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Diagnose: Borderline!!

23. April 2012 um 11:57

Hallo ihr Lieben,

wieder ein Beitrag von mir...

Heute habe ich die Diagnose bekommen ich hätte eine Borderline Persönlichkeitsstörung...

wie soll ich damit leben?!

Irgendwie wird alles immer schlimmer und nicht besser...

Brauch jemanden an den ich mich festhalten kann...

Oh uff, das wird alles so hart...

Gott steh mir bei

Ich hab euch lieb Leute, wenigstens seid ihr für mich da.

Herzliche Grüße
ILikesweetkisses

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23. April 2012 um 13:45

Laß Dich nicht verunsichern!
Ein Beispiel: In der deutschen Diagnostik ist alles Borderline, was Selbstverletzung hat und nicht Bulemie ist. Etwa jeder zehnte Mann und jede siebente Frau haben in Ihrem Leben Phasen mit selbstverletzendem Verhalten.
Wenn das alles Borderliner wären, bräuchte es so viele Jobs in der Psych, dass niemand mehr Brot backen könnte!
Und Selbstverletzung ist nicht der einzige Punkt, der Menschen in den Topf "Borderline" wirft.

Davon abgesehen: als Grenzgänger ist man eben Grenzgänger. Du mußt nicht mit einer Diagnose leben, Du mußt einzig und allein mit DIR leben!
Es wird sicher einiges geben, was du in Zukunft ändern solltest - nicht weil Dich jemand Borderliner nennt, sondern weil es sich leichter lebt, wenn man auf einige Punkte Rücksicht nimmt. Wenn Du diese Rücksicht in Dein Leben einbindest, wirst Du immer noch schmerzhafte Momente erleben - wie jeder Mensch! Aber die meiste Zeit wirst Du lächeln! Du wirst die Fähigkeit haben, Krisen, Schicksalsschläge leichter zu überwinden als andere, weil Du Dich besser kennst und Deine Möglichkeiten besser kennst. Du wirst intensiver fühlen als andere, weil das nicht nur der Fluch, sondern auch das Geschenk an uns Grenzgänger ist.

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23. April 2012 um 15:27
In Antwort auf avarrassterne

Laß Dich nicht verunsichern!
Ein Beispiel: In der deutschen Diagnostik ist alles Borderline, was Selbstverletzung hat und nicht Bulemie ist. Etwa jeder zehnte Mann und jede siebente Frau haben in Ihrem Leben Phasen mit selbstverletzendem Verhalten.
Wenn das alles Borderliner wären, bräuchte es so viele Jobs in der Psych, dass niemand mehr Brot backen könnte!
Und Selbstverletzung ist nicht der einzige Punkt, der Menschen in den Topf "Borderline" wirft.

Davon abgesehen: als Grenzgänger ist man eben Grenzgänger. Du mußt nicht mit einer Diagnose leben, Du mußt einzig und allein mit DIR leben!
Es wird sicher einiges geben, was du in Zukunft ändern solltest - nicht weil Dich jemand Borderliner nennt, sondern weil es sich leichter lebt, wenn man auf einige Punkte Rücksicht nimmt. Wenn Du diese Rücksicht in Dein Leben einbindest, wirst Du immer noch schmerzhafte Momente erleben - wie jeder Mensch! Aber die meiste Zeit wirst Du lächeln! Du wirst die Fähigkeit haben, Krisen, Schicksalsschläge leichter zu überwinden als andere, weil Du Dich besser kennst und Deine Möglichkeiten besser kennst. Du wirst intensiver fühlen als andere, weil das nicht nur der Fluch, sondern auch das Geschenk an uns Grenzgänger ist.

P.S.
Verlasse dieses Forum. Wenn man hier liest, scheint es tatsächlich wie etwas womit man nicht leben kann. Stimmt nicht.

