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Depressionen und Alkohol - kein Ausweg?

30. März 2011 um 20:55 Letzte Antwort: 31. März 2011 um 11:13

Hallo,

entschuldigt schon mal den langen Text, aber wir wissen einfach nicht mehr weiter. Mein Schwiegervater leidet schon seit Jahren an Depressionen. Nach und nach ist auch der Alkohol dazu gekommen. Er hat außerdem was mit der Bauchspeicheldrüse und Diabetes. Er muss sich deswegen spritzen und nimmt auch Medikamente gegen die Depressionen. Leider war es schon immer so, dass meine Schwiegermutter ständig hinterher sein muss, dass er seine Medikamente nimmt. Er ist einfach so uneinsichtig und meint er braucht keine Hilfe und schafft es auch so. Doch so ist es nicht. Letztes Jahr war es sogar so schlimm dass er im Krankenhaus auf Entzug war. Leider hat das nicht geholfen. In letzter Zeit ist es mit den Depressionen und dem Alkohol so schlimm, er haut von zu Hause ab und betrinkt sich in ner Bar, er nimmt sich die Ersatzschlüssel seines Vaters und betrinkt sich in seiner Wohnung usw, usw. Dazu eben die Depressionen. Mit ihm ist nix anzufangen. Er weist sich aber selber nicht in die Klinik ein (man kann einen wohl nicht einweisen lassen) und lässt sich nicht helfen. Wir wissen nicht mehr was wir machen sollen.

An wen kann man sich da wenden und was kann man machen wenn er so uneinsichtig ist? Hat jemand Erfahrung damit?

Danke schon mal im Voraus fürs lesen und die Antworten.

LG

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31. März 2011 um 11:13

Hallo Laura,
leider ist die Problematik auch rechtlich schwierig. Ich vermute mal, dass dein Schwiegervater im vorigen Jahr nur klinisch entgiftet wurde. Um gesund zu werden, brauchte er eine richtige Entziehungstherapie, zu der er aber freiwillig bereit sein müsste. Wenn er eines Tages ganz oder partiell nicht mehr geschäftsfähig sein sollte, käme die Einrichtung einer Betreuung für ihn in Betracht. Das ist aber leider oft erst der Fall, nachdem es zu organischen Hirnschädigungen gekommen ist, etwa beim Korsakow- Syndrom oder der Wernicke-Enzophalopathie.

Ob diese Voraussetzungen bei deinem Schwiegervater schon vorliegen, kann ich natürlich nicht beurteilen, wohl aber ein behandelnder Arzt, besser Facharzt für Psychiatrie. Ansonsten ist Alkoholabhängigkeit ein schweres Krankheitsbild, unter das insbesondere Angehörige intensiv leiden. Ich kann deine Verzweiflung und Hilflosigkeit gut nachempfinden.

LG Nus

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