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Der Rest meiner Familie wandte sich danach von mir ab und beschuldigte mich , ich hätte den Tod meiner Mutter verhindern können. Seitdem bin ich auf mich gestellt. Mein Mann ist noch da , aber ich merke wie ich bei der kleinsten Auseinandersetzung in große Panik verfalle, aus Angst ganz allein zu sein also versuche ich es ihn so recht wie möglich zu machen und lebe in einer idiotischen Angst verlassen zu werden. Das schnürt mir regelmäßig die Luft weg und ich überlege nahezu krankhaft immer vorher genau was ich zu jemanden sage um so gut es geht zu verhindern, denjenigen zu verärgern oder zu enttäuschen. Ich fühl mich wie eine Hülle, ohne besonders viel Inhalt, wie ein Ja sager , Hauptsache den anderen ist es recht, egal wie schlimm - Hauptsache nicht allein. 
das kann ich nicht mehr aber nach 24 Jahren Ablehnung, Ignoranz, emotionaler Missbrauch kriegt man das doch kaum noch selbst gebogen oder vielleicht doch ? Ich möchte nicht länger so rückratlos und ängstlich sein 

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globetrotter
globetrotter
23.07.22 um 17:25

Hallo,

gehe am besten zu einer psychotherapeutischen Sprechstunde. Die Sprechstunde dauert 50 Minuten bei einem niedergelassenen Psychotherapeuten. Das ist wie eine Art Beratung und es wird festgestellt ob du eine ambulante Psychotherapie benötigst.

Über die Internetseite 116117.de kannst du ganz bequem online einen Termin für die Sprechstunde buchen.

VG

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nice-to-be-here
nice-to-be-here
23.07.22 um 20:21
In Antwort auf einevon5

Hallo, 

ich weiß mir nicht mehr wirklich zu helfen. 

meine Frage ist, sollte ich den Weg einer Therapie versuchen oder schaffe ich das allein?

Aufgrund einer sehr bescheidenen Kindheit, die darin bestand ständig vom Vater zu hören "du bist nichts, du kannst nichts, du warst ein Fehler " und einer alkoholkranken Mutter, für die ich seit früher Kindheit sorgen musste ( besoffen nach Hause bringen , erbrochenes wegwischen, essen zubereiten, für mich selbst sorgen) bin ich nun ziemlich gebrandmarkt . Ich habe kein Selbstbewusstsein, für mich klingt es logisch das Problem zu sein, ich fühle mich wie eine versagerin und habe arge Verlustängste weil ich mich als Belastung wahrnehme. Mit nun 24 Jahren sind meine Eltern Tod, Vater nahm sich das Leben und Mutter verhungerte nach einer Woche exessives trinken ohne Nahrung zu sich zu nehmen. Der Rest meiner Familie wandte sich danach von mir ab und beschuldigte mich , ich hätte den Tod meiner Mutter verhindern können. Seitdem bin ich auf mich gestellt. Mein Mann ist noch da , aber ich merke wie ich bei der kleinsten Auseinandersetzung in große Panik verfalle, aus Angst ganz allein zu sein also versuche ich es ihn so recht wie möglich zu machen und lebe in einer idiotischen Angst verlassen zu werden. Das schnürt mir regelmäßig die Luft weg und ich überlege nahezu krankhaft immer vorher genau was ich zu jemanden sage um so gut es geht zu verhindern, denjenigen zu verärgern oder zu enttäuschen. Ich fühl mich wie eine Hülle, ohne besonders viel Inhalt, wie ein Ja sager , Hauptsache den anderen ist es recht, egal wie schlimm - Hauptsache nicht allein. 
das kann ich nicht mehr aber nach 24 Jahren Ablehnung, Ignoranz, emotionaler Missbrauch kriegt man das doch kaum noch selbst gebogen oder vielleicht doch ? Ich möchte nicht länger so rückratlos und ängstlich sein 

Hallo,
du schaffst das nicht alleine. Dein Selbstwertgefühl ist bei null. Mach so schnell wie möglich eine Therapie und halte dich von negativen Menschen fern.
Viel Erfolg.

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S
sisteronthefly
26.07.22 um 10:17

Hallo liebe einevon5,

es ist schrecklich deine Worte zu lesen und dabei an das kleine Mädchen von damals zu denken, welches alles aushalten musste. 

Was ich dir gerne sofort nehmen möchte ist das Schuldgefühl am Tod deiner Mutter. Du bist nicht verantwortlich! Sie traf ihre Entscheidung vor langer Zeit eigenverantwortlich. Sicher gab es Gründe, die dazu führten mit dem Trinken anzufangen. Ich glaube zum jetzigen Zeitpunkt ist das für dich noch nicht wichtig, vielleicht kommt das später einmal und du fragst dich, warum deine Mutter zu diesem Menschen wurde. 

Du hast eine Rolle übernehmen müssen, die für dich als Kind nicht vorgesehen war. Du hättest Kind sein müssen und auch dürfen! Stattdessen musstest du Verantwortung tragen, die eigentlich deine Erziehungsberechtigten hätten ausüben müssen. Ich vermute, die Angst vor dem Alleinsein ist ein altes Gefühl aus jener Zeit. Hier wäre eine Psychotherapie wirklich hilfreich und würde dir Erleichterung bringen. 

Ein Kind darf andere enttäuschen, ein Kind darf auch andere ärgern oder verärgern ohne das es Konsequenzen spürt von Liebesentzug oder anderen Sanktionen. Nur so entwickeln wir ein stabiles Ich und einen sicheren Selbstwert. Vielleicht musst du lernen, dass du all das darfst....dich auflehnen, nicht einverstanden sein, rebellieren, enttäuschen, Fehler machen, andere verärgern. 

LG Sis

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H
holzmichel
26.07.22 um 14:24

Bei dem was du beschreibst wirst es allein eher nicht schaffen.
Such dir professinonelle Hilfe und/oder eine Selbsthilfegruppe.

Gut ist das du das Problem erkannt hast und darüber schreibst, Austausch ist bei sowas unheimlich wichtig.

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