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Die Wahrheit über mich selbst muss raus!

2. August 2007 um 20:47

Hallo Welt!

Ich muss mal was loswerden, weil ich so nicht weitermachen kann.

Äußerlich bin ich der Witzbold der Nation. War schon in der Schule der Klassenclown. Aber ich habe erkannt, dass ich mich schon immer hinter meiner Albernheit und meinen dummen Sprüchen ( die die Leute doch tatsächlich witzig finden) versteckt habe. Einfach nur, damit keiner merkt, was für ein armseliges Würstchen ich eigentlich bin.

Ich hasse es, dass die Leute von mir denken, ich sei selbstbewusst und immer in guter Stimmung. Aber ich bin selbst schuld dran. Ich KANN einfach nicht anders, als lustig sein. Aber ich BIN NICHT LUSTIG! Und ich BIN NICHT SELBSTBEWUSST! War ich nie.

Ich habe einmal einer Kollegin gestanden, dass ich derzeit nervlich am Ende bin und manchmal nicht weiß, wie ich den Tag überstehen soll. Sie hat gelacht. Sie hielt es für nen Gag. Ich mache ja immer Gags.

Normalerweise redet man dann mit einer guten Freundin darüber, aber ich stellte fest, dass ich zwar einen riesigen Bekanntenkreis habe, aber irgendwie keine Freunde. Mit meiner oberflächlichen Art habe ich es nie soweit kommen lassen. Und mit denjenigen, die wirklich mit mir befreundet sein wollten habe ich es mir verscherzt, da ich mich eingeengt fühlte und nichts für die Freundschaft tat.

Mir muss jetzt keiner antworten. Ich verlange es von niemandem.

Ich wollte nur endlich mal allen und vor allem mir selbst gestehen, dass ich jeden Tag vor mir selbst weglaufe. Ich habe so dermaßen angst, abgelehnt zu werden, dass ich mich verbiege und nächtelang nicht schlafen kann, wenn ich den Eindruck habe, jemand mag mich nicht.

UND ICH BIN NICHT LUSTIG! Ich suche nur nach Bestätigung und Anerkennung, weil ich beides nie von mir selbst bekommen könnte.

So, jetzt ist es raus.... Danke für Eure Aufmerksamkeit!

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3. August 2007 um 9:05

Hallo
Ich versteh dich wirklich gut.
irgendwie sprichst du mir aus der seele.
ich war auch immer der klassenclown, jeder erwartet von mir, dass ich unterhalte. die besten stories auf lager hab. und ja, ich schaffe es, aus eine uninteressanten thema, eine mords story zu machen.
doch wie du gesagt hast, ist das nur ein ablenken, auf meine wahres ich.
selbst wenn jemand mit mir intim oder sehr persönlich spricht, kommen von mir zu meist nur gestörte bemerkungen. wie: es war heute sehr schön mit dir!
ich zieh eine krimasse, deute mit dem daumen super, und sag nur "year"!
bin ich bescheuert?

mir gehts momentan auch nicht so gut und wenn ich mal sage, dass ich zu wenig selbstvertrauen hab, lachen mich alle aus! du? ne, du hast das selbstvertrauen eines monsters!

es hört mir keiner zu, nur wenn ich lustige geschichten erzähle.
in meine seele sieht niemand rein, entweder will nur gelacht, oder grob gesagt, gefickt werden mit mir.

ich habe aber für mich beschlossen, das alles zu ändern.
leute, die denken witze mit mir zu reißen, weil sie im normalfall mit mir immer lachen konnten, denen fahr ich drüber.
ich will ernst genommen werden.
männer, die glauben nur nett zu mir zu sein, damit ich mit ihnen ins bett gehe, denen spuck ich ins gesicht. mir reicht es! ich hab die schnauze voll!

steh auf, kämpfe dagegen an. du bist nicht mehr das junge ding, du musst dich durchsetzten. du schaffst das! ;o)
glaub mir, ich schaff das auch!