Laß Dich nicht ängstigen von den Folgen, die es hat, wenn Du in deinen Gefühlen ertrinkst, denn DU KANNST VERHINDERN, dass es soweit kommt. DU KANNST LERNEN, das zu handhaben, wenn es doch eskaliert sein sollte - und zwar ohne dass Du Dich und andere verletzt (sowohl seelisch als auch körperlich). DU KANNST DICH SCHÜTZEN und DU KANNST DIE RICHTUNG ÄNDERN, die Deine Gefühle nehmen. Es gibt nichts, was zwangsläufig darin endet, dass Du Dich wie ein verletztes und in die Ecke getriebenes Bündel Panik fühlst, DU HAST MÖGLICHKEITEN, das rechtzeitig zu erkennen und zu korrigieren. Lange bevor die Welt rot vor Schmerz ist und auch dann noch.

Du bist nicht machtlos, Du bist nicht ausgeliefert. NIEMALS. Außer DU SELBST legst Dir diese Grenze auf.

Laß Dir niemals von anderen erklären, wie und warum Du was fühlst. Ziehe in Erwägung, ob dies zutreffen könnte, aber laß Dir das letzte Wort in dieser Frage. Das ist selbst bei anderen Grenzgängern fraglich, bei Menschen die selbst nichts davon empfinden sondern nur die Folgen erleben, kannst Du nach Anregungen suchen - nicht mehr.

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23. April 2012 um 23:46
In Antwort auf avarrassterne

Laß Dich nicht verunsichern!
Ein Beispiel: In der deutschen Diagnostik ist alles Borderline, was Selbstverletzung hat und nicht Bulemie ist. Etwa jeder zehnte Mann und jede siebente Frau haben in Ihrem Leben Phasen mit selbstverletzendem Verhalten.
Wenn das alles Borderliner wären, bräuchte es so viele Jobs in der Psych, dass niemand mehr Brot backen könnte!
Und Selbstverletzung ist nicht der einzige Punkt, der Menschen in den Topf "Borderline" wirft.

Davon abgesehen: als Grenzgänger ist man eben Grenzgänger. Du mußt nicht mit einer Diagnose leben, Du mußt einzig und allein mit DIR leben!
Es wird sicher einiges geben, was du in Zukunft ändern solltest - nicht weil Dich jemand Borderliner nennt, sondern weil es sich leichter lebt, wenn man auf einige Punkte Rücksicht nimmt. Wenn Du diese Rücksicht in Dein Leben einbindest, wirst Du immer noch schmerzhafte Momente erleben - wie jeder Mensch! Aber die meiste Zeit wirst Du lächeln! Du wirst die Fähigkeit haben, Krisen, Schicksalsschläge leichter zu überwinden als andere, weil Du Dich besser kennst und Deine Möglichkeiten besser kennst. Du wirst intensiver fühlen als andere, weil das nicht nur der Fluch, sondern auch das Geschenk an uns Grenzgänger ist.

Das stimmt leider nicht...
ich gehe mal davon aus dass die Diagnose ein Psychotherapeut oder jd anderes mit einer ähnlichen Ausbildung gestellt hat. Nach DSM IV und ICD 10 gibt es für Borderline klar festgelegte Symptome. Selbstverletzendes Verhalten st nur eines davon. Wenn jd sich selbst verletzt ist er/sie also noch lange kein Borderliner und ein Borderliner kann man durchaus auch sein, wenn man sich nicht selbst verletzt. Ich weiß das so genau, da ich Psychologie studiere. Was an der ganzen Geschichte trotzdem nicht schön ist, ist dass man diese Diagnose praktisch aufgestempelt bekommt und dann damit leben muss. Eine Therapie ist wie bei allen Persönlichkeitsstörungen hier sehr schwierig aber nicht unmöglich! Was ich auch so sehe ist, dass du jetzt mit dieser Diagnose kein anderer Mensch bist. Du bist immer noch der Mensch, der du vorher warst. Nur weißt du jetzt, was dir fehlt und andere können dir jetzt besser helfen. Daher ist eine Diagnose nicht nur was Schlechtes, sondern auch ein Weg zu erkennen was man für ein Problem hat und einen Weg zu finden wie es einem besser gehen kann.

