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Depressionen und das Gefühl immer alleine zu sein

21. Februar 2011 um 20:29

Hallo ihr Lieben,

ich brauche dringend euren Rat.
Mir geht es immer schlechter und die depressiven Phasen werden immer häufiger.
Aber vielleicht sollte ich mich zuerst einmal vorstellen:
Ich bin weiblich, 16 Jahre und Schülerin der 11ten Jahrgangsstufe eines Gymnasiums.
Seit knapp einem Jahr leider ich an Depressionen.
Auch davor gab es schon ab und an Anzeichen, die auf eine Depression hindeuten würden, aber erst seit kurzem ist es akut.
Mein Leben ist eigentlich nicht schlimm. Ich habe Freunde und bin nicht schlecht in der Schule und habe auch sonst keine Probleme.
Dennoch verliere ich immer mehr meine Lebensfreude.
Nichts kann mich mehr begeistern, nicht die Schule und auch nicht die Zeit, die ich mit meinen Freunden verbringe.
Zum Thema Freundschaft:
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr eine beste Freundin habt, mit der ihr jede Sekunde eures Lebens lachen und genießen könnt und mit der ihr über alles reden könnt, bei der ihr einfach ihr selbst seid???
Ich kenne dieses Gefühl nicht.
Selbst in meinem Freundeskreis fühle ich mich immer einsam und fehl am Platz. So geht es mir mit allen Leuten aus meiner Stufe.
Ich weiß, dass ich nur noch 2 Jahre bis zum Abi hab, aber ich habe einfach immer mehr das Verlangen, das hier alles hinter mir zu lassen.
Ich möchte endlich wieder spüren, dass ich noch lebe.
Die Phasen, in denen ich wirklich depressiv bin und ich mich zu kaum etwas aufraffen kann, werden immer häufiger und kommen ohne Vorwarnung.
Ich dachte schon mal daran, eine Auszeit zu nehmen und mich behandeln zu lassen, aber dadurch würde ich ja nur noch mehr den Anschluss verlieren....
Aber ich kann das alles einfach nicht mehr bewältigen.
Ich bin oft Energie los, selbst dann wenn es mir am Tag zuvor noch wirklich gut ging.
Die Depressionen machen sich auch durch Schlaf- und Konzentrationsstörungen bemerkbar.
Nachts weine ich oft, ohne dass es einen Grund dafür gibt.

Ich kann so nicht mehr weiter leben. Es raubt mir meine ganze Kraft.

Kann mir jemand helfen? Bitte? Ich bin verzweifelt!

Gruß Lizzy

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22. Februar 2011 um 9:47

Hallo Lizzy,
ich weiß nicht, ob du dich mit deinen Depressionen schon in ärztliche Behandlung begeben hast. Die von dir geschilderten Symptome sprechen für diese schwere und behandlungsbedürftige psychische Krankheit. Zuständig wäre ein Facharzt für Psychiatrie. Eine ambulante Behandlung bedeutet nicht unbedingt, dass du dem Schulunterricht fernbleiben musst. Andererseits siehst du ja selbst, wie sehr dich deine Depression im Alltag, aber auch in der Schule, behindert, so dass eine Behandlung Vorrang vor allen anderen Dingen haben sollte.

LG Nus

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24. Februar 2011 um 20:33
In Antwort auf nus1951

Hallo Lizzy,
ich weiß nicht, ob du dich mit deinen Depressionen schon in ärztliche Behandlung begeben hast. Die von dir geschilderten Symptome sprechen für diese schwere und behandlungsbedürftige psychische Krankheit. Zuständig wäre ein Facharzt für Psychiatrie. Eine ambulante Behandlung bedeutet nicht unbedingt, dass du dem Schulunterricht fernbleiben musst. Andererseits siehst du ja selbst, wie sehr dich deine Depression im Alltag, aber auch in der Schule, behindert, so dass eine Behandlung Vorrang vor allen anderen Dingen haben sollte.

LG Nus

Beziehungs geschädigt
hallo....

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27. Februar 2011 um 19:55

Genauso...
Hallo Lizzy,

du sprichst mir echt aus der Seele. Ich hab zwar keine Depressionen,aber ich kenne das Gefühl,total alleine zu sein.Ich denke immer keiner versteht mich... Ich liege auch lange wach und weine nachts viel. Das größte Problem ist aber eigentlich dass ich gar nicht weiß warum och do traurig bin,eigentlich hab ich ja alles... Liebe Grüße, Kleeblatt

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28. Februar 2011 um 8:55
In Antwort auf sheona_12770039

Beziehungs geschädigt
hallo....

Lizzy!
Ich kenne Dich zwar nicht, aber ich erlebe derzeit eine ähnliche Situation. Jedoch bin ich nicht von der Depression betroffen, sondern eine sehr gute Freundin. Und ihre Geschichte möchte ich Dir erzählen.

Wir kennen uns seit einem Jahr. Seit ich sie kenne, habe ich mehr graue Haare. Sie hat, genau wie Du, eigenen Freundeskreis, den sie aber nach und nach auflöst. Sie studiert und hat panische Angst vor ihren Prüfungen, da sie sich im Endsemester befindet. Sie hat kaputte Familienverhältnisse (Scheidungskind). Meine Freundin hat leidet unter Depressionen und einem sehr starken Gefühl der Einsamkeit. Mit ihren 24 hat sie mehr Mist gebaut als sonst jemand, den ich kenne.

Meine Freundin ist das komplette Gegenteil von mir- sie ist sehr dominant, BRAUCHT die Aufmerksamkeit, sie ist sehr extrovertiert, alle müssen sie bewundern ect. Das man mit solch einer Einstellung nur oberflächliche Persönlichkeiten trifft, ist vorprogrammiert. Dass daraus resultierende Gespräche ect. rein oberflächlich sind, ist klar. Zur Persönlichkeit gehören nun mal mehr als ein schöne Augen und gepuderte Nase. Und das weißt sie, seit dem sie mich kennt.

Und nun fragt sie sich, wer sie eigentlich ist, was sie in ihrem Leben erreichen möchte und was sie überhaupt kann? Und die Wahrheit kann manchmal echt weh tun- denn sie kann bis aufs Kochen rein GAR nix. Diese Erkenntnis hat ihr beinahe das Genick gebrochen. So versinkt sie mehr und mehr im Selbstmitleid... Und es sind auch keine Freunde da, die ihr sagen, wie toll sie ist ect.

Mit meiner Hilfe hat sie es endlich geschafft, einen Arzt aufzusuchen und Termine für die ambulante Therapie zu vereinbaren. Mit Depressionen scherzt man nicht und mit dem Leben spielt man schon gar nicht. Denn Ende März beginnt die ambulante Therapie und bis dahin ist es noch so viel Zeit... Letztes Wochenende kam sie dann auf die Idee- keiner hat mich lieb und ich bin ja so einsam, dann werde ich es groß ankündigen und aus dem Leben scheiden.

Hat sie auch gemacht- ihre Eltern angerufen, und dann mich... Für mich ist es nichts Neues gewesen, dass sie am Telefon heult... neu war es aber, sich umzubringen. Und so habe ich sie kurzerhand in die akute Psychiatrie eingewiesen.

Sie war eine Nacht dort und wollte am nächsten Tag so schnell wie möglich nach Hause... Denn dort wird man ja richtig verrückt, so meine Freundin. OK, ich habe sie abgeholt und habe ihr deutlich gemacht- wenn sie nicht anfängt, an sich zu arbeiten, wird sie dort ein Dauergast.

Daher rate ich Dir, Lizzy- wenn Du Dich zu häufig einsam fühlst, schlecht schläft, antriebslos bist- rede an erster Stelle mit Deinen Eltern. Geht bitte gemeinsam zu einem Psychologen oder Psychotherapeuten- schon im 1. Gespräch kann man Ursachen erkennen und ein "Bekämfpungsplan" herstellen. Der Facharzt wird Dir raten, was er für richtig hält- Tagesklinik oder ambulante Therapie. In der Tagesklinik gibt es genügend Möglichkeiten durch verschiedene Therapiearten (Malen, Werkeln ect.) zu sich zu finden. Die ambulante Therapie- Du vereinbarst mit dem behandelnden Arzt Termine in der Woche, in denen Du Dich mit ihm ausgiebig über Deine Qual aussprechen kannst. Es wird nicht einfach sein, aber glaube mir- hinterher geht es Dir viel viel besser!

So oder so- das Leben ist das schönste und kostbarste Geschenk und es liegt an UNS, wie wir unser Leben gestalten.

Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg!

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