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Eigene Grenzen halten, Selbstwert und Respekt

8. Mai 2018 um 13:36

Hallo Leute,

ich habe eine wichtiges und für mich essenzielles Thema.

Ich bin ein sehr netter, höflicher Mensch, lache viel, rede viel,  bin die Zuhörerin und Ratschlaggeberin für andere und verstehe viel Spaß.

Jetzt passiert es mir auffallend oft, dass andere meine Grenzen überschreiten und ich diese nicht entsprechend halte. Zu mir sagen so oft Leute, dass ich eine geborene Autoritätsperson bin und das dürfte ich auch ausstrahlen. Mir kommt es fast so vor als würde ich es ungewollt ausstrahlen und deshalb testen andere wie weit sie gehen können. Ich empfinde es dann immer als unverschämt und reagiere empört, dass stört aber keinen.

Ich war immer sehr beliebt, aber wurde trotzdem oft gehänselt, weil mit der kann mans ja machen. Später entschuldigte sich immer jeder, weils ja nur Spaß war und beim nächsten mal war wieder dasselbe.

Also der Punkt ist... ich habe das Gefühl das andere bemerken, dass sie meine Grenzen überschreiten können ohne Konsequenzen. Wenn sie dieses Gefühl einmal haben bekommt man es nicht mehr aus ihnen heraus ...


Hat einer Ähnliche Erlebnisse? Es passiert mir ja sogar mit Fremden die mich dann einfach ansprechen und nicht mehr weggehen, oder unangenehm nahe stehen. So etwas passiert meinen Freunden zB nie!!

Es ist wirklich belastend für mich, da ich mich machtlos fühle und eigentlich eine selbstbewusste, starke Ausstrahlung habe.

LG,
Löwe

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8. Mai 2018 um 13:48

bist Du der Meinung, dass grundsätzlich andere Menschen für die Einhaltung Deiner Grenzen verantwortlich sind?
Nun, wenn Du die Einhaltung DEINER Grenzen in die Hände anderer legst, ist es wenig verwunderlich, wenn dabei nicht Deine Interessen und Wünsche herauskommen.

Es muss nicht unbedingt sein, dass andere das "austesten" - im einfachsten Falle ist es schlicht so, dass die nun einmal nicht bei allen gleich sind. Meine Grenzen werden ganz andere sein als Deine. In dem einen Bereich liegen meine sicherlich viel weiter vorn als Deine - in einem anderen sicherlich ganz viel weiter hinten.

Die Konsequenz daraus: Ich kann Deine Grenzen gar nicht kennen (und Du meine auch nicht). Wärst Du also in meinem Bekanntenkreis müsste ich mich darauf verlassen, dass Du mir signalisierst, wenn ich zu weit gehe - genau wie ich es signalisieren würde, wenn Du zu weit gehst. Und da ich kein Mensch bin, der indirekte Botschaften super gut versteht (oder auch nur bemerkt) - umgebe ich mich am besten ausschließlich mit Menschen, die solche Signale
- KLAR UND DEUTLICH
- rechtzeitig BEVOR die Grenze übertreten und Porzellan zerschlagen ist
senden.
Und selbst handhabe ich das genau so - damit habe ich das Problem nicht (mehr).

Es gibt im übrigen auch bei mir einen Fremden, der sich ohne Not immer viel zu nahe an mich heran stellt (ohne sexuellen Kontext und ohne sonstige Hintergedanken, einfach weil ihm nicht aufgeht, dass das jemandem massiv unangenehm sein köönte, bin ich mir sicher)  und auch (Ex-)Kollegen, die mich ständig irgendwie am Arm berühren mussten (dto) - da habe ich das direkt angesprochen, mit signifikant steigender Deutlichkeit.

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8. Mai 2018 um 15:09
In Antwort auf avarrassterne1

bist Du der Meinung, dass grundsätzlich andere Menschen für die Einhaltung Deiner Grenzen verantwortlich sind?
Nun, wenn Du die Einhaltung DEINER Grenzen in die Hände anderer legst, ist es wenig verwunderlich, wenn dabei nicht Deine Interessen und Wünsche herauskommen.

Es muss nicht unbedingt sein, dass andere das "austesten" - im einfachsten Falle ist es schlicht so, dass die nun einmal nicht bei allen gleich sind. Meine Grenzen werden ganz andere sein als Deine. In dem einen Bereich liegen meine sicherlich viel weiter vorn als Deine - in einem anderen sicherlich ganz viel weiter hinten.

Die Konsequenz daraus: Ich kann Deine Grenzen gar nicht kennen (und Du meine auch nicht). Wärst Du also in meinem Bekanntenkreis müsste ich mich darauf verlassen, dass Du mir signalisierst, wenn ich zu weit gehe - genau wie ich es signalisieren würde, wenn Du zu weit gehst. Und da ich kein Mensch bin, der indirekte Botschaften super gut versteht (oder auch nur bemerkt) - umgebe ich mich am besten ausschließlich mit Menschen, die solche Signale
- KLAR UND DEUTLICH
- rechtzeitig BEVOR die Grenze übertreten und Porzellan zerschlagen ist
senden.
Und selbst handhabe ich das genau so - damit habe ich das Problem nicht (mehr).

Es gibt im übrigen auch bei mir einen Fremden, der sich ohne Not immer viel zu nahe an mich heran stellt (ohne sexuellen Kontext und ohne sonstige Hintergedanken, einfach weil ihm nicht aufgeht, dass das jemandem massiv unangenehm sein köönte, bin ich mir sicher)  und auch (Ex-)Kollegen, die mich ständig irgendwie am Arm berühren mussten (dto) - da habe ich das direkt angesprochen, mit signifikant steigender Deutlichkeit.

