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Die moderne Frau

22. April 2011 um 2:27 Letzte Antwort: 27. April 2011 um 18:38

Hey ihr Lieben
Also ich hab vor kurzem auf Arte einen interessanten Bericht gesehen, indem es um das italienische Frauenbild im Zusammenhang mit den bunga bunga girls ging.
Kritikpunkt in dieser Reportage war unter anderem, dass den Frauen suggeriert wird, nur durch "sexuelle Freizügigkeit" einen gesellschaftlichen Wert zu besitzen; Dies im Grunde aber nur dem Triebverhalten einer männlich dominierenden Gesellschaft entspringt. Frauen, die sich nicht als freizügig erweisen, gelten in dieser Sichtweise schnell als "prüde, frigide, verklemmt" und werden gesellschaftlich herabgestuft.

Mich hat das nachdenklich gestimmt, zumal mir selbst auch schon unterstellt wurde "prüde zu sein" und "Erfahrungen sammeln zu müssen" - Unterstellungen; meist von männlicher Seite. -.- Ich könnte jetzt lange erklären, dass ich einen willensstarken Charakter habe, klug bin, und selbst am besten zu beurteilen weiß, wie ich meine Sexualität ausleben will etc.
Diese Argumente scheinen aber kein Gehör zu finden. :/ Stattdessen scheint Mann die einzig logische Erklärung zu sein, ich müsse lesbisch sein... was ich absolut nicht bin! xD Ich bin nicht mal be, also insofern ganz bestimmt nicht lesbisch.
Mich erstaunt auch, dass meine Sexualität für das Bild anderer Leute über mich einen solchen Stellenrang besitzt, und komm mir bisweilen wirklich "herabgestuft" vor.

Auch hab ich schon oft mitangesehen, wie Freundinnen sich von dem Meinungsbild anderer Leute beeinflussen ließen: Da ist ein Mädchen ein Grufti - hatte noch nie einen Freund - und schleppt über Jahre hinweg die Behauptungen anderer Leute im Kopf mit sich herum ;Sie müsse eine Schlampe sein... das Ende vom Lied ist, dass sie - aus einer Trotzreaktion heraus - all ihre Ideale über Bord warf und nun diese Meinungen bestätigt... nach dem Motto:" Ist mir egal was ihr sagt; Da bin ich eben eine Schlampe und trotzdem etwas besonderes!" :/

Ich möchte nun gerne Wissen, welche Meinung IHR dazu habt:
- Was macht die Moderne Frau aus? Muss es dieses typische Idealbild (Karriere, Kinder, Attraktivität) sein, oder ist es etwas ganz anderes? Überhaupt, was ist das typisch feminime?
Und welche Erfahrungen habt ihr selbst gemacht?

Lieben Gruß,
Nene




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22. April 2011 um 21:32

Oh wow!^^
Drei Antworten schon, Danke!^^ Freut mich, dass das Thema auf Intresse trifft.

Ich beantworte mal alle drei gleichzeitig.
Ist nicht schön zu hören, dass die "Dominanz der Männer niemals verschwinden wird", denn solange diese Dominanz herrscht, wird die Frau schlichtweg niemals gleichberechtigt sein. Z.B. die Ungerechtigkeit unterschiedlicher Bezahlung trotz gleicher Arbeit etc. Dabei erwartet man ja grade von Frauen in ihrem Beruf Klasse zu zeigen... ist zumindest mein Eindruck. :/ Auch sind Frauen nicht selten "Mütter", die finanzielle Lage ist also besonders wichtig. (Was ja auch ein Grund ist, warum Unternehmen bei zwei Bewerbern mit gleichen Voraussetzungen die Frau bevorzugen sollen.. angeblich. Was aber nicht reicht. Wie oft kommt so ein Fall vor, und wie oft werden Frauen schlichtweg von vornherein schlechter bezahlt?!)
Nichtsedestotrotz; Männer haben auch mit ihrem Rollenklischee zu kämpfen, das stimmt. Ich frag mich nur, ob Männer auch so unter Druck gesetzt werden wie Frauen?
Ich weiß zum Beispiel von meiner Mutter, dass sie damals von ihrer Familie unter Druck gesetzt wurde, jemanden zu heiraten. - Und dasselbe erlebe ich heute noch durch meinen Vater. -.- Auch hab ich es schon öfter bei Freundinnen gesehen.
Dabei sollte der Ansatz einer ordentlichen Erziehung sein, den Kindern Selbstwertgefühl und eine gesunde - nicht bedrängte oder überbeurteilte - Sexualität (bzw. Liebesleben) zu vermitteln. :/