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23. April 2012 um 23:55
In Antwort auf jaylee_12577898

Das stimmt leider nicht...
ich gehe mal davon aus dass die Diagnose ein Psychotherapeut oder jd anderes mit einer ähnlichen Ausbildung gestellt hat. Nach DSM IV und ICD 10 gibt es für Borderline klar festgelegte Symptome. Selbstverletzendes Verhalten st nur eines davon. Wenn jd sich selbst verletzt ist er/sie also noch lange kein Borderliner und ein Borderliner kann man durchaus auch sein, wenn man sich nicht selbst verletzt. Ich weiß das so genau, da ich Psychologie studiere. Was an der ganzen Geschichte trotzdem nicht schön ist, ist dass man diese Diagnose praktisch aufgestempelt bekommt und dann damit leben muss. Eine Therapie ist wie bei allen Persönlichkeitsstörungen hier sehr schwierig aber nicht unmöglich! Was ich auch so sehe ist, dass du jetzt mit dieser Diagnose kein anderer Mensch bist. Du bist immer noch der Mensch, der du vorher warst. Nur weißt du jetzt, was dir fehlt und andere können dir jetzt besser helfen. Daher ist eine Diagnose nicht nur was Schlechtes, sondern auch ein Weg zu erkennen was man für ein Problem hat und einen Weg zu finden wie es einem besser gehen kann.

Mh...
Doch doch, das stimmt schon.

Ich war in einer Klinik... habe von dort aus die Diagnose gestellt bekommen. Ziemlich viele Fragen gestellt bekommen und haben auch über so einiges geredet...

Kam dann n Brief an bei meiner Hausärztin.

Hast du denn Erfahrungen mit sowas?

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24. April 2012 um 8:09
In Antwort auf jaylee_12577898

Das stimmt leider nicht...
ich gehe mal davon aus dass die Diagnose ein Psychotherapeut oder jd anderes mit einer ähnlichen Ausbildung gestellt hat. Nach DSM IV und ICD 10 gibt es für Borderline klar festgelegte Symptome. Selbstverletzendes Verhalten st nur eines davon. Wenn jd sich selbst verletzt ist er/sie also noch lange kein Borderliner und ein Borderliner kann man durchaus auch sein, wenn man sich nicht selbst verletzt. Ich weiß das so genau, da ich Psychologie studiere. Was an der ganzen Geschichte trotzdem nicht schön ist, ist dass man diese Diagnose praktisch aufgestempelt bekommt und dann damit leben muss. Eine Therapie ist wie bei allen Persönlichkeitsstörungen hier sehr schwierig aber nicht unmöglich! Was ich auch so sehe ist, dass du jetzt mit dieser Diagnose kein anderer Mensch bist. Du bist immer noch der Mensch, der du vorher warst. Nur weißt du jetzt, was dir fehlt und andere können dir jetzt besser helfen. Daher ist eine Diagnose nicht nur was Schlechtes, sondern auch ein Weg zu erkennen was man für ein Problem hat und einen Weg zu finden wie es einem besser gehen kann.

Schön wäre es!
Ich kenne persönlich mehr als 30 andere, die die Diagnose "Borderline" von hochqualifizierten und studierten Menschlein mit staatlich anerkanntem Heiligenschein (pardon: mit Approbation) in tollen Tests und Diagnoseverfahren gestellt bekommen haben und so 20 weitere, mit denen ich regelmäßig per Internet Kontakt habe. Von denen erfüllen gerade mal FÜNF die DSM / ICD Kriterien, über die man sich auch noch streiten kann. Der Rest hat "nur" SVV ohne die "Persönlichkeitsmerkmale". Natürlich gibt es weitere Diagnosekriterien als SVV und SVV ist nicht bei allen Borderlinern zu finden. Deswegen steht ja in meinem Beitrag auch "Und Selbstverletzung ist nicht der einzige Punkt, der Menschen in den Topf "Borderline" wirft." - oder nicht?
Die Diagnose Borderline ist aber bei allen ca. 50 Leuten hochoffiziell gestellt - und zwei bei 45 von 50 (!!!) IM WIDERSPRUCH zu DSM & Co.
"In der Theorie ist die Praxis ganz einfach", ich habe auch mal studiert.

