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Die Sache mit dem gutgemeinten Beistand

16. Dezember 2006 um 21:38

Ich bin momentan ziemlich unschlüssig wie ich mich gegenüber einem meiner besten Freunde verhalten soll. Vielleicht kann mir ja jemand einen Rat geben.
Die Sache ist nämlich die: Mein Kumpel(20) hat diese Woche seine Mutter verloren. Sie ist nach 6 Jahren Krebs gestorben, was zwar auf der einen Seite absehbar, auf der anderen Seite natürlich schrecklich war. Er tut mir wirklich wahnsinnig leid. Vor allem, weil ich es erst heute morgen erfahren habe. Er hatte mich angerufen udn mir dann alles erzählt. Da ich unterwegs war und er auf mein Handy angerufen hatte, konnte ich nicht wirklich mit ihm sprechen. Ichmuss auch ehrlich sagen, dass ich in dem Moment auch nicht wirklich wusst, was ich hätte sagen können. In dem Moment scheint irgendwie alles faslch angebracht... Ich habe mich als ich endlich zu Hause war irgendwie total blöd gefühlt deswegen. Ich weiß auch nicht. Das Problem ist auch, dass wir uns schon seit ein paar Wochen nicht mehr gesehen haben, weil ich umgezogen bin und nur noch Kontakt per mail hatten. Seit ein paar Tagen, kam dann gar nichts mehr von ihm, was wahrscheinlich daran lag, dass es seiner Mutter wohl schlechter gegangen ist. Ich hab irgendwie gar nicht an diese Möglichkeit gedacht und deshalb kam der Anruf heute morgen irgendwie total überraschend.

Nun frage ich mich wie ich mich in den nächsten Tagen ihm gegenüber verhalten soll. Natürlich habe ich ihm angeboten, dass er mich jederzeit anrufen kann und ich für ihn da sein werde, aber da sind irgendwie so Floskeln, die zwar ernst gemeint aber irgendwie auch wahnsinnig hilflos klingen, wie ich finde.

Hat jemand schon einmal eine ähnliche Situation erlebt? Wenn ja, wie habt ihr da reagiert um der Person zu helfen ohne sich aufzudrängen? Ich überlege ständig, ob ich ihn anrufen oder ihn einfach erst mal in Ruhe lassen soll. Was glaubt ihr?

Ich würde ihm sehr gerne helfen, weiß aber wirklich nicht wie!
Danke!

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17. Dezember 2006 um 12:28

Anrufen
oder schreibe ihm einen Brief. Nimm einfach teil an seinem momentan nicht so schönen Lebensabschnitt. Er ist in einer wesentlich sensibleren Situation als du und hat mit absoluter Sicherheit eher das Gefühl sich aufzudrängen als du.

Mein Vater ist dieses Jahr zu Ostern gestorben. Ich war nie ein Freund großer (Beileids)Bekundungen und habe es immer als Floskel abgetan. Als aber mein Vater starb und wir sehr viele, teilweise auch sehr schöne Beileidskarten erhielten, haben wir uns wirklich sehr darüber gefreut. So eine Anteilnahme tut einfach gut!
Von Seiten meiner Freunde kam - bis auf eine Ausnahme - keine einzige Beileidskarte oder Anruf. Ich kann ihnen nicht mal einen Vorwuf machen, denn sie kannten ja meine Einstellung dazu.

Ruf an und frag wie es ihm geht, das reicht schon!

lg
kratzamkopp

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17. Dezember 2006 um 16:58

Mach Dich nicht verrückt -
das wichtigste ist jetzte einfach, dass jemand für Ihn da ist. Du musst Ihn auch nicht auf diese Sache ansprechen, das macht er wenn es ihm nicht gut geht auch alleine. Ein Freund ist jetzt gut - damit man einfach von der Trauer abgelenkt wird - auch noch etwas von anderen Dingen mitbekommt. Oder mal den Kopf für diese Zeit frei bekommt. Sei einfach wie sonst auch für Ihn da.

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