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depressiv, essgestört , einsam

14. April 2017 um 17:01 Letzte Antwort: 14. Mai 2017 um 22:08

Hallo, 
ich weiß garnicht womit ich anfangen soll ..eigentlich bringt der Titel alles auf den Punkt..
ich bin ein23 jähriges muslimisches Mädchen & bin in einer sehr strengen Familie mit großen Brüdern aufgewachsen..seit ich Denken kann ist mein Leben geprägt von Verboten , Unterdrückung, und sehr sehr seeeeehr viel Kopfschmerz..ich darf abends nicht aus, muss zuhause sein sobald es dunkel wird, aber spätestens um 18 uhr, darf nur mit meinen besten freundinnen raus tagsüber, darf mich nicht anziehen wie es mir passt, darf nichts mit Jungs zu tun haben, darf keinen Urlaub genießen (hatten noch nie einen Familienurlaub und werden den auch nie haben- und nach Urlaub mit freunden brauch ich garnicht erst fragen).- darf nicht mal ein Haustier haben (ich liebe Tiere & hab mir immer schon eins gewünscht )
Dazu kommt, dass mein Vater sehr früh schon an Krebs erkrankt ist, sodass ich (im Gegensatz zu meinen Brüdern) sogar meine ganze Kindheit im Krankenhaus bei ihm verbracht habe ..das war quasi mein Zuhause..bis er dann vor ein paar Jahren verstorben ist. Seitdem geht wirklich alles bergab.
Zuhause bin ich für meine Mutter und meine Brüder ein einziger Fußabtreter..ich muss immer alles für die erledigen und klären ..und wenn ich meine Meinung sage werden sofort alle laut, werden evtl sogar handgreiflich und die Verbote nehmen nur noch weiter zu für mich
ich bin total depressi geworden weil mein Leben ein einziger Trauerfall ist..meine erste und große liebe musste ich nach knapp 7 Jahren loslassen weil meine Brüder sonst ganz gewaltig Stress gemachtt hätten..& ich kann nicht mal mit Sicherheit sagen ob er - geschweige denn ich- lebendig da rausgekommen wäre
ich bin einfach an einem Punkt angekommen, an dem ich zusammenbreche...achja und an Bulimie leide ich auch noch, einfach weil mein Leben wortwörtlich zum Kotzen ist ! 
Karrieremäßig komme ich auch nicht voran..ich habe 2 Studiengänge angefangen und abgebrochen weil ich immer pendeln musste (Darf ja keine eigene Wohnung haben) & mir der Stress zu viel wurde..grade arbeite ich einfach als Aushilfe im Verkauf in einem Warenhaus..und das ist auch schon alles was iich in meinem Leben tue..

Ich bin nun schon eine ganze Weile am überlegen mithilfe eines Frauenhauses in eine weit gelegende Stadt abzuhauen, aber habe solche Angst , dass meine Brüder mich doch wieder finden könnten ! dann wäre mein Leben komplett hinüber ! Darüberhinaus würden die mich eh umbringen wenn die wüssten, dass ich keine Jungfrau bin...von daher ..
ich werde niemals glücklich werden zuhause , das weiß ich. Aber irgendwie ist die Angst vor dem Gefunden werden sooooo groß und ich bin halt komplett auf mich allein angewiesen und meine Psyche ist auch schon komplett am ende ..icch habe solche Angst ,dass allles noch schlimmer werden könnte dadurch..und obwohl ich zuhause keine Liebe kriege habe ich solche Gewissenbisse wenn ich nur daran denke abzuhauen und damit alle zu enttäuschen..ihr wisst doch was für eine Schande das ist für eine muslimische Familie wenn grade das Mädchen flüchtet... (( das alles macht mich sooo fertig 

achso und ich habe versucht mit meiner Mutter über alles zu reden und ihr mein Herz ausgeschüttet, was alles nur noch viel schlimmer gemacht hat..ich wollts wenigstens versucht haben..und in psychotherapie war ich auch ..bringt nichts...habe mich auch bei einer Klinik beworben für einen behandlungsplatz & warte auf eine Rückmeldung..seit über 4 wochen schon...

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14. April 2017 um 18:51

Es bricht mir fast das Herz wenn ich das lese. Ich wünsche dir, dass du den Schritt wagst und in ein Frauenhaus gehst. Bitte, bitte warte nicht mehr lange. Ich glaube dir, dass das unendlich viel Mut kostet unter diesen Umständen, aber ich drücke dir so sehr die Daumen, dass du das schaffst. Mach dir bitte kein schlechtes Gewissen gegenüber deiner Familie, die dich quasi gefangen hält! Ich weiss, dass ist als nicht-muslimische Frau sicher einfacher gesagt..... aber trotzdem! Du bist eine erwachsene Frau und hast das Recht zu tun und lassen wie du möchtest! Ich denke, die Frauenhäuser sind eben gerade auf solche Fälle spezialisiert und können dir Schutz geben und dir helfen, wie es in Zukunft weiter gehen könnte. Leider habe ich keine Erfahrung damit, aber ich musste dir einfach schreiben weil es mir wirklich grausam leid tut und ich mir wünsche, dass du ein freies Leben führen kannst. Such dir unbedingt Hilfe!

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14. April 2017 um 19:39

Hallo Breakingirl,
Du hast mit klaren Worten gut verständlich Deine Situation beschrieben.
Es wäre schön, sagen zu können, dass es eine einfache Lösung für Deine Probleme gibt.
Leider gibt es die nicht, sonst hättest Du sie auch auch schon selbst erkannt.

Das, was Dir widerfährt ist furchtbar unfair, das will ich aber nicht weiter kommentieren.
Du bist eine kluge Frau, die von Natur aus das Verlangen hat, nach selbstbestimmten Handeln. Also nach einem Leben, wie es grundsätzlich in Deutschland die Norm ist nur eben nicht nach Verständnis Deiner Brüder. Diese werden jedoch gewiss alle Freiheiten für sich in Anspruch nehmen, die sie Dir verwehren.
Es wird für Dich als Frau nicht möglich sein, Dein gewünschtes selbstbestimmtes Leben innerhalb der Familie zu führen. Die anderen werden das nicht zulassen.
Alle Deine Vorstellungen von eigenem Leben werden nur möglich sein, wenn Du eine räumliche Trennung von der Familie vollzogen hast. Das ist gar nicht einfach. Das weiß ich.
Ein Frauenhaus ist eine Notlösung für einen akuten Notfall. Es geht da um akuten Schutz, um kurzfristigen Untertauchen. Es ist definitiv keine Perspektive, um dort alt zu werden.
Deine Mutter wird Dir nicht helfen können, ob sie es will, kann ein Außenstehender nicht beurteilen. Deine Mutter steht jedenfalls vor der Wahl, auf Deiner Seite zu stehen oder auf der der mänllichen Familienmitglieder. Sollte sie sich gegen diese stellen, so müsste sie ein komplett neues Leben anfangen und das alleine. Gut möglich, dass sie das nicht will.

Psychotherapie, Klinik und was auch immer werden nur bedingt helfen. Es ist ja nich so, dass Du persönlich eine empfindliche Wahrnehmung von scheinbaren Problemen hättest. Da können Ärzte helfen. Du hast eine realistische Wahrnehmung tatsächlich bestehender Probleme. Da nach meiner Meinung kein Arzt, sondern nur eine Änderung der Umstände.

Allgemein bin ich der Überzeugung, dass es hilft agressiven Menschen mit klarer Kante zu begegnen. Will heißen, dass Du ausziehst in eine eigene Wohnung, vielleicht auch in ein ganz bescheidenes eigenes Appartment für den Anfang. Gegenüber den Männern der Familie hilft dann nur die klare Ansage, dass sie Dich in Ruhe lassen sollen. Wenn Du trotzdem bedroht oder belästigt wirst, kann Dir die Polizei helfen. Das ist unangenehm weil es um die Familie geht. Aber die Männer denken alle, sie seien viele und Du wärst alleine. Das sollen sie nicht denken. Sie sollen Dich nicht als wehrlos betrachten.

Leider ist es einfacher, Ratschläge im Forum zu geben, als in Deiner Situation zu leben. Auch kann kein Außenstehender sicher beurteilen welchen Gefahren Du Dich wann aussetzt. Zu nachgiebige Menschen erfahren aber oft noch mehr Gewalt als wehrhafte Menschen.
Darum empfehle ich Dir den mutigen Schritt in ein selbstbestimmtes Leben.
Du bist zu klug und zu selbstbewusst, um einfach nur eine Frau am Herd zu sein, die nicht raus darf.

Ich wünsche Dir ganz viel Glück und Kraft, um die Rechte durchzusetzen, die Du in Deutschland hast, die Dir aber Deine Brüder verwehren wollen.

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15. April 2017 um 21:34

danke für die lieben Worte ! 

das Ding ist...es reicht aus wenn meine Mutter oder meine Büder nur nebenbei ein nettes Wort zu mir sagen und mein Gewissen ist wieder viel zu laut..ich fühle mich, als hätte ich niemals das recht dazu ein freies Leben zu führen..als wär ich tatsächlich die größte Schande wenn ich das durchziehe..und alle im Stich lasse...  
Eigentlich sollte ich doch unter diesen Umständen rücksichtslos loziehen können oder nicht ?? 

tatsächlich weiß ich noch in meiner aller ersten Therapiesitzung war das erste Kommentar von meinem Therapeuten, dass mein Problem auf Die Familie beruht und man mir in dem Sinne nicht wirklich weiterhelfen kann solange ich da fest stecke...

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15. April 2017 um 21:34

danke für die lieben Worte ! 

das Ding ist...es reicht aus wenn meine Mutter oder meine Büder nur nebenbei ein nettes Wort zu mir sagen und mein Gewissen ist wieder viel zu laut..ich fühle mich, als hätte ich niemals das recht dazu ein freies Leben zu führen..als wär ich tatsächlich die größte Schande wenn ich das durchziehe..und alle im Stich lasse...  
Eigentlich sollte ich doch unter diesen Umständen rücksichtslos loziehen können oder nicht ?? 

tatsächlich weiß ich noch in meiner aller ersten Therapiesitzung war das erste Kommentar von meinem Therapeuten, dass mein Problem auf Die Familie beruht und man mir in dem Sinne nicht wirklich weiterhelfen kann solange ich da fest stecke...

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15. April 2017 um 21:45
In Antwort auf breakingirl17

danke für die lieben Worte ! 

das Ding ist...es reicht aus wenn meine Mutter oder meine Büder nur nebenbei ein nettes Wort zu mir sagen und mein Gewissen ist wieder viel zu laut..ich fühle mich, als hätte ich niemals das recht dazu ein freies Leben zu führen..als wär ich tatsächlich die größte Schande wenn ich das durchziehe..und alle im Stich lasse...  
Eigentlich sollte ich doch unter diesen Umständen rücksichtslos loziehen können oder nicht ?? 

tatsächlich weiß ich noch in meiner aller ersten Therapiesitzung war das erste Kommentar von meinem Therapeuten, dass mein Problem auf Die Familie beruht und man mir in dem Sinne nicht wirklich weiterhelfen kann solange ich da fest stecke...

& zudem habe ich panische Angst davor von meinen Brüdern gefunden zu werden. .! So doof das jetzt auch klingt, aber ich bin geprägt von dieser psychischen Unterdrückung ... 

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16. April 2017 um 2:07
In Antwort auf breakingirl17

danke für die lieben Worte ! 

das Ding ist...es reicht aus wenn meine Mutter oder meine Büder nur nebenbei ein nettes Wort zu mir sagen und mein Gewissen ist wieder viel zu laut..ich fühle mich, als hätte ich niemals das recht dazu ein freies Leben zu führen..als wär ich tatsächlich die größte Schande wenn ich das durchziehe..und alle im Stich lasse...  
Eigentlich sollte ich doch unter diesen Umständen rücksichtslos loziehen können oder nicht ?? 

tatsächlich weiß ich noch in meiner aller ersten Therapiesitzung war das erste Kommentar von meinem Therapeuten, dass mein Problem auf Die Familie beruht und man mir in dem Sinne nicht wirklich weiterhelfen kann solange ich da fest stecke...

Ja, das ist das Problem. Du wirst hin um her gerissen sein. Vielleicht wäre es Deine Familie auch wenn Du ausziehst. Dann wäre es eine gute Familie. Dann könntet Ihr vielleicht wieder zusammen finden.  Und das auf Augenhöhe. Das wäre der Idealfall. 
Ansonsten würdest Du selbst eine böse Familie vermissen. Das ist wahr. Vielleicht ist Dein Freiheitswille aber Stärker als die Sehnducht nach Geborgenheit in der Familie.

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16. April 2017 um 2:07
In Antwort auf breakingirl17

danke für die lieben Worte ! 

das Ding ist...es reicht aus wenn meine Mutter oder meine Büder nur nebenbei ein nettes Wort zu mir sagen und mein Gewissen ist wieder viel zu laut..ich fühle mich, als hätte ich niemals das recht dazu ein freies Leben zu führen..als wär ich tatsächlich die größte Schande wenn ich das durchziehe..und alle im Stich lasse...  
Eigentlich sollte ich doch unter diesen Umständen rücksichtslos loziehen können oder nicht ?? 

tatsächlich weiß ich noch in meiner aller ersten Therapiesitzung war das erste Kommentar von meinem Therapeuten, dass mein Problem auf Die Familie beruht und man mir in dem Sinne nicht wirklich weiterhelfen kann solange ich da fest stecke...

Ja, das ist das Problem. Du wirst hin um her gerissen sein. Vielleicht wäre es Deine Familie auch wenn Du ausziehst. Dann wäre es eine gute Familie. Dann könntet Ihr vielleicht wieder zusammen finden.  Und das auf Augenhöhe. Das wäre der Idealfall. 
Ansonsten würdest Du selbst eine böse Familie vermissen. Das ist wahr. Vielleicht ist Dein Freiheitswille aber Stärker als die Sehnducht nach Geborgenheit in der Familie.

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13. Mai 2017 um 15:50
In Antwort auf madrugada86

Es bricht mir fast das Herz wenn ich das lese. Ich wünsche dir, dass du den Schritt wagst und in ein Frauenhaus gehst. Bitte, bitte warte nicht mehr lange. Ich glaube dir, dass das unendlich viel Mut kostet unter diesen Umständen, aber ich drücke dir so sehr die Daumen, dass du das schaffst. Mach dir bitte kein schlechtes Gewissen gegenüber deiner Familie, die dich quasi gefangen hält! Ich weiss, dass ist als nicht-muslimische Frau sicher einfacher gesagt..... aber trotzdem! Du bist eine erwachsene Frau und hast das Recht zu tun und lassen wie du möchtest! Ich denke, die Frauenhäuser sind eben gerade auf solche Fälle spezialisiert und können dir Schutz geben und dir helfen, wie es in Zukunft weiter gehen könnte. Leider habe ich keine Erfahrung damit, aber ich musste dir einfach schreiben weil es mir wirklich grausam leid tut und ich mir wünsche, dass du ein freies Leben führen kannst. Such dir unbedingt Hilfe!

Danke für deine lieben worte ! 
Ich habe die letzten Wochen alles versucht, um die Situation besser zu machen, aber nichts geht auf. Und jeder neue Versuch meine Bulimie zu bekämpfen wird von meiner Mutter (uniwssend) durch den Dreck gezogen, weil jedes mal, dass ich Zeit mit ihr verbringe (was nicht einfach zu umgehen ist) meine Psyche so zerstört ist wie sonst nie ...dann werf ich immer alle erfolge weg und sitz wieder tief im Teufelskreis..
es kotzt mich so an und macht mich verdammt krank. ich bins so leid.
Ich habe mir extra wochenlang zeit genommen das alles nochmal zu durchdenken..montag werde ich anfangen mich bei den Frauenhäusern weiter weg durchzurufen um zu wissen was an Formularen ich brauche usw...und bei der Polizei muss ich mich ja auch noch melden glaube ich...

soll meine "familie" halt zusehen wie die damit klar kommen. 

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14. Mai 2017 um 22:08
In Antwort auf breakingirl17

Danke für deine lieben worte ! 
Ich habe die letzten Wochen alles versucht, um die Situation besser zu machen, aber nichts geht auf. Und jeder neue Versuch meine Bulimie zu bekämpfen wird von meiner Mutter (uniwssend) durch den Dreck gezogen, weil jedes mal, dass ich Zeit mit ihr verbringe (was nicht einfach zu umgehen ist) meine Psyche so zerstört ist wie sonst nie ...dann werf ich immer alle erfolge weg und sitz wieder tief im Teufelskreis..
es kotzt mich so an und macht mich verdammt krank. ich bins so leid.
Ich habe mir extra wochenlang zeit genommen das alles nochmal zu durchdenken..montag werde ich anfangen mich bei den Frauenhäusern weiter weg durchzurufen um zu wissen was an Formularen ich brauche usw...und bei der Polizei muss ich mich ja auch noch melden glaube ich...

soll meine "familie" halt zusehen wie die damit klar kommen. 

bei der Polizei musst Du Dich nicht melden, es kann aber sehr helfen.
Du könntest auch bei der Polizei anrufen und nach den Opferschützern fragen. Die gibt es in jeder Behörde und sind gut informiert über die Fragen, die Dich beschäftigen.
Ansonsten den Weißen Ring nicht vergessen. Kostet nichts, ist aber kompetent.
Für konkrete Fragen kannst Du auch jederzeit eine PN schreiben. Ein  bißchen kenne ich mich da aus.
 

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