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Depressive Mutter

8. April 2007 um 21:52

Hallo Ihr

Ich wende mich an euch , weil ich einfach nicht mehr weiter weiss. Meine Mutter hatte schon immer eine depressive Neigung und hat schon seit einigen Jahren nichts mehr auf die Reihe bekommen. Sie ist mit 24 Hausfrau geworden hat drei kinder bekommen( mich und meine 2 schwestern) und das wirft sie uns auch oft vor . Es ist egal was sie anpackt- es misslingt. Sie leidet unter Panikanfaellen und kann mit Stress ueberhaupt nicht umgehen. Sie tut eigentlich den ganzen Tag nichts und greift uns oft persoenlich und verbal sehr heftig an. Sie loest unheimliche Schuldgefuehle bei mir aus und das nutzt sie auch aus. Sie weiss wie sie mich angreifen kann und schafft es auch leider oft.
Eine Therapie kam nie in Frage , das hat sie kategorisch abgelehnt.
Mein Vater arbeitet sehr viel und ist eher ein ruhiger zurueckgezogener Mensch, der Probleme mit sich selbst ausmacht.

Seit zwei Wochen hat es sich aber extrem zugespitzt. Sie hatte eine starke Unterzuckerung( sie ist Diabetikerin) , war also 5 Stunden nicht bei Bewusstsein und als Folge traten zwei epileptische Anfaelle auf. Nach vier Tagen im Krankenhaus hatte sie sich wieder erholt, war zwar etwas schlapp, aber die Aerzte haben bestaetigt, es sei Alles in Ordnung und das war eine einmalige Sache.
Doch seitdem ist sie wie veraendert. Was vorher eine Neigung war, ist voellig ausser Kontrolle geraten. Sie weint nur, egal bei welcher Angelegenheit. Sie redet vom Sterben und hat zu nichts Lust. Sie redet davon, dass man tiefer nicht mehr sinken kann, dass der Tod die einzige Erloesung ist usw.
Wir haben sie heute nach Hause geholt, sie ist immer noch im Krankenhaus um neu eingestellt zu werden, und ich habe mit meinen Schwestern einen Riesen- Osterbrunch organisiert. Sie hat gleich zu Beginn wieder angefangen zu weinen, obwohl sie Alle herzlich begruesst hatten und wir extra ihr Lieblingsessen gemacht haben. Zum Brunch hat sie zwei Moehren gegessen, mit der Begruendung, sie haette zum Frustueck schon soviel gegessen . Sie log dazu noch und behauptete beim Brunch ein Broetchen gegessen zu haben, was nicht stimmt.
Ueber ihr Ostergeschenk hat sie sich ueberhaupt nicht gefreut, es kaum zur Kenntnis genommen und auch sonst- keine positive Reaktion.
Sie hat sich mit einer Schere alle Haare abgeschnitten, heimlich im Bad und hat es nachher abgestritten und behauptete sogar der frisoer hatte es so geschnitten - es sah einfach nur furchtbar aus.

Mein Problem ist , ich bin die Aelteste und das heisst ich regel hier fast Alles. Das war schon immer so, ich war immer die Starke, die Alles in die Hand genommen hat und meine Mutter hasst mich schon fast dafuer. Meine kleinste Schwester ist zu klein um mit Allem fertig zu werden und sie leidet stark darunter, auch die schulischen Noten von ihr sind nicht gerade beruehmt. Meine mittlere Schwester ist vom Typ her wie mein Vater, sie zieht sich zurueck. Durch eine operation faellt sie im Moment auch im Haushalt aus und ich komme echt an meine Grenzen. Ich muesste eigentlich fuer mein Studium lerne n- ich habe noch nichts getan. Alle meine Sachen kommen zu kurz und trotzdem muss Alles laufen. Wir versuchen Alle meine Mutter wieder aufzumuntern, wir sind immer, aber auch wirklich immer im Krankenhaus, alle abwechselnd und wir tun Alles damit es ihr besser geht und es passiert nichts.
Ich weiss echt nicht mehr weiter..sie moechte das Wort "Therapie " nicht hoeren und wartet darauf dass die Aerzte noch was anderes finden, was man vielleicht medikamentoes behandeln kann,zum Beispiel eine Schildruesenueberfunktion, was aber nicht der Fall ist, meiner Meinung nach.

Meine Frage an Euch: Hat jemand Erfahrung mit einer depressiven Mutter? Wie geht Ihr damit um, Wie kann man ihr wirklich helfen?
Vielleicht ist euch jemand in der Position des aeltesten Kindes ..
Ich wuerde mich freuen, wenn sich jemand zum Austauschen finden wuerde..
Meine groesste Angst ist es so zu werden wie sie und daran krank zu werden ...

Einen lieben Gruss
Eure raspberry

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11. April 2007 um 11:36

Hallo,
ich habe keine erfahrung mit einer depressiven und vor allen(entschuldige)so verbissenen mutter.es macht mich sehr traurig,zu lesen,dass sie euch vorwirft euch zu haben.so was geht nicht!
tja,wer bin ich,wieso schreibe ich?
ich bin selber mutter und vieles spricht für depression bei mir.ich beschäftige mich sehr viel mit diesem thema,lese sehr viel.deshalb schreibe ich dir.
es ist heute schwer psychologen zu finden,der sich wirklich einem widmet...auch ich hae meine probleme mit,überhaupt zu einem zu gehen...deshalb die bücher...
so wie du es beschreibst,müsste deine mutter allerdings in eine spezielle klinik,alleine ist das nicht zu schaffen.
ich empfehle Dir ein buch(bekommt man preisgünstig über ebay)katharina bareiter,depression rückzug aus dem laben(aufzeichnungen).
und nochwas:auch wenn deine mutter depressiv ist,darf sie euch so niocht verletzten!sag es ihr ganz lautu verletzt uns!
alles gute und liebe!
vg,isz1

