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Ein Gedicht gegen die Angst

20. Mai 2006 um 10:49

dies ist es was ich dir zu sagen habe:
ich bin gefangene von dir
ich bin dein ungelebtes leben
das du eingekerkert hast
verschlossen zugemauert
an einem ort
der hinter deiner erinnerung liegt
ich bin die träume
die du nicht erfüllst
die ignorierten illusionen
zerstörten wünsche
abfall deines eisernen gewissens
deiner eingeengten fantasie
all das bin ich
ich bin die gefühle
die du ordnest und im zaum hältst
gerade die bin ich
erinnerst du dich noch
die ungezählten male
wo du sie zertrampelt hast
und wenn du ein gefühl
grad nicht zerstören konntest
hast du es genommen
und gedreht und gewendet
hin wie her durchleuchtet
wolltest grund und ziel so finden
und am ende blieb nur leere
und die angst
dich selber zu verlieren
dann bin ich die
die wenn du sie nicht festhältst
dir aus der rolle fällt
und lacht und weiter tanzt
wenn andere sich wundern
köpfe schütteln fragend gucken
rätsel raten
die selbstvergessenheit
die bin ich auch
ich bin gedanken
die du dir nicht zugestehst
die du sortierst
aus angst aus angst aus angst
vor deinem eigenen gewissen
wer ist das eigentlich
dein gewissen
sowas kenn ich nicht
und hab ich nicht
deine gewissenlosigkeit
die bin ich auch
deine gedankenlosigkeit nicht weniger
ich bin die partisanin
die du panisch in dir selbst bekämpfst
mit der moral von eingefahrenen bahnen
wozu
ich bin das radikale leben
deiner träume
das auf seinen anfang wartet
ich bin die bombe
die in deinem innern tickt
vor der du dich zu retten suchst
obwohl du ahnst
du kannst ihr nicht entkommen
ich bin der ausbruch aus den traditionen
die du steif und fest
trotz anderer ideen angesammelt hast
ich bin der hohn in dir
der über jede ordnung lacht
ich bin der felsenfeste wille in dir
auf den du öfter hören solltest
nur das eigenste das
tu ich
lass mich nicht
von meinungen und überlegungen und zweifeln
von den gewählten wegen bringen
ich bin der glaube an dich
der dich wachsen ließe
ich bin das risiko in deinem leben
und der mut dazu
ich bin die zukunft
die du wählen kannst
wenn du nicht stehen bleiben willst
ich bin der gegenspieler der vernunft
die verrücktheit bin ich
und die unbefangenheit
und wenn du mich nicht freilässt
bin ich deine ängste
deine zweifel
leg mich breit und schwer und tödlich groß
in deinen magen oder anderswo
und quäle und zerstöre dich
ich bin dein leben
hör mich an und nimm mich an
und lass mich frei
lass uns gemeinsam weiterleben
- PETRA KÜNKEL -

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22. Mai 2006 um 19:24

Naja...
Ich finde es ist etwas zu lang und es sind zuviele Sachen reingepackt,
so das man leicht den roten Faden verlieren kann.

Grüsse...

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