Mich ärgert auch, dass man es der Gesellschaft niemals recht machen kann; Einen Monat lang sagen diverse Leute einem nach, eine Schlampe zu sein... und dann achtet man darauf, gezielt nicht schlampig zu handeln, da bekommt man im nächsten Monat zu hören; Man sei ein Mauerblümchen... speziell von Männlicher Seite. -.- Dabei bin ich im Grunde immer dieselbe geblieben. O Im Grunde kann Frau es der Gesellschaft nicht recht machen.

Es ist schön zu hören, dass die moderne Frau in euren - und meinen - Augen jemand ist, der sich "frei" für seinen Lebensweg entscheiden kann. Aber so wie ich das bis jetzt erlebt habe, sind Frauen niemals wirklich frei, sondern werden von der Gesellschaft - insbesondere der männlichen - bevormundet und immer in die Richtung gedrängt, die dem Umfeld für die betreffende Person zusagt. Wir sind also von ihrem Wohlwollen abhängig.
Und den meisten Frauen ist das noch nicht mal bewusst... soviel zu weiblicher Verbundenheit; Ich seh das nicht gerne, entdecke es aber immer öfter! :/ Und es ist eben der Grund, warum Frauen oft nicht nur ein mangelndes, sondern ein "falsches Selbstvertrauen" entwickeln. (Wie diese Freundin von mir, die im Grunde dazu gedrängt wurde, sich freizügig zu geben und nun glaubt, es sei ihre "freie Entscheidung" gewesen. )

Ich glaube die Gesellschaft sollte sich mal ein bisschen von ihren Vorurteilen befreien und die Mitmenschen zunächst als "Menschen", dann erst als "Mann oder Frau" betrachten.

Ich bin übrigens nicht der als prüde verurteilte Mensch, der sich hinter Rollkragenpullovern versteckt. Ich kleide mich eigentlich ganz normal, und Männern gegenüber verhalte ich mich weder zu schüchtern noch zu aufdringlich, sonder ehr "bestimmend". Ich kenn mich ja, und weiß am besten, wer zu mir passt und wer nicht. Trotzdem gelte ich als "prüde oder lesbisch". >_< Nur weil ich meine Sexualität nicht überdermaßen zum Thema mache? *schimpf*

Lieben Gruß

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25. April 2011 um 12:27

Das Problem ist in meinen Augen
Die Einstellung zur Sexualität selbst. Ist Frau freizügig und schläft mit jedem, den sie scharf findet, ist sie eine Schlampe, wird also auch gesellschaftlich herabgestuft. gleiches problem ergibt sich wie du es geschrieben hast, wenn sie sich nicht freizügig etc gibt, wird sie als prüde und verklemmt eingestuft.

ich für meinen Teil habe daher beschlossen, das es auch als moderne Frau nicht möglich ist, es aller Welt recht zu machen (auch beim Kinderwunsch: Will man keine Kinder, wird Frau als Karrierefixiert und egoistisch eingestuft, will sie nur familie, ist sie die dümmliche und antriebslos- uninteressierte Hausfrau, will sie beides, ist sie eine Rabenmutter die sich nicht genug zeit für ihr kind nimmt), weil es immer Menschen geben wird, die blöd reden, aber "herabgestuft" zum Beispiel im Beruf, wird man dadurch nicht, denn dort zählt nur die Leistung, außer man kennt seinen Chef als "Freund". Ich habe also entschieden einfach völlig zu ignorieren, was andere Leute von mir halten, bin für meinen Teil sehr freizügig und sexuell aufgeschlossen, mache da keinen Hehl draus, fühle mich aber auch nicht "besser" oder ähnliches. Frauen, die nicht so empfinden, und denen es nun mal keinen Spaß macht sich durch die Betten zu schlagen, auf ein Vorspiel zu verzichten, keinen Analsex mögen oder sich nicht ins gesicht spritzen lassen wollen (alles nur wahllos ausgesuchte Beispiele, keine Anschuldigungen oder ähnliches) sind nun mal anders, uns sollten sich genauso wenig sorgen darum machn, als verklemmt bezeichnet zu werden, wie ich mir darum sorgen mache, das manche Frauen behaupten, ich sei eine schlampe.

