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Depressionen?

11. August 2018 um 3:30 Letzte Antwort: 16. August 2018 um 22:53

Guten Abend ,

So, diesen Forum ist jetzt eines meiner letzten Möglichkeiten...es ist drei Uhr in der Nacht und ich muss jetzt einfach mal nach Hilfe fragen.
Ich bin jetzt 14, werde bald 15. Ja, jung, etc. hat keine Ahnung vom Leben, bildet sich was ein, steigert sich in eine Kleinigkeit hinein.

Ich hab jetzt gut geschätzt seit August 2016, also ungefähr seit zwei Jahren, Atemprobleme.
Diese traten das erste Mal, auffällig auf, als ich mich mit meinen Eltern gestritten hatte. "Unternehm doch mal was.", "Stubenhockerin.", "Auf Nichts hast du Lust!"
Das waren einige der Sätze die in diesem Gespräch fielen. Ich meine, Depressionen waren mir - leider - kein Fremdbegriff und ich wusste was das ist.

Zum damaligen Zeitpunkt - einige Monate vor diesem Streit - dachte ich, weil ich mich öfters motivationslos und von allen aufs tiefste ungerecht behandelt gefühlt habe, das ich Depressionen habe.
Die komplett dumme Eigendiagnose einer 11/12-jährigen. Jetzt, für mich totaler Mist und einfach nur das Verhalten von jemanden der in die Pubertät kommt. Dies geschah ungefähr im April 2016.

Zurück zu dem Streit im August. Ich habe keine Ahnung welches der genaue Auslöser für dieses unschöne Gespräch war, doch kann ich mich bis heute an die Sätze erinnern die ich an den Kopf geworfen bekomme habe. "Dein ganzes empfindliches Gehabe!", "Du musst dir echt überlegen wo du bleiben willst.", "Deine ganze Schwarzphase und Gothickram."
Ich glaube zurückgesehen, war dies der heftigste Streit den ich mit meiner Mutter je hatte.

Einige Tage später, ging ich das Gespräch bestimmt das 12. Mal in meinem Kopf durch. Mir hat man als Kind immer gesagt: habe Manieren; sag Guten Tag, bedanke dich wenn man dir etwas schenkt, entschuldige dich wenn du jemandem Böses getan hast und sage immer Auf Wiedersehen. Von damals bis heute - was auch die kürzlich vergangenen lauten Gespräche beinhaltet - bin ich immer noch der Ansicht, dass meine Mutter sich auch für ihre Kommentare entschuldigen sollte. Denn so hat man es mir beigebracht, also sollte sie doch mir als ein Vorbild dienen?

Nun gut, Mütter sind auch nur Menschen.

Innerhalb dieser Tage setzten dann diese Atemprobleme ein, ich bekam - was mir später auffiel - in Stresssituationen, also bei Tests, Klassenarbeiten, etc. einfach keine Luft mehr, bin zweimal sogar umgekippt bzw. vom Stuhl gekippt.
Weil ich es irgendwann nicht mehr aushielt, fragte ich meinen Vater ob wir denn nicht mal bitte deswegen zum Arzt können.
Die Ärztin meinte, psychosomatische Sympthome/Beschwerden. Stress handelt jeder Körper anders, manche haben Bauchschmerzen und bei manchen schnürrt sich halt der Hals zu.

Also schickte sie mich zu einer Ergotherapeutin, dort bin ich den Winter über auch regelmäßig hingegangen. Während dieser Zeit ging es mir deutlich besser, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ihr nunmal all das erzählen konnte, was auf dem Knoten in meinem Hals lag. Sie wurde zwar dafür bezahlt, aber sie hörte mir zu. Für mehr habe ich nicht gefragt, nur für jemanden, der mir zuhört. Denn, das ist nicht wirklich etwas, was meine Eltern berrschen, wenn dann eher anderen ins Wort fallen.

Doch, sie war schwanger und ging dann in Mutterschaftsurlaub und ist seit... März oder April 2018 wieder da, doch ging es mir halbwegs gut, doch seit 3 Monaten, hat sich das wieder verschlimmert. Ich bekomme wenn ich sie darauf anspreche nur eine Falte in der Stirn, ein Augenrollen und ein "Du steigerst dich dort wieder nur rein."

