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Depressionen nerven

26. Oktober 2017 um 22:28

Ich, m, Ende zwanzig, habe eigentlich ein gutes Leben. Guter Job, liebe Frau, gute Ausbildung. Aber seit Beginn der Pubertät bin ich Depressiv (mit einem Unterbruch von 17-22, da war ich extrem gut drauf). Mein Leben fühlt sich leer und sinnlos an.

Kurze Lebensgeschichte, weniger wichtig:
Die 5 Jahre als ich gut drauf war wurden durch meine erste Liebe getriggert. Sie war selber eher depressiv, aber ich fühlte mich von ihr wirklich verstanden. Die Beziehung ging zwar als ich 20 war auseinander, aber die positive Einstellung blieb zunächst. Meine Gedanken waren klar und zielgerichtet, kein Problem war zu gross, die Welt lag mir zu Füssen.

Von 21 - 23 war ich in meiner zweiten Beziehung, mit einer Borderlinerin. Sie spielte ständig psychospiele mit mir, weckte mich Nachts auf und schlug mich, aber ich konnte Anfangs darüber stehen und wollte ihr die Liebe geben die sie brauchte (ja, Helfersyndrom...:bete. Zudem studierte ich an einer extrem kompetitiven Universität und führte zwei kleine Unternehmen, was zu Dauerstress führte. Doch der Rest gab mir dann der Punkt, als ich mit der Freundin Schluss machen wollte. Meine Eltern machten mir Vorwürfe, liessen mich fallen und sie zunächst bei ihnen wohnen.

Meine Familie und meine Freundin waren mein ganzer sozialer Rückhalt in der stressigen Zeit, ich hatte keine Zeit für enge Freundschaften. Als dies wegbrach, fühlte ich mich total verloren... und sucht mir neue Freunde. Da diese richtige Partyleute waren und ich nicht allein sein wollte ging ich an zahlreiche Partys, trank viel und nahm viel Drogen. Das Studium und die Unternehmen führte ich fort. Bis ich an einem Tag einfach nicht mehr aus dem Bett kam und selbst nur unter grösster Anstrengung den Weg zur Toilette zurücklegen konnte. Meine Depressionen waren zurück. Schlimmer den je.

Ich war eine Zeit lang in Therapie, nahm Medikamente, aber es brauchte kaum etwas...
Mit meinen Eltern habe ich mich wieder versöhnt, sie sahen ihre Fehler auch ein, aber das Verhältnis hat sich endgültig gedreht - ich bin für sie eher die Elternfigur, sie kommen zu mir für Rat und Beistand und nicht umgekehrt.

Ich schloss meine Unternehmen und tat für Jahre nichts ausser das letzte Bisschen meines Studiums zu Ende führen und versuchen, mit Sport und Gras wieder auf die Beine zu kommen.
Als ich wieder etwas auf den Beinen war, ging ich einige Monate Reisen und lernte meine jetzige Frau kennen. Sie war der psychisch stabilste Mensch der mir je begegnet ist, ich bin vollkommen fasziniert von ihr. Wir heirateten bald und dank ihrer Ermutigung machte ich noch einen Master und begann in einer Unternehmensberatung zu arbeiten.

Dennoch habe ich ständig wieder depressive Episoden und fühle mich leer. Und die gedankliche Dunkelheit übt eine ständige Faszination auf mich aus, eine Lust mich den dunklen Gedanken hinzugeben. Ich muss ständig kämpfen ihnen zu widerstehen.

Ende.

Die Positivität meiner Frau hilft, aber ich fühle mich bezüglich meiner Depressionen von ihr nicht verstanden - es ist wohl schwierig für Nicht-Depressive diese ständige Verzweiflung und Lebensmüdigkeit nachzuvollziehen. Wie kann ich wieder zu meinem nicht-depressiven Ich und dieser Klarheit, die ich in der Vergangenheit hatte, zurückfinden? Werde ich auf ewig diese Probleme mit mir herumschleppen müssen?
Manchmal wünsche ich mir echt jemanden der mir zuhört und versteht wie sich diese Krankheit anfühlt...

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