Hallo,

ich selbst bin bei anderen sehr sensibel und achte ganz stark auf indirekte Botschaften. Ich würde auch nie plump sein...finde ich unverschämt, verbal wie auch körperlich.
Mein Problem ist ja genau dieses... wie zeige ich meinem Gegenüber ohne dass er beleidigt ist, dass mir etwas nicht passt?? Ich bekomme die Worte nicht über meine Lippen. Genauso wenig wie ein einfaches NEIN.

Weil du schreibst nicht (mehr) gehe ich davon aus, dass du das ebenfalls irgendwie gelernt hast. Für mich bedeutet das eine unheimliche Überwindung

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8. Mai 2018 um 15:20
In Antwort auf loewefrau3331

Hallo,

ich selbst bin bei anderen sehr sensibel und achte ganz stark auf indirekte Botschaften. Ich würde auch nie plump sein...finde ich unverschämt, verbal wie auch körperlich.
Mein Problem ist ja genau dieses... wie zeige ich meinem Gegenüber ohne dass er beleidigt ist, dass mir etwas nicht passt?? Ich bekomme die Worte nicht über meine Lippen. Genauso wenig wie ein einfaches NEIN.

Weil du schreibst nicht (mehr) gehe ich davon aus, dass du das ebenfalls irgendwie gelernt hast. Für mich bedeutet das eine unheimliche Überwindung

nein.
Das, was ich "irgendwie gelernt" habe, ist (Pardon!) Menschen wie Dir, die da eben keine klaren Ansagen machen, so weiträumig wie möglich aus dem Weg zu gehen, weil alles andere nur in Situationen endet, die ich keinesfalls haben möchte (also meint beispielsweise, dass sich jemand ausgenutzt fühlt, ohne dass ich überhaupt weiß warum, davon, dass ich das nie WOLLTE nicht zu reden. Oder dass sich jemand nicht respektiert / von mir "überbügelt" fühlt o.ä.). Hatte ich alles schon, möchte ich nie wieder.

Es gibt kein universelles "wie zeige ich, ..."
Meine Art, Grenzen zu zeigen / zu setzen wäre für Dich vermutlich beleidigend, wenn ich Deine Antworten richtig einschätze - wohingegen ich Deine noch nicht einmal wahr nehmen würde.
Aber meine Art funktioniert super bei Menschen, die so ticken wie ich. Deine sicher bei Menschen, die so ticken wie Du.

Also bleibt die Möglichkeit: => man umgebe sich mit Menschen, die den gleichen Kommunikationsstil pflegen, wie man selbst. In meinem Falle also mit Menschen, die sehr direkt sind und einen gesunden Egoismus kultiviert haben. Menschen, die "ein Nein nicht über die Lippen bringen" hingegen meide ich. Gründlich und weiträumig.
In Deinem Falle eher mit Menschen, die sich als "freundlich und hilfsbereit" beschreiben würden - wohingegen Du Menschen wie mich besser meiden solltest.

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8. Mai 2018 um 15:33

Achso, danke ..

aber nein, finde diese endgültige Einstellung nicht gut. Dann entwickelt man sich finde ich aber nicht umbedingt weiter, wenn man so durchs Leben geht.

Meine Frage war auch eher an Menschen gerichtet die früher vl selbst Probleme damit hatten sich abzugrenzen, weil sie zu viele Erwartungen an das Feingefühl anderer hatten und bitter überrascht wurden.

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8. Mai 2018 um 15:39
In Antwort auf loewefrau3331

Achso, danke ..

aber nein, finde diese endgültige Einstellung nicht gut. Dann entwickelt man sich finde ich aber nicht umbedingt weiter, wenn man so durchs Leben geht.

Meine Frage war auch eher an Menschen gerichtet die früher vl selbst Probleme damit hatten sich abzugrenzen, weil sie zu viele Erwartungen an das Feingefühl anderer hatten und bitter überrascht wurden.

und wenn man von den "feinfühligen" Menschen "bitter überrascht wurde", zählt das nicht? ^^

Ah, ok, dann hätte ich besser nicht antworten sollen, ich habe nun einmal die umgekehrten Erfahrungen gemacht. Ich hatte nur leichtsinniger Weise angenommen, es wäre für Dich auch nicht uninteressant zu wissen, dass diese Tür auch in beide Richtungen schwingt.

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8. Mai 2018 um 16:01
In Antwort auf avarrassterne1

und wenn man von den "feinfühligen" Menschen "bitter überrascht wurde", zählt das nicht? ^^

Ah, ok, dann hätte ich besser nicht antworten sollen, ich habe nun einmal die umgekehrten Erfahrungen gemacht. Ich hatte nur leichtsinniger Weise angenommen, es wäre für Dich auch nicht uninteressant zu wissen, dass diese Tür auch in beide Richtungen schwingt.

Wo genau habe ich jetzt etwas geschrieben das dich dazu bringt wütend zu werden?

Das mit dem "direkt" und "ich fühle mich nicht beleidigt" stimmt bei dir wohl doch nicht. Ich habe nämlich NICHTS geschrieben was irgendwie beleidigend war und trotzdem reagierst du jetzt gekränkt und mit einem wütenden Smiley?

Natürlich auch wenn feinfühlige Menschen einen bitter überraschen ist es ein Thema, aber nicht in diesem Beitrag.  Und natürliche schätze ich es dass du geantwortet hast.

Aber ICH möcht nicht nur mit einem Teil der Bevölkerung reden nur weil sie nicht genau gleich ticken wie ich. Funktioniert auch schwer.

Und ich kenne viele Menschen die erst lernen mussten sich abzugrenzen und von denen hätte ich gerne Tipps, weil sie verstehen was ich empfinde. Ich habe dich auch gefragt ob du es lernen musstest, aber du hast verneint und mir geraten nur mit bestimmten Menschen zu sprechen. Ist in Ordnung, aber entspricht nicht dem was ich möchte. Trotzdem Danke.

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8. Mai 2018 um 16:29
In Antwort auf loewefrau3331

Wo genau habe ich jetzt etwas geschrieben das dich dazu bringt wütend zu werden?