Was an sich nicht so schlimm wäre, wenn diejenigen sich nicht mit solchen Vorurteilen, solchem Unfug konfrontiert sehen, wie auch hier im Forum reichlich zu lesen ist.
Vor allem aber, wenn sie nicht auf Borderline behandelt würden. Du studierst Psychologie? Na dann recherchiere doch mal die DBT und deren Erfolgsquote! Und gleich danach mal die Erfolgsquote von psych. Therapien allgemein. Schau doch mal, was die erreichen, die das "so genau wissen" wie Du und das studiert haben wie Du!

Meine persönliche Statistik: von allen 50 hat jeder mehr als 2 Therapien, die meisten mehr als 3 hinter sich. Das Ergebnis? EINE Person, der geholfen wurde, im zweiten Versuch. Der Rest? 1/5 kurzfristige Verbesserung, die mit Glück ZWEI BIS DREI MONATE anhielt oder keine Änderung bzw. bei gut einem Drittel VERSCHLIMMERUNG.

Warum das ganze? Weil die Psychologie / Psychotherapie / Psychiatrie machtlos ist? Weil man nichts ändern kann? Oh nein, nicht die Bohne. Die Psychotherapie kann im Grunde alles erreichen. Sie gibt die Macht, die eigenen Gefühle, theoretisch vollständig ändern zu können. Ruhe, Zufriedenheit, Lächeln zu finden. Nahestehende Menschen nicht (mehr) zu verletzen. Inneren Frieden genießen.

Aber nach allen Erfahrungen, die ich in den letzten 20 Jahren selbst damit gemacht habe und so ziemlich alle anderen, mit denen ich mich je darüber ausgetauscht habe, erst dann, wenn man sich nicht mehr von Menschen, die das studiert haben, aber null Plan davon haben, wie es "von innen" aussieht, erklären läßt, wann man wie und warum fühlt und was die Lehrbücher so glauben, dass es helfen würde.

Du studierst Psychologie? Im wievielten Semester bist Du denn, dass Du das "So genau weißt" und viel genauer als ich, die ich mich seit 20 Jahren mit dem Thema beschäftige? Meinst Du ernstlich, ich habe es 20 Jahre lang geschafft, nicht auf Diagnoseverfahren und Diagnosekriterien zu treffen?!?
Wenn Du schon als Student "Das so genau weißt", dann hast du die besten Chancen, einer von den Psychologen (soweit ich das sehe machst Du kein medizinisches Studium, da darfst Du ja zumindest mal keine Medikamente verschreiben, was mich in diesem Falle ehrlich gesagt beruhigt) zu werden, die so fürchterlich von ihrer Weisheit überzeugt sind, dass sie irgendwie vergessen, sich auf die Realität einzustellen.

Sorry für meine Direktheit, aber da kommt mir echt die Galle hoch. Diese Menschen, die das "so genau wissen", weil sie "das studiert haben", haben mehr Leid in mein Leben gebracht, als es jede Krankheit je könnte. Nein ich urteile nicht auf Grund von Einzelfällen.

