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Der richtige Therapeut(vorsicht lang)

28. September 2005 um 22:18

Hallo Ihr Lieben,

ich nehme zur Zeit psychologische Hilfe in Anspruch, da mich eine Sache total aus der Bahn geworfen hat. Mein Freund und ich haben 6 Monate nachdem wir uns kennenlernten, erfahren, dass er eine Tochter hat. ( durch ONS Internetbekanntschaft) Er hat sich der Situation gestellt, so sehr er auch verunsichert war, kümmert sich nun rührend um sie, und ist in meinen Augen nun auch als Vater meiner (ungeborenen) Kinder der perfekte Mann. Er macht mich sehr glücklich, und bin seiner liebevollen Verantwortung wegen sehr stolz auf ihn. Er meistert auch die Situation mit der sehr komplizierten Mutter, und ich hatte nie Grund Angst zu haben, er stünde nicht hinter mir.Ich selber verstehe mich prächtig mit der Kleinen, und lerne an mir selbst neue ( tolle ) Seiten kennen.

Eigentlich sollte ich glücklich sein. Doch eine unerklärbare Traurigkeit in mir, dass ich nicht die Mutter seines ersten Kindes bin, sondern das eine andere Frau ein Kind von ihm hat, sitzt tief. Ich nahm psychologische Hilfe in Anspruch, und landete bei einem männlichen Therapeuten. Er sagte mir, eigentlich wäre die Situation garnicht so schlimm für mich, ich sei nur eifersüchtig weil ich für meinen eigenen Vater selbst nie die Kleine "Prinzessin" war.

Entweder ich will diese Diagnose nicht wahrhaben, oder dieser Mann kann nicht nachvollziehen, das diese Gefühle "fraulichen" ( selbst Mutter sein, etc.) und nicht kindlichen Ursprung haben.

Ich fühle mich unverstanden, bin bereits zu einem anderen männlichen Therapeuten gegangen ( bei einer Frau einen Termin zu kriegen ist fast unmöglich) doch der war noch schlimmer als der erste. Ich wäre selbst eine gestörte Persönlichkeit, und käme deswegen nicht mit der Tatsache klar, das ich nicht Mutter bin.

Ich bin durcheinander.
Hat irgendjemand ähnliche Empfindungen-ich denke das meine Gefühle normal sind.. oder haben die Männer recht? Darf man nicht traurig sein, in so einer Situation...

Freue mich über jedes Feedback.

Dylan

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30. September 2005 um 20:48

...
wenn ihr beide kinder so gerne mögt, warum habt ihr dann nicht eigene kinder? vielleicht steckt ja nur dein wunsch kinder zu haben hinter der ganzen sache, hältst du das für möglich? und: hast du schon mit deinem freund über dein problem geredet?

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2. Oktober 2005 um 14:27

Wenn ich dran
denke, dass es häufig vorkommt, dass fast jeder Psychologe zur gleichen Person eine völlig andere Diagnositk vergibt, dann wundert es mich nicht, dass Du nach deiner intuitiven (oft richtigen) Empfindung denkst, dass er falsch liegt.
Eine Frau (Psychologin) hätte das sicherlich ganz anders eingeschätzt und wäre zu einer ganz anderen Begründung gekommen, deshalb würde ich dem oft banalem Geschwätz einiger Psychologen nicht allzu viel Glauben schenken, zumal ja jeder was anderes sagt.

Für mich als Frau ist es vollkommen nachvollziehbar, dass Du Dir wünschst mit deinem Freund dieses Wunder ein Kind in die Welt zu setzten gemeinsam und zwar erstmalig erleben willst !
Aber ich bin mir trotzdem 100 pro sicher, dass es wie ein erstes Mal sein wird, falls Du mit ihm ein Kind bekommen solltest, weil er bei Dir ja vom ersten Augenblick dabei sein wird, dich und deinen wachsenden bauch ja ständig siehst, jede erste Regung in deinem Bauch ja fühlt ( wenn er deinen Bauch anfasst), bei der Geburt dabei ist ... usw. und ich glaube nicht, dass er das bei dieser ONS Frau auch gemacht hat. Außerdem sieht er das Kind dann ja jeden Tag ... is also schon was anderes als nen Wochenendpapa.

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16. Oktober 2005 um 21:34
In Antwort auf theugliest

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wenn ihr beide kinder so gerne mögt, warum habt ihr dann nicht eigene kinder? vielleicht steckt ja nur dein wunsch kinder zu haben hinter der ganzen sache, hältst du das für möglich? und: hast du schon mit deinem freund über dein problem geredet?

Danke ihr lieben,
für eure Antworten.

Ich habe natürlich mit meinem Freund über alles gesprochen, wir reden über alles, was das angeht. Der Wunsch eigene Kinder zu haben, ist zwar da, doch da ich 23 Jahre alt und grade mit der Ausbildung fertig bin, möchte ich damit noch warten. ( Könnte mein Alter ein Grund dafür sein, das der Therapeut glaubt, in mir steckt eher "Mädchen" als Frau? Wegen der Prinzessinen-Geschichte...)
Und vor allem möchte ich mich dann für ein Kind entscheiden, wenn wir beide den tiefen Wunsch danach verspüren, und nicht, weil ich neidisch auf eine andere Frau bin. Wir beide sind uns auch einig, das wir welche wollen.

Ich fühle mich einfach reduziert auf "Kindheitstraumata" ... dabei empfinde ich die sache als viel komplexer. Mirvella,ich denke du hast recht, unsere Kinder wird er natürlich genauso lieben, doch er ist jetzt schon so ich sag mal "erfahren" mit einem Kind, und ich bin werde quasi "die ahnungslose sein..er gibt sich aber sehr viel mühe, mich in seine Vater-Tochter Beziehung einzubinden, sogut es geht..

aber tief in mir ist immernoch ein bißchen Traurigkeit, das er nicht auch sowas wie eine "elterliche Jungfrau" ist...oder wie man das nennen will.

Aber es ist etwas tolles passiert, das will ich euch nicht vorenthalten:

Letztes Wochenende haben wir seine Tochter von Freitag bis Sonntag mit zu mir nehmen dürfen ( uns trennt 240km) und wir waren wie eine kleine Familie.. Haben sonntags morgens zu dritt lange im Bett gespielt während die Sonne durchs Fenster schien...wenn das nicht Lust auf mehr macht ?!

Hoffe aber trotzdem einen vielleicht weibliche Therapeuten zu finden, die mich versteht..Alleine ist es echt hart..

LG, Dylan

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