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Die lieben Eltern

2. Januar 2012 um 1:48

Hallo Forumler,

mein erster wirklich privater Fred... Ich versuche mich kurz zu halten. Hätte gerne mal gewusst, wie meine Situation neutrale Menschen beurteilen.

Ich bin 26 und habe in meinem Leben aufgrund starker psychischer Probleme (Soziale Phobie, Depressionen, Essstörung) bisher nicht viel erreicht. Ich habe eine Ausbildung angefangen und wegen o.g. Schwierigkeiten abgebrochen. Nach zwei Krankenhausaufenthalten und zahlreichen Therapiesitzungen habe ich eine neue Ausbildung begonnen. Die ich, im August 2011, 4 Monate vor der Abschlussprüfung ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen unterbrochen habe (ich möchte diese gern beenden sobald es mir besser geht!). Das zur Vorgeschichte...

Ich führe seit 1,5 Jahren eine Fernbeziehung mit meinem Freund. Er lebt in NRW (wie auch meine Eltern) und ich lebe in Hessen. Schon seit Jahren möchte ich gerne nach NRW in die Nähe meiner Eltern ziehen, aber leider hat es bisher nie geklappt. Mich hält hier nichts, ich habe eine Freundin hier die ich wirklich vermissen würde, ansonsten ist mein soziales Netz in NRW und ich fühle mich sehr einsam hier in Hessen.

Nun ist es so, dass man als ALG II. Empfängerin nicht einfach umziehen darf und gute Gründe vorweisen muss. Ich möchte aber definitiv hier weg, weil es auch meine Beziehung unheimlich belastet und meine Depressionen immer schlimmer werden. Meine Eltern haben mir immer signalisiert, dass sie mich unterstützen und sich freuen, wenn ich nach NRW komme. Sie haben ein großes Haus mit einer komplett abgeschlossenen Dachgeschosswohnung, die sie hin und wieder auf Zeit vermieten und als "Gästezimmer" nutzen.

Heute habe ich über meinen konkreten Wunsch gesprochen meine Ausbildung in NRW zu beenden (was auch kein Problem darstellen würde) und umzuziehen. Ich habe gefragt, ob sie mich erstmal als Mieterin im Dachgeschoss aufnehmen. Da hieß es sofort, "nein, das ist keine gute Idee.", haben mir jedoch finanzielle Unterstützung zugesagt. Eine Stunde später kam eine E-Mail dass sie auch das mit der finanzielle Hilfe revidieren. Sie würden sich zwar freuen, wenn ich komme und helfen auch beim Umzug, aber sie denken, wenn das Arbeitsamt nicht zustimmt kann das nicht gut gehen (das AA würde lediglich nicht für die Umzugskosten aufkommen. Ich würde mich ganz normal in NRW neu anmelden und bekäme dann ALG II). Außerdem bräuchten sie die Wohnung für Gäste und Familie.

Ich bin ziemlich enttäuscht darüber um ehrlich zu sein. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass die Frau meines Vaters meine Stiefmutter ist. Sie wissen, wie schlecht es mir hier geht und haben mir immer Hilfe zugesichert, aber jetzt wo es akut wird sind sie nicht da. Ich habe nie erlebt wie es ist eine Familie zu haben. Bin teilweise im Heim großgeworden. Emotionale Unterstützung gabs nie, aber ich hatte immer die neusten Buffalos... falls Ihr wisst was ich meine?! Ich will nicht undankbar sein, aber ich denke mir:

Ein Kind ist eine Verantwortung fürs Leben. Sollten Sie mir nicht irgendwie helfen? Ich fühl mich momentan ganz klein mit Hut und mir ist alles zuviel. Klar, ich bin Erwachsen, aber ist es so viel verlangt mir unter die Arme zu greifen? Ich könnte noch so viel erklären, aber ich mach hier mal einen Cut und warte ab, ob und, wenn ja, was von Euch kommt.

Wer auch immer durchgehalten hat...danke fürs Lesen und für jede Antwort.

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2. Januar 2012 um 6:07

Ich schließe mich arabellas Ausführungen an,
ich sehe es auch so. Natürlich wünschen sich viele die Familie die hilft und wo Zusammenhalt da ist. Aber je eher du diese Erwartung aufgibst umso besser für dich. Und sehe auch den Vorteil der Freiheit, wenn niemand sich einmischt.
Alles hat zwei Seiten.

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3. Januar 2012 um 23:28

"...andere Menschen verantwortlich machen"
Ich habe mit keinem Wort irgendjmd verantwortlich gemacht für mein Scheitern. Das Einzige was ich meinem Vater vorwerfen kann ist dass er nie da war.

