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Einzelgänger / innerliche Einsamkeit

20. Mai 2005 um 17:36 Letzte Antwort: 12. November 2006 um 1:45

hey ihr!

also mein problem ist, dass ich vom inneren her ein ziemlicher einzelgänger und konkurrenzdenker bin. ich halte mich für recht unsozial, bin aus innerer überzeugung nicht hilfsbereit, usw.

ich habe viele bekannte, mit denen ich mich gut verstehe. ich gehe gerne und oft feiern und ich bin glaub auch kein typ der langweiligen sorte.
und trotzdem sitz ich lieber in meiner wohnung und arbeite fürs studium usw. statt mich nur mit freunden zu treffen oder ähnliches.

bin halt einfach irgendwie zu ehrgeizig.

aber heut hat mir mein freund folgendes in ner mail geschrieben:

"So wie du über mich lachst, über das was ich weiß und schätze, so lache ich über deine Naivität und Unverständnis gegenüber der Welt. Du beschränkst deinen Horizont und merkst gar nicht wie du dich selber ins Abseits beförderst. Wunderst dich dann über Aggression und Zurückhaltung dir gegenüber. Das ist ein Vorwurf von mir und zugleich deine größte Schwäche. Das Loch versuchst du mit Gefühlsblindheit zu stopfen, aber genau das bringt dich noch tiefer hinein. Single-Typ, Einzelkämpfer usw. sind nur Beispiele für solche Menschen die ihre Umwelt nicht akzeptieren. Diese Leute werden irgendwann feststellen, das keiner für sie da ist, keiner um sie. Solche Leute sind einsam. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich, da sie auch keiner versteht.

Ich habe dich eine dunkle Tür öffnen lassen. Jetzt nutze die Chance und sieh hinein, damit du die Abgründe kennenlernst um endlich einen Weg zu gehen. Einen Weg den du für dein ganzes Leben gehen wirst."

und das hat mich schon ganz schön getroffen. ich weiß nicht was ich machen soll um diesen inneren schweinehund zu bezwingen der mich so unterdrückt. so unterdrückt, dass ich so bin wie ich nicht sein will...

hat das vielleicht auch schon mal jemand von euch durchgemacht? oder kann mir irgendjemand ein paar tipps geben?

wäre euch wirklich überaus dankbar..

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21. Mai 2005 um 9:26

Liebe Mela !
Mein erster Gedanke war, die Selbsteinschätzung, die Sie über sich selbst abgegeben haben, klingt nicht unbedingt sympathisch.

Andererseits... ein Mensch, der sich Gedanken über so ein Schreiben eines Freundes/Bekannten macht, kann nicht ganz so hart, kaltschnäutzig und unsozial sein. Niemand mit diesen Eigenschaften macht sich Gedanken wie ihn andere sehen oder ist sogar noch betroffen darüber.

Ich habe eher das Gefühl, als würden Sie sich hinter einer Maske der scheinbaren Oberflächlichkeit verstecken um ihr Innerstes für andere nicht sichtbar zu machen. Es scheint mir eher so, als wären Sie sehr empfindsam... auch das kann einem zur Einzelgängerin machen, das weiss ich von mir selbst.

Ergeiz ist eine gute Sache und auch nötig um voranzukommen, aber er sollte natürlich nicht die sozialen Kontakte in den Hintergrund drängen. Vielleicht sind die Bekannten, ich sage jetzt absichtlich nicht Freunde, Ihnen nicht nahe genug um sie ihr wahres Wesen erkennen zu lassen.

Trotzdem wäre es natürlich schade, wenn Sie nur so gesehen würden, wie es in dem Brief beschrieben ist.

Mein Vorschlag wäre zu sondieren, welche Menschen Sie wirklich aus ihrem Bekanntenkreis mögen und die Kontakte dann auch mehr zu diesen Leuten zu pflegen.

Ich bin überzeugt, daß Sie sich dann auch öffnen können und anders gesehen werden.