Seitdem ich in die 8. Klasse kam, schrumpft mein Selbstbewusstsein und selbst meine Freunde - die auf soetwas eigentlich nie achten wirklich - meinten ich sei leiser geworden und zieh mich mehr in den Hintergrund.
Kurz - ein extrovertierter Mensch hat sich innerhalb gut eines halben Jahren zu einem ziemlichen introvertierten Menschen verwandelt. Ich meine, dass sich das Verhalten während Pubertät und alles ändert, ist logisch, aber ich glaube das dies nicht so ganz nur die Auswirkung von der Pubertät ist. Ich fühle mich auch unter Menschen einfach überhaupt nicht mehr wohl, Präsentationen werden mittlerweile zur Überwindungsaufgabe und Partys sind Orte, um die ich einen riesen Bogen mache.

Vielleicht sollte ich mal nebenbei erwähnen, dass ich (Mai 2017) einmal während einer Panikattacke zu laut war und meine Mutter das gehört hat, sie kam in mein Zimmer und bekam alles mit, ich heulte mich bei ihr aus über das "System" (Anhang) und wie sehr es mich nervt.

Heute wird das als "Zwischenfall" gewertet und sie geht - meines Beobachtens - davon aus, dass alles Super ist. Ich habe Narben am Arm, sie sah frische Schnitte, fragt mich "Was ist das?", "Katze.", "Mhm..."  A) Wir haben keine Katze. B) Die Schnitte waren parallel zueinander und mit dem Abstand von 3 bis 5 mm.
Ich gebe zu, meine Freundin hat eine Katze, aber bei der war ich zu dem Zeitpunkt 5 Wochen lang nicht...

Wirklich viel geholfen hat es dann auch nicht, als sich mein bester Freund einfach vor einen Zug geworfen hat und meine Eltern mir dann drei Umarmungen und ein "Mein Beileid" geschenkt haben und das wars dann mit der Hilfe. Am Ende durfte ich da auch wieder alleine durch. Viele Teenager sagen "Ich brauche meine Eltern nicht.", die Ansicht hatte ich auch öfter, aber gerade in solchen Momenten, brauche ich meine Eltern mehr als alles andere und sie sind A) nicht da B) hören nicht zu C) hören zu, gehen nicht drauf ein und reden über den Garten. Wobei C) doch sehr selten ist.

Es fühlt sich an als würden sie die Augen vor den Tatsachen verschließen. Vielleicht steiger ich mich da wirklich rein, aber ich weiß nicht mit wem ich reden soll, von Freunden hört man immer nur Sachen, die vom eigentlichen Problem ablenken und wenn gibt es keine wirklichen Lösungstipps...

Kann man das als Depressionen einstufen?
Was kann ich machen, das meine Eltern...halt aufwachen/die Augen öffnen?


VG Liya <3

Danke fürs lesen, das hat gutgetan...
 

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11. August 2018 um 4:57
In Antwort auf liya.aet

Guten Abend ,

So, diesen Forum ist jetzt eines meiner letzten Möglichkeiten...es ist drei Uhr in der Nacht und ich muss jetzt einfach mal nach Hilfe fragen.
Ich bin jetzt 14, werde bald 15. Ja, jung, etc. hat keine Ahnung vom Leben, bildet sich was ein, steigert sich in eine Kleinigkeit hinein.

Ich hab jetzt gut geschätzt seit August 2016, also ungefähr seit zwei Jahren, Atemprobleme.
Diese traten das erste Mal, auffällig auf, als ich mich mit meinen Eltern gestritten hatte. "Unternehm doch mal was.", "Stubenhockerin.", "Auf Nichts hast du Lust!"
Das waren einige der Sätze die in diesem Gespräch fielen. Ich meine, Depressionen waren mir - leider - kein Fremdbegriff und ich wusste was das ist.

