Home / Forum / Psychologie & Persönlichkeit / Eltern vorhanden und trotzdem allein...

Eltern vorhanden und trotzdem allein...

18. April 2006 um 21:36

Hallo Leute,

ich muss mir heute mal etwas von der Seele reden. Zur Zeit, aber auch schon früher, fühle ich mich oft in Bezug auf meine Eltern sehr allein.
Damit ihr alles besser versteht muss ich etwas ausholen, versuche mich aber kurz zu fassen.

Meine Eltern haben sich getrennt als ich 1/2 Jahr alt war. Seit dieser zeit gehen meine Eltern so rigoros getrennte Wege, daß sie sich seit dem nie wieder gesehen haben und auch ich meinen Vater erst vor 6 Jahren (mit 20) kennengelernt habe. Meine Mutter ist eigentlich eine tolle Frau, aber mehr eine Freundin für mich als eine Mutter.Ich kann mit ihr im Grunde über ALLES reden, sie steht mir immer mit Rat und Tat zur Seite, aber daß Gefühlsmäßige blieb irgendwann , irgendwie auf der Strecke. Wir haben uns bis vor 3 Jahren über einen Zeitraum von vielen Jahren kaum umarmt, waren eher schüchtern wie bei einem Fremden, der weint und den man etwas hilflos und unsicher versucht zu trösten.

Meine Mutter hat, als ich 4 war, ihren inzwischen, Mann, kennengelernt. Für mich als Kind ein wirklich toller Pappa und ein toller Mensch. Das Problem ist, daß er ein sehr eigenbrödlerischer Einzelgänger ist. Ohne Freunde, er hasst Menschenmassen usw. Meine Mutter früher eine Frau mit vielen Freunden hat sich dieser Art angepasst, bzw. ist ebenso geworden. Sie haben keine gemeinsamen Freunde und in meiner Kindheit bis heute gab es nie Feiern oder Treffen wo mal Freunde von Ihnen zu Besuch kamen oder umgekehrt. Sie leben in Ihrer eigenen kleinen Welt. Das geht soweit, daß sogar meine Mutter keinen Drang mehr darin sieht Ihre Schwester zum Geb. oder zu Weihnachten anzurufen. Sie hatten nie die super enge Beziehung, aber trotzallem hält man doch Kontakt. Sie lädt niemanden nach Hause ein... meiner Meinung auch, weil sie sich schämt...mein Steifpaps ist eben sehr eigenbrödlerisch und viele befremdet dies.

Ich habe es geschafft, meinen eigenen Weg zu gehen. Ich bin mit 20 ausgezogen habe einen schönen, kleinen aber feinen Freundeskreis, seit 7 Monaten wieder einen neuen richtig tollen Freund ...und lebe mein Leben wie ich es mag. Eigentlich könnte ich glücklich sein, doch in bezug auf meine Mum / Eltern bin ich es nicht. Wenn ich mich nicht melde, dann meldet sich meine Mutter fast nicht. Ich liebe meine Mum und sie mich auch daß weiß ich, doch ich vermisse diese zwischenmenschliche offene, zwanglose, freie selbstverständliche schöne Zuneigung. Klar sie ist für mich da, aber.... wenn ich ihr dies sage, was ich schon mal vor Jahren getan habe, dann kommen nur Vorwürfe von ihr gegen sich selbst..."was hab ich nur alles falsch gemacht usw." meine Mutter hat im Grunde keine wirklich großes Selbstbewusstsein...das weiß ich heute...sie hat ihr Leben völlig nach meinem Stiefpaps ausgerichtet, ihre eigenen Interessen und Werte aufgegeben und sich sehr verändert.
Die Familie meines neuen Freundes ist so toll und auch in anderen Familien sehe ich, wie es auch laufen kann. Ich kannte ja früher nichts anderes. Heute sehe ich Eltern die intensiv und regelmäßig mit ihren Kindern spielen, ihnen abends vorlesen, ostern eier suchen lassen, weihnachten eine bescherung machen, mit ihren kindern baden, usw. usw. an all diese dinge kann ich mich nicht erinnern, weil ich sie so nie hatte. Meine Mutter war nie lieblos, wirklich nicht, sie hat oft szundenlang bis in die nacht mit mir, in meiner pupertät, meine Probleme besprochen,...aber diese kleinen Dinge die für Kinder so wichtig und schön sind, gab es nicht...als ich ganz klein war und mit meiner mum allein war da gab es diese noch, aber sie gingen mit dem tag des kennenlernens meines stiefvaters tag für tag ein wenig verloren. Sie hatte früher eine "übermutter" und wollte dies nie ihren kindern aufdrängen, doch so gab es für mich keine Rituale, usw. sie hat diese dinge irgendwann einfach vergessen zu tun.