Das mit dem "direkt" und "ich fühle mich nicht beleidigt" stimmt bei dir wohl doch nicht. Ich habe nämlich NICHTS geschrieben was irgendwie beleidigend war und trotzdem reagierst du jetzt gekränkt und mit einem wütenden Smiley?

Natürlich auch wenn feinfühlige Menschen einen bitter überraschen ist es ein Thema, aber nicht in diesem Beitrag.  Und natürliche schätze ich es dass du geantwortet hast.

Aber ICH möcht nicht nur mit einem Teil der Bevölkerung reden nur weil sie nicht genau gleich ticken wie ich. Funktioniert auch schwer.

Und ich kenne viele Menschen die erst lernen mussten sich abzugrenzen und von denen hätte ich gerne Tipps, weil sie verstehen was ich empfinde. Ich habe dich auch gefragt ob du es lernen musstest, aber du hast verneint und mir geraten nur mit bestimmten Menschen zu sprechen. Ist in Ordnung, aber entspricht nicht dem was ich möchte. Trotzdem Danke.

wütend? Der Smiley heißt "evil" - und so war es auch gemeint.
Und nein, ich fühle mich nicht beleidigt, ich wirke nur auf Dich so.

Man kann immer lernen, auch im Stil der "anderen Seite" zu kommunizieren - ob es einem das auch wert ist, muss man dann selbst entscheiden.

Ich wüßte aber nicht, wieso das schwer funktionieren sollte, wenn man sich Menschen sucht, bei denen Kommunikation einfach "nativ" funktioniert ohne dass man da ganz bewußt übersetzen muss. Funktioniert bei mir prima - und schon recht lange. Ich könnte auch anders - aber das mag ich nicht.

Wenn Du lernen möchtest Dich abzugrenzen, dann würde ich Dir raten, das Thema im ersten Schritt neutraler zu sehen.
Dazu gehört vor allem, das nicht mehr so in "gut" und "böse" zu trennen. Du bist "feinfühlig", die anderen "testen Dich aus" und sind "plump". - nun, das ist eine Frage der Perspektive.
Möchte man etwas an sich persönlich ändern, egal was, ist es immer hilfreich, die Perspektive wechseln zu können. So lange man aber in Adjektiven denkt, die nun einmal implizieren, dass man selbst etwas nicht nur ANDERS sondern BESSER macht, ist ein echter Wechsel der Perspektive nie möglich. Auch dafür habe ich Dir geantwortet, dass diese Tür in beide Richtungen schwingt.

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8. Mai 2018 um 17:35
In Antwort auf avarrassterne1

wütend? Der Smiley heißt "evil" - und so war es auch gemeint.
Und nein, ich fühle mich nicht beleidigt, ich wirke nur auf Dich so.

Man kann immer lernen, auch im Stil der "anderen Seite" zu kommunizieren - ob es einem das auch wert ist, muss man dann selbst entscheiden.

Ich wüßte aber nicht, wieso das schwer funktionieren sollte, wenn man sich Menschen sucht, bei denen Kommunikation einfach "nativ" funktioniert ohne dass man da ganz bewußt übersetzen muss. Funktioniert bei mir prima - und schon recht lange. Ich könnte auch anders - aber das mag ich nicht.

Wenn Du lernen möchtest Dich abzugrenzen, dann würde ich Dir raten, das Thema im ersten Schritt neutraler zu sehen.
Dazu gehört vor allem, das nicht mehr so in "gut" und "böse" zu trennen. Du bist "feinfühlig", die anderen "testen Dich aus" und sind "plump". - nun, das ist eine Frage der Perspektive.
Möchte man etwas an sich persönlich ändern, egal was, ist es immer hilfreich, die Perspektive wechseln zu können. So lange man aber in Adjektiven denkt, die nun einmal implizieren, dass man selbst etwas nicht nur ANDERS sondern BESSER macht, ist ein echter Wechsel der Perspektive nie möglich. Auch dafür habe ich Dir geantwortet, dass diese Tür in beide Richtungen schwingt.

Ok, aber ist ja interessant zu sehen wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Vor allem im Internet.

Ja als Freunde suche ich mir natürlich auch lieber Menschen die gleich schwingen wie ich...aber es wird mir nicht erspart bleiben auch mit anderen Persönlichkeiten Kontakt zu haben.

Austesten und plump ist doch nicht per se negativ. Es ist nur nicht mein Stil, deshalb wie gesagt möchte ich lernen damit umgehen zu können. Und feinfühlig ist auch nicht automatisch positiv. Ganz im Gegenteil, Feingefühl zwingt einem oft alle möglichen Schwingungen und Gefühle anderer auf.

Welche Meinung ich von meinem Gegenüber habe ist hier allerdings völlig egal, es geht ja um ein allgemeines abgrenzen meinerseits. Du vermischt Subjekt und Objekt miteinander. 
Weil wenn wir es so betrachten können wir eine neue Diskussion starten mit dem Thema "Der schmale Grat zwischen Ignoranz und gesundem Egoismus".

Und, dass es an mir liegt, dass andere mich so behandel ist mir klar und auch ,dass es möglich ist, weil ich keine Barriere aufzeige. Die Frage, wie gesagt, ist löse ich mein Problem

Und für dich ist es bestimmt anstrengend und oft bestimmt auch individuell  ungerecht mit Menschen wie mir zu kommunizieren.

 

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8. Mai 2018 um 18:16
In Antwort auf loewefrau3331

Hallo Leute,

ich habe eine wichtiges und für mich essenzielles Thema.

Ich bin ein sehr netter, höflicher Mensch, lache viel, rede viel,  bin die Zuhörerin und Ratschlaggeberin für andere und verstehe viel Spaß.