lg

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3. August 2007 um 13:19

Schreibst du von dir oder mir?
Ich kann das super gut verstehen und nachvollziehen. Es ging mir über diverse Jahrzehnte genauso. Es hat saumäßig wehgetan mich zu ändern, ich bin auch noch nicht fertig damit, ich denke mal, was die Veränderungen anbelangt habe ich wohl lebenslänglich. Ich war auch immer die coole, lässige, diejenige, die grundsätzlich immer einen tollen Spruch auf Lager hatte, auf jeden Pott nen Deckel, und was es an Formulierungen noch so dazu gibt. Bis mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Das war Februar 1999. Da habe ich dann mit meinem Zusammenbruch meinen Job verloren, mein "Freundeskreis" hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, nur meine Wohnung ist mir erhalten geblieben. Na ja, ich wollte nicht mehr die tolle, starke, witzige usw. sein. Der Weg daraus führte duch ein schweinemäßig tiefes Tal. Heute habe ich kaum noch Bekannte, dafür 3 echte Freundinnen. Drei auf die ich mich immer verlassen kann, die für mich da sind - sogar oder besonders wenn es mir schlecht geht. Die mich wirklich so nehmen können wie ich bin. Mal ehrlich und ernsthaft super gut gelaunt, aber manchmal auch tiefsinnig mit Fragen die vom Sinn des Lebens handeln bis hin zu echten Depressionen. Ich darf so sein wie ich mich fühle. Es reicht völlig, wenn ich mich auf der Arbeit zusammennehme und witzig bin. Die schauen mir nur vor die Stirn. Wenn es dir wirklich ernst ist mit dem Zeigen deiner anderen, ebenso wichtigen Gefühle, dann wünsche ich dir sehr viel Kraft und Mut. Die Schwierigkeit dabei besteht aus einem einzigen Punkt. Wenn du den Weg hin zu mehr Ehrlichkeit dir selber gegenüber einmal eingeschlagen hast, gibt es kein Zurück. Du kannst dann nicht mehr so sein wie immer. Eine Erkenntnis die mich wie ein Hammer getroffen hat. Aber seit ich sie akzeptiere geht es mir wieder besser.
Also, sei mutig. Nur wer sich ändert bleibt sich treu.

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3. August 2007 um 22:20
In Antwort auf laleh_12087970

Schreibst du von dir oder mir?
Ich kann das super gut verstehen und nachvollziehen. Es ging mir über diverse Jahrzehnte genauso. Es hat saumäßig wehgetan mich zu ändern, ich bin auch noch nicht fertig damit, ich denke mal, was die Veränderungen anbelangt habe ich wohl lebenslänglich. Ich war auch immer die coole, lässige, diejenige, die grundsätzlich immer einen tollen Spruch auf Lager hatte, auf jeden Pott nen Deckel, und was es an Formulierungen noch so dazu gibt. Bis mir jemand den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Das war Februar 1999. Da habe ich dann mit meinem Zusammenbruch meinen Job verloren, mein "Freundeskreis" hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, nur meine Wohnung ist mir erhalten geblieben. Na ja, ich wollte nicht mehr die tolle, starke, witzige usw. sein. Der Weg daraus führte duch ein schweinemäßig tiefes Tal. Heute habe ich kaum noch Bekannte, dafür 3 echte Freundinnen. Drei auf die ich mich immer verlassen kann, die für mich da sind - sogar oder besonders wenn es mir schlecht geht. Die mich wirklich so nehmen können wie ich bin. Mal ehrlich und ernsthaft super gut gelaunt, aber manchmal auch tiefsinnig mit Fragen die vom Sinn des Lebens handeln bis hin zu echten Depressionen. Ich darf so sein wie ich mich fühle. Es reicht völlig, wenn ich mich auf der Arbeit zusammennehme und witzig bin. Die schauen mir nur vor die Stirn. Wenn es dir wirklich ernst ist mit dem Zeigen deiner anderen, ebenso wichtigen Gefühle, dann wünsche ich dir sehr viel Kraft und Mut. Die Schwierigkeit dabei besteht aus einem einzigen Punkt. Wenn du den Weg hin zu mehr Ehrlichkeit dir selber gegenüber einmal eingeschlagen hast, gibt es kein Zurück. Du kannst dann nicht mehr so sein wie immer. Eine Erkenntnis die mich wie ein Hammer getroffen hat. Aber seit ich sie akzeptiere geht es mir wieder besser.
Also, sei mutig. Nur wer sich ändert bleibt sich treu.