Da ist das nicht so an sich stehen lassen möchte:
An alle Grenzgänger, die vor dieser Entscheidung stehen:
Eine Therapie, stationär, teilstationär oder ambulant sollte man zumindest versuchen und mehr als einmal. Sie hat Vorteile für Euch, ohne die es manchmal nicht geht. Ihr seid in einer geschützten und sicheren Umgebung, wo Euch für diese Zeit viel Druck genommen wird, was Euch die Möglichkeit gibt, erst mal wieder alles auszurichten. Es besteht die Chance, sich zumindest einiges basis-psychologische Wissen und einige Techniken dabei anzueignen, die Euch später deutlich helfen können und werden.
Aber verliert nicht den Mut, wenn es nicht den ersehnten Erfolg bringt, das heißt nichts! Es liegt nicht an Euch, wenn es nicht / nicht dauerhaft besser wird damit, es liegt nicht an Euch, wenn es sich verschlimmert. Es liegt schon gar nicht daran, dass man für Euch nichts ändern kann!!!
Schaut nie tatenlos zu, wenn eine Therapie eine Verschlimmerung bewirkt (ausgenommen die ersten zwei oder drei Sitzungen, da liegt eine Verschlimmerung manchmal in der Natur der Sache).
Vor allem aber laßt Euch niemals sagen, dass irgendwer etwas "genau weiß" weil es einem Menschen, der das nie selbst gefühlt hat, von anderen, die es nie selbst gefühlt haben und die Bücher und Richtlinien und Normen für den Quell des ewigen Wissens halten so "erklärt" wurde.
Nehmt Rat an, versucht es, spielt durch, was Euch empfohlen wird und prüft es und setzt es um, wenn es Sinn ergibt, aber laßt Euch NIEMALS das eigene letzte Wort in dieser Sache nehmen.

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24. April 2012 um 8:44
In Antwort auf mari_11949389

Mh...
Doch doch, das stimmt schon.

Ich war in einer Klinik... habe von dort aus die Diagnose gestellt bekommen. Ziemlich viele Fragen gestellt bekommen und haben auch über so einiges geredet...

Kam dann n Brief an bei meiner Hausärztin.

Hast du denn Erfahrungen mit sowas?

Ich möchte jetzt hier nicht wiederholen,
... was in den Briefen an meine Hausärzte so alles stand, aber vielleicht sollte ich das tun, wenn Dich das so schwer mitnimmt.

Wichtig für Dich ist nicht der Name sondern die Frage, wie Du durch Deinen Alltag mit einem Lächeln gehen kannst.

Der einfachste Weg (ja, kognitive Verhaltenstherapie @alle Studenten und Studierten) führt über 3 Säulen:

1 - Belastung reduzieren. Es herrscht in der allgemeinen Laien - Ansicht immer noch das Urteil, jemand mit einer psychischen Krankheit müsse sich nur bissl zusammenreißen und dann geht das auch - etwas, worauf die meisten von uns seit der Kindheit konditioniert sind und was jetzt zu überwinden schwierig, aber nötig ist.
Du bist nicht wie alle anderen und Deinen äußerlichen Eindruck auf normal zu frisieren schadet Dir, weil Du Dich unnötigem Druck und Streß aussetzt, was Dich Kraft kostet, ohne wirklich etwas zu bringen.
Setz Dich in Ruhe und regelmäßig über mehrere Wochen hin und schreibe (!) alles auf, was Dich schmerzt, Kraft kostet, stark unangenehm ist, Dich unter Druck setzt. Schreiben ist wichtig, weil es andere Denkstrukturen bedingt als "darüber nachdenken" und später noch gebraucht wird. Dann überlege Dir für jedes einzelne, ob es unbedingt erforderlich ist oder Dir das Ergebnis wirklich (!) wert ist und geh großzügig mit dem Rotstift durch.