Jetzt passiert es mir auffallend oft, dass andere meine Grenzen überschreiten und ich diese nicht entsprechend halte. Zu mir sagen so oft Leute, dass ich eine geborene Autoritätsperson bin und das dürfte ich auch ausstrahlen. Mir kommt es fast so vor als würde ich es ungewollt ausstrahlen und deshalb testen andere wie weit sie gehen können. Ich empfinde es dann immer als unverschämt und reagiere empört, dass stört aber keinen.

Ich war immer sehr beliebt, aber wurde trotzdem oft gehänselt, weil mit der kann mans ja machen. Später entschuldigte sich immer jeder, weils ja nur Spaß war und beim nächsten mal war wieder dasselbe.

Also der Punkt ist... ich habe das Gefühl das andere bemerken, dass sie meine Grenzen überschreiten können ohne Konsequenzen. Wenn sie dieses Gefühl einmal haben bekommt man es nicht mehr aus ihnen heraus ...


Hat einer Ähnliche Erlebnisse? Es passiert mir ja sogar mit Fremden die mich dann einfach ansprechen und nicht mehr weggehen, oder unangenehm nahe stehen. So etwas passiert meinen Freunden zB nie!!

Es ist wirklich belastend für mich, da ich mich machtlos fühle und eigentlich eine selbstbewusste, starke Ausstrahlung habe.

LG,
Löwe

Autoritätsperson bist du sicherlich nicht. Du bist empfindlich und daraus machen sich die Leute einen Spaß. 

Das ist alles 

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8. Mai 2018 um 18:16
In Antwort auf loewefrau3331

Ok, aber ist ja interessant zu sehen wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Vor allem im Internet.

Ja als Freunde suche ich mir natürlich auch lieber Menschen die gleich schwingen wie ich...aber es wird mir nicht erspart bleiben auch mit anderen Persönlichkeiten Kontakt zu haben.

Austesten und plump ist doch nicht per se negativ. Es ist nur nicht mein Stil, deshalb wie gesagt möchte ich lernen damit umgehen zu können. Und feinfühlig ist auch nicht automatisch positiv. Ganz im Gegenteil, Feingefühl zwingt einem oft alle möglichen Schwingungen und Gefühle anderer auf.

Welche Meinung ich von meinem Gegenüber habe ist hier allerdings völlig egal, es geht ja um ein allgemeines abgrenzen meinerseits. Du vermischt Subjekt und Objekt miteinander. 
Weil wenn wir es so betrachten können wir eine neue Diskussion starten mit dem Thema "Der schmale Grat zwischen Ignoranz und gesundem Egoismus".

Und, dass es an mir liegt, dass andere mich so behandel ist mir klar und auch ,dass es möglich ist, weil ich keine Barriere aufzeige. Die Frage, wie gesagt, ist löse ich mein Problem

Und für dich ist es bestimmt anstrengend und oft bestimmt auch individuell  ungerecht mit Menschen wie mir zu kommunizieren.

 

Ungerecht? Nein gar nicht, wie kommst Du darauf?
Anstrengend hingegen definitiv. Aber da ist das Internet immer eine einfache und effektive Gelegenheit zum Ueben - und dafuer, sich eine unendliche Vielfalt an Themen aus einr andere Perspektive anzuschauen.

Stichwort Perspektive: Du hast oben geschrieben, dass Du befuerchtest, andere mit einem Abweisen, einem Nein zu beleidigen - da ist sie wieder, die Perspektive. 
Ein "ok, ab hier ist es gut, mehr moechte ich nicht" oder "xy moechte ich nicht" empfinden die meisten Menschen eben NICHT als beleidigend. Meist noch nicht mal als Zurückweisung, sondern als etwas voelig normales. Ich wuerde es im Gegenteil als "hilfreich" und "hoeflich" bezeichnen. 

Waerst Du jetzt beispielweise ein Arbeitskollege von mir, wuerdest Du etwas lieber nicht sagen, aus Sorge, dass es beleidigend ankommt - was ich aber als hilreich und hoeflich, jedoch ganz sicher NICHT beleidigend emfinden wuerde.

Was den ersten Teil aangeht zum Thema Ignoranz und Egoismus bin ich keine gute Wahl fuer Diskussionen, ich komme mit beidem eher ZU gut klar

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8. Mai 2018 um 18:27
In Antwort auf avarrassterne1

Ungerecht? Nein gar nicht, wie kommst Du darauf?
Anstrengend hingegen definitiv. Aber da ist das Internet immer eine einfache und effektive Gelegenheit zum Ueben - und dafuer, sich eine unendliche Vielfalt an Themen aus einr andere Perspektive anzuschauen.

Stichwort Perspektive: Du hast oben geschrieben, dass Du befuerchtest, andere mit einem Abweisen, einem Nein zu beleidigen - da ist sie wieder, die Perspektive. 
Ein "ok, ab hier ist es gut, mehr moechte ich nicht" oder "xy moechte ich nicht" empfinden die meisten Menschen eben NICHT als beleidigend. Meist noch nicht mal als Zurückweisung, sondern als etwas voelig normales. Ich wuerde es im Gegenteil als "hilfreich" und "hoeflich" bezeichnen. 

Waerst Du jetzt beispielweise ein Arbeitskollege von mir, wuerdest Du etwas lieber nicht sagen, aus Sorge, dass es beleidigend ankommt - was ich aber als hilreich und hoeflich, jedoch ganz sicher NICHT beleidigend emfinden wuerde.

Was den ersten Teil aangeht zum Thema Ignoranz und Egoismus bin ich keine gute Wahl fuer Diskussionen, ich komme mit beidem eher ZU gut klar

Lange Rede kurzer Sinn: wenn Du lernst, die Perspektive zu wechseln, musst Du wahrscheinlich gar kein Problem mehr loesen, weil damit wahrscheinlich nicht mehr genug PProblem fuer eine Lösung existiert 😏

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8. Mai 2018 um 18:53
In Antwort auf fresh0089

Autoritätsperson bist du sicherlich nicht. Du bist empfindlich und daraus machen sich die Leute einen Spaß. 

