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Depressive Männer - oft nicht erkannt?

13. Dezember 2014 um 14:05 Letzte Antwort: 15. Dezember 2014 um 2:08

Hallo Fories,

Ich kenne selbst Depri-Phasen in meinem Leben. Habe vor einigen Jahren eine Therapie gemacht, aber manchmal holt mich das Thema selbst noch ein.... nicht mehr so schlimm zum Glück.
Was mir aber im Freundeskreis auffällt - eine ganze Menge Männer leiden meiner Meinung nach auch unter depressiven Verstimmungen. Ich bilde mir ein, ein Ohr dafür zu haben, höre gern zu oder stelle etwas tiefgehendere Fragen. Keiner von denen würde das natürlich zugeben. ISt dann eher "Stress im Job" etc. Aber bei einigen ist es wirklich arg, da fehlt jeder Antrieb, nur negative Gedanken, Weltschmerz, Lustlosigkeit.
Ich frage mich oft, wie verbreitet diese Krankheit ist. Hab das Gefühl, es trifft sehr viele Menschen.
Wie sind Eure Erfahrungen?

Wir Frauen finden ja noch oft jemanden zum quatschen, aber Männer haben es da oft schwerer. (Das ist nicht nur ein Vorurteil, das höre ich oft.)
Mir hilft reden. Wie geht es euch damit?

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14. Dezember 2014 um 16:12

Stimmt
es scheint viele und gerade Männer zugeben, die depressiv veranlagt sind, ohne es selbst zu wissen.
Ich selbst hatte jetzt Gespräche mit einer Pyschologin, wobei mir dann klar wurde, dass ich auf Grund meiner beruflichen Anspannung und meiner persönlichen Lebenseinstellung, depressiv war. Ich selbst hätte es nie so gewertet. Klar den Job den man gemacht hatte, lief nicht immer rund. Man war am Boden zerstört, aber was soll`s. Nur Verlierer bleiben verwundet am Boden liegen. Und Man(n) ist ja hart im Nehmen. Auch darüber zusprechen, ist als Mann ja nicht gerade üblich. Wer zeigt schon gerne Schwäche, oder noch schlimmer, wer gesteht sie sich schon selbst ein. Wenn dann noch das Privatleben dadurch unter Druck gerät, ist es meistens ein aussichtsloser Kampf, da sich die berufliche Situation meistens nicht so einfach ändern lässt. Man ist Fragen über Fragen ausgesetzt und will eigentlich doch nur in Ruhe arbeiten und leben. Der Betroffene selbst merkt es mestens garnicht richtig, weil er viel zu sehr damit beschäftigt ist, diesen Misstand abzubauen. Will man(n) ja auch nicht, dass es nach außen hin sichbar wird. Frauen sind da ehr bereit zu zeigen, dass es ihnen seelisch schlecht geht und sie Hilfe brauchen.

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14. Dezember 2014 um 21:30
In Antwort auf beinkleid

Stimmt
es scheint viele und gerade Männer zugeben, die depressiv veranlagt sind, ohne es selbst zu wissen.
Ich selbst hatte jetzt Gespräche mit einer Pyschologin, wobei mir dann klar wurde, dass ich auf Grund meiner beruflichen Anspannung und meiner persönlichen Lebenseinstellung, depressiv war. Ich selbst hätte es nie so gewertet. Klar den Job den man gemacht hatte, lief nicht immer rund. Man war am Boden zerstört, aber was soll`s. Nur Verlierer bleiben verwundet am Boden liegen. Und Man(n) ist ja hart im Nehmen. Auch darüber zusprechen, ist als Mann ja nicht gerade üblich. Wer zeigt schon gerne Schwäche, oder noch schlimmer, wer gesteht sie sich schon selbst ein. Wenn dann noch das Privatleben dadurch unter Druck gerät, ist es meistens ein aussichtsloser Kampf, da sich die berufliche Situation meistens nicht so einfach ändern lässt. Man ist Fragen über Fragen ausgesetzt und will eigentlich doch nur in Ruhe arbeiten und leben. Der Betroffene selbst merkt es mestens garnicht richtig, weil er viel zu sehr damit beschäftigt ist, diesen Misstand abzubauen. Will man(n) ja auch nicht, dass es nach außen hin sichbar wird. Frauen sind da ehr bereit zu zeigen, dass es ihnen seelisch schlecht geht und sie Hilfe brauchen.

Ja!
Genau das hab ich im Bekanntenkreis mehrmals erlebt. Männer haben zwar Freunde, aber da trinkt man dann in lustiger Runde eher einen zuviel als zu reden. Und Schwäche zeigen geht gar nicht.
Eigentlich echt schwierig.
Ich hab einen guten Kumpel, der sagt "als sensibler Mann hat man es viel schwerer. Frauen sollen ja warmherzig und weich sein. Aber bei Männern darf das nicht sein."
Ich sehe bei einigen deutliche Anzeichen für Depression, aber sie würden das nie zugeben.
Super, dass du diesen Schritt gewagt hast! Hat es dir geholfen?

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15. Dezember 2014 um 2:08
In Antwort auf almas_11865386

Ja!
Genau das hab ich im Bekanntenkreis mehrmals erlebt. Männer haben zwar Freunde, aber da trinkt man dann in lustiger Runde eher einen zuviel als zu reden. Und Schwäche zeigen geht gar nicht.
Eigentlich echt schwierig.
Ich hab einen guten Kumpel, der sagt "als sensibler Mann hat man es viel schwerer. Frauen sollen ja warmherzig und weich sein. Aber bei Männern darf das nicht sein."
Ich sehe bei einigen deutliche Anzeichen für Depression, aber sie würden das nie zugeben.
Super, dass du diesen Schritt gewagt hast! Hat es dir geholfen?

Geholfen?
Wie ich dir geschrieben habe, hatte ich meine Gespräche mit einer Pyschologin (15 Std). Ich für mich habe das Problem erkannt und weiß jetzt wo meine Gefahren liegen. Ich kann somit der Sache entgegen wirken. Es gibt für mich dadurch mehr Gelassenheit, meinen Alltag zu bewältigen. Auf "Problemlöser" wie Alkohol kann ich jetzt gut verzichten. Nur als Mann hätte man das nie als Depression erkannt. Es ist auch nicht das Problem, dass Mann nicht mit Stress umgehen kann, sondern dass er meistens das aufgetretene Problem nicht vollständig abbaut. Ebend weil nicht ausreichend darüber gesprochen wird und neue Probleme zu schnell nachrücken. Die Akzeptanz dieser Problematik ist selbst unter Männer sehr gering, aber auch Frauen gegenüber. Wie du schon sagst, den Softi oder Weichei will keiner. Ich selbst trage es auch nicht nach außen. Aber es ist gut zuwissen wie man(n) damit umgeht und weiß was man im Vorfeld ändern kann, damit es nicht mehr dazu kommt.

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