Danke für deine Antwort
Ich sehe, ähm ich lese, dass es Dir genau so ging/geht wie mir. Es ist einfach nur krass, wie sehr man sich darauf eingespielt hat einen auf "gut gelaunt" zu machen. Es ist wie ein Zwang! Ich habe mir mal vorgenommen, dass nächste mal, wenn mich jemand fragt wie es mir geht und es geht mir nicht gut, einfach auch mal zu sagen "Mir gehts heute nicht so gut". Aber ich konnte es einfach nicht. In einer Situation wurde ich gefragt und ich war nur gestresst an dem Tag. Ich war also wirklich nicht in Hochstimmung. Und weißt Du, was ich antwortete? Ich hob den Daumen und sagte "Okelidokeli Artischokeli". Ist DAS nicht eine der dämlichsten Aussagen der Welt???

Sich zu ändern, ist echt schwierig. Das weißt du ja selbst. Vor allem habe ich angst vor den Reaktionen meiner Mitmenschen.

Naja, aber danke nochmal für deine aufmunternden Worte! Das bedeutet mir viel!

Hätte nie gedacht, dass überhaupt jemand schreibt...

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3. August 2007 um 22:26
In Antwort auf sommer_12381933

Hallo
Ich versteh dich wirklich gut.
irgendwie sprichst du mir aus der seele.
ich war auch immer der klassenclown, jeder erwartet von mir, dass ich unterhalte. die besten stories auf lager hab. und ja, ich schaffe es, aus eine uninteressanten thema, eine mords story zu machen.
doch wie du gesagt hast, ist das nur ein ablenken, auf meine wahres ich.
selbst wenn jemand mit mir intim oder sehr persönlich spricht, kommen von mir zu meist nur gestörte bemerkungen. wie: es war heute sehr schön mit dir!
ich zieh eine krimasse, deute mit dem daumen super, und sag nur "year"!
bin ich bescheuert?

mir gehts momentan auch nicht so gut und wenn ich mal sage, dass ich zu wenig selbstvertrauen hab, lachen mich alle aus! du? ne, du hast das selbstvertrauen eines monsters!

es hört mir keiner zu, nur wenn ich lustige geschichten erzähle.
in meine seele sieht niemand rein, entweder will nur gelacht, oder grob gesagt, gefickt werden mit mir.

ich habe aber für mich beschlossen, das alles zu ändern.
leute, die denken witze mit mir zu reißen, weil sie im normalfall mit mir immer lachen konnten, denen fahr ich drüber.
ich will ernst genommen werden.
männer, die glauben nur nett zu mir zu sein, damit ich mit ihnen ins bett gehe, denen spuck ich ins gesicht. mir reicht es! ich hab die schnauze voll!

steh auf, kämpfe dagegen an. du bist nicht mehr das junge ding, du musst dich durchsetzten. du schaffst das! ;o)
glaub mir, ich schaff das auch!

lg

Du hast voll recht!
Das, was Du geschrieben hast, ist auch das, was mich so stört und bewogen hat was zu ändern.
Die Leute interessieren sich nicht für dich, wenn du mal nicht gerade zur allgemeinen Erheiterung beiträgst. Man macht sich selbst zum Affen, nur um wahrgenommen zu werden. Manchmal schäme ich mich regelrecht über mich selbst.

Eigentlich ist das doch voll krank...

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4. August 2007 um 1:27

Hallo Zwilling!!!
Ich kenne dein problem!! Überspiele meine unsicherheit auf der welt und mein "nicht" vorhandenes selbstbewusstsein auch gern mit sinnlosen spaß und dummerein!!! Hab viele leute dadurch verärgert!! Regelmässig habe ich wut anfälle weil mein leben so sinnlos erscheint und ich mich frage warum ich eigentlich hier bin!!! Viele verstehen diese art witz den ich hab nicht und wenden sich ab!! Viele leute die ich "liebte" sind gegangen, allein auch wegen dem beruf koch denn ich meinen depressionen verdanke!!!

Ich kann dich gut verstehen, es hilft nichts!! Wenn du einen bekannten hast dem du vertraust und er dir dann red mit ihm darüber und frage einfach warum sich die leute abwenden oder wie du es verhindern kannst!!! Du musst vertrauen und leute an dich heran lassen!!! Sonst wird das nix!!!

Ich hoff das ich dir ein wenig geholfen habe. Zumindestens weisst du das du nicht alleine bist!!

Liebe grüße

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