Das ist alles 

Immer schön solche bewertenden Antworten zu lesen ... vor allem ohne irgendeine Basis ... stark!

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8. Mai 2018 um 20:30
In Antwort auf loewefrau3331

Immer schön solche bewertenden Antworten zu lesen ... vor allem ohne irgendeine Basis ... stark!

Siehst du .... das meinte ich.  

Mein Beitrag war komplett ohne Wertung aber du bist sooooo Prinzessin auf der Erbse, dass du alles negativ auffasst. 

Kein Wunder, dass du solche Schwierigkeiten hast. 

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8. Mai 2018 um 20:49
In Antwort auf fresh0089

Siehst du .... das meinte ich.  

Mein Beitrag war komplett ohne Wertung aber du bist sooooo Prinzessin auf der Erbse, dass du alles negativ auffasst. 

Kein Wunder, dass du solche Schwierigkeiten hast. 

Aber was soll so eine Antwort? Soll das hilfreich sein? Jemand Unbekannten zu bewerten ?? Im Internet und aufgrund von ein paar Zeilen? Was ist los mit dir? "Du bist sicher keine Autoritätsperson" "Du bist sooo Prinzessin" "Du bist empfindlich"... Hey ich bin hier um Erfahrungen zu hören und nicht um mich bewerten zu lassen. Vor allem was hast du davon? Ganz eindeutig gibt dir das irgendwas und das ist bedenklich...

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8. Mai 2018 um 20:55
In Antwort auf loewefrau3331

Aber was soll so eine Antwort? Soll das hilfreich sein? Jemand Unbekannten zu bewerten ?? Im Internet und aufgrund von ein paar Zeilen? Was ist los mit dir? "Du bist sicher keine Autoritätsperson" "Du bist sooo Prinzessin" "Du bist empfindlich"... Hey ich bin hier um Erfahrungen zu hören und nicht um mich bewerten zu lassen. Vor allem was hast du davon? Ganz eindeutig gibt dir das irgendwas und das ist bedenklich...

Über dich kann man nur Kopfschütteln.  Alles weitere überlasse ich deinem Umfeld.  

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8. Mai 2018 um 21:19
In Antwort auf fresh0089

Über dich kann man nur Kopfschütteln.  Alles weitere überlasse ich deinem Umfeld.  

Dito! Adieu!

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8. Mai 2018 um 21:21

Puuh, da wird schon fleißig diskutiert Hier mal mein Blickwinkel (werd aber nicht die Zeit haben, hier im öffentlichen Bereich tiefer drauf einzugehen):

Der erste Schritt ist, sich der eigenen Grenzen bewusst zu sein.

Dazu gehört auch, Klarheit für sich selbst darüber zu finden, in welchem Verhältnis man zu Menschen steht, die diese Grenzen nicht akzeptieren. Damit einher geht die Bereitschaft, sich von diesem Menschen zu distanzieren und die Verantwortlichkeiten klar zu trennen: Es liegt in deiner Verantwortung, die eigenen Grenzen durchzusetzen und dich selbst zu schützen. Und es liegt in der Verantwortung des anderen Menschen, sich selbst zu schützen. Das ist die Kernbedeutung von "Selbst-Bewusstsein": Sich von anderen Menschen und ihren Einflüssen abgrenzen zu können. Sich aus Abhängigkeitsmustern befreien und bewusst entscheiden zu können.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist, deine Grenzen klar und verständlich zu kommunizieren. Du kannst nicht erwarten, dass andere Menschen deine Grenzen "intuitiv" wahrnehmen können. Selbst wenn die andere Person respektvoll und einfühlsam ist. Sie muss ihre Wahrnehmungen immer noch interpretieren, was sehr schwierig sein kann wenn es um die Bedürfnisse und Grenzen anderer Menschen geht. Dazu kommt, dass nicht alle Menschen rücksichtsvoll und einfühlsam sind. Auch und gerade denen muss man klar und deutlich die eigenen Grenzen kommunizieren.

Wenn andere deine Grenzen überschreiten, wirst du auch in Situationen kommen wo es notwendig ist, dass du andere Menschen an einem wunden Punkt berührst (und damit gewissermaßen ihre eigenen "Grenzen" überschreitest, die sie vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein bis in deinen Bereich hin ausgedehnt haben). Es wird nicht immer gehen, ohne den anderen "zu verletzen", um es mal umgangssprachlich auszudrücken. Das ist aber das Wesen von Konflikten, von Angriff (Genzüberschreitung) und Verteidigung. So lange du zu diesem Schritt nicht bereit bist, wirst du deine Grenzen nicht durchsetzen können.

Manche Menschen sind der Ansicht, dass man sich mit jedem "gut verstehen" muss und immer auf andere Menschen Rücksicht nehmen muss. Dabei übergeht man dann die eigenen Grenzen und geht mit sich selbst rücksichtslos um, ohne es zu merken. Man verliert seine Selbstachtung, weil man die Bedürfnisse und Wünsche anderer Personen höher einordnet als die eigenen. Oder man übergeht die Bedürfnisse nahestehender Menschen (z.B. der eigenen Kinder) um die Erwartungen anderer Personen zu erfüllen, bzw. das Eingeständniss, dass es hier einen Konflikt gibt, zu vermeiden.

Das ist übrigens auch das Kernproblem beim Thema "Gutmenschen": Hier geht es darum, dass Konflikte und Widersprüche ignoriert und unter den Teppich gekehrt werden, ob oberflächlich den Anschein von Frieden zu erzeugen. Man glaubt so sehr an das "Gute" im anderen Menschen, dass man blind für sein wahres Wesen wird und dass er vielleicht gar nicht dazu fähig ist, respektvoll zu handeln, weil er selbst verletzt traumatisiert ist. (Und traumatisierten Menschen hilft man definitiv nicht, indem man das eigene Handeln an ihnen bzw. ihren Verdrängungsmechanismen ausrichtet!)