Ich will auch gar nicht zwingend bei meinen Eltern unterkommen. Mir wäre es sogar lieber in eine eigene, kleine Wohnung in der Nähe zu ziehen. Die Überlegung mit dem Dachgeschoss bei meinen Eltern kam nur daher, weil ich einige Schwierigkeiten (finanziell) habe, wenn das Arbeitsamt einem Umzug nicht zustimmt. Da wäre es einfach leichter gewesen, vorübergehend bei meinen Eltern unterzukommen, weil ich mir so die Kaution sparen kann und keinen Zeitdruck beim Überweisen der ersten Miete habe (die Mühlen der Ämter laufen ja bekanntlich langsam).

Ist es denn so viel verlangt, wenn man als Kind um etwas Hilfe bittet bei dem Schritt? Ich will ja kein Geld! Ich komme mein ganzes Leben schon alleine klar. Jetzt brauch ich EINMAL Hilfe...

P.s. das Thema Ausbildung in Hessen ist jetzt sowieso erledigt bis August diesen Jahres. Vorher kann ich nicht wiedereinsteigen und müsste somit auch noch über ein Jahr in Hessen bleiben, sollte ich anstreben die Ausbildung hier zu beenden. Das kommt nicht in Frage. Ich habe das bereits bei Deinem anderen Beitrag zu meinem Fred (im Forum nebenan) erläutert.

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3. Januar 2012 um 23:33
In Antwort auf melike13

Ich schließe mich arabellas Ausführungen an,
ich sehe es auch so. Natürlich wünschen sich viele die Familie die hilft und wo Zusammenhalt da ist. Aber je eher du diese Erwartung aufgibst umso besser für dich. Und sehe auch den Vorteil der Freiheit, wenn niemand sich einmischt.
Alles hat zwei Seiten.

"...wenn niemand sich einmischt."
das ist es ja. Einmischen können sie sich dennoch prima. Ich habe oft einfach das Gefühl sie denken: Wenns mir gut geht und ich Leistung bringe (die Vorzeigetochter bin) kann ich gern nach NRW kommen, aber solange das nich gegeben ist unterstützen sie mich auch nicht.

Meine Familie war schon immer sehr bedacht darauf wie sie nach außen wirkt und ich bin nunmal das schwarze Schaf unter all den Erfolgreichen. Für arabella115 klingt das jetzt wahrscheinlich wieder nach Jammern... für mich ist es einfach ein Fakt.

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4. Januar 2012 um 6:30
In Antwort auf silentsoul85

"...wenn niemand sich einmischt."
das ist es ja. Einmischen können sie sich dennoch prima. Ich habe oft einfach das Gefühl sie denken: Wenns mir gut geht und ich Leistung bringe (die Vorzeigetochter bin) kann ich gern nach NRW kommen, aber solange das nich gegeben ist unterstützen sie mich auch nicht.

Meine Familie war schon immer sehr bedacht darauf wie sie nach außen wirkt und ich bin nunmal das schwarze Schaf unter all den Erfolgreichen. Für arabella115 klingt das jetzt wahrscheinlich wieder nach Jammern... für mich ist es einfach ein Fakt.

Du möchtest wohl die Anerkennung
und Hilfe des Vaters , was ich gut verstehen kann. Dennoch wirst du darauf wahrscheinlich vergeblich warten . Und je eher du diese Hoffnung und auch Illusion aufgibst, umso besser für dich. Gib diese Erwartungen auf und schau wie du das alles selbst regeln kannst, denn dann bist du auch frei.
Gruß Melike

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4. Januar 2012 um 14:28
In Antwort auf melike13

Du möchtest wohl die Anerkennung
und Hilfe des Vaters , was ich gut verstehen kann. Dennoch wirst du darauf wahrscheinlich vergeblich warten . Und je eher du diese Hoffnung und auch Illusion aufgibst, umso besser für dich. Gib diese Erwartungen auf und schau wie du das alles selbst regeln kannst, denn dann bist du auch frei.
Gruß Melike

Melike13
ja, Du hast Recht. Ich habe es bereits geschafft mich von meiner leiblichen Mutter zu trennen bzw. von der kompletten Familie mütterlicherseits. Seit 2007 hab ich keinen Kontakt mehr zu ihnen. Nach diesem Bruch hatte ich die bisher schwerste Zeit in meinem Leben. Ich wollte wirklich sterben. Irgendwie ist es ja auch als wenn etwas in einem stirbt. Die andere Seite der Familie jetzt auch noch fallen zu lassen kann ich im Moment einfach nicht. Mein Wunsch geht eher in die Richtung das Verhältnis auf eine oberflächliche Ebene zu bringen und vorallem nicht abhängig zu sein. Darauf gilt es hinzuarbeiten. Da hast Du völlig Recht! Das ändert allerdings nichts daran, dass ich ohne fremde Hilfe momentan nicht umziehen kann. Sei es das AA oder meine Eltern und das macht mich traurig.

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