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Depressionen oder Burnout? Ich weiß nicht weiter....

9. Februar 2010 um 19:11 Letzte Antwort: 13. Februar 2010 um 18:49

Hallo,

ich weiß wirklich nicht mehr weiter und habe auch irgendwie niemanden, mit dem ich darüber reden kann, auch wenn mein Problem ein vermutlich alltägliches ist. Dennoch hoffe ich, dass ich bei Euch Rat bekommen kann.

Ich (25) leide glaub ich an Depressionen. Ich habe zwar ein "geregeltes" Leben, dennoch habe ich das Gefühl wertlos zu sein, Existenzängste und höllische Angst vor der Zukunft. Ich habe einen festen Job, nebenbei arbeite ich noch in einer Pizzeria und lebe in einem eigenen Haus.

Vor etwas 3,5 Monaten haben sich mein Freund und ich nach 5 Jahren Beziehung getrennt. Er ist ausgezogen. Mir ist es einfach zuviel geworden, hier alles allein zu erledigen, vorallem mit 2 Jobs.
Anfangs tat es mir gut, dass er weg war, ich war voller Euphorie, wollte vieles in meinem Leben ändern.
Seit etwa 2 Wochen geht bei mir gar nichts mehr. Ich komme morgens nicht aus dem Bett, fühle mich den ganzen Tag schlapp, zicke rum (ist normalerweise gar nicht meine Art) und bekomme regelrechte Heulattacken, eben weil sich bisher NICHTS geändert hat. Mir ist immer noch alles viel zuviel und ich komme mit mir selbst nicht auf einen Nenner.

Ich möchte mich gerne weiterbilden (Fernstudium), aber wenn ich mir überlege, dass dies noch mehr meiner eh zu knappen Freizeit in Anspruch nehmen würde, lege ich das Infomaterial schon wieder an die Seite.

Ich vernachlässige meine Freunde, bin lieber allein, wenn ich endlich mal Zeit für mich finde. Ich bekomme nichts mehr geregelt, meine Kreativität ist verschwunden und ich kann mich zu wirklich nichts mehr aufraffen.

Ich habe einfach das Gefühl, das mein Leben keinen Sinn mehr hat. Vielleicht grübele ich auch über viel zu viel nach, anstatt dass ich es einfach durchziehe oder bspw. den Hausputz einfach mal sein lasse und mir die Zeit für mich nehme. Ich kann mich einfach nicht mal in Ruhe zurücklehnen und LEBEN.

Vielleicht wisst Ihr ja, was ich vielleicht mal in Angriff nehmen könnte, damit ich mein Leben mal wieder mit etwas Sonnenschein betrachten kann.

Wie gesagt, ich bin am Ende.

Melanie

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12. Februar 2010 um 10:08

KOPF HOCH!!!
Liebe Melli,

huiDu sprichst mir aus der Seele. Depressiv? Ich weiß nicht, vielleicht eher ganz böse frustriert und planlos!

Vielleicht hilft Dir meine Geschichte:

Ich bin seit meiner frühen Jugend immer auf mich allein gestellt gewesen. Das ist wahnsinnig anstrengend und frustrierend, weil man Dinge falsch anpackte und man nicht beraten wurde.

Ich habe oft mit dem kindlichen Zicklein in mir zu kämpfen. Mittlerweile weiß ich, dass sie sich nur blicken lässt, wenn ich extrem unzufrieden oder planlos bin.

Nachdem ich das weiß, ist das für mich wie ein Schlag auf den Hinterkopfhier musst Du etwas ändern oder es stimmt etwas nicht mit Deinem Plan!

Ich habe über viele Jahre hinweg mein Leben immer wieder umgekrempelt, oft kraft- und mutlos in der Ecke gesessen. Aber ich habe, erstaunlicher Weise, Alles ändern können!
Zwischendurch bin ich an scheinbar unüberwindbare Grenzen gestoßen und war endlos verzweifelt. Aber irgendwie hat es dann doch geklappt.

Aber nachdem die letzten Jahre vergangen sind, weiß ich, dass viele Dinge gestallt angenommen haben, als ich wirklich begonnen hatte darauf hin zu arbeiten.

Ich wollte eine Arbeit, die mir mehr Freiraum lässt, mich nicht aufreibt und trotzdem das Gehalt stimmt. Ich habe mich darauf konzentriert! Augen und Ohren offen gehalten, war zwischendurch total frustriert, weil es verflixt lang gedauert hat. Aber ich fand diese Stelle!!!

Ich wollte unbedingt umziehen, weil mir die Stadt in der ich lebte auf den Nerven ging. Ja, auch das hat geklappt, nach einer verflixt langen Zeit.

Was ich damit sagen möchte, ist, dass meine Erfahrung ist, man selbst kann fast alles erreichen. Es ist nie 100%ig so wie man es sich erträumt hataber immer ein bisserl besser wie vorher und man braucht viel Geduld!

Mit meinen Freunden auszugehen hat mir persönlich sehr geholfen! Ihre Geschichten haben mich wunderbar abgelenkt und ich durfte dort auch einmal ausgiebig jammern!

Diese Unzufriedenheit ist bei mir trotzdem nie ganz verschwunden, aber es ist schon besser geworden und ich selbst musste alles allein durchziehen, es hat mir niemand den Weg bereitet oder mich unterstützt und manchmal ist es einfach zu viel, grad wenn man noch so Jung ist!

Los nur Mut und Geduld! Alles dauert seine Zeit, aber es ist zu schaffen! Kopf hoch, Du kannst das! Rückschläge wird es geben und heulen und wütend sein sind dann total okaber danach muss man sich aufraffen! Es wird niemand kommen um einem das Leben zu verschönernleiderdas mit den Traumprinzen ist so eine Sache, nicht wahr?

Vielleicht hilft für den Anfang ein bisserl Urlaub, ein paar Tage an einem anderen Ort bewirken manchmal kleine Wunder!

Alles Liebe
Bibbi

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13. Februar 2010 um 18:49

Hi Melanie
Schaff dir die Arbeit die zuviel ist vom Hals. Vorausgesetzt es ist möglich. Ich habe auch Wochen bei denen der Haushalt und alles drum herum "schleift". Vielleicht vermiete ein Teil vom Haus oder Wohngemeinschaft??!! Wenn du dich so auspowerst, kannst du natürlich nicht Anspruch an deine kreativen Seite haben. Dazu braucht man Energie. Das rumzicken ist durch überlastung und dann keine Eigenschaft. Grenze die materiellen Sachen, die dir viel Arbeit kosten und Energiesaugen aus. Abschaffen oder irgend jemand Anders beauftragen sich darum zu kümmern. Ist ja auch eine emotionale Frage, ob du dein Ex hinter her trauerst. wenn dann sprich mit jemanden darüber. Sowas vergeudet Energie ohne Ende. Es gibt ja ach Hilfsmittel. Johanniskraut hilft gegen Depression. Gruß

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