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27. April 2011 um 18:38

Liebe madleinbassett....
du sprichst mir aus dem Innersten!^^
Ich lege auch keinen Wert auf Kind und Job. Überhaupt; Es macht mir nichts aus, ohne Beziehung zu sein, und es erschüttert mich immer, wenn Freunde mich darin ändern wollen, weil sie selbst Angst davor haben, allein zu enden... es kann ihnen mit der Familiengründung gar nicht schnell genug gehen und sie vergessen darüber alle Logik; verwechseln echte Gefühle mit Verliebt- oder Notgeilheit.
Ich bekomm von ihnen Sprüche zu hören wie: "Denk daran, dass du irgendwann nicht mehr hübsch bist! Und wer weiß, dann bin ich vielleicht nicht mehr zu haben... und es tut dir Leid."
Also, ich werd mich wegen solcher Befürchtungen ganz bestimmt nicht in die nächste Beziehung schmeißen. -.- Nervig ist nur, dass manche einem diese Ängste förmlich einzureden versuchen.

Ich glaub auch, dass die Medien einen enormen Druck auf die Frauen ausüben... Da sind zum Beispiel ständig die Klatschsendungen, in denen lassiv anmutende Fotos gezeigt werden... hier halbnackte Frauen, dort halbnackte... an sich macht mir das nichts aus. Solche Bilder können ja auch durchaus ästhetisch sein. Mich stört nur, dass diese Frauen meistens komplett mit Fotoshop bearbeitet wurden... und die Männer sehen das, und glauben, Frauen müssten wirklich so aussehen...
Dadurch bin ich schon Typen begegneten, die ihren - früher einmal normalen, heute magersüchtigen - Freundinnen mal eben verbieten, eine Kleinigkeit zu essen etc. Und die Mädchen sind so charakterschwach, dass es für sie nichts wichtigeres gibt, als die Meinung ihres Freundes. :/ Vollkommen egal, was der Kerl grade tut. (Ob er sie betrügt.)
Auch hat mal eine Freundin zu mir gemeint - in der siebten Klasse! -, dass sie sich ohne Freund wertlos fühlt... Folge war, dass sie sich von einer Beziehung in die nächste warf, sich immer total affektiert verhielt (Bauch einziehen, Oberarme anwinklen, grade stehn) und von Leuten, die ihre Beweggründe nicht erkannten, als Flittchen hingestellt wurde... Mit diesem Tag war für mich übrigens klar, dass ich mich niemals von dem Wohlwollen eines anderen Menschen abhängig machen will.

Mich nervt auch der Sender sixx...
So unterhaltsam Serien wie "Desperate Housewifes" und "Sex and the city" auch sein mögen... auch wenn diese kleinen Hühnchen in der Werbung recht niedlich sind... das Frauenbild, dass dies vermittelt, ist stets nur dasselbe: Frauen lieben Schuhe, Familie, Karriere, Party, legen Wert auf die Schwanzlänge, schnattern und shoppen den ganzen Tag...
So richtig anspruchsvolle Filme kommen gar nicht. (Letztens mal einer, aber selbst der war oberflächlich.)
Dabei sollte grade so ein Sender sich darum bemühen, ein vielfältiges Frauenbild zu vermitteln und sich nicht davor scheuen auch mal kritische, sozialpolitische Töne anzuschlagen... da lob ich mir Arte!

LG und danke für die Antworten. Tut gut sich das mal von der Seele zu reden. *wink*


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