Zum damaligen Zeitpunkt - einige Monate vor diesem Streit - dachte ich, weil ich mich öfters motivationslos und von allen aufs tiefste ungerecht behandelt gefühlt habe, das ich Depressionen habe.
Die komplett dumme Eigendiagnose einer 11/12-jährigen. Jetzt, für mich totaler Mist und einfach nur das Verhalten von jemanden der in die Pubertät kommt. Dies geschah ungefähr im April 2016.

Zurück zu dem Streit im August. Ich habe keine Ahnung welches der genaue Auslöser für dieses unschöne Gespräch war, doch kann ich mich bis heute an die Sätze erinnern die ich an den Kopf geworfen bekomme habe. "Dein ganzes empfindliches Gehabe!", "Du musst dir echt überlegen wo du bleiben willst.", "Deine ganze Schwarzphase und Gothickram."
Ich glaube zurückgesehen, war dies der heftigste Streit den ich mit meiner Mutter je hatte.

Einige Tage später, ging ich das Gespräch bestimmt das 12. Mal in meinem Kopf durch. Mir hat man als Kind immer gesagt: habe Manieren; sag Guten Tag, bedanke dich wenn man dir etwas schenkt, entschuldige dich wenn du jemandem Böses getan hast und sage immer Auf Wiedersehen. Von damals bis heute - was auch die kürzlich vergangenen lauten Gespräche beinhaltet - bin ich immer noch der Ansicht, dass meine Mutter sich auch für ihre Kommentare entschuldigen sollte. Denn so hat man es mir beigebracht, also sollte sie doch mir als ein Vorbild dienen?

Nun gut, Mütter sind auch nur Menschen.

Innerhalb dieser Tage setzten dann diese Atemprobleme ein, ich bekam - was mir später auffiel - in Stresssituationen, also bei Tests, Klassenarbeiten, etc. einfach keine Luft mehr, bin zweimal sogar umgekippt bzw. vom Stuhl gekippt.
Weil ich es irgendwann nicht mehr aushielt, fragte ich meinen Vater ob wir denn nicht mal bitte deswegen zum Arzt können.
Die Ärztin meinte, psychosomatische Sympthome/Beschwerden. Stress handelt jeder Körper anders, manche haben Bauchschmerzen und bei manchen schnürrt sich halt der Hals zu.

Also schickte sie mich zu einer Ergotherapeutin, dort bin ich den Winter über auch regelmäßig hingegangen. Während dieser Zeit ging es mir deutlich besser, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ihr nunmal all das erzählen konnte, was auf dem Knoten in meinem Hals lag. Sie wurde zwar dafür bezahlt, aber sie hörte mir zu. Für mehr habe ich nicht gefragt, nur für jemanden, der mir zuhört. Denn, das ist nicht wirklich etwas, was meine Eltern berrschen, wenn dann eher anderen ins Wort fallen.

Doch, sie war schwanger und ging dann in Mutterschaftsurlaub und ist seit... März oder April 2018 wieder da, doch ging es mir halbwegs gut, doch seit 3 Monaten, hat sich das wieder verschlimmert. Ich bekomme wenn ich sie darauf anspreche nur eine Falte in der Stirn, ein Augenrollen und ein "Du steigerst dich dort wieder nur rein."

Seitdem ich in die 8. Klasse kam, schrumpft mein Selbstbewusstsein und selbst meine Freunde - die auf soetwas eigentlich nie achten wirklich - meinten ich sei leiser geworden und zieh mich mehr in den Hintergrund.
Kurz - ein extrovertierter Mensch hat sich innerhalb gut eines halben Jahren zu einem ziemlichen introvertierten Menschen verwandelt. Ich meine, dass sich das Verhalten während Pubertät und alles ändert, ist logisch, aber ich glaube das dies nicht so ganz nur die Auswirkung von der Pubertät ist. Ich fühle mich auch unter Menschen einfach überhaupt nicht mehr wohl, Präsentationen werden mittlerweile zur Überwindungsaufgabe und Partys sind Orte, um die ich einen riesen Bogen mache.