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12. April 2007 um 23:55
In Antwort auf robby_12266415

Hallo,
ich habe keine erfahrung mit einer depressiven und vor allen(entschuldige)so verbissenen mutter.es macht mich sehr traurig,zu lesen,dass sie euch vorwirft euch zu haben.so was geht nicht!
tja,wer bin ich,wieso schreibe ich?
ich bin selber mutter und vieles spricht für depression bei mir.ich beschäftige mich sehr viel mit diesem thema,lese sehr viel.deshalb schreibe ich dir.
es ist heute schwer psychologen zu finden,der sich wirklich einem widmet...auch ich hae meine probleme mit,überhaupt zu einem zu gehen...deshalb die bücher...
so wie du es beschreibst,müsste deine mutter allerdings in eine spezielle klinik,alleine ist das nicht zu schaffen.
ich empfehle Dir ein buch(bekommt man preisgünstig über ebay)katharina bareiter,depression rückzug aus dem laben(aufzeichnungen).
und nochwas:auch wenn deine mutter depressiv ist,darf sie euch so niocht verletzten!sag es ihr ganz lautu verletzt uns!
alles gute und liebe!
vg,isz1

...
Ich finde das auch echt traurig dass sie euch das vorwürft, kann mir aber nicht vorstellen dass sie das so meint. vielleicht denkt sie auch sie ist so schlimm dass es besser wäre euch nicht bekommen zu haben. ich mein wenn man depressionen hat dann hasst man sich, denkt halt man ist zu nichts zu gebrauchen und so weiter. vielleicht solltest du ihr auch mal zeigen dass du dich hier in diesem forum angemeldet hast und was du hier geschrieben hast. vielleicht begreift sie auch nicht dass ihr nur das beste wollt. das problem ist, wenn man depressionen hat dann ist man halt so, man fühlt so und es ist so schwierig auch wenn alle noch so nett zu dir sind, diese trauer und diese innere unwohlheit, unglücklichkeit los zu werden. Besonders gibt es ja auch oft keinen richtigen grund für depressionen, eine ursache aber keinen grund. bei mir ist es einfach so. es gibt keinen grund. es ist so. aber ihr dürft ihr nichts vorwerfen. das ist schwierig aber sowas kann schmimme folgen haben. vielleicht solltet ihr auch zu einem therapeuten gehen und euch beraten lassen damit deine mutter sieht dass ihr euch so bemüht darum...

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27. April 2007 um 11:44

Seit 28 Jahren...
ist meine Mutter depressiv...also quasi seit meiner Geburt...ich bin also auch die älteste in der Familie, meine Schwester ist 20...ich kenne die Beschuldigungen nur zu gut und auch ich bin manchmal am Ende meiner Kräfte, was jedoch keinen interessiert also heißt es einfach weiter durchhalten...dazu kommt das mein Vater sich vor zwei Jahren von meiner Mutter getrennt hat und wieder eine neue Freundin hat, seit dem ist es schlimmer mit Ihr als je zuvor...
Also wenn Du schreibst das sie nur noch an den Tod denkt und alles keinen Sinn mehr macht wundert es mich stark das im Krankenhaus noch niemand über einen stationären Aufenthalt in einer Klinik gesprochen hat!!!
Deine Mutter ist im Moment stark Suezit gefährdet, so nennt man das wenn jemand ständig vom sterben spricht...und muß dringend unter psychologische Aufsicht...
Auch wenn Sie keine Therapie machen will, in so einem Zustand ist es egal was Sie will, wenn Du mit ihr zu einem Gespräch gehst und die Ärzte der Meinung sind das sie wirklich Suezid gefärdet ist, werden Sie deine Ma erstmal drei Wochen da behalten, auch gegen Ihren Willen...
Sie bekommt dann Medikamente gegen ihre depressiven Stimmungen und in Gesprächen mit den Ärzten werden sie dann der Ursache auf den Grund gehen... es wird ihr danach auf jedenfall sehr viel besser gehen...
Meine Mutter kann zwar nicht mehr geheilt werden da die Ursache ihrer Depression in einer Vergewaltigung in der Kindheit liegt, aber Depressionen können auch durch Unzufriedenheit oder andere thraumatische Erlebnisse herbeigeführt werden, die die Person vielleicht gar nicht als so schlimm empfindet und sie doch belasten...es wird ihr auf jedenfall helfen darüber mit den Ärzten zu sprechen...
Wenn Du noch Fragen hast kannst Du mir auch gern privat schreiben, werde versuchen Dir zu helfen so gut ich kann...
alles Liebe, Schnuppe099

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18. Dezember 2010 um 15:24
In Antwort auf sinan_12888265

Seit 28 Jahren...
ist meine Mutter depressiv...also quasi seit meiner Geburt...ich bin also auch die älteste in der Familie, meine Schwester ist 20...ich kenne die Beschuldigungen nur zu gut und auch ich bin manchmal am Ende meiner Kräfte, was jedoch keinen interessiert also heißt es einfach weiter durchhalten...dazu kommt das mein Vater sich vor zwei Jahren von meiner Mutter getrennt hat und wieder eine neue Freundin hat, seit dem ist es schlimmer mit Ihr als je zuvor...
Also wenn Du schreibst das sie nur noch an den Tod denkt und alles keinen Sinn mehr macht wundert es mich stark das im Krankenhaus noch niemand über einen stationären Aufenthalt in einer Klinik gesprochen hat!!!
Deine Mutter ist im Moment stark Suezit gefährdet, so nennt man das wenn jemand ständig vom sterben spricht...und muß dringend unter psychologische Aufsicht...
Auch wenn Sie keine Therapie machen will, in so einem Zustand ist es egal was Sie will, wenn Du mit ihr zu einem Gespräch gehst und die Ärzte der Meinung sind das sie wirklich Suezid gefärdet ist, werden Sie deine Ma erstmal drei Wochen da behalten, auch gegen Ihren Willen...
Sie bekommt dann Medikamente gegen ihre depressiven Stimmungen und in Gesprächen mit den Ärzten werden sie dann der Ursache auf den Grund gehen... es wird ihr danach auf jedenfall sehr viel besser gehen...
Meine Mutter kann zwar nicht mehr geheilt werden da die Ursache ihrer Depression in einer Vergewaltigung in der Kindheit liegt, aber Depressionen können auch durch Unzufriedenheit oder andere thraumatische Erlebnisse herbeigeführt werden, die die Person vielleicht gar nicht als so schlimm empfindet und sie doch belasten...es wird ihr auf jedenfall helfen darüber mit den Ärzten zu sprechen...
Wenn Du noch Fragen hast kannst Du mir auch gern privat schreiben, werde versuchen Dir zu helfen so gut ich kann...
alles Liebe, Schnuppe099

Depression
Hallo Schnuppe...

Ja was soll ich sagen, ich bin momentan schwer am verzweifeln, meine Mutter wurde auch in der Kindheit vergewaltiglt und trägt dieses Leid ständig mit sich rum...aufjedenfall kommt sie momentan in so ne absolute Depression..Ich habe das gefühl sie noch retten zu können, zu heilen was es noch zu heilen gibt...was ich übrigens auch bei deiner Mutter glaube, Ich bin überzeugt dass auch deine Mutter noch geheilt werden kann, sie muss es nur wagen diesen Schritt zu gehen und der Realität ins auge zu blicken, auch wenn es weh tut und hart ist, aber meine Mutter verdrängt, schon ihr ganzes leben lang...nur schlucken...nicht spucken.
Ich glaube man kann es heilen!
Jedenfalls soweit dass man wieder an sich glauben kann...
Hast du vielleicht einen Tipp wie ich es schaffe meine Mutter zur Therapie zu schicken? Irgendwelche guten Sprüche um sie davon zu überzeugen dass sie hilfe braucht...
Ich hab angst dass sie sich eines Tages umbringt.
Liebe Grüßle
Katrin

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19. September 2011 um 0:01
In Antwort auf sinan_12888265

Seit 28 Jahren...
ist meine Mutter depressiv...also quasi seit meiner Geburt...ich bin also auch die älteste in der Familie, meine Schwester ist 20...ich kenne die Beschuldigungen nur zu gut und auch ich bin manchmal am Ende meiner Kräfte, was jedoch keinen interessiert also heißt es einfach weiter durchhalten...dazu kommt das mein Vater sich vor zwei Jahren von meiner Mutter getrennt hat und wieder eine neue Freundin hat, seit dem ist es schlimmer mit Ihr als je zuvor...
Also wenn Du schreibst das sie nur noch an den Tod denkt und alles keinen Sinn mehr macht wundert es mich stark das im Krankenhaus noch niemand über einen stationären Aufenthalt in einer Klinik gesprochen hat!!!
Deine Mutter ist im Moment stark Suezit gefährdet, so nennt man das wenn jemand ständig vom sterben spricht...und muß dringend unter psychologische Aufsicht...
Auch wenn Sie keine Therapie machen will, in so einem Zustand ist es egal was Sie will, wenn Du mit ihr zu einem Gespräch gehst und die Ärzte der Meinung sind das sie wirklich Suezid gefärdet ist, werden Sie deine Ma erstmal drei Wochen da behalten, auch gegen Ihren Willen...
Sie bekommt dann Medikamente gegen ihre depressiven Stimmungen und in Gesprächen mit den Ärzten werden sie dann der Ursache auf den Grund gehen... es wird ihr danach auf jedenfall sehr viel besser gehen...
Meine Mutter kann zwar nicht mehr geheilt werden da die Ursache ihrer Depression in einer Vergewaltigung in der Kindheit liegt, aber Depressionen können auch durch Unzufriedenheit oder andere thraumatische Erlebnisse herbeigeführt werden, die die Person vielleicht gar nicht als so schlimm empfindet und sie doch belasten...es wird ihr auf jedenfall helfen darüber mit den Ärzten zu sprechen...
Wenn Du noch Fragen hast kannst Du mir auch gern privat schreiben, werde versuchen Dir zu helfen so gut ich kann...
alles Liebe, Schnuppe099

Suche einen rat
hallo Schnuppe099

ich habe grade deinen Text hier gelesen, das deine Mutter schon seit seiner Kindheit an Depressionen leidet. Ich frage mich wie du es als Kind aufgenommen hast? Der Grunf dafür ist ganz einfach; Ich leide selbst unter depressiven Episoden und habe 2 Kinder (tocher 7 jahre und sohn 2 Jahre alt) ich mache mir ständig vorwürfe wenn ich nicht aus dem bett komme oder wegen kleinigkeiten an die decke gehe,,, suizid gedanken habe ich natürlich auch aber weiß trotzdem das ich mir niemals etwas antuhen würde, weil meine kinder mich ja brauchen und ich in zwischen geschieden bin. Ich ahbe aber auch oft den gedanken ob es meinen kindern nicht besser gehn würde wenn sie nicht bei mir leben würden??? Ich versuche sehr viel bin in therapie, war auf rehan und beginne demnächst in der Tagesklinik eine 6 wöchige therapie, habe eine familienhilfe die allerdings wenig bringt, und meine tochter ist auch in therapie (wegen adhs). aber trotz alledem merke ich nicht das sich etwas bessert oder verändert, und weiß einfach nciht was für meine kinder das richtige ist..... will das sie glücklich aufwachsen... vielleicht kannst du mir ja weiter helfen? das wäre echt klasse

fürs erste sage ich mal Danke lg Fatma2106

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19. September 2011 um 18:35

Durch mich
hat meine Mutter starke Depressionen, und Panikattacken. Sie nimmt sehr starke Antidepressiva.
Ich war ein sehr schwieriges Schreikind. Ich hatte sie wirklich in den Wahnsinn getrieben.
Noch heute hält sie mir es vor, da sie durch die Tabletten sehr zugenommen hat. Es kommt dann immer so etwas in der Art wie: "Schau doch was du aus mir gemacht hast!"
Es war sehr schwer für mich, das als Jugendlicher dann zu sehen. Anfangs hatte ich es gar nicht mitbekommen. Als ich 10 oder 11 Jahre alt war belauschte ich ein Gespräch zwischen ihr und ihrer besten Freundin. Ich glaub, diese Worte werd ich nie in meinem Leben vergessen.. sie weinte und sagte: "ich glaub ich schaff das nicht mehr lange. Gestern erst stand ich wieder an der Brücke, um ein Haar, wär ich für immer weg gewesen"
Ich wusste selbst nich wohin mit mir.
Als ich dann 16 Jahre alt war leidete ich selbst unter starken Psychischen Problemen. Wir haben uns praktisch beide gegenseitig heruntergezogen. Ich war dann auch ein viertel Jahr in der Klinik, da ich zuhause nicht die Unterstützung bekam, die meine Mutter mir hätte geben sollen. Aber dafür konnte sie nichts.
Es waren sehr schwere Jahren, mit vielen Vorwürfen, vielen Tränen und viel Leid. Ich habe jetzt auch gerade wieder mit mir zu kämpfen. Ich hatte sie nicht verstanden, bis zu dem Zeitpunkt an dem ich selbst unter so einer Krankheit gelitten habe.
Mittlerweile, hat sich unser Verhältniss sehr gebessert. Wir gehen nun respektvoller miteinander um. Und trotzallem, ist sie die beste Mama der Welt!

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22. September 2011 um 20:43

Ich auch
Ich kann dich gut verstehen. Leider. Meine Mutter ist depressiv, momentan sehr stark. Bei ihr kommt es in Schüben und immer wieder. Schon so ca. das 6. Mal. Es geht ihr ein halbes Jahr gut und ein paar Monate schlecht. Ihr geht es dabei so schlecht, dass sie sich schon einmal probierte sich das Leben zu nehmen. Ich bin vor allem sehr traurig darüber. Außerdem auch furchtbar einttäuscht. Sie war immer ein Vorbild für mich, nicht weil sie so eine tolle Persönlichkeit ist, sondern einfach automatisch, weil sie meine Mutter ist. Doch plötzlich bin ich nur mehr enttäuscht. Ich verstehe natürlich ihre Seite auch. Es wurde nichts gefunden warum sie depressiv ist. Sie kann es sich nicht erklären, auch im intensiven Gespräch nicht und ich weiß es auch nicht. Ich habe einen älteren Bruder, bin also nicht die Ältere, aber wir stehen im gleichen Verhältnis zu ihr.
Ich mach mir Sorgen um sie! Sehr große!
Und um mich. Bin ich mal einen Tag nicht gut drauf, denk ich schon drüber nach, was ich bloß mache, wenn ich auch so werde.
Übrigens macht sie mich rasend. Sie hat mich immer schon aufgewühlt und wenn es ihr schlecht geht ist sie nicht zu halten. Sie verbreitet eine Negativität, dass es mir 2 Tage danach noch nachhängt und dann fahr ich wieder zu ihr, damit sie nicht allein ist. Also wird es nicht besser. Ich hoffe es kommt bald wieder eine gute Phase. Leider hat aber die schlechte gerade erst angefangen. Tja das wird sich meine Mutter auch denken. Die Arme.

Ja wie soll ichs sagen: Einerseits tut sie mir furchtbar leid, und andererseits hasse ich sie dafür.

Viel Kraft und liebe Grüße
Kekar

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28. September 2011 um 0:29

Meine Mutter gibt es nicht zu ...
Meine Mama hat es in den letzten 5 Jahren nicht so leicht gehapt jedes jahr minedstens eine Operation. Seit dem her hat sie sich total verändert. Sie meckert nur noch rum, wenn ich ihr im Haushalt helfe passt es ihr nicht oder sie gibt mir noch mehr Aufgaben und sie legt sich auf das sofa und sieht Fernseh. Ich wies das sie schonmal ein Medikament gegen Stimmungsschwankungen genommen hat, aber das hat sie wieder abgesetzt.
Ich habe sie auch schon öffters darauf angesprochen aber sie gibt es einfach nicht zu. Für mich ist es aber auch sehr anstrengend da meine beiden kleineren Brüder stänndig nachfragen was den schon weider los ist und was sie hat. ImPrinzip kann ich mit ihr ganz offen über das Thema reden aber wenn es um ihren eigenen Zustand geht blockt sie total ab.

Ich weis nicht mehr was ich tun soll ...denn es macht auch mich total kaputt und ich habe keine lust dazu mein Leben mit fast 19 jahren am ende zu sehen ...

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3. Dezember 2011 um 11:35

Erfahrungsbericht und tipps
Hi
ich hab keine ahnung wie ich hier grad anfangen soll, schreib normalerweise nicht über sowas inm internet...
Meine Mutter ist manisch depressiv. Seit mein biologischer Vater sie verlassen hat, sie war damals im 3 monat mit mir, das war vor 15 jahren. ich bin einzelkind, d.h. ich war die einzige die sie noch hatte. Wir sind oft (8x) umgezogen, desswegen hatte ich wenige richtige freunde und seit ihre depressionen richtig schlimm wurden haben sich auch alle leute von ihr abgewendet. früher hatte sie noch ihren vater, der für mich auch immer ein enig vater ersatz war, da ich selbt ja keinen hatte, aber er ist gestorben als ich 6 war, also vor 9 jahren, an krebs. Seitdem fing sie richtig an abzustürzen. sie hat ihren job verloren, unsrere sogannte familie, d.h. ihre geschwister haben sich abgewendet da jemand psychisch krankes in der familie doch 'peinlich' ist. sie hat ne halbjährige therapie gemacht ich war während dessen selbst kurz in therapie und in einer pflegefamilie. als sie zurückkam ging es ihr kurzzeitig besser, dann bekam sie selbst die diagnose krebs. sie hat gar nichts mehr gemacht, saß den ganzen tag nur rum, hat sodukos gelöst und kaffee getrunken. unsere wohnung sah aus wien schweine stall. ich durfte im wohnzimmer und die jalousien nicht hochmachen, damit niemand was sieht, ich bin kaum noch zur schule gegangen, hab teilweise wochenlang nicht geduscht oder gebadet, zu essen gab es nichts anderes als dosensuppe, fertig pizza und nudeln. ich kann mich noch ganz genau an zwei situationen aus der zeit erinnern:
ich komme in die küche zum mittagessen und sie sagt zu mir das wir heute was ganz besonderes machen, nämlich picknick. ich hab mich gefreut wie sonstwas und dann lächelt sie mich an und sagt : "picknick auf dem fussboden" was für mich n mentaler kick ins gesicht war. es war ihre art zu umschreiben das ich mich auf den boden hocken musste zum essen. weil der tisch zu vermüllt war um nen teller drauf abzustellen...
das andere mal hatte ich mir nen zeh gebrochen und konnte nicht mehr laufen, dass war während ihrer chemo. ich lag zwischen wohnzimmer und küche auf dem boden, das ich mir den zeh gebrochen hatte war 3 tage her und ich konnte nicht mehr laufen. sie stand vor mir und ich hab geweint vor schmerzen, ich guck sie an un sag dass sie mit mir BITTE ins krankenhaus fahren soll und sie fängt selbst nur fast an zu weinen und sagt :"ich kann nicht" und so ging das all die jahre weiter, nur das noch ihre anfälle dazukamen. überall in der küche ist dreck und teller mit schimmel und nur weil ich eine tasse nicht direkt spüle rastet sie aus, schreit rum brüllt mich an, was ich denn erwarte, dasss ich doch selbst an allem schuld sei wenn ich alles vollmülle und wenn ich dann weinend am boden lag und nur flüster weil ich nicht mehr reden kann :"schrei mich nicht an" guckt sie mich zuerst nur an wie eine fremde die ein kleines kind weinend auf der straße sieht und bricht selbst zusammen, sie flüstert immer wieder :"ich will nicht mehr, ich kann nciht mehr" und dann muss ich wieder für sie da sein, ihr sagen das wir das schaffen und so weiter und so fort. über all die jahre wurde ich ein unglaublich schüchternes kind, immer den kopf gesenkt. ich hab mich nie getraut mein gesicht zu zeigen weil sie immer gesagt hat ich hätte die augen meines vaters und dann wurde sie wieder wütend weil ich allein durch meine existenz ihr leben zersört hätte.ich wurde immer zurückgezogener , als ich 12 war hatte ich solche komplexe und selbstzweifel das ein blick in den spiegel genügte das ich geweint hab. weil sie es nicht abkonnte wenn ich weinte, weil ich ja stark sein musste habe ich mir irndwann angewöhnt lautlos zu weinen. meiner mutter gegenüber wurde ich immer aggressiver, wenn sie nen freund hatte habe ich den beschimpft, weil ich sie schützen wollte damit er ihr nicht dasselbe antut wie mein erzeuger, außerdem hatte ich angst sie zu verlieren, wie gesagt, sie war alles was ich hatte, ich hatte keine familie und wenig freunde und wenn ich dann mal welche hatte konnte ich kaum was mit ihnen unternehmen, ich hatte angst sie würde sich was antun wenn sie alleine ist. irndwann ist einer ihrer freunde ausgerastet und hat mich gewürgt. ich bin daraufhin von zuhause abgehauen und wurde von der polizei aufgegabelt. mit ihrer psyche wurde es immer schlimmer und inzwischen habe ich mich bei ihren ausbrüchen nicht mehr in der ecke verkrochen sondern zurückgeschrien, sie beleidigt, sie hat mch beleidigt, meistens hat sie ... gesagt dann sind wir beide weinen gegangen. letztes jahr im oktober war es dann zu viel. eigentlich war es eine "Alltagssituation" gewesen, ich kam vom kinderwochenende mit der kirchen gruppe zurück und alle wurden abgeholt nur ich musste im regen stehen und warten bis einer der betreuer mich zurückgefahren hat. mama kam 4 stunden später nach hause, ich lag aufm boden, hatte ihre medikamente eingeworfen, ich weiß auch nciht was ich bezwecken wollte, irndwas zwischen mich umbringen, alles vergessen und das sie und alle anderen SEHEN das eben nixcht nur sie unter ihren depressionen leidet. ich lag ne woche im kranken haus anschließend bin ich in eine wohngruppe für mädchen gekommen wo ich seitdem lebe.
und das ich zuhause ausgezogen bin war das beste was ich je gemacht hab. ich hab mich seitdem komplett verändert, ich bin selbstbewusst, hab bunte haare, trage springer und zerissene strumpfhosen hab viele freunde mit denen ich auf konzerte und so gehe. ich hab mich in der schule verbessert, hab jetzt nen schnitt von 2,5 (gesamtschule aber alle e-kurse). mein verhältnis zu männern ist total fürn arsch. ich hab angst mich zu verlieben weil ich nicht so enden will wie sie, schlitter deswegen von einer "Freundschaft mit gewissen vorzügen" (also Fickbeziehung) in die nächste. ich bin jedes zweite wochenende bei ihr, wir reden kaum, meistens bin ich die ganze nacht unterwegs.
Lange rede kurzer sinn:
Lass nicht zu das ihre krankheit dein leben bestimmt, irgendwann macht dich das kaputt.
Sie ist erwachsen und schließlich bist du das Kind und nicht sie, auch wenn das jetzt scheisse kommt, du musst sie ins kalte wasser fallen lassen, ihr zeigen : so geht das nicht! Entweder du übernimmst verantwortung und machst eine therapie und wir werden auch so gut wie es geht für dich da sein, oder wir gehen einfach, wir sind deine kinder, nicht deine dienstboten. im allerschlimmsten fall kann man sie natürlci hauch zwangseinweisen, aber therapien bringen nur was, wenn man sich drauf einlässt. ihr solltet ihr auch zeigen das sie nciht alleine ist und sich nicht für ihre krankheit zu schämen braucht. erkundigt euch am besten nach einer art selbsthilfe gruppe in der sie mit anderen darüber reden kann und merkt das sie verstanden wird. und versucht ihr eure wut so wenig wie möglich zu zeigen, dadurch macht sie sich nur vorwürfe und ihr zustand verschlimmert sich.
aber sie braucht auf jeden fall grenzen und gleichzeitig solltet ihr auch nicht zu viel mitleid zeigen, weil sie sich sonst darauf ausruht. und auch wenn es schwer wird, versucht euch emotional ein stück zu distanzieren. meine mutter hat meine liebe zu ihr immer als eine art druckmittel eingesetzt, seid da vorsichtg.
und macht ihr klar das ihr mit der therapie nur IHR bestes wollt.
und wenn sich nichts ändert seit konsequent und such euch ne eigene wohnung, bzw. übers jugendamt ne pflegefamilie
und nochmal an alle depressiven mütter die tipps wollten:

-Klärt eure kinder über die krankheit VERNÜNFTIG auf, ansonsten denke sie später das wären die reaktionen eines normalen menschen und entwickeln ein vollkommen gesörtetes sozialverhalten
-macht ihnen keine vorwürfe, dass nehmen sie sich unglaublich zu herzen und ihr selbstwertgefühl verabschiedet sich
-fördert ihre kontake nach draußen, sorgt dafür das sie (auch erwachsene) ansprechpartner haben
-wenn ihr so eine art "ausraster" habt, eure kinder anschreit, sie für sachen verantwortlich macht für die sie nichts können, sie beschimpft e.t.c. habt danach keine angst euch zu entschuldigen, macht ihenn klar, dass war die krankheit und hatte nichts mit ihnen zu tun, sie haben keine schuld

hoffe ich konnte n paar von euch helfen, fällt mir selbst nicht sonderlich leicht drüber zu reden. kann mir vorstellen das viele meinen text nicht sonderlich ernst nehmen werden da ich ja "erst" 15 bin... aber ich hoffe mal es gibt trotzdem leute die sich das zu herzen nehmen...

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30. Dezember 2011 um 13:33

Depressive Mutter
Hey ihr alle, xD

gut zu wissen das man damit nicht alleine ist!

Meine Mutter ist auch seit langem "leicht" depressiv (ca. seitdem mein Vater sie verlassen hat).
Wenn ich das hier so lese, ist sie nicht mal einer der krassesten Fälle.
Ich wollte damals zu meinem Vater ziehen, hab mir dann aber gesagt, bis 18 bleib ich bei ihr und dann gehe ich meinen eigenen Weg. Das war für mein Gewissen in Ordnung.
Mit 19 bin ich ein Jahr als Au-pair ins Ausland gegangen um einfach mal Abstand von all dem Stress zu bekommen (leider ist in dieser Zeit mein Vater gestorben)
Das Auslandsjahr hat mir geholfen, ein wenig zu mir zu finden.
Dieses Jahr bin ich ausgezogen um zu studieren. Mein Bruder ist ebenfalls dieses Jahr mit 28 Jahren ausgezogen und hat sein Leben komplett neu angefangen.

Seit dem geht es meiner Mutter besser, sie geht viel in christliche Gemeinden und zieht sich selber raus.
Sie gemerkt hat, dass es nicht anders geht.
Vorwürfe macht sie uns immer noch, dass wir sie alleine gelassen haben mit dem Haus und sie zieht auch gerne noch über meinen Vater her, aber sie merkt auch das sie etwas ändern muss.
Wir haben in all den Jahren nichts geändert und auch mein Vater hat es längere Zeit versucht.

Mein Bruder hat ca. 5 Jahre lang versucht ihr zu helfen und das hat nur wenig gebracht. Sie ist kein schlechter Mensch. Ich liebe sie, sie ist unsere Mutter. Sie hat uns auch viele gute Dinge beigebracht.
Aber bevor man sich selbst kaputt macht, muss man Abstand nehmen.

Man sagt auch: Bevor man anderen helfen kann, muss es einem selbst gut gehen.

Wenn irgendwer jemandem helfen will, muss man zu erst selber wissen wer man ist, was da vorsicht geht und in sich genug Stärke haben das ab zu können.

Für mich lag die Lösung darin mir meine eigene Meinung zu bilden. Mich hat das immer sehr beeinflusst was sie gesagt hat, und jetzt bin ich dabei die Situation für mich zu verstehen. Nicht immer alls für voll zu nehmen was sie sagt (sie macht z.b. viele Vorwürfe ect.).

Grade für Kinder ist es wichtig zu erkennen, dass das was da passiert nicht normal ist. Das es sich um eine Krankheit handelt, dann fällt es leichter damit umzugehen.

In einem Anderem Forum fand ich auch den Beitrag sehr interessant:

"Ich habe erkannt,(mit Unterstützung),
dass es das "gute Recht" meiner Mutter ist,
so zu sein, wie sie ist oder sein will!
Ebenso habe ich erkannt, dass ICH ihr n i c h t helfen kann,
weil sie sich gar nicht helfen lassen will/wollte.
Es ist auch mein "gutes Recht", mich weder erpressen,
noch manipulieren zu lassen von meiner Mutter noch von sonstwem!"


Auch wenn das noch ein wenig dauern wird, bis ich selber den ganzen Kram verarbeitet habe, so hab ich auch eins gelernt.

Das Leben kann wunderschön sein und wir können unsere Zeit damit verbringen es "halb leer" oder "halb voll" zu sehen.
Manchmal vergisst man all diese schönen Seiten und sieht all dies gar nicht mehr vor lauter Problemen (grade wenn man zu lange mit solchen Menschen zusammen ist).
Ich wünsche euch allen die Fähigkeit trotz Belastung die schönen Seiten des Lebens immer noch vor Augen zu haben (und es ist kurz). Jede Situation ist immer irgendwie individuell, aber es gibt immer eine Möglichkeit daraus zu kommen und auch Menschen die euch helfen können. Glaubt daran! =)


Es kann immer wieder besser werden auch wenn das Leben manchmal grausam sein kann.
--> Lieblingszitat:
"I know it seem hard sometimes but
Remember one thing
Through every dark night, there's a bright day after that
So no matter how hard it get, stick your chest out
Keep your head up, and handle it"

@raspberry
Achte auch auf dich selber! Ich glaube wichtig ist das du dir jemanden suchst mit dem du über die Situation reden kannst. Am besten eine Person die deine ganze Familie nicht kennt.
Über die Krankenkasse kann man Gespräche bei einem Therapeuten machen, der kann dir bestimmt ein paar Ratschläge geben. Ich wünsch dir alles Gute! =)

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27. März 2012 um 14:51

Depressive Mutter
Hallo,
heute ist wieder so ein Tag wo ich sehr unter dem depressiven Verhalten meiner Mutter leide und wollte mal lesen was andere Menschen darüber schreiben. Es tut gut zu lesen dass man nicht alleine ist aber es ist auch so erschrecken wenn man sich in den Texten wiederfindet und man weiß wie jeder von uns darunter leidet...

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30. Mai 2013 um 13:09

Depressive Mutter und was das mit einem selbst machen kann
Hallo,

ich habe eben bei derSsuche im Netz nach depressiven Müttern diesen alten Threat gefunden und wollte gern darauf antworten.

Ich bin auch mit einer depressiven Mutter aufgewachsen, auch als älteste von drei Schwestern und mit einem im wesentlichen abwesenden, weil arbeitenden Vater. Ich hab lange Zeit diese Verantwortungslücke gefüllt, die dadurch in unserer Familie entstanden ist und für mein solches 'Funktionieren' Anerkennung bekommen. Mir war schon länger klar, dass meine Familie eine anstrengende ist, aber erst jetzt, nachdem ich seit 10 Jahren nicht mehr zu Hause wohne und vor einem halben Jahr wegen einer eigenen Krise eine Therapie angefangen habe, kann ich emotional zulassen, auf ein Aufwachsen in dieser Familie mit mir gemacht hat und gerade das Verhalten meiner Mutter als emotional gewaltvoll zu sehen.

Für meine Bedürfnisse gab es damals keinen Platz, durch ihre Depression war meine Mutter kaum in der Lage, sich empathisch auf mich und meine Schwestern zu beziehen, hat ständig nur ihr eigenenes Leid gesehen und war total erfüllt davon. Vor allem ich musste tatsächlich immer funktionieren, um überhaupt eine positive/emotionale Reaktion von ihr zurückzubekommen. Ich habe gelernt meine Bedürfnisse zu ignorieren, gar nicht mehr wahrzunehmen, ebenso meine Verletzungen. Ich habe verlernt und lerne gerade wieder neu, mich überhaupt als einen Menschen wahrzunehmen, der für andere von Bedeutung sein könnte, der von anderen geschätzt und anerkannt wird, auch ohne etwas zu leisten und zu funktionieren, einfach, nur weil ich nun mal da bin.

Was ich damit sagen will: es ist schlimm und macht hilflos, die eigenen Mutter als depressiv zu erleben. Und ich kann diesen Impuls zu helfen und zu unterstützen nur allzu gut nachvollziehen. Gleichzeitig habe ich gelernt wie wichtig es ist, sich selbst dabei nicht aus den Augen zu verlieren, wenn es die eigenen Mutter schon getan hat, gut auf sich zu achten, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich selbst zu schätzen. Anzuerkennen, dass das etwas mit einem selbst macht und sich gegebenenfalls (therapeutische) Hilfe und Unterstützung für diese Situation zu suchen.

heike

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30. Mai 2013 um 13:28

Nachtrag: Filmempfehlung
Es gibt in der ZDF-Mediathek eine Dokumentation mit dem Titel: Mein verrücktes Leben: Von starken Kindern und kranken Müttern. Dort kommen Kinder zu Wort, deren Mütter an untersdchiedlichen psychischen Krankheiten, vor allem Dpressionen leiden. Ich fand den Film sehr gut und er hat mich stark berührt und Erinnerungen an mein eigenes 'verrücktes' Kindsein mit einer psychisch kranken Mutter hochgeholt, was mir sehr gut getan hat, endlich darüber traurig sein zu können.
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1671022/37-Grad:-Mein-verr%C3%BCcktes-Leben

Heike

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31. Mai 2013 um 12:22

Psychisch kranke Eltern
Hallo,
ich schreibe meine Bachelorarbeit über Kinder psychisch kranker Eltern und würde gerne Interviews machen, wenn jemand bereit dazu ist. Die Interviews werden natürlich anonymisiert.
Viele Grüße,
Luise

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25. November 2013 um 21:48

Es tut...
..weh all diese Beiträge zu lesen.. allerdings(wurde schon oft gesagt, muss trotzdem raus) tut es mir gerade unglaubliich gut, zu wissen:hey,Du bist nicht die, die hier nicht mit ihrem Leben klar kommt sondern wirklich meine Mutter..
Danke an euch alle..

Liebe Rasperry,

Ich kenn das nur allzu gut.
Die mit der Verantwortung, die um das zu schaffen,
was eig unmöglich ist.. zu sein. Man hat für die Person nur zu "funktionieren". "Funktioniert" das "funktionieren für Sie" nicht nach ihrer MEINUNG, kommt die"Du bist karte" bei jeden von uns in Gebrauch.Nur immer auf eine ganz eigene Art & Weise vor, die NUR Eltern so bei euch finden da sie euch nach ihrer Meinung & Überzeugung aufgezogen haben... Die zwar nicht euch ausmachen aber am tiefsten in euch stecken.
Ich hoffe ehrlich ich schreib hier nicht nur Müll!
Unser Leben möchte ich jetzt nicht dokumentieren, weil dafür sollte man sich selbst erst auskennen.

Nur so viel..
Ich bin "erst" 20 jahre alt, komme tempramentvoll und "stark wie ein Stein vor.. gefühlsmäßig. Was ich allerdings nicht bin. Freunde wissen das.. Meine Eltern die eig wichtiger sind nicht.
Die Meinung meiner Eltern ist mir sehr wichtig.
Allerdings bin ich und das darf ich mir auch öfters anhören -
der abschaum der nichts auf die Reihe bringt und doch eig die, die es packt und durchhält bis zum Ende.
Das wie manche bereits erlebt haben, nicht immer gut ausgehen muss.

Ich sitze also hier, besonders heute..und bin verdammt
verzweifelt
- Ob ich nicht die kranke Person bin und es nicht kapier das sie nur wegen mir so Leiden und krank zu sein.
- allein die Frage an sich, zeigt das auch so jung schon n guter Kratzer an der Psyche ist.
Ich sitze eig. hier und denk mit
Ja absolut keine ahnung mehr wer hier in dieser kaputten Familie eig wirklich krank ist ....
Ja.... Soll ich einfach mal Jahre abwarten, ob ich dann iwann in der Klapse sitze oder ne Brücke runterspring oder vllt auch depressiv werde und anschließend gemeinsam da sitzen...

Ich denke, wenn Du so anfängst, dich in Frage zu stellen, ob du überhaupt was wert bist, solltest Du so schnell wie möglich raus da! Weg!
& sofort anfangen dich wieder ins reine zu bringen und dir klarzumachen Du bist wunderbar und kannst nichts dafür..
Ich finde die Menschen(die helfenden)
sind meiner Meinung nach, meistens wegen dieser Belastung, sehr gut am dieser Aufgabe fürs Leben gewachsen. Es zeigt uns doch eig wie traurig es ist das echte "Leben" so zu vergessen und so wird es mehr wertgeschätzt.
Allerdings tut es mir sehr Leid, das manche es zu lange schaffen wollen und gar nicht merken das sie dadurch nun auch ihre Kräfte verloren haben.

So.. Ich hoffe, ich habe nicht nur mist geschrieben
Ich wünsche jeden von euch das Beste und ihr werdet, egal welchen Weg, schaffen!


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19. Januar 2015 um 11:39

Hilfe bei Depression
Ich bin selber Mutter zweier Kinder und leide selbst unter Depressionen. Lasse mich aber behandeln und seither geht es mir besser...kann mir nur zu gut vorstellen wie es dir als Kind geht. Sie muß sich selber helfen wollen. Sie muß dringend in eine Psychatrie...da kann ihr geholfen werden. Sie braucht dringend geeignete Medikamente die ihre Depression unterdrücken....wende dich an den sozialpsychatrischen Dienst...wenn dein Reden nicht hilft...muß eine andere Stelle mit ihr reden. Wie es sich anhört ist ein Suizidgedanke bei ihr ja nicht auszuschließen...Kopf hoch...rede, rede....Depressionen ist keine Krankheit für die man sich schämen muß.

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