Ich bin sehr traurig darüber und fühle mich daher oft allein und bin mir seit einiger zeit bewusst, daß meine eifersucht die ich habe , meine verlustängste usw. darin begründet sein könnten. Ich weiß daß ich mit meiner mutter nicht reden kann. denn sie weiß woran alles liegt, und die konsequenz währe es ihr leben mit ihrem mann in frage zu stellen...und dies würde ihr den boden entreissen...dies möchte ich nicht...

oh je...ihr armen...so viel text...versteht ihr überhapt worum es mir geht...???

bitte um hilfe und viele kommentare...

LG sunshine

Mehr lesen

18. April 2006 um 23:22

...eure meinung...
ist mir sehr wichtig!!!!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

19. April 2006 um 8:16

Liebe Sunshine!
Du musst loslassen! Du bist erwachsen, hast, wie du schreibst, einen tollen Freund(eskreis), führst dein eigenes Leben... Du bist erwachsen (das Thema hatten wir ja schon einmal!. Und ich denke, deine Mutter will einfach nicht die ehler ihrer eigenen Mutter wiederholen. Respektiere das! Ich kann dir mal das genaue Gegenteil schildern.
Meine Mutter (übrigens eine wirklich gebildete Frau) hatte auch eine Übermutter, da sie halt ein Nachkömmling war. Jahrlang hatten sie dann aber keinen persönlichen Kontakt, da meine Mutter im Westen und meine Oma in der DDR lebte. Als meine Großeltern dann als Rentner in den Westen gekommen waren, starb mein Opa etwas später, meine Oma war allein und zog schließlich in das Dorf, in dem wir damals wohnten und ,nachdem meine Eltern ein Haus gekauft hatten, zu uns. Und meine Oma war mit Ratschlägen immer sehr schnell dabei, hat kontrolliert, ob meine Mutter richtig kocht, putzt, sich vernünftig anzieht, ihre Kinder richtig erzieht usw. Nun, sie hat sich total in ihr Leben eingemischt. Streit gab es allerdings deswegen kaum, da meine Mutter sich auch nicht gewehrt hat. Sie hat nur mir immer gesagt (als ich älter wurde), wie belastend sie das alles fand. Und dass sie sich in das Leben ihrer Kinder nie so einmischen würde. Pustkuchen. Auch wenn sie es nicht merkt, sondern ich sie immer wieder daran erinnern muss, dass ich "schon über 18 bin (ich bin 35!!), tut sie heute bei mir dasselbe. Wir wohnen wiet voneinander entfernt, und ich kann mich zwar auf meine Mutter verlassen, aber auch über diese Entfernung versucht sie ständig, mich zu kontrollieren, wenn ich nicht anrufe, tut sie es, sie sagt mir, welche Kleidung ich tragen soll, dass sie es infantil indet, dass ich Tattoos toll inde, dass ich meine Wohnung regelmäßig aufräumen soll usw. Ich bin mit dieser Situation auch nicht glücklich. Bei meinem Bruder läuft es übrigens ähnlich, sodass wir es auch möglichst vermeiden, zu unserenEltern zu fahren (bei meinem Bruder ist es schwieriger, da er nur 40 km von meinen Eltern entfernt wohnt).
Aber ich glaube es den Eltern einfach nur schwer ällt, ein gesundes Mittelmaß zu finden. Bei mir hilft es - wenigstens für ein paar Augenblicke - wenn ich meine Mutter an mein Alter erinnere! Versuche doch einmal, mit deiner Mutter in Ruhe über dein Problem zu sprechen.
Und verhindere möglichst eine Projektion eurer Familiensituation auf die deines Freundes. Da macht alles nur noch schlimmer und schmerzvoller.
Ein Tipp, den mir mal meine Psychologin gegeben hat: Setze dich in einem ruhigen Augenblick hin, schaffe dir eine gemütliche Atmosphäre und verhindere Störuellen und schreib' einen Brieg an deine Mutter, in dem du ihr deine Gefühle schilderst. Du kannst und sollst dir dabei alles von der Seele schreiben, deine Vorwürfe, deine Wünsche und natürlich auch Poitives. Überarbeite den Brief ruhig so lange, bis er deine inneres Anliegen widerspiegelt. Und schreib ihn dann so auf, als wolltest du ihn abschicken. Wenn du willst, kannst du ihn auch real deiner Mutter zuschicken, du musst es aber nicht! Ot hilft es schon, wenn man nur alles niedergeschrieben hat.
Ich habe auch meinen Eltern einen Brief geschrieben - aber nie abgeschickt. Denn ich weiß, sie hätten kein Verständnis für das, was ich geschrieben habe. Aber geholfen hat es mir dennoch.
Und einen Versuch ist es -finde ich - allemal wert!
Alles Liebe, Lilotschka!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

19. April 2006 um 12:51
In Antwort auf sunshine344

...eure meinung...
ist mir sehr wichtig!!!!