Vielleicht sollte ich mal nebenbei erwähnen, dass ich (Mai 2017) einmal während einer Panikattacke zu laut war und meine Mutter das gehört hat, sie kam in mein Zimmer und bekam alles mit, ich heulte mich bei ihr aus über das "System" (Anhang) und wie sehr es mich nervt.

Heute wird das als "Zwischenfall" gewertet und sie geht - meines Beobachtens - davon aus, dass alles Super ist. Ich habe Narben am Arm, sie sah frische Schnitte, fragt mich "Was ist das?", "Katze.", "Mhm..."  A) Wir haben keine Katze. B) Die Schnitte waren parallel zueinander und mit dem Abstand von 3 bis 5 mm.
Ich gebe zu, meine Freundin hat eine Katze, aber bei der war ich zu dem Zeitpunkt 5 Wochen lang nicht...

Wirklich viel geholfen hat es dann auch nicht, als sich mein bester Freund einfach vor einen Zug geworfen hat und meine Eltern mir dann drei Umarmungen und ein "Mein Beileid" geschenkt haben und das wars dann mit der Hilfe. Am Ende durfte ich da auch wieder alleine durch. Viele Teenager sagen "Ich brauche meine Eltern nicht.", die Ansicht hatte ich auch öfter, aber gerade in solchen Momenten, brauche ich meine Eltern mehr als alles andere und sie sind A) nicht da B) hören nicht zu C) hören zu, gehen nicht drauf ein und reden über den Garten. Wobei C) doch sehr selten ist.

Es fühlt sich an als würden sie die Augen vor den Tatsachen verschließen. Vielleicht steiger ich mich da wirklich rein, aber ich weiß nicht mit wem ich reden soll, von Freunden hört man immer nur Sachen, die vom eigentlichen Problem ablenken und wenn gibt es keine wirklichen Lösungstipps...

Kann man das als Depressionen einstufen?
Was kann ich machen, das meine Eltern...halt aufwachen/die Augen öffnen?


VG Liya <3

Danke fürs lesen, das hat gutgetan...
 

Ob du eine Depression hast kann dir hier keiner sagen. Das ist eine Diagnose die ein Arzt/Psychiater machen muss. Rede doch mal mit deinen Eltern und sage ihnen du brauchst Hilfe und dass es Kinder und Jugendpsychiater gibt die dazu da sind bei solchen Problemen zu helfen. 

Vielleicht hat dunka gar keine Depression. Aber wenn du das Gefuehl hast du brauchst Hilfe, dann sollte man abklären wo deine Symptome herkommen. 

Ich lese aus dem Beitrag, dass deine Eltern nicht mit deinem introvertierten Wesen umgehen koennen. Ich weiß ja auch nicht ob du ein introvertierter Mensch bist. Nur falls du es bist....daran ist nichts falsches oder schlechtes. Ich bin auch ein introvertierter Mensch. Ich wuenschte mir, dass mir jemand in deinem Alter gesagt haette ich bin richtig so wie ich bin. Mein introvertiertes Wesen ist keine Bierce, oder kein Fehler, sondern ein Geschenk. 

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13. August 2018 um 18:52
In Antwort auf liya.aet

Guten Abend ,

So, diesen Forum ist jetzt eines meiner letzten Möglichkeiten...es ist drei Uhr in der Nacht und ich muss jetzt einfach mal nach Hilfe fragen.
Ich bin jetzt 14, werde bald 15. Ja, jung, etc. hat keine Ahnung vom Leben, bildet sich was ein, steigert sich in eine Kleinigkeit hinein.

Ich hab jetzt gut geschätzt seit August 2016, also ungefähr seit zwei Jahren, Atemprobleme.
Diese traten das erste Mal, auffällig auf, als ich mich mit meinen Eltern gestritten hatte. "Unternehm doch mal was.", "Stubenhockerin.", "Auf Nichts hast du Lust!"
Das waren einige der Sätze die in diesem Gespräch fielen. Ich meine, Depressionen waren mir - leider - kein Fremdbegriff und ich wusste was das ist.

