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Eigentlich müsste es mir gut gehen...

28. Januar 2014 um 23:17

Es ist ein sehr langer Text, also bitte nehmt Euch doch die Zeit entweder bis zum Schluss zu lesen oder lasst es dann einfach gleich...

Seit nun 3 Monaten merke ich, das es mit mir bergab geht.
Ich war noch nie ein Mensch von purer Lebensfreude... seit ich denken kann verbringe ich die meiste Zeit damit zu grübeln, zu überlegen und sehr oft auch in diverse Tagträume zu verfallen, die mit der Realität leider nichts zu tun haben. Ich habe die meiste Zeit damit verbracht mir mein Leben zu erträumen...
Und seit Oktober wird mir alles noch viel mehr bewusst.
Seit einer Trennung geht es mit mir rapide bergab. Ich habe wieder Selbstmordgedanken und die Stimmungsschwankungen sind schlimmer, denn je. Es ändert sich stündlich, wenn nicht sogar minütlich. Ich habe das Gefühl nicht zu wissen, wer ich bin oder was ich will. Ich habe in ein paar Monaten mein Abi, aber nur, weil gewollt wurde, das ich es mache. Ich weiß nicht, was ich will... Habe keine Ahnung, was ich nach der Schule machen will.
Eigentlich müsste es mir gut gehen... ich habe essen, 'nen Dach über'm Kopf, Eltern die mir nahezu alles ermöglichen, tolle Freunde, aber trotzdem fühle ich mich total einsam und allein gelassen. Am Samstag war ich auf 'ner Party in 'nem Club, hatte mich auch total gefreut, aber kaum war ich da, kam schon die "schlechte" Laune, der Schleier von Wolken. Ich hatte das Gefühl alles, was um mich herum passierte, passierte nicht wirklich. Als sei das alles nur ein Film und ich bin dadrin gefangen und muss zuschauen, muss mitspielen...
In meiner Kindheit hatte ich die meiste Zeit damit verbracht mich anzupassen. Bis heute ist so ein Zwang in mir "perfekt" zu sein... so zu sein, wie andere mich haben wollen um bloß kein Problem darzustellen. Besonders mein Vater hat mir in meiner Kindheit oft dieses Gefühl gegeben. Von ihm bekam ich nur Liebe, wenn ich Leistung erbrachte. Meine Mutter hingegen hat mir viel zu viel Aufmerksam geschenkt und betrachtet mich heute noch als das kleine Mädchen, das nicht alleine in der Welt zurechtkommt. Manchmal habe ich so panische Angst durchzudrehen oder verrückt zu werden.
An sich fällt es mir nicht schwer mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Besonders wenn es um Jobchancen oder 'geschäftliche' Dinge geht fällt es mir ziemlich leicht andere auch von meiner Meinung zu überzeugen. Ich kann in diesen Momenten selbstsicher auftreten und weiß dann auch, was ich willl. Und das erreiche ich dann auch...
Aber kaum geht es in den privaten Bereich dreht sich alles um 180. Teilweise habe ich regelrecht Angst den Mund aufzumachen, aus Angst schief angeguckt zu werden oder als 'komisch' abgestempelt zu werden. Freundlich bin ich trotzdem, aber sehr zurückhaltend. Ich verkrieche mich lieber in eine Ecke und höre zu, als das ich selber rede.. meistens weiß ich dann auch gar nicht, was ich sagen soll. Es fällt mir dann so schwer mich am Gespräch zu beteiligen. Ich habe dann gar keine richtige Meinung, weil ich das Gefühl habe ich MUSS herausfinden welche Meinung ich vertreten muss um akzeptiert zu werden...

Und wie gesagt, seit der Trennung hat sich alles verschlimmert. Ich habe mich in der Beziehung regelrecht aufgegeben, habe es zugelassen betrogen zu werden, nur um nicht verlassen zu werden. Ich schäme mich so dafür und bin im Nachhinein selber von mir enttäuscht so etwas zugelassen zu haben. Dabei war ich immer diejenige, die Angst hatte sich zu binden, die sich bis zum Schluss nie sicher war, ob sie überhaupt eine Beziehung will, die teilweise auch sehr kalt und ablehnend war (einfach nur aus purer Angst verletzt zu werden) ... aber verletzt wurde ich trotzdem. Denn kaum war die Beziehung zuende wusste ich auf einmal was ich will.. aber dann war es schon zu spät.

Ich habe das Gefühl mit mir überfordert zu sein.
Hat jemand vielleicht Hinweise oder Ratschläge?? Geht bzw. ging es irgendwem vielleicht schonmal ähnlich?
Ich habe einfach Angst das vielleicht irgendetwas mit mir nicht stimmt... vorallem diese Momente in denen mir alles vorkommt, wie in einem Film häufen sich!! Diese Momente fühlen sich total schrecklich an, vorallem da ich alleine da nicht rauskomme. Ich muss warten, bis es sich von alleine legt.

Bitte helft mir!

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11. Februar 2014 um 9:27

Liebe Grinsekatzii..
Ich war grade echt total überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass es Menschen gibt, denen es geht wie mir. Es geht mir GENAU SO wie dir!! o Ich habe auch immer den Zwang in mir, perfekt zu sein, so zu sein, wie alle anderen mich haben wollen und 'lebe' sozusagen für die anderen. Habe deswegen teilweise auch keine eigene Meinung und bin sehr zurückhaltend.. Das 'Leben wie ein Film' Gefühl kenne ich auch, da ich ebenso wie du sehr, sehr oft nachdenke, vor allem über das Leben, und die Welt an sich. Dann denkt man irgendwann, dass das alles nicht real ist und man vielleicht nur träumt..Und man durch den Tod vielleicht aufwacht.. Eine Userin auf gofem hier hat mir gesagt, dass jeder in seiner pubertären Phase sich solche Gedanken macht...Nun machst du ja aber bald Abi.. Seitdem ich in einer Beziehung sehr schwer enttäuscht wurde kann ich extrem schwer Vertrauen aufbauen, bin sehr distanziert und kalt und sehe eigentlich nur das Schlechte im Menschen. Ich wünsche dir, dass es dir bald besser geht..dass du Menschen kennenlernst, die dich nicht ausnutzen wollen (gibt leider irgendwie viel zu wenige davon.. ) dass du irgendwannn einen Menschen triffst, der dich so liebt wie du bist.. Du kannst wie immer mit mir reden, ich bin dir auch dankbar für deine Kommentare und Antworten bei mir
Lg Marlene

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13. Februar 2014 um 20:26

Liebe grinsekatzii
Auch mir geht es mega arg so wie dir !!! Ich hab mich grade so krass verstanden gefühlt das ist wahnsinn ! ich bin echt überrascht . Es wäre schön mit dir mal privat zu schreiben
Ganz liebe grüsse nina

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