Hi
also ich gebe litoschka recht

ich hatte ne ähnliche kindheit gehabt nur dass meine eltern noch zusammen sind. sie haben ständig gearbeitet, nie zeit für uns gehabt und meine eltern führten eine sehr kalte bezhiehung. ich kann mich auch nicht erinnern dass ich mit meinen eltern irgendwas gespielt habe. sie versprachen usn immer irgendwoe hinzugehen wie zb kino, phantasy island, bowling, schwimmen aber das waren alle nur leere versprechungen gewesen und da waren wir keien ahnung 5?6? und irgendwann hab ich nicht mehr an sie geglaubt
mit meinen eltern konnte ich auch nie wirklich sprechen, hatte es auch nie gelernt über meien emotionen zu sprechen sodass ich alles in mich eingefressen hab.hab dann dinge gemacht die nicht wirklich toll gewesen waren und es waren eine sehr schlimme zeit gewesen die ich auch niemaden erzählen kontne außer meiner therapeutin

sie sagte mal zu mir: die eltern können dir alles geben was du willst doch wenn sie dir nicht das gefühl geben geliebt zu werden dann ist alles was sie machen umsonst. daher riet sie mir, dass ich nicht ständig über meine eltern denken soll, dass ich mein eigenes leben leben soll. hatte nämlich ständig gewissensbisse gehabt und machte mich um meine eltern sorgen......

du bist ein erwachsener mensch, und musst an dich selbst denken. es ist zwar alles traurig, doch die aufgabe deiner mutter war eben dich so zu erziehen bist du auf deinen eigenen beinen stehen kannst und eine eigene familie gründest dem du eben das geben kannst was dir zb gefehlt hat.weiß daher nicht ob du deiner mutter noch ändern kannst...sie braucht erstmal selbst hilfe und sich selbst fragen ob sie glücklich ist mit ihrem leben und mit ihrer lebensweise.....

lg

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

19. April 2006 um 15:06

Vielen Dank...
...für die bisherigen Beiträge.

Es baut mich sehr auf, wenn ich weiß, daß es anderen genauso oder ähnlich geht und diese vielleicht auch schon ein wenig weiter im umgang damit sind.

Über weitere Beiträge freue ich mich!!

LG eure Sunshine

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

20. April 2006 um 3:43

Dark sunshine
Hallo,

bei meiner Familie sieht es nicht anders aus. Ich bin nun schon älter als du jetzt bist und kann die komplizierten Zusammenhänge rückblickend besser erkennen als früher. Es ist gut, dass du die Schwächen deiner Mutter siehst, dir werden durch den räumlichen Abstand von deinem Elternhaus noch mehr auffallen.

Nach und nach wirst du auch den Rest begreifen, und kannst immer besser auf eine starke Mutter, die Unterstützung geben könnte, verzichten. Irgendwann vermisst du sie nicht mehr, weil deine Sehnsucht von anderer Stelle her gestillt wurde.

Dann fühlst du dich auch nicht mehr benachteiligt, weil du ohne Nestwärme groß geworden bist. Es ist dann einfach endlich alles gut und du bist richtig erwachsen.

Es könnte sein, dass du deine Lebenspartner eine Weile lang nach dem Kriterium aussuchen wirst, ob sie dir mit ihrem Elternhaus auch eine nestwarme Ersatzfamilie bieten können. Das ist aber nicht schlimm. Schließlich hast du so auch einen Mann um dich, der aus einem sicheren Umfeld kommt und weiß wie man dir Geborgenheit geben kann.

Du wirst schon sehen, irgendwann ist diese zehrende Sehnsucht in dir wie ein Schwamm vollgesaugt und dir fehlt nichts mehr.

Bis dahin bist du hoffentlich keine kleiner Energievampir, wenn doch ... was soll's...

Tschüs

Fliegende Sahnetorten

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Diskussionen dieses Nutzers
Teste die neusten Trends!
experts-club