Zum damaligen Zeitpunkt - einige Monate vor diesem Streit - dachte ich, weil ich mich öfters motivationslos und von allen aufs tiefste ungerecht behandelt gefühlt habe, das ich Depressionen habe.
Die komplett dumme Eigendiagnose einer 11/12-jährigen. Jetzt, für mich totaler Mist und einfach nur das Verhalten von jemanden der in die Pubertät kommt. Dies geschah ungefähr im April 2016.

Zurück zu dem Streit im August. Ich habe keine Ahnung welches der genaue Auslöser für dieses unschöne Gespräch war, doch kann ich mich bis heute an die Sätze erinnern die ich an den Kopf geworfen bekomme habe. "Dein ganzes empfindliches Gehabe!", "Du musst dir echt überlegen wo du bleiben willst.", "Deine ganze Schwarzphase und Gothickram."
Ich glaube zurückgesehen, war dies der heftigste Streit den ich mit meiner Mutter je hatte.

Einige Tage später, ging ich das Gespräch bestimmt das 12. Mal in meinem Kopf durch. Mir hat man als Kind immer gesagt: habe Manieren; sag Guten Tag, bedanke dich wenn man dir etwas schenkt, entschuldige dich wenn du jemandem Böses getan hast und sage immer Auf Wiedersehen. Von damals bis heute - was auch die kürzlich vergangenen lauten Gespräche beinhaltet - bin ich immer noch der Ansicht, dass meine Mutter sich auch für ihre Kommentare entschuldigen sollte. Denn so hat man es mir beigebracht, also sollte sie doch mir als ein Vorbild dienen?

Nun gut, Mütter sind auch nur Menschen.

Innerhalb dieser Tage setzten dann diese Atemprobleme ein, ich bekam - was mir später auffiel - in Stresssituationen, also bei Tests, Klassenarbeiten, etc. einfach keine Luft mehr, bin zweimal sogar umgekippt bzw. vom Stuhl gekippt.
Weil ich es irgendwann nicht mehr aushielt, fragte ich meinen Vater ob wir denn nicht mal bitte deswegen zum Arzt können.
Die Ärztin meinte, psychosomatische Sympthome/Beschwerden. Stress handelt jeder Körper anders, manche haben Bauchschmerzen und bei manchen schnürrt sich halt der Hals zu.

Also schickte sie mich zu einer Ergotherapeutin, dort bin ich den Winter über auch regelmäßig hingegangen. Während dieser Zeit ging es mir deutlich besser, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ihr nunmal all das erzählen konnte, was auf dem Knoten in meinem Hals lag. Sie wurde zwar dafür bezahlt, aber sie hörte mir zu. Für mehr habe ich nicht gefragt, nur für jemanden, der mir zuhört. Denn, das ist nicht wirklich etwas, was meine Eltern berrschen, wenn dann eher anderen ins Wort fallen.

Doch, sie war schwanger und ging dann in Mutterschaftsurlaub und ist seit... März oder April 2018 wieder da, doch ging es mir halbwegs gut, doch seit 3 Monaten, hat sich das wieder verschlimmert. Ich bekomme wenn ich sie darauf anspreche nur eine Falte in der Stirn, ein Augenrollen und ein "Du steigerst dich dort wieder nur rein."

Seitdem ich in die 8. Klasse kam, schrumpft mein Selbstbewusstsein und selbst meine Freunde - die auf soetwas eigentlich nie achten wirklich - meinten ich sei leiser geworden und zieh mich mehr in den Hintergrund.
Kurz - ein extrovertierter Mensch hat sich innerhalb gut eines halben Jahren zu einem ziemlichen introvertierten Menschen verwandelt. Ich meine, dass sich das Verhalten während Pubertät und alles ändert, ist logisch, aber ich glaube das dies nicht so ganz nur die Auswirkung von der Pubertät ist. Ich fühle mich auch unter Menschen einfach überhaupt nicht mehr wohl, Präsentationen werden mittlerweile zur Überwindungsaufgabe und Partys sind Orte, um die ich einen riesen Bogen mache.

Vielleicht sollte ich mal nebenbei erwähnen, dass ich (Mai 2017) einmal während einer Panikattacke zu laut war und meine Mutter das gehört hat, sie kam in mein Zimmer und bekam alles mit, ich heulte mich bei ihr aus über das "System" (Anhang) und wie sehr es mich nervt.

