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Eltern gesorben-ich bin schon lange allein. Keine Kraft mehr

12. Juni 2012 um 18:33

Meine Mutter starb vor 19 Jahren. 5 Tage nach meinem 3. Geburtstag. An Brustkrebs. Es war ein langer, harter Kampf mit einem schrecklichen Ende. Sie ist an ihren Metastasen erstickt. Mein Vater konnte es nicht überwinden und fing an zu trinken. Ich lebte daraufhin bei meinen Großelter. Mein Vater kam regelmäßig. Betrunken und schlug um sich, oder nüchtern und war dann der beste Vater der Welt... Meine Großelter wurden bedroht, geschlagen und unser Haus von ihm regelmäßig verwüstet. Ich hätte den Kontakt untersagen können, aber er war mein geliebter Vater und hatte eben auch andere Momente. Und wer konnte ihm das alles verdenken? Es war sehr schlimm, über viele Dinge kann ich hier nicht sprechen. Mit 16 sollte er mich bekommen beschloss das Gericht. Bis dahin sollte ich bei Oma und Opa aufwachsen. Er kam für 2 jahre ins Gefängnis als ich 10 war, ich besuchte ihn. Meine Kindheit war damit endgültig vorbei. Ich dachte "hey, wenn er 2 jahre nix trinken kann, dann fangen wir danach neu an". Aber er kam raus, besoff sich und kamm dann betrunken zu uns. Alles wie früher.... Nach meiner Konfirmation mit 14 sah ich ihn 2 Jahre lang nicht mehr. Er wusste wohl nicht was er mit mir anfangen sollte. Vielleicht sah ich einfach meiner Mutter zu ähnlich. ICh gewöhnte mich schwer an ein Leben ohne ihn, aber es ging, da ich wusste "irgendwann kommt er wieder zu mir". Als ich 16 wurde dann der anruf das er schwer krank ist. Wir brachten ihn ins Krankenhaus. Leber versagt. Wochenlang ging es Bergab. Ich musste ihm immer wieder sprechen lernen, oder schreiben. Oft erkannte er niemanden außer mir... ich sah meinen hübschen, starken vater weinen und bluten. Ich sah ihn sterben... Ich brach zusammen, und pflegte ihn denoch 3 Monate weiter. Wir planten Urlaube und ein Leben nach seiner Entlassung. Endlich fanden wir richtig zusammen. Dann der Anruf er stirbt. Ich hatte ihn im Arm als er starb. Und diesen Moment werde ich niewieder los. Niemals. Er zerfrisst mich heute, nach 6 jahren immernoch. Jetzt sind beide Eltern tot. Meine wunderbaren Großeltern leben auch nicht mehr ewig. Und dann??? Wer ist dann für mich da oder erinnert sich mit mir? Niemand. Ihren tod schaff ich nicht auch noch. Das weis ich. Ich hab solche Angst...

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18. Juni 2012 um 21:05

Hallo,
deine Geschichte ist traurig und es tut mir sehr leid für dich dass es so für dich kam weil du alles in so jungen Jahren erlebt hast.
Ich denke oft es hat schon seinen Grund warum alles so im Leben kommt, dass wir irgendwie daraus lernen.
Ich wiederhole mich hier, aber auch dir kann ich nur das Gleiche sagen. Deine Mama und sicherlich auch dein Vater würden nicht wollen dass du ein unglückliches Leben lebst!
Suche dir wirklich einen Psycholgen, einfach für dich. Sprich dich dort mal aus und lass dir Tipps geben wie du das alles verarbeiten kannst, wie du mit allem erlebten Leben kannst. Denn ich kann dir nur eins sagen, wir wissen wie schnell das Leben zuende gehen kann. Du bist jung, also schau dass es dir gut geht und leb dein Leben. Es ist schön dass du solche Großeltern hast! Deine Geschichte erinnert mich an einen lieben Menschen, denn seine Geschichte ähnelt deiner. Auch er hat seinen Weg gefunden.
Manchmal habe ich auch Angst vor dem alleine sein, dann denke ich wir kommen alleine zur Welt und werden wohl auch alleine gehen. Dann denke ich, was für unnötige Gedanken!!! Der Tod gehört leider zum Leben, denke nicht zuviel darüber nach. Ich denke heute, es kommt sowieso immer alles ganz anders als man denkt...Wir sind nie ganz alleine. Ob deine Großeltern, andere Familienmitglieder oder deine Freunde, irgend jemand ist immer um uns und deine Lieben im Himmel passen sicherlich hier auch auf dich gut auf! Ich wünsche dir alles Gute!


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21. Juni 2012 um 23:13

Mit Verlust muss man einen Umgang finden
Das tut mir wirklich vom tiefsten Herzen sehr Leid für dich und ich bedauere es, dass du in solchen Verhältnissen aufwachsen musstest und ihne richtige Eltern leben musstest.
Mache deinem Vater nie Vorwürfe, ich denke zwar nicht, dass du das machst, aber er war nun einmal eine Persöhnlichkeit, die Depressionen litt und sich keine Hilfe geholt hat.
Von deinen Großeltern finde ich es klasse, dass die dich aufgezogen haben!
Ich bewundere dich sehr für deine Stärke, denn ich bin in einen "normalen" Familie aufgewachsen mit Eltern und meinem Bruder, meine Familie war sehr intakt.
Bis zu dem Autounfall von meinem Bruder, er starb in jungen Jahren und ich vermisse ihn unendlich.
Es ist noch nicht einmal ein Jahr her und ich bin noch in der Verarbeitungsphase. Ich höre mir eine Hypnose CD an, wenn es mir schlecht geht. Damit versuche ich das Geschehene zu verarbeiten und mit mir ins Reine zu kommen.
Die CD ist von Dieter Eisfeld, glaube nämlich, dass ich ohne sie jetzt noch nicht so weit wäre und noch in meinem Schock verweilen würde.
Darüber muss geredet werden, egal wie und mit wem, hauptsache man tuts und versucht darüber nachzudenken und nicht dem Thema auszuweichen.

Vielen herzlichen Dank für deinen tollen Beitrag,
ich leide mit dir und hoffe darauf, dass dir so was Schlimmes nicht noch einmal wiederfährt!

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