Es kann auch auf die Situationen zutreffen, wo andere Menschen deine Grenzen überschreiten: Es ist nicht gesagt, dass diese dies mit Absicht tun. Vielleicht tun sie es aus einer tiefen Bedürftigkeit heraus (z.B. nach Aufmerksamkeit und Nähe) und suchen unbewusst bei dir die Aufmerksamkeit, die sie früher nicht bekommen haben, aus welchem Grund auch immer. In dem Moment, wo du diesen Menschen Grenzen setzt, werden sie an ihre Vergangenheit erinnert, für die du in der Regel nichts kannst ud für die du nicht verantwortlich bist. Da du aber ein einfühlsamer Mensch bist, spürst du den Schmerz, den diese Personen in dem Moment empfinden. Und hier verschwimmen oft die Wahrnehmungen: Du wertest reflexartig den Schmerz der anderen Person, bzw. das Bedürfnis diesen zu vermeiden, höher als deine eigene Grenze. Du übernimmst plötzlich Verantwortung für den anderen Menschen, und nicht mehr für dich. In dem Moment hast du übrigens dein Selbst-Bewusstsein verloren. Und du richtest dein Handeln an den Verdrängungsmustern der anderen Person aus. Klar sollte auch sein, dass du dieser person damit nicht irgendwie hilfst, etwas zu verarbeiten oder aufzuarbeiten. Du verhinderst lediglich, dass sie mit ihrem eigenen Schmerz und ihrem eigenen Thema konfrontiert wird und es ihr dadurch oberflächlich gesehen für einen Moment "besser" geht.

An diesem Punkt kannst du dir die Frage stellen, was dieses Verhaltensmuster über dich selbst aussagt. Woher du es aus deinem eigenen Leben kennst. Vielleicht in Verbindung mit deinen Eltern und/oder deiner Kindheit. Hast du deinen Eltern emotionale Lasten abgenommen, so dass sie sich dadurch befreiter fühlen konnten? Dann war das vielleicht die Strategie, die du entwickelt hast, um eine tiefere Nähe zu deinen Eltern zu finden. Das mag jetzt alles Spekulation sein, aber solche Gründe und Muster stecken in der Regel dahinter, wenn man nicht dazu fähig ist, sich selbst zu schützen bzw. die eigenen Grenzen durchzusetzen. Und an diesen Themen zu arbeiten kann dabei helfen, die eigenen Grenzen besser durchsetzen zu lernen - und anders herum, wenn man versucht, die eigenen Grenzen besser durchzusetzen, wird man automatisch auf emotionaler Ebene mit diesen Themen konfrontiert. Im Kern geht es hier um einen seelischen Einwiklungsprozess bzw. einen Bewusstwerdungsprozess.

Ich hoffe, mein Beitrag konnte dir ein wenig weiterhelfen. Alles Gute!
 

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8. Mai 2018 um 22:20
In Antwort auf bblubb456

Puuh, da wird schon fleißig diskutiert Hier mal mein Blickwinkel (werd aber nicht die Zeit haben, hier im öffentlichen Bereich tiefer drauf einzugehen):

Der erste Schritt ist, sich der eigenen Grenzen bewusst zu sein.

Dazu gehört auch, Klarheit für sich selbst darüber zu finden, in welchem Verhältnis man zu Menschen steht, die diese Grenzen nicht akzeptieren. Damit einher geht die Bereitschaft, sich von diesem Menschen zu distanzieren und die Verantwortlichkeiten klar zu trennen: Es liegt in deiner Verantwortung, die eigenen Grenzen durchzusetzen und dich selbst zu schützen. Und es liegt in der Verantwortung des anderen Menschen, sich selbst zu schützen. Das ist die Kernbedeutung von "Selbst-Bewusstsein": Sich von anderen Menschen und ihren Einflüssen abgrenzen zu können. Sich aus Abhängigkeitsmustern befreien und bewusst entscheiden zu können.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist, deine Grenzen klar und verständlich zu kommunizieren. Du kannst nicht erwarten, dass andere Menschen deine Grenzen "intuitiv" wahrnehmen können. Selbst wenn die andere Person respektvoll und einfühlsam ist. Sie muss ihre Wahrnehmungen immer noch interpretieren, was sehr schwierig sein kann wenn es um die Bedürfnisse und Grenzen anderer Menschen geht. Dazu kommt, dass nicht alle Menschen rücksichtsvoll und einfühlsam sind. Auch und gerade denen muss man klar und deutlich die eigenen Grenzen kommunizieren.

Wenn andere deine Grenzen überschreiten, wirst du auch in Situationen kommen wo es notwendig ist, dass du andere Menschen an einem wunden Punkt berührst (und damit gewissermaßen ihre eigenen "Grenzen" überschreitest, die sie vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein bis in deinen Bereich hin ausgedehnt haben). Es wird nicht immer gehen, ohne den anderen "zu verletzen", um es mal umgangssprachlich auszudrücken. Das ist aber das Wesen von Konflikten, von Angriff (Genzüberschreitung) und Verteidigung. So lange du zu diesem Schritt nicht bereit bist, wirst du deine Grenzen nicht durchsetzen können.

Manche Menschen sind der Ansicht, dass man sich mit jedem "gut verstehen" muss und immer auf andere Menschen Rücksicht nehmen muss. Dabei übergeht man dann die eigenen Grenzen und geht mit sich selbst rücksichtslos um, ohne es zu merken. Man verliert seine Selbstachtung, weil man die Bedürfnisse und Wünsche anderer Personen höher einordnet als die eigenen. Oder man übergeht die Bedürfnisse nahestehender Menschen (z.B. der eigenen Kinder) um die Erwartungen anderer Personen zu erfüllen, bzw. das Eingeständniss, dass es hier einen Konflikt gibt, zu vermeiden.

Das ist übrigens auch das Kernproblem beim Thema "Gutmenschen": Hier geht es darum, dass Konflikte und Widersprüche ignoriert und unter den Teppich gekehrt werden, ob oberflächlich den Anschein von Frieden zu erzeugen. Man glaubt so sehr an das "Gute" im anderen Menschen, dass man blind für sein wahres Wesen wird und dass er vielleicht gar nicht dazu fähig ist, respektvoll zu handeln, weil er selbst verletzt traumatisiert ist. (Und traumatisierten Menschen hilft man definitiv nicht, indem man das eigene Handeln an ihnen bzw. ihren Verdrängungsmechanismen ausrichtet!)

Es kann auch auf die Situationen zutreffen, wo andere Menschen deine Grenzen überschreiten: Es ist nicht gesagt, dass diese dies mit Absicht tun. Vielleicht tun sie es aus einer tiefen Bedürftigkeit heraus (z.B. nach Aufmerksamkeit und Nähe) und suchen unbewusst bei dir die Aufmerksamkeit, die sie früher nicht bekommen haben, aus welchem Grund auch immer. In dem Moment, wo du diesen Menschen Grenzen setzt, werden sie an ihre Vergangenheit erinnert, für die du in der Regel nichts kannst ud für die du nicht verantwortlich bist. Da du aber ein einfühlsamer Mensch bist, spürst du den Schmerz, den diese Personen in dem Moment empfinden. Und hier verschwimmen oft die Wahrnehmungen: Du wertest reflexartig den Schmerz der anderen Person, bzw. das Bedürfnis diesen zu vermeiden, höher als deine eigene Grenze. Du übernimmst plötzlich Verantwortung für den anderen Menschen, und nicht mehr für dich. In dem Moment hast du übrigens dein Selbst-Bewusstsein verloren. Und du richtest dein Handeln an den Verdrängungsmustern der anderen Person aus. Klar sollte auch sein, dass du dieser person damit nicht irgendwie hilfst, etwas zu verarbeiten oder aufzuarbeiten. Du verhinderst lediglich, dass sie mit ihrem eigenen Schmerz und ihrem eigenen Thema konfrontiert wird und es ihr dadurch oberflächlich gesehen für einen Moment "besser" geht.

An diesem Punkt kannst du dir die Frage stellen, was dieses Verhaltensmuster über dich selbst aussagt. Woher du es aus deinem eigenen Leben kennst. Vielleicht in Verbindung mit deinen Eltern und/oder deiner Kindheit. Hast du deinen Eltern emotionale Lasten abgenommen, so dass sie sich dadurch befreiter fühlen konnten? Dann war das vielleicht die Strategie, die du entwickelt hast, um eine tiefere Nähe zu deinen Eltern zu finden. Das mag jetzt alles Spekulation sein, aber solche Gründe und Muster stecken in der Regel dahinter, wenn man nicht dazu fähig ist, sich selbst zu schützen bzw. die eigenen Grenzen durchzusetzen. Und an diesen Themen zu arbeiten kann dabei helfen, die eigenen Grenzen besser durchsetzen zu lernen - und anders herum, wenn man versucht, die eigenen Grenzen besser durchzusetzen, wird man automatisch auf emotionaler Ebene mit diesen Themen konfrontiert. Im Kern geht es hier um einen seelischen Einwiklungsprozess bzw. einen Bewusstwerdungsprozess.

Ich hoffe, mein Beitrag konnte dir ein wenig weiterhelfen. Alles Gute!
 

Wow danke wrkl eine tolle Antwort!!

Und ja stimmt absolut, ich musste aus verschiedenen Gründen schon sehr sehr früh als emotionale stütze fungieren! Und ich merke auch, dass sich mein gesünder narzissmus dadurch nie richtig entwickeln könnte. 

Vielen Dank! 

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9. Mai 2018 um 8:22
In Antwort auf bblubb456

Puuh, da wird schon fleißig diskutiert Hier mal mein Blickwinkel (werd aber nicht die Zeit haben, hier im öffentlichen Bereich tiefer drauf einzugehen):

Der erste Schritt ist, sich der eigenen Grenzen bewusst zu sein.

Dazu gehört auch, Klarheit für sich selbst darüber zu finden, in welchem Verhältnis man zu Menschen steht, die diese Grenzen nicht akzeptieren. Damit einher geht die Bereitschaft, sich von diesem Menschen zu distanzieren und die Verantwortlichkeiten klar zu trennen: Es liegt in deiner Verantwortung, die eigenen Grenzen durchzusetzen und dich selbst zu schützen. Und es liegt in der Verantwortung des anderen Menschen, sich selbst zu schützen. Das ist die Kernbedeutung von "Selbst-Bewusstsein": Sich von anderen Menschen und ihren Einflüssen abgrenzen zu können. Sich aus Abhängigkeitsmustern befreien und bewusst entscheiden zu können.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist, deine Grenzen klar und verständlich zu kommunizieren. Du kannst nicht erwarten, dass andere Menschen deine Grenzen "intuitiv" wahrnehmen können. Selbst wenn die andere Person respektvoll und einfühlsam ist. Sie muss ihre Wahrnehmungen immer noch interpretieren, was sehr schwierig sein kann wenn es um die Bedürfnisse und Grenzen anderer Menschen geht. Dazu kommt, dass nicht alle Menschen rücksichtsvoll und einfühlsam sind. Auch und gerade denen muss man klar und deutlich die eigenen Grenzen kommunizieren.

Wenn andere deine Grenzen überschreiten, wirst du auch in Situationen kommen wo es notwendig ist, dass du andere Menschen an einem wunden Punkt berührst (und damit gewissermaßen ihre eigenen "Grenzen" überschreitest, die sie vielleicht ohne sich dessen bewusst zu sein bis in deinen Bereich hin ausgedehnt haben). Es wird nicht immer gehen, ohne den anderen "zu verletzen", um es mal umgangssprachlich auszudrücken. Das ist aber das Wesen von Konflikten, von Angriff (Genzüberschreitung) und Verteidigung. So lange du zu diesem Schritt nicht bereit bist, wirst du deine Grenzen nicht durchsetzen können.