2. - Ausgleichen. Einer der wenigen Punkte, der fast allen Grenzgängern und Borderline - Fehldiagnosen gemeinsam ist ist der, dass unser emotionaler Ausgleich nicht "von selbst" funktioniert und dass wir intensiver fühlen, intensiver Erleben. Ebenso Geschenk wie Fluch und etwas, was Du im Auge behalten solltest. Das menschliche Unterbewußtsein ist eine ziemliche kleine hinterhältige Hexe, es verkauft uns nämlich Interpretation und Bewertung als Wahrnehmung. Simples Beispiel: 2 verschiedene Personen sagen Dir den gleichen Satz. Noch dazu einmal an einem Tag mit guter Laune und an einem Tag wo Du Dich mies fühlst. - Du wirst jedes einzelne Mal etwas anderes "verstehen", obwohl die Information, die "reinkommt" im Grunde gleich ist. Weil Du rumspinnst? Nein, das ist bei jedem Menschen so, es ist das, was man wahrnimmt. Nur den anderen fällt es nur dann auf die Füße, wenn dieser Mechanismus wirklich übel verbogen ist, bei Dir hingegen kann Dich leicht etwas treffen, was gar nicht gezielt war. Behalte das im Auge und übe an unverfänglicher Stelle "eingehende Information" und wahrgenommes zu trennen.
Zum emotionalen Ausgleich: Du mußt lernen, rechtzeitig wahrzunehmen, wenn Du emotional zu stark reagierst - und zwar wenn Du auf dem Weg dazu bist, dass es Dich überlädt, nicht erst, wenn Du ganz oder fast überladen bist. Da das mit der Wahrnehmung wie schon gesagt manchmal so eine Sache ist, ist es am besten, wenn Du Menschen hast, die Dich unterstützen können, es gibt aber auch Möglichkeiten "Marker" zu setzen, die Dich um einiges objektiver vorwarnen können, als es Deiner Wahrnehmung am Anfang möglich ist. Dann gilt es, für Dich passende Möglichkeiten der Gegensteuerung zu finden. Das würde jetzt restlos den Rahmen sprengen, dass ist Stoff für viele Bücher. Das Grundprinzip: Gedanken, Gefühle, Aktionen beeinflassen sich gegenseitig, man kann also immer mit Hilfe von zweien davon das dritte steuern. Das braucht Übung, ist aber rein vom Prinzip her grenzenlos in den Möglichkeiten.

3. Rückzugsräume schaffen und nutzen: definiere Dir Zeiten für Dich allein und hüte sie wie die Nonne ihre Jungfräulichkeit. Es fühlt sich nicht immer so an, schon gar nicht im Alltag, aber Du brauchst diese "Abkühlungsphasen" - und wenn man da anfängt, Kompromisse zu machen, ist schnell die Regel zur Ausnahme geworden. Setze Dir min. 3, besser 5 Stunden pro Woche fest. Unumstößlich fest. In dieser Zeit tust Du immer und ausschließlich etwas, was für Dich entspannend und angenehm ist. Du wirst auch nicht "noch schnell" den Abwasch fertig machen und das Telefon nötigenfalls ausschalten. Sowas kannst Du nach einigen Monaten tun, aber am Anfang ist das heimtückisch. Sei die Konsequenz selbst.

Mehr ist so allgemein leider schwierig und völlig außerhalb des Rahmens in einem offenen Forum - ich hoffe, das, was ich geschrieben habe, taugt wenigstens als Ansatzpunkt.

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28. April 2012 um 7:23

Verzeih für die späte und/oder nicht interessante Antwort
aber ich leide selber an Borderline schon von Kindheit an und bin zudem Therapeut. Es ist das beste wenn du dir erstmal Psychologische Hilfe suchst,auch wenn du das wahrscheinlich schon öfters gehört hast.Es gibt verschiedene Symptome,welche zeigen sich bei dir den ausgeprägter?

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28. April 2012 um 15:32
In Antwort auf bahman_11861209

Verzeih für die späte und/oder nicht interessante Antwort
aber ich leide selber an Borderline schon von Kindheit an und bin zudem Therapeut. Es ist das beste wenn du dir erstmal Psychologische Hilfe suchst,auch wenn du das wahrscheinlich schon öfters gehört hast.Es gibt verschiedene Symptome,welche zeigen sich bei dir den ausgeprägter?

Du auch?
Von Kindheit an? Ouh okay.

Ja ich war beim Psychologen... Der hat mir einfach nur Medikamente aufgeschrieben... Mehr auch nicht.
In 4 - 6 Wochen werde ich wohl in eine Klinik gehen.
Die Symptome kann ich dir ja persönlich schreiben, wenn du noch Interesse hast, außerdem möchte ich gern mehr über dich erfahren.

liebe Grüße,

ILikesweetkisses

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29. April 2012 um 14:39
In Antwort auf mari_11949389

Du auch?
Von Kindheit an? Ouh okay.

Ja ich war beim Psychologen... Der hat mir einfach nur Medikamente aufgeschrieben... Mehr auch nicht.
In 4 - 6 Wochen werde ich wohl in eine Klinik gehen.
Die Symptome kann ich dir ja persönlich schreiben, wenn du noch Interesse hast, außerdem möchte ich gern mehr über dich erfahren.

liebe Grüße,

ILikesweetkisses

So schnell
verliere ich bestimmt nicht die Interesse daran behilflich zu sein ^ ^. Ja meistens schreiben die einen Medis auf [was ich persönlich nicht gerade effektiv finde] um einen "ruhiger" zu stimmen.Meine Erfahrung:viel Medizin,wenig Zweck.Man muss genau drauf achten was das für welche sind.

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5. Mai 2012 um 22:43

Was genau
Einen Borderliner ausmacht, darüber kann man viel diskutieren. Nicht alle verletzen sich selbst. Ich bin (noch) mit einem verheiratet, der verletzt sich nicht selbst, sondern ist aggressiv, meist gegen mich. Er ist extrem und grundlos eifersüchtig und das ist fuer mich oft schlimm, aber wenn bei einem die negativen Gefühle mehr gegen sich selbst gerichtet sind, dann steckt vielleicht auch was anderes als Borderline dahinter. Ein Freund von mir kam z. B. Nicht damit zu recht, wie seine streng katholische Mutter darauf reagiert hat, dass er schwul ist, und er hat deshalb zeitweise geritzt, wurde deshalb aber nicht als Borderliner eingestuft. Lg, Felissilvestris13

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5. Mai 2012 um 23:15
In Antwort auf an_12540507

Was genau
Einen Borderliner ausmacht, darüber kann man viel diskutieren. Nicht alle verletzen sich selbst. Ich bin (noch) mit einem verheiratet, der verletzt sich nicht selbst, sondern ist aggressiv, meist gegen mich. Er ist extrem und grundlos eifersüchtig und das ist fuer mich oft schlimm, aber wenn bei einem die negativen Gefühle mehr gegen sich selbst gerichtet sind, dann steckt vielleicht auch was anderes als Borderline dahinter. Ein Freund von mir kam z. B. Nicht damit zu recht, wie seine streng katholische Mutter darauf reagiert hat, dass er schwul ist, und er hat deshalb zeitweise geritzt, wurde deshalb aber nicht als Borderliner eingestuft. Lg, Felissilvestris13

Es gibt
schon typische Anzeichen auf eine Borderlineerkrankung.Aber es stimmt das sich nicht alle selbstverletzen , sondern auch ihre aggressivität gegen andere Mitmenschen ausüben.Meist sind es bestimmte zusammenhänge die auf eine Borderlineerkrankung hindeuten und diese sind im natürlichem falle gegensätzlich [z.B. Angst vor dem allein sein/Angst vor Menschenmengen oder Berührungen].Leider gibt es heute auch viel zu viele vorschnelle Diagnosen auf Borderline.

Gruß. Yreem

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6. Mai 2012 um 1:36


Hallo Ilikesweetkisses,
ich hoffe, es geht dir gut.
Ohne dass ich konkret dazu fachlich gebildet bin, eine kleine Meinung am Rande: Viele psychische Probleme (vor allem auch Süchte jeder Art) lassen sich bewältigen, wenn man etwas hat, für dass sich das Bewältigen lohnt. Ziele, ein Ziel. Ob beruflich irgendeins (immer sehr gut), oder etwas anderes. Was einem wichtig ist, was man schaffen möchte, was man hofft, mal leisten zu können. Lässt sich für dich bei dir vielleicht sowas finden?
LG

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6. Mai 2012 um 23:15
In Antwort auf lugh_11910639