Heute wird das als "Zwischenfall" gewertet und sie geht - meines Beobachtens - davon aus, dass alles Super ist. Ich habe Narben am Arm, sie sah frische Schnitte, fragt mich "Was ist das?", "Katze.", "Mhm..."  A) Wir haben keine Katze. B) Die Schnitte waren parallel zueinander und mit dem Abstand von 3 bis 5 mm.
Ich gebe zu, meine Freundin hat eine Katze, aber bei der war ich zu dem Zeitpunkt 5 Wochen lang nicht...

Wirklich viel geholfen hat es dann auch nicht, als sich mein bester Freund einfach vor einen Zug geworfen hat und meine Eltern mir dann drei Umarmungen und ein "Mein Beileid" geschenkt haben und das wars dann mit der Hilfe. Am Ende durfte ich da auch wieder alleine durch. Viele Teenager sagen "Ich brauche meine Eltern nicht.", die Ansicht hatte ich auch öfter, aber gerade in solchen Momenten, brauche ich meine Eltern mehr als alles andere und sie sind A) nicht da B) hören nicht zu C) hören zu, gehen nicht drauf ein und reden über den Garten. Wobei C) doch sehr selten ist.

Es fühlt sich an als würden sie die Augen vor den Tatsachen verschließen. Vielleicht steiger ich mich da wirklich rein, aber ich weiß nicht mit wem ich reden soll, von Freunden hört man immer nur Sachen, die vom eigentlichen Problem ablenken und wenn gibt es keine wirklichen Lösungstipps...

Kann man das als Depressionen einstufen?
Was kann ich machen, das meine Eltern...halt aufwachen/die Augen öffnen?


VG Liya <3

Danke fürs lesen, das hat gutgetan...
 

Liebe Liya,

beim Lesen deines Beitrags ist mir vor allem aufgefallen, dass du dich von deinen Eltern offensichtlich nicht ernstgenommen fühlst, dass deine Sorgen und Probleme kleingeredet werden - und dass du mittlerweile selbst schon an dir und deinen Empfindungen zweifelst.
Wenn du dich alleingelassen fühlst, überfordert oder traurig bist, dann ist das - auch als Gerade-noch-Vierzehnjährige - dein gutes Recht! Mag sein, dass deine Eltern dich nicht verstehen können, dass auch sonst kaum jemand Verständnis für dich hat - nur ist das eher ein Hinweis darauf, dass diesen Menschen Empathie fehlt und nicht, dass mit dir etwas nicht richtig ist.
Du schreibst, dass dein bester Freund sich umgebracht hat. Wenn ein (junger) Mensch sich für den 'Freitod' entscheidet, dann ist das immer furchtbar. Du als nahestehende Person hast mit deinem Freund einen Vertrauten verloren, jemanden, der dich vermutlich sehr gut verstanden hat und bei dem du dich fallen lassen konntest. Dass du jetzt erstmal überfordert, traurig oder wütend bist und dir Rückhalt wünscht, ist absolut nachvollziehbar.
Ich kenne deine Mama nicht, aber wie du schon schreibst - sie verschließt die Augen vor deiner Realität. Warum das so ist, darüber könnte ich nur spekulieren - wahrscheinlich ist sie selbst überfordert oder kann sich nicht eingestehen, dass sie bei dir in mancher Hinsicht nicht so gehandelt hat, wie es für dich am besten wäre. Das ist insofern blöd, weil du jetzt einige Wege gehen solltest, bei denen jede Art von Unterstützung nötig ist, die du kriegen kannst: Dass du dich ritzt, schreibst du zwar nur nebenbei, aber das ist in meinen Augen keine Kleinigkeit. Ein kleiner Schnitt hier, ein kleiner Schnitt da, das klingt erstmal harmlos, nur wird dieser Drang deine innere Anspannung an deinem Körper abzureagieren vermutlich nicht von selbst verschwinden. Wahrscheinlich wird der eher nur stