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Der Vater meiner Kinder hat narzisstische Züge

21. April 2019 um 9:22 Letzte Antwort: 22. April 2019 um 14:05

Hallo meine Lieben

mein Anliegen ist sehr komplex. Ich habe mich vor mehr als einem Jahr vom Vater meiner Kinder getrennt, weil ich an ihm narzisstische Züge erkannt habe. Ich selbst habe Jahre gebraucht, diese zu sehen, als solche zu erkennen und mich daraus zu befreien.
Erkannt habe ich es anhand meines Schwiegervaters. Er ist ein Narzisst, durch und durch. Nicht laut oder gewalttätig, aber erniedrigend und herrschend. Meine Schwiegermutter existiert nicht mehr, sondern lebt durch ihn und seinen Vorstellungen.
Mein "Mann" und sein Bruder leben nach dem Motto "Für Vati tun wir alles. Wir dürfen ihn nicht enttäuschen".
Was er als Ehemann und Vater bewiesen hat, ist nicht so dramatisch, wie es mit einem echten Narzissten wäre. Zum Glück. Aber immer noch schlimm genug.
Meine drei Jungs (17, 14, 12) sind seit Jahren sehr viel in ihren Zimmern. Papa hatte ja nach der Arbeit keine Lust mehr und wollte seine Ruhe. Also haben sie früh gelernt, sich alleine zu beschäftigen. Weil laut durfte es auch nie sein.
Mein Jüngster ist noch am ehesten derjenige, der es nicht so wahrgenommen hat. Er ist sehr auf mich bezogen und wollte von seinem Vater sehr lange Zeit nicht viel wissen.
Mein Mittlerer will es jedem Recht machen. Er hat bereits erkannt, dass er keinen Vater hatte und nie haben wird. Er hofft jedes Mal, wenn sein Vater sich als solcher aufführt, dass er endlich einen hätte. Und fällt jedes Mal tief.
Mein Großer hat es aufgegeben und schließt seine Mitmenschen meist aus. Er hat einen auserwählten Kreis, mit dem er sich umgibt. Er versucht, sich in unsere Familie mit einzubringen. Aber es fällt ihm schwer. Er nimmt, das, was er von seinem Vater bekommt, an und hofft nie auf mehr. Er weiß, dass es nicht mehr kommen wird.
Man könnte sagen: "Jetzt seid ihr frei. Sei für sie da und hilf ihnen mit der Zeit raus. Mit Liebe und Sicherheit.".
Aber: Durch die ständige psychische Folter, der ich ausgesetzt war (ich habe es am meisten abbekommen), und die Tatsache, dass ich kein Mensch bin, der sich unterwirft und verschwinden würde, habe ich ebenfalls falsch reagiert.
Er hat nie geschrien, nie getobt oder je geschlagen. Er hat mich soweit getrieben, dass ich geschrien und getobt habe. Dass mein Ältester und ich uns fast geprügelt hätten (er war damals 12 und bereits größer und stärker als ich). Es kam nicht soweit, aber allein die Tatsache, dass es soweit hätte kommen können, macht uns beide fertig.
Diese Narben werden nie vergehen. Diese Narben sind tief und bluten noch. Mit den beiden jüngeren ist es nicht so schlimm.
Was wir brauchen, ist die Ruhe und Kraft zueinander zu finden. Das braucht Zeit. Aber sobald der Vater sich meldet, ist alles aus. Für uns alle bleibt er im Kopf für Tage.
Ihr meint: "Geht in Therapie". Wäre das beste. Nur ist es den Kindern nicht klar, warum sie so handeln. Warum ihr Leben zur Zeit so kaputt ist. Sie freuen sich auf ihn und versuchen den Tag mit ihm zu genießen. Wären wir sehr weit weg, hätte er keinen Einfluss mehr. Nicht so starken zumindest.
Wer hat ähnliches erlebt und einen Weg gefunden, den Kindern zu helfen?
Auch wenn hier keiner ist, danke fürs Lesen. Allein das hat geholfen. Aufschreiben.
Sorry für den langen Text....

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21. April 2019 um 20:28

Ingrid hat wieder mal keine Ahnung aber schreibt mit !

An die TE :
Wichtig ist - dass du hinter deinen Kindern stehst und ihnen ein Stütze bist . Was noch wichtiger ist - meine Tochter hat das angesprochen - sie hat sich jemand gewünscht, der nicht involviert ist mit dem sie frei reden kann . Ich habe ihr das ermöglicht . Der ausdrückliche Wunsch lag darin, dass diese Person ihre Geschichte, ihr Leben mit ihrem Vater nicht kennt - sondern der als Außenstehender "objektiv" sein kann . 

Ich habe mit meinen Kindern auch sehr viel geredet - wenn sie wieder mal frustriert waren nach einem Besuch, oder es wieder mal Streit gab mit dem Vater - oder der Vater wieder mal schlecht über seine Kinder bei mir gesprochen hat usw. Ich könnte das ewig fortführen .

Meine beiden Kinder haben aus freien Stücken den Kontakt zu ihrem Vater eingestellt . Auch wenn er behauptet ich hätte bei seiner Tochter nachgeholfen . Es war ihre Entscheidung - sie ist 13. Der Therapeut meines Sohnes meinte damals nach der Trennung - dass eigentlich sein Vater auf dem Stuhl sitzen müsste und nicht er
Er hat meinem Sohn immer wieder dazu geraten - anstatt in Hoffnung zu verweilen (die immer wieder aufkeimte wie bei deinem mittleren Sohn), dass sich dieser ändert, bessert oder sonst etwas - er den Kontakt einstellen soll . Das geschah aber erst Jahre später . Das ist in meinen Augen die schlimmste Form die ein Kind aussitzt . WEil sich dein Sohn die Liebe seines Vaters wünscht und sie auch sucht und sich immer wieder erwartet und somit häufen sich die Enttäuschungen die irgendwann zu unbändigem Frust und Hass führen werden . 

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22. April 2019 um 14:05
In Antwort auf beulah_12891185

Ingrid hat wieder mal keine Ahnung aber schreibt mit !

An die TE :
Wichtig ist - dass du hinter deinen Kindern stehst und ihnen ein Stütze bist . Was noch wichtiger ist - meine Tochter hat das angesprochen - sie hat sich jemand gewünscht, der nicht involviert ist mit dem sie frei reden kann . Ich habe ihr das ermöglicht . Der ausdrückliche Wunsch lag darin, dass diese Person ihre Geschichte, ihr Leben mit ihrem Vater nicht kennt - sondern der als Außenstehender "objektiv" sein kann . 

Ich habe mit meinen Kindern auch sehr viel geredet - wenn sie wieder mal frustriert waren nach einem Besuch, oder es wieder mal Streit gab mit dem Vater - oder der Vater wieder mal schlecht über seine Kinder bei mir gesprochen hat usw. Ich könnte das ewig fortführen .

Meine beiden Kinder haben aus freien Stücken den Kontakt zu ihrem Vater eingestellt . Auch wenn er behauptet ich hätte bei seiner Tochter nachgeholfen . Es war ihre Entscheidung - sie ist 13. Der Therapeut meines Sohnes meinte damals nach der Trennung - dass eigentlich sein Vater auf dem Stuhl sitzen müsste und nicht er
Er hat meinem Sohn immer wieder dazu geraten - anstatt in Hoffnung zu verweilen (die immer wieder aufkeimte wie bei deinem mittleren Sohn), dass sich dieser ändert, bessert oder sonst etwas - er den Kontakt einstellen soll . Das geschah aber erst Jahre später . Das ist in meinen Augen die schlimmste Form die ein Kind aussitzt . WEil sich dein Sohn die Liebe seines Vaters wünscht und sie auch sucht und sich immer wieder erwartet und somit häufen sich die Enttäuschungen die irgendwann zu unbändigem Frust und Hass führen werden . 

Danke Geistundsinn!
Auch ich rede viel mit meinen Kindern. Mein Mittlerer hatte bereits den Kontakt eingestellt. Da kam er wieder über seine Brüder. Der Jüngere wurde von uns anderen beschützt, weil sein Vater ihn benutzt hat, um mich anzugreifen. Der Kleine hat mich nur verteidigt und war fertig. Da haben wir Konsequenzen gezogen: Blockieren. Nur mein Ältester meint felsenfest, dass sein Vater ihm egal ist. Dass er das händeln kann. Dafür lässt er niemanden an sich ran und bindet sich nicht mehr emotional.
Das macht mich traurig, weil ich weiß, dass er ein super Typ ist! Sein Lachen vermisse ich.
Momentan haben sie wieder Kontakt. Es ist alles ruhig. Er hat ja eine neue Freundin mit Kindern. Neue Opfer gefunden leider...
 

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