Hallo Ilikesweetkisses,
ich hoffe, es geht dir gut.
Ohne dass ich konkret dazu fachlich gebildet bin, eine kleine Meinung am Rande: Viele psychische Probleme (vor allem auch Süchte jeder Art) lassen sich bewältigen, wenn man etwas hat, für dass sich das Bewältigen lohnt. Ziele, ein Ziel. Ob beruflich irgendeins (immer sehr gut), oder etwas anderes. Was einem wichtig ist, was man schaffen möchte, was man hofft, mal leisten zu können. Lässt sich für dich bei dir vielleicht sowas finden?
LG

Hallo maschaja
Danke erstmal für deine Antwort.

Also das mit meiner Arbeit ist etwas schwierig zur Zeit...
Ich habe keine Kraft mehr zur Arbeit zu gehen oder zur Schule.. Habe ziemlich viel Stress wegen der Schule. Zur Zeit habe ich einen Krankenschein, dadurch geht es mit etwas besser. Wahrscheinlich muss ich das erste Lehrjahr wiederholen und das macht mir zu schaffen... Ich muss so einiges in meinem Leben hinbekommen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich werde mit allem nicht fertig... Das ist einfach zu viel für mich.

Ich brauche eine Auszeit von allem, so leicht ist das aber nicht.

Liebe Grüße

ILikesweetkisses

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31. Mai 2012 um 1:54
In Antwort auf an_12540507

Was genau
Einen Borderliner ausmacht, darüber kann man viel diskutieren. Nicht alle verletzen sich selbst. Ich bin (noch) mit einem verheiratet, der verletzt sich nicht selbst, sondern ist aggressiv, meist gegen mich. Er ist extrem und grundlos eifersüchtig und das ist fuer mich oft schlimm, aber wenn bei einem die negativen Gefühle mehr gegen sich selbst gerichtet sind, dann steckt vielleicht auch was anderes als Borderline dahinter. Ein Freund von mir kam z. B. Nicht damit zu recht, wie seine streng katholische Mutter darauf reagiert hat, dass er schwul ist, und er hat deshalb zeitweise geritzt, wurde deshalb aber nicht als Borderliner eingestuft. Lg, Felissilvestris13

Schritt für schrittt für schrittt...
Hallo Ilikesweetkisses,
oh tut mir leid dass ich lange nicht geantwortet habe, man kommt ja nicht immer dazu leider.

Wie geht es dir jetzt? Siehst du schon ein bisschen Luft? Bist du noch krankgeschrieben?

Ich glaube, immer im Leben, und vor allem in solchen Phasen wie bei dir, wo die Anforderungen des Lebens wie ein großer dunkler Fels vor einem stehen, ist eins wichtig: Kleine Schritte. Damit kann man diesen Riesen Fels voller Aufgaben, wenn schon nicht klein, dann wenigstens ein bisschen überschaubar machen... Also sich erst eine Sache vornehmen, und die dann wirklich angehen und schaffen. Und dann kommt die nächste. Wenn man es so sieht, kann man auch lauter kleine Erfolgserlebnisse haben.
Zum Beispiel kann man natürlich nicht gleich die ganze Zukunft planen, sondern erst mal zB sich eine Nachhilfe für das Problemfach besorgen, oder auch Joga anfangen, oder sich fest vornehmen, jede Woche zwei Stunden durch die Natur spazieren zu gehen, um die Seele zu stärken.
Vielleicht hilft dir das weiter..?

Und ich glaube übrigens auch,wie andere gesagt haben, dass du dich von der Diagnose nicht zu sehr kaputt machen solltest.Man ist ja immer zuerst ein Mensch und nicht eine Diagnose. Auch wenn sicher oft Baustellen da sind.

Und, vielleicht kann dich das beruhigen - ich glaube auch, dass, wenn man Glück hat, manches mit den Jahren leichter werden kann. Ich war auch psychisch sehr angeschlagen, so in den Jahren zwischen 15 und 23. Danach wurde es eigentlich immer besser. (Schritt für Schritt.)

LG Maschaja

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