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Depressionen mit 25

17. Juli 2010 um 11:05 Letzte Antwort: 19. Juli 2010 um 23:51

ich kann nicht glauben, dass ich das hier schreibe. ich bin seit über vier jahren verheiratet und habe eine kleine tochter 2j. vor einem halben jahr ging ich zum arzt und hatte ihn auf meine depressionen angesprochen. eigentlich hat mich mein mann darauf hingewiesen, da ich immer weniger freunde am leben hatte und so selten lachte. ich war immer ein offener, reiselustiger mensch, der sich zu hause immer langweilte. nach der geburt meiner tochter musste ich relativ schnell wieder anfangen zu arbeiten, mein mann hatte die elternzeit gemacht, weil er nicht so viel verdiente. er hat das wirklich gut gemacht und ich bin im nachhinein froh, dass ich nicht zu hause geblieben bin - denn ich habe das gefühl, dass ich mit meiner tochter nicht richtig umgehen kann. manchmal habe ich das gefühl, dass jeder sie mehr liebt als ich. vielleicht war es aus der erschöpfung heraus so, dass ich immer nervöser wurde wenn sie nachts weinte und nicht aufhören wollte oder wenn dinge nicht so liefen wie ich es wollte. eigentlich wollte ich keine kinder, aber ich habe mir damals das ganze alles schön geredet und auf meinen mann gehört, der mir immer wieder sagte "wir schaffen das schon". er hätte gerne noch kinder, ich nicht. wenn ich wüsste ich wäre schwanger, würde ich abtreiben. ich war immer ein sehr freiheitsliebender mensch, doch jetzt bin ich so eingeschränkt. ich kriege nichts mehr auf die reihe, nicht im alltag und auf der arbeit, mache ständig irgenwelche fehler. ich fühle mich aber auf der arbeit wohler als zu hause bei meinem mann und meiner tochter und schon dieser gedanke macht mich traurig. manchmal sind mir die paar stunden am tag mit ihr zu anstrengend. ich mache mich ständig selber runter und denke, ich wäre keine gute mutter - aber auf der anderen seite ist es auch so, am liebsten würde ich irgenwohin abhauen und mal für einige monate alleine sein und evtl. wieder zu mir selbst zu finden und mir darüber klar werden, was ich eigentlich will im leben. indirekt gebe ich meinem mann die schuld für das alles und mache ihm viele vorwürfe, behandle ihn nicht fair. manchmal habe ich das gefühl ich tue das alles, damit er mich verlässt, dass ich endlich wieder meine ruhe habe. wir waren schon oft davor zu sagen, wir trennen uns jetzt, aber dann kommt immer der gendanke auf "was passiert dann mit der kleinen". hinzu kommen noch finanzielle sorgen und meine abgrenzung von familie und freunden.

der arzt wusste damals selbst nicht so recht, was er mit mir machen sollte - vielleicht hatt er noch nicht so viele erfahrungen mit depressiven menschen. er hatte mir etwas pflanzliches verschrieben, gegen depressive stimmungen - ich habe bis heute nichts davon genommen und es weggeworfen. ich merke aber immer mehr, dass ich ohne professionelle hilfe nicht raus komme.

ich habe angst vor der reaktionen der menschen um mich herum, desalb versuche ich immer eine fassade aufrecht zu erhalten hinter der nicht mehr die person steckt, die sie mal früher war.

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19. Juli 2010 um 23:51

Hey
Hallo Laarena,

du befindest dich wirklich in einer schwierigen Situation. Und du brauchst auf jeden Fall Hilfe.

Der Arzt scheint mir wirklich keine Ahnung zu haben. War das dein normaler Hausarzt?

Ich denke, dass eine Gesprächstherapie sinnvoll wäre, wo du regelmäßig gespräche mit einem Therapeuten hast. Das würde dir vielleicht auch im Umgang mit deiner Tochter weiterhelfen. Leider muss man da meistens einige Monate warten, bis man einen Platz bekommt. Aber such dir mal ein paar Adressen raus, oder frage deinen Hausarzt, und telefonier die mal durch.

Du könntest dir auch überlegen für ein paar wochen in eine Klinik zu gehen. So hättest du auch mal den Abstand nach hause, den du dir wünscht, und du hättest die Möglichkeit an deinem Problem zu arbeiten.

Ich wünsche dir alles gute,

lg

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