Liebe Grüße

Mariko

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21. Mai 2005 um 14:41

....du hast einen wirklichen Freund,
er ist ehrlich, und mit seinen Worten hat er dir auch seine Hand ausgestreckt...du musst es nur als das erkennen und den Mut haben es anzunehmen.
Versuchs doch...um deinen inneren Schweinehund zu überwinden... nicht falsch verstehn ..Gruss Rena

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22. Juni 2005 um 15:07

Zwang durchbrechen ... ein Stück weit öffnen.
Hi mela86,

ich bin erst heute auf deine Nachricht gestoßen und fand dein Problem viel zu wichtig, als es einfach zu übergehen. Dennoch werde ich irgendwie nicht ganz schlau aus dir.

Einerseits bist du "lieber zu Hause" und "aus Überzeugung" nicht hilfsbereit, anderseits gibt es da einen "inneren Schweinehund", der dich unterdrückt und worunter du anscheinend leidest. Wenn es so ist, wie du schreibst, dann sind dieser innere Schweinehund Deine Vorlieben {lieber zu Hause zu bleiben} und Einstellungen {Überzeugungen}, die du verachtest. Du verachtest dich also selbst.

Hast Du schon mal überlegt, warum du deine Vorlieben und Einstellungen äußeren Kräften {innerer Schweinehund}zuschreibst? Oder setzt dich jemand anders {Vater, Mutter, Freund} unter Druck und du hast diesen Druck verinnerlicht? Dann würde ich Deine innere Zerrissenheit verstehen.

Manchmal ist es auch so, dass jemand negative Gedanken {z.B. Angst vor Partnerschaft}verdrängen möchte und sich deshalb in übertriebenen Arbeitseifer stürzt. Letztlich kannst nur du selbst eine Antwort auf diese Frage geben. Überleg vielleicht, ob du dich diesem jungen Mann, der dich offenbar begehrt, ein Stück weit öffnest, damit du diesen Zwang erst einmal durchbrichst.

Wünsche Dir dabei alles Gute.

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10. Juli 2005 um 7:19

Also ich bin so wie ich sein will
also ich bin so wie ich sein will, und so wie ich nicht sein will zugleich

erklärung: ich bin mit mir selber voll einverstanden ... nur mein umfeld und die bedingungen zwingen mich oft so zu sein, wie ich eigentlich nicht bin oder sein will

manhcmal stelle ich z.b. fest das ich in bestimmten situationen anders reagiere als ich es mir denken würde ... das nervt dann

wenn mann alleine ist, kann man man selber sein ohne das andere unbewusst kritisieren oder man ständig irgendwie anstößt

ich habe akzeptiert das ich anders erscheine als ich bin, nutze aber jede gelegenheit MICH SELBST durchkommen zu lassen ... aber nicht krampfhaft sondern ich warte einfach

du hast auch den falschen freund ... also ich würde als freundin nur eine frau akzeptieren welche mir diese gefühle nimmt ... hat man einen partner und fühlt sich trotzdem so und so ist es der/die falsche

aber eigentlich leben ja meiner beobachtung nach die meisten mit dem falschen partner zusammen, weiss der teufel warum

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12. Juli 2005 um 12:37

Als Auslöser ...
... möchte ich gerne auch mal Stellung nehmen.

Ich habe das gesagt, weil es mir so aufgefallen ist, wie Leute im Umfeld und auh direkt zu ihr sich verhalten haben.

Dazu möchte ich erwähnen, das ich mit Sicherheit nicht einer Meinung mit ihr bin. Und das ist auch gar nicht schlecht. Ebendso möchte ich ihr nichts aufdrängeln was sie nicht will, dafür erwarte ich genauso Verständnis vn ihr, wie sie von mir.

Klar hören wir unterschiedliche Musik, aber in gemeinsamer Zeit muss man einfach Kompromisse eingehen.

Mit diesem Ultimatum, hat das auf jeden Fall geklappt.

mfg

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12. November 2006 um 1:45

Einsamkeit ist facettenreich
hey mela

ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher ob dein freund recht hat...
ich bin beispielsweise ein mensch der auch gerne feiert, party macht usw., aber ich sitze nicht gerne zu Hause und lerne - das ist eher das letzte was ich tue und ich versuche auch alles zu vermeiden um das tun zu müssen...
ich halte mich sogar für zu sozial und zu hilfsbereit... ich war und bin wahrscheinlich immer für alle meine freunde da...habe immer alles für sie gemacht, wennes jemanden schlecht ging habe ich alles stehen und liegen gelassen und bin sofort zu dieser person gefahren, ich habe (oder es zumindest versucht) sie aus jedem tief, aus jeder krise herauszubegleiten und versucht ihnen immer das gefühl zu geben wichtig und wertvoll zu sein...und das alles immer als völlig selbstverständlich hingestellt
das ergebnis nach acht jahren ist nun: ich habe freunde aber keine guten, ich habe drei für mich ganz wichtige freunde verloren weil sie sich weiterentwickelt haben und sich in wahrheit jetzt einen dreck darum kümmern wie es mir geht, und das schlimmste ist ich kann keinem einen vorfurf machen weil ich mich ja quasi als "fußabtreter" präsentiert habe, als jemanden wo man alles abladen kann, weil ich es eh aushalte...
ich würde gerne ich selbst sein, wirklich, doch ich habe mich irgendwo verloren - und das ist jetzt ein "phase" die schon drei jahre anhält und immer schlimmer wird...wo genau mein leben so stark aus den fugen geraten ist weiß ich nicht...wenn es mir schlecht geht (und das tut es oft) ist nicht nur niemand da der mich wenigstens fragt wie es mir geht oder einfach da ist, ich nehme dann mein handy in die hand und erkenne dass es keinen einzigen menschen gibt den ich anrufen kann und will...
ich lebe in einer wg und bin oft am abend alleine in meinem zimmer und würde die ganze zeit am liebsten nur heulen weil ich mich wirklich so alleine fühle...
ich bin auch davon überzeugt dass ich soetwas gar nicht mehr kann wie mich auf einen menschen verlassen oder mich anvertrauen weil ich diese nähe nie zulassen könnte - wenn es meinen freunden dann schlecht geht kommen sie natürlich wieder alle und reden und reden und gehen...
eine beziehung ist für mich etwas so unrealistisches wie ewig weit entferntes und doch würde ich mir genau so einen halt wünschen...
wenn ich an meine zukunft denke (oder nur an die nächsten paar monate) egal ob jetzt jobmäßig, freunde, wg, beziehung usw. krampft sich alles in mir zusammen weil es mir wie ein dunkler strudel vorkommt in den ich immer tiefer und tiefer sinke...
ich glaube ich weiß wie man sich fühlt wenn man einsam ist und man nichts dagegen tun kann/will

was ich damit sagen will ist, dass einsamkeit nicht unbedingt darin begründet liegt diese entscheidung bewusst zu treffen, auch wenn es auf den ersten blick so wirken mag
man ist nicht einsam nur weil man lieber zu hause sitzt, zu ehrgeizig ist oder aus prinzip nicht hilfsbereit ist...
ich glaube einsamkeit ist der ausdruck eines unerfüllten bedürfnisses, einer art gescheiterten weg - insofern dass man ein bedürfnis und ein dahinterliegendes gefühl hat und ein ziel dass man erreichen möchte und bei der Strategie die man sich gewählt hat um dieses ziel zu erriechen einfach gescheitert ist...es gibt aber halt mehr als nur einen weg zu diesem ziel zu gelangen...
ich glsube die frage die man sich stellen sollte ist was man in einer konkreten situation braucht um z.B. sich öffnen zu können oder seinen "inneren schweinehund" zu überwinden...und ob das jetzt sicherheit oder respekt, akzeptanz ist oder iregdnetwas anderes (tschuldige wenn ich jetzt klischeehaft geworden bin) ist ja im Grunde egal - aber ich glaube dass ist der erste und wichtigste schritt...wenn man das überhaupt will...

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