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Einsamkeit zermürbt

25. Juli 2006 um 9:03 Letzte Antwort: 25. Juli 2006 um 10:10

Ich muß das einfach mal loswerden. Aber umso schöner, wenn sich einfach mal jemand beteiligen würde...
Ich bin psychisch "krank", Erwerbsunfähig,habe Soziale Ängste, Depressionen usw.
Und bin wegen einer traumatischen Kindheit das, was man eine multiple Persönlichkeit nennt.
Vielen Menschen macht es angst, das zu hören, mit mir (uns) umzugehen. Und dennoch habe ich einfach auch keine Lust mich ( und die anderen Persönlichkeiten zu "Deckeln" und zu verstecken.
Ich bin nicht gefährlich oder unzurechnungsfähig oder wie in schlechten Filmen " der Mörder ist immer der Multi" *haha*
Ich hab es satt, dass man in dieser Gesellschaft darüber bitteschön nicht offen zu sprechen hat. Und noch viel satter habe ich es, alleine zu sein.
Ich lebe mit einem Freund zusammen, habe einen Hund und dennoch fehlt mir eine Freundin, die einfach auch mal zuhört, lustig sein kann aber vor ernsten Themen nicht zurückschreckt.
Oft werden erst große Töne gespuckt "kein Problem" und dann verpissen sich doch alle Bekannten wieder, wenn sie merken, das hier ist anders als "normal". Ja aber was ist schon normal? Für mich ist das Leben so und wir möchten unsere Vielfältigkeit in allen Bereichen leben. AUch wenn es oft schlimme Zeiten gibt.
Aber wieso bitte lassen sich alle Menschen davon abschrecken?
Wieso muß ich täglich alleine sein, keine Freundin zum spazieren gehen, Kino, zusammen lachen und weinen, ein Weinchen trinken und auf dem Sofa nette abende verbringen ?
zugegeben ist dieUmsetzung dessen nicht immer das Leichteste und dennoch...
Es fehlt mir.
Wenn irgendjemand hier, mit mir über diese Menschliche "philosophie", Tabu Themen und ähnliches quatschen möchte, die uns psychisch Belasteten zu Aussenseitern macht, oder ernsthaft und nicht nur aus Neugier einen Kontakt anstrebt, wäre ich froh.
Liebe grüße, Irrlichter

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25. Juli 2006 um 10:10

Hallo Irrlichter!
Meine mittlerweile beste Freundin ist auch eine multiple Persönlichkeit und es klappt bestens. Das war vorher nicht immer so, jetzt kann ich sie aber besser verstehen.
Sie hat es mir erst spät gesagt, wahrscheinlich aus den Gründen, die Du auch genannt hast. Ich kenne sie schon lange und erst vor Kurzem hat sie mir das Gutachten aus der Psychiatrie gezeigt.

Die Persönlichkeiten meiner Freundin haben allerdings keine eigenen Namen (sie sind dann einfach nur da oder eben nicht) und durch die jahrzehntelange Therapie ist ihr voll bewußt, wenn sie wieder in eine andere Persönlichkeit fällt.
Meine Freundin ist auch arbeitsunfähig, aber so hat sie wenigstens Zeit für sich, sie findet das nicht so schlimm.

Die Mehrheit der Menschen hat bestimmt Angst vor multiplen Persönlichkeiten, da sie Angst vor unberechenbaren Reaktionen haben und die Menschen möchten ja gern jemanden um sich haben, der planbare Reaktionen zeigt, für ihre "innere Sicherheit".
Außerdem wird auch viel Quatsch über Persönlichkeitsstörungen geschrieben und wenn dann Hausfrau XY das liest, dann kann sie das nicht einordnen, da es nicht in ihre heile Welt paßt.

Es gibt außerdem Störungen, die wesentlich "unverträglicher" für die Gesellschaft sind:
Eine Bekannte meiner Eltern ist übrigens schizoid und das ist etwas, was ich kaum aushalten kann! Sie bekommt immer furchtbare Laberflashs, redet dann nur über die Vergangenheit und Leute, die ihren Hund angeblich vergiften wollen.
Sie bekommt dann immer einen vollkommen nach innen gerichteten, abwesenden Blick.
Mit der Störung kann man mich echt jagen!
Schrecklich!

Man sollte daher auch nie nach dem "Image" einer Störung gehen (z.B Och, schizoid sein ist nicht so schlimm), sondern nach dem was für einen selbst o.k und vertretbar im Alltag ist.
Und das ist bei meiner Freundin der Fall.

L.G lamia


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