Manche Menschen sind der Ansicht, dass man sich mit jedem "gut verstehen" muss und immer auf andere Menschen Rücksicht nehmen muss. Dabei übergeht man dann die eigenen Grenzen und geht mit sich selbst rücksichtslos um, ohne es zu merken. Man verliert seine Selbstachtung, weil man die Bedürfnisse und Wünsche anderer Personen höher einordnet als die eigenen. Oder man übergeht die Bedürfnisse nahestehender Menschen (z.B. der eigenen Kinder) um die Erwartungen anderer Personen zu erfüllen, bzw. das Eingeständniss, dass es hier einen Konflikt gibt, zu vermeiden.

Das ist übrigens auch das Kernproblem beim Thema "Gutmenschen": Hier geht es darum, dass Konflikte und Widersprüche ignoriert und unter den Teppich gekehrt werden, ob oberflächlich den Anschein von Frieden zu erzeugen. Man glaubt so sehr an das "Gute" im anderen Menschen, dass man blind für sein wahres Wesen wird und dass er vielleicht gar nicht dazu fähig ist, respektvoll zu handeln, weil er selbst verletzt traumatisiert ist. (Und traumatisierten Menschen hilft man definitiv nicht, indem man das eigene Handeln an ihnen bzw. ihren Verdrängungsmechanismen ausrichtet!)

Es kann auch auf die Situationen zutreffen, wo andere Menschen deine Grenzen überschreiten: Es ist nicht gesagt, dass diese dies mit Absicht tun. Vielleicht tun sie es aus einer tiefen Bedürftigkeit heraus (z.B. nach Aufmerksamkeit und Nähe) und suchen unbewusst bei dir die Aufmerksamkeit, die sie früher nicht bekommen haben, aus welchem Grund auch immer. In dem Moment, wo du diesen Menschen Grenzen setzt, werden sie an ihre Vergangenheit erinnert, für die du in der Regel nichts kannst ud für die du nicht verantwortlich bist. Da du aber ein einfühlsamer Mensch bist, spürst du den Schmerz, den diese Personen in dem Moment empfinden. Und hier verschwimmen oft die Wahrnehmungen: Du wertest reflexartig den Schmerz der anderen Person, bzw. das Bedürfnis diesen zu vermeiden, höher als deine eigene Grenze. Du übernimmst plötzlich Verantwortung für den anderen Menschen, und nicht mehr für dich. In dem Moment hast du übrigens dein Selbst-Bewusstsein verloren. Und du richtest dein Handeln an den Verdrängungsmustern der anderen Person aus. Klar sollte auch sein, dass du dieser person damit nicht irgendwie hilfst, etwas zu verarbeiten oder aufzuarbeiten. Du verhinderst lediglich, dass sie mit ihrem eigenen Schmerz und ihrem eigenen Thema konfrontiert wird und es ihr dadurch oberflächlich gesehen für einen Moment "besser" geht.

An diesem Punkt kannst du dir die Frage stellen, was dieses Verhaltensmuster über dich selbst aussagt. Woher du es aus deinem eigenen Leben kennst. Vielleicht in Verbindung mit deinen Eltern und/oder deiner Kindheit. Hast du deinen Eltern emotionale Lasten abgenommen, so dass sie sich dadurch befreiter fühlen konnten? Dann war das vielleicht die Strategie, die du entwickelt hast, um eine tiefere Nähe zu deinen Eltern zu finden. Das mag jetzt alles Spekulation sein, aber solche Gründe und Muster stecken in der Regel dahinter, wenn man nicht dazu fähig ist, sich selbst zu schützen bzw. die eigenen Grenzen durchzusetzen. Und an diesen Themen zu arbeiten kann dabei helfen, die eigenen Grenzen besser durchsetzen zu lernen - und anders herum, wenn man versucht, die eigenen Grenzen besser durchzusetzen, wird man automatisch auf emotionaler Ebene mit diesen Themen konfrontiert. Im Kern geht es hier um einen seelischen Einwiklungsprozess bzw. einen Bewusstwerdungsprozess.

Ich hoffe, mein Beitrag konnte dir ein wenig weiterhelfen. Alles Gute!
 

wirklich eine gute Antwort.

Insbesondere ein Punkt springt mich an:
"...Es kann auch auf die Situationen zutreffen, wo andere Menschen deine Grenzen überschreiten:...  Da du aber ein einfühlsamer Mensch bist, spürst du den Schmerz, den diese Personen in dem Moment empfinden. Und hier verschwimmen oft die Wahrnehmungen: Du wertest reflexartig den Schmerz der anderen Person, bzw. das Bedürfnis diesen zu vermeiden, höher als deine eigene Grenze. Du übernimmst plötzlich Verantwortung für den anderen Menschen, und nicht mehr für dich. In dem Moment hast du übrigens dein Selbst-Bewusstsein verloren. Und du richtest dein Handeln an den Verdrängungsmustern der anderen Person aus. Klar sollte auch sein, dass du dieser person damit nicht irgendwie hilfst, etwas zu verarbeiten oder aufzuarbeiten. Du verhinderst lediglich, dass sie mit ihrem eigenen Schmerz und ihrem eigenen Thema konfrontiert wird und es ihr dadurch oberflächlich gesehen für einen Moment "besser" geht..."

=> wichtiger Punkt, damit hatte ich in meiner Vergangenheit auch so meine Probleme, Menschen, die auf mich viel zu viel Rücksicht nehmen - schaden sich selbst - und mir damit. Möchte ich beides ganz sicher NICHT, auch wenn es sich für den Moment besser anfühlen mag.
 

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10. Mai 2018 um 17:17

Danke für deine Analyse, aber nein MÖCHTE ich nicht. Und ein Problem ist individuell interpretierbar!

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