Forum / Psychologie & Persönlichkeit

Depressionen in Schüben

12. April 2007 um 23:01 Letzte Antwort: 14. Mai 2007 um 10:56

Hallo,
wenn es euch nicht stört, würde ich euch gerne meine Geschichte erzählen, das erleichtert mich vll. ein bisschen.
Ich finde, dass mein Leben eine einzige Katastrophe ist. Es gibt bei mir Phasen, in denen ich so glücklich bin, dass ich die Welt umarmen könnte und es gibt Phasen in denen möchte ich nur weinen und habe überhaupt keinen Lebensmut mehr.
Diese Phasen dauern teils tagelang an, teils schwenkt die Stimmung aber auch von einer Minute zur anderen und diese Phasen dauern nur einige Stunden.
Ihr wisst gar nicht, wie mich das belastet.
Meine Umwelt nimmt mich auch nicht ernst. Meine Freundin, mit der ich darüber gesprochen habe, ist auch manchmal "depri", aber ihr wisst ja, dass die nicht wirklich depressiv sind. Das ist vorrübergehende Traurigkeit, die aber schnell wieder verschwindet.
Jedenfalls versuche ich aufgrund dieser Nichtakzeptanz und Intoleranz meiner Umwelt gegen mich nach Außen hin immer den gute Schein zu wahren. Ich trete immer fröhlich und höflich auf, egal wie es in mir drin aussieht. Es kann mir noch so scheiße gehen und ich lächle. Doch mein Inneres schreit nach Hilfe und möchte einfach nur ausbrechen. Und manchmal überkommt es mich dann einfach. Einmal war es auf der Straße, jetzt ist es gerade abends am Computer. Ich sitze da und sehne mich nach jemandem, der mich versteht, an dessen Schulter ich mich anlehnen kann, der mich in den Arm nimmt. Und ich sehe mich als eine einsame, sich mit Arbeit abzulenken versuchende und traurige Person und fange an zu weinen und zu weinen.
Und dieses Weinen tut so unendlich gut, denn sonst bin ich traurig und kann nie weinen. Das ist wie eine Erlösung für mich, aber ich weiß, dass es morgen genau so weitergehen wird, bis zum nächsten "Ausbruch"...

Ich weiß im Moment wirklich nicht weiter, denn alle kleinen Dinge des Lebens belasten mich so sehr, dass ich am liebsten nur in meinem Bett bleiben würde und nie wieder rauskommen möchte. Ich weiß wirklich nicht wohin mit mir. Ich werde wohl morgen zu einem Arzt gehen oder mir morgen früh sagen (denn dann wird es mir wieder gut gehen und ich werde glücklich sein), dass ich das gar nicht nötig habe. Könnt ihr mir helfen? In Situationen der größten Verzweiflung würde ich gerne zu einem Arzt gehen, aber wenn es mir gut geht, denke ich, dass es nicht notwendig ist. Dazu kommt, dass ich niemanden habe, mit dem ich darüber reden kann, niemanden, der mich versteht. Deswegen möchte ich das alles mal hier loswerden.

Ich hoffe ihr versteht mich und ich danke euch, wenn ihr euch die Mühe gemacht habt und meinen Beitrag gelesen habt.

Bis dahin

cerise

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13. April 2007 um 10:25

Re:
Ich verstehe dich sooo gut,die Depressionen in Schüben hab ich auch mittlerweile,nur bei mir kommt das mit einer Übelkeit zusammen,die ich aushalten kann,aber amnchmal ist das so schlimm,das es Tage andauert und ich schon dafür in Krankenhäusern war,ich wurde dann immer von oben bis unten durchgecheckt,doch ich bin kerngesund,ich konnte das nicht verstehen,ich war mir sicher und manchmal will ich immer noch glauben,dass ich eine schwere Krankheit(körperlich) hab,ich will einfach nicht glauben dass meine Seele krank ist,auch wenn die Ärzte das behaupten.

Ich habe lange andere Gründe für meine Übelkeit gesucht,dovh leider erfolglos.
Jetzt hab ich antidepressiva verschrieben bekommen,durch das Mittel gehts mir noch schlechter,obwohl ich erst jetzt damit anfing(seit zwei tagen)

Am liebsten würde ich alles schmeissen,keiner versteht mich,den Leuten den ich das erzählt hab,sagen,ich bilde mir das nur ein,das wars,fühle mich allein auf der Welt mit dieser Krankheit,ich schau aus dem Fenster und sehe andere Menschen und beneide sie,ich will auch wieder normal sein und Spass am Leben haben!

Ich will gesund werden!

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20. April 2007 um 14:51
In Antwort auf norina_12304906

Re:
Ich verstehe dich sooo gut,die Depressionen in Schüben hab ich auch mittlerweile,nur bei mir kommt das mit einer Übelkeit zusammen,die ich aushalten kann,aber amnchmal ist das so schlimm,das es Tage andauert und ich schon dafür in Krankenhäusern war,ich wurde dann immer von oben bis unten durchgecheckt,doch ich bin kerngesund,ich konnte das nicht verstehen,ich war mir sicher und manchmal will ich immer noch glauben,dass ich eine schwere Krankheit(körperlich) hab,ich will einfach nicht glauben dass meine Seele krank ist,auch wenn die Ärzte das behaupten.

Ich habe lange andere Gründe für meine Übelkeit gesucht,dovh leider erfolglos.
Jetzt hab ich antidepressiva verschrieben bekommen,durch das Mittel gehts mir noch schlechter,obwohl ich erst jetzt damit anfing(seit zwei tagen)

Am liebsten würde ich alles schmeissen,keiner versteht mich,den Leuten den ich das erzählt hab,sagen,ich bilde mir das nur ein,das wars,fühle mich allein auf der Welt mit dieser Krankheit,ich schau aus dem Fenster und sehe andere Menschen und beneide sie,ich will auch wieder normal sein und Spass am Leben haben!

Ich will gesund werden!

Re
Hallo ihr beiden,ich kann euch auch so gut verstehen,habe auch damit zu kämpfen,bei mir geht das jetzt genau 1Jahr so.Am Anfang war es so schlimm,das ich gar nicht mehr raus ging,weil mir überall,ob es an der Kasse beim bezahlen war oder woanders,mir war immer schlecht geworden,musste sofort das Geschäft verlassen.Am wohlsten fühlte ich mich halt zu hause,da bekam ich nur sogenannte Schübe.Bin auch zum Arzt gegangen,dort sagte man mir,das es nur eine reine Kopfsache ist,bekam auch Tabletten,die haben echt gut geholfen,ich hatte richtig viel Spass und Elan,keine Übelkeit.Erst dachte ich,will mich mein Arzt verdummen,ich bilde mir doch keine Krankheit ein und depressionen hab ich schon gar nicht,wie kann meine Psyche nur so verrückt spielen.Bei mir war es so schlimm,ein Bsp.:ich hab aus meinem Küchenfenster geguckt und da kam eine ältere Frau vorbei,sie sah kränklich aus und sofort habe ich mich schlecht gefühlt,Herzrasen,Übelkeit und hohen blutdruck,hört sich echt blöd an,war aber so.Das war echt eine schlimme zeit für mich,jetzt geht es bei mir,nehme keine Tabletten mehr,an manchen Tagen hab ich noch diese Phase,ich rede mir aber immer ein,das es mir gut geht,das klappt auch ganz gut.Danke fürs zuhören(lesen),das tut echt verdammt gut,mit anderen Leuten darüber zu sprechen.

Ich drück euch die Daumen.

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11. Mai 2007 um 15:07

Versteh ich
mir geht es auch so, habe jehrelang für 3 gearbeitet, dann die keule und 20 j. verloren, dann .... es wird zuviel, nur immer drauf bekommen und einen LP, der mir auch keine hilfe ist sondern auch noch meine gefühle zertrampelt und ich kann nicht weg, bin finanziell gefangen und war immer so stark, daß mich diese situation fast überfordert.mal bin ich drüber,mal drunter, mußt zum arzt gehen oder neuroplant ein halbes jahr nehmen, der doc verschreibt es auch.lies mal bei google unter depressionen nach, es gibt viele betroffene.

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14. Mai 2007 um 10:56

Liebe Cerise
Ich verstehe deine Situation sher gut, aber du muss damit nicht leben. Tabletten sind eine kurzfristige Hilfe, das alltägliche Leben zu meistern. Du solltest dir eine nette Therapeutin oder einen Therapeuten suchen, jemanden, bei dem du gleich merkst, dass du demjenigen vertrauen kannst. Ruf an und lass dir einen "Probetermin" geben damit ihr euch kennenlernt. Ich habe es nie für möglich gehalten, dass jemand anderes mir bei der Bewältigung meiner Seelenlage helfen kann, aber es geht. Ein Therapeut lenkt dich in die richtige Richtung. Glaub mir, es gibt Ursachen für die Traurigkeit, die du vielleicht gar nicht vermutest. Das Leben wird nicht schlagartig bunt und heiter, aber es ist ein Fünkchen Hoffnung und du wirst bald merken, dass es mehr von den guten Tagen geben wird.
Alles Gute für dich!

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