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Eltern, die keine Zeit für ihre Kinder haben

21. Juli 2014 um 22:05

Hallo ihr Lieben,


in letzter Zeit denke ich viel über das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter nach. Ich bin jetzt 26 und im Grunde genommen kann ich sagen, dass meine Mutter und ich niemals ein großartiges Verhältnis hatten. Ich bin bis bich 9 war bis abends um 8 bei meiner Oma gewesen, von morgens früh, an den Wochenenden war ich auch mindestens alle zwei Wochen mit Übernachtung ausschließlich bei meiner Oma.

Das Verhältnis zwischen mir und meiner Oma ist ziemlich gut und ich bin dankbar, dass sie mich quasi groß gezogen hat, dennoch erinnere ich mich noch gut daran, wie sehr ich in den ganzen Jahren meine Mutter vermisst habe. Vor allem an den ganzen Wochenenden, wo ich sie zwischen Freitag und Sonntag überhaupt nicht gesehen habe. Mit meinem Vater war es das gleiche. Meine Mutter kann im Grund auch nichts dafür, dass sie so wenig da war, sie hat mich Mitte 20 in ihrem Medizinstudium bekommen und kam dann bald auch ins Ärztejahr, wo viele Nachtdienste Pflicht waren und alle zwei Wochen eben komplette Wochenenddienste. Als ich 9 war, ist meine Schwester geboren und meine Mutter hat 2 Jahre Erziehungsurlaub gemacht. DAs war für mich eine sehr schöne Zeit. Danach kam der Facharzt und ich war wieder den ganzen Tag bei meiner Oma, die ich ja nun auch wirklich liebe. In meiner gesamten Jugend hatte ich ein recht kühles Verhälntnis zu meiner Mutter, in dfer ich sie ebenfalls kaum gesehen habe, obwohl ich mich immer nach ihrer Nähe gesehnt hatte. Als ich 14 war, kam nämlich mein Bruder zur Welt und meine Mutter hatte, obwohl es beruflich etwas angenehmer für sie wurde, kaum Zeit für mich.

Ich weiss, ich klinge jetzt wie ein beleidigtes und eifersüchtiges Geschwisterkind, aber die Sache lässt mich nicht los. Ich hatte vor kurzem eine Unterhaltung mit meiner Oma und sie sagte mir meine Mutter hätte alles richtig gemacht, weil es vollkommen normal wäre, dass in heutiger Zeit Mütter nunmal berufstätig wären. Ich glaube sie sieht das auch immer etwas als Beleidigung gegenüber ihrer Person an, wenn ich ihr sage, dass ich als Kind immer so stark meine Mutter vermisst habe. Schon als ich ein Kind war, hat sie meistens geschimpft, wenn ich aus Sehnsucht meiner Mutter gegenüber bei ihr geweint habt.
Ich habe über die Sache nachgedacht. WIe gesagt, dass meine MUtter kaum da war hat mir als Kind sehr weh getan und eine intensive Beziehung zwischen mir und ihr eigentlich nie ganz zugelassen. Nach meinen ERfahrungen als Kind bin ich selbst der Meinung, dass man als Mutter (oder Vater) nicht rein karriereorientiert denken kann, wenn das tatsächlich das Ausmaß annimmt, dass man sein Kind wenn dann nur abends ab 8 zu Gesicht bekommt. Ich selbst bin ja nun schon 26 und stecke in den letzten Zügen meines Studiums. Ich und mein Freund hätten auch gerne jetzt ein Kind, aber ich finde halt, dass das mein STudium und mein Job zur Zeit einfach nicht zulässt. Meine Eltern hatten sich bewusst für ein Kind entschieden, obwohl sie kaum Zeit für dieses (mich) hatten. ICh finde das nicht richtig. ICh finde, wenn man sich bewusst für ein Kind entscheidet, dann muss man auch Abstriche in seiner Karriere machen, dann kann man nicht erst um 8 jeden Tag nach Hause kommen. Und ich finde mich damit eigentlich nicht altmodisch, wie meine Oma es über mich sagt Ich denke nicht, dass man Karriere und Kind nicht unter einen Hut bringen sollte, bin sogar komplett dafür, finde aber, dass man zumindes ab 4 , 5 h nachmittags dann auch mit seinem Kind Zeit verbringen sollte.
Was meint ihr dazu?
Vielen Dank

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22. Juli 2014 um 21:53

Vielen Dank für eure Beiträge
Bei mir ist das halt so das Mittelding...Ich bin ja auch ne Frau und habe jetzt so lange studiert, dass ich schon gerne auch meinen BEruf ausüben möchte. Ausserdem hoffe ich natürlich meine Beziehung hält für immer, aber wer weiss das schon. Arbeit gibt mir ja auch eine finanzielle Sicherheit und lässt mich nicht von einem Mann abhängig sein.
Aber ich finde auch, dass man halt Abstriche machen muss. Später möchte ich auf jeden Fall nur halbtags arbeiten, wenn ich Kinder habe und gerne auch mal in ein Erziehungsjahr, weil ich ja selbst mitbekommen habe wie es ist seine Eltern nur selten sehen zu können.

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Von: tatigirl2601
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21. Juli 2014 um 21:21

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