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Depressiv, einsam, mutlos...

7. Januar 2012 um 20:56 Letzte Antwort: 15. Januar 2012 um 19:47

Hallo!
Ich weiß selbst nicht so genau warum ich mich hier angemeldet habe. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es mich beruhigt meine Gedanken niederzuschreiben und vielleicht auf Gleichgesinnte zu treffen.

Also..Ich bin 17 und leide unter Depressionen,weiß im Moment nicht wie ich jeden einzelnen Tag überstehen soll. Habe keine Freunde, bin eigentlich ständig allein. Natürlich habe ich meine Eltern, doch ihnen traue ich mich nicht so gern an, weil sie sich dann furchtbare Sorgen machen. Habe bald einen Termin beim Psychater weil ich es einfach nicht mehr aushalte... doch wer weiß ob ich dann nicht doch noch einen Rückzieher mache, denn mir wird jetzt schon schlecht wenn ich daran denke!
Ich war schon immer sehr schüchtern, habe dadurch auch in der jetzigen Schule keinen Anschluss gefunden (seit 7.Klasse, jetzt bin ich 11.). Ich bin nicht hässlig oder sonstewas, das habe ich mittlerweile eingesehen, und meine Mitschüler haben daher nicht viel mehr um mich aufzuziehen als meine Schüchternheit und daraus resultierende Unsicherheit. Allgemein gelte ich als langweilige Loserin, die die "Fresse nicht aufkriegt" (wie sie so schön sagen). Sie nervt es wenn ich bei ihnen in einer Gruppe sein muss, öfters bin ich opfer von blöden Sprüchen, oder sie ziehen sich gegenseitig auf und bringen mich ins Spiel um einen andern zu ärgern ("Naa? Gehste gar nicht zu deiner besten Freundin, um dich mit ihr zu UNTERHALTEN?" *gelächter* "Na, deine Neue?Gibs zu! Bist aber tief gesunken!" *Gelächter*) Dabei sollten sie langsam aus dem Alter raus sein.
Mittlerweile glaube ich es ist eine ziemlich ausgeprägte soziale Phobie bei mir, durch die ich mich z.B. sogar kaum in Geschäfte, unter große Menschenmengen und ans Telefon traue.
Seit einiger Zeit wird es immer schlimmer. Selbst eigentliche Erfolgserlebnisse sind unbedeutend oder ziehen mich sogar noch weiter runter. Kann mich eigentlich über nichts mehr freuen, fühle mich ausgelaugt und niedergeschlagen, komme früh schlecht aus dem Bett und habe schon lange keine Nacht mehr durchgeschlafen (außer Silvester -> Alkohol, aber das kann ich ja nicht als Problemlösung dafür nehmen -.-).
Ich vergesse alles viel schneller als sonst und meine Konzentrationsfähigkeit hält sich sehr in Grenzen! Wenn ich lernen oder was lesen muss schweife ich oft ab ohne es im ersten Moment zu bemerken. Bin sonst auch total motivationslos, fühle mich einfach schlecht.. kraftlos.. traurig.. selbst ohne jetzt einen bestimmten Grund nennen zu können, selbst wenn ich nicht an meine Phobie denke!
Was ist das nur? Immer wieder schwirrt mir im Kopf rum wie sinnlos das Leben doch ist und es wäre so einfach es zu beenden.. aber ich könnte mich nie umbringen.. wegen meiner Familie! Das darf ich niemandem antun! Trotzdem kommen diese Gedanken ohne dass ich es will immer und immer wieder. Ich denke nachts manchmal so lange darüber nach bis ich in Tränen ausbreche.
Bin ich unter Menschen, bekomm ich nur negative Feedbacks. Wirke anscheinend auch ziemlich verwirrt und geistesabwesen, jemand fragte mich mal ob ich eigentlich in der Lage dazu wäre zu lächeln..
Einmal bekam ich ein "Kompliment" von einer Lehrerin.
Ich hatte mich freiwillig in der Schule zum Tafelwischen gemeldet, da es sonst niemand machte. Das war mir so peinlich, dass ich das nie wieder machen würde. Eine Mitschülerin fand mal meine Ohrringe hübsch.. ab dem Moment in dem sie mir das sagte hatte ich sie nie wieder an.. warum auch immer :/ Es ist einfach so, dass ich nicht mehr damit umgehen kann, wenn jemand auch nur das kleinste positive über mich sagt. Ich fühl dann immer wie geschunden ich eigentlich bin und frage mich warum sich jemand zu soetwas herablassen sollte. Mir was gutes sagen! Das geht? Und jetzt haben sie bestimmt so eine Erwartungshaltung. Ich weiß selbst dass das Quatsch ist, aber naja..
Dann kommt auch noch dazu dass ich vermehrt regelrechte Panikattacken habe. Zum beispiel wenn ich weiß ich muss einen Vortrag halten macht mich das ab dem Tag fertig. Meine schulischen Leistungen nehmen allgemein sehr ab.. und das kurz vorm Abi! Immer öfter Black outs und Lernblockaden.
Sogar körperliche Symtome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Zittern, feuchte kalte Hände... andauernd.. und in allen möglichen Situationen
Mein Herz rast bei Kontakt mit anderen Menschen.. manchmal fühle ich mich als würde ich "zerplatzen" so angespannt bin ich.
Es ist alles einfach nicht mehr auszuhalten!
Fühle mich unter "Dauerstress". Slebst entspannte Momente kann ich nicht genießen.. weil.. weiß nicht.. ich fühl mich einfach dauerhaft mieserabe!. Was soll ich dagegen tun? >.<

So.. das reicht glaube ich erstmal.. könnte noch stundenlang weiterschreiben. es gibt so vieles was mir auf der Seele brennt. Wer es bis hierhin durchgelesen hat.. DANKE!!

Geht es denn jemandem ähnlich?

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9. Januar 2012 um 15:39

Wissen...
Deine Eltern, wie es Dir wirklich geht? Du leidest offensichtlich. Du solltest die ärztliche Hilfe annehmen - Psychiater oder Psychologen wissen, wie man das bewältigen kann. Ich habe da einige positive Beispiele im Bekanntenkreis.

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9. Januar 2012 um 19:53
In Antwort auf polyego

Wissen...
Deine Eltern, wie es Dir wirklich geht? Du leidest offensichtlich. Du solltest die ärztliche Hilfe annehmen - Psychiater oder Psychologen wissen, wie man das bewältigen kann. Ich habe da einige positive Beispiele im Bekanntenkreis.

Naja..
.. da ich meine Niedergeschlagenheit mittlerweile nicht mehr vor ihnen verbergen kann, haben sie mitbekommen, dass es mir schlecht geht. Auch wissen sie von meinen Problemen mit Menschen, machten sich schon immer Sorgen weil ich nie mit Freunden weggehe geschweige denn sowas wie Freunde erwähne. Ich habe ihnen unter anderem dann davon erzählt, dass ich unter Depressionen leide und insgesamt nicht mehr klar komme. Meine Mutter machte dies allerdings ziemlich fertig und mein Vater macht mir seitdem schwere Vorwürfe, weil ich mir meine Zukunft verbauen könnte.
Dabei hab ich meine Probleme im ganzen Ausmaß noch nichtmal erzählt..

Vielen Danke für deinen Beitrag. Und ja ich werde mich wohl an einen Psychologen wenden müssen, auch wenn es schwer fällt!

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15. Januar 2012 um 19:47

Wirklich?
Man ist also nicht alleine auf dieser Welt^^
Was ich immer hasse ist die Tatsache dass psychische Probleme so schnell abgetan werden..
Wenn sich jemand vor körperlichen Schmerzen windet, macht ihm wohl kaum jemand vorwürfe wenn er weint.
Kann jemand wegen Depressionen nicht mehr lächeln heißt es oft "reiß dich doch mal zusammen", "denk positiv".. als würde man mit Absicht so sein ..
Aber wie es scheint gibt es doch immer jemanden der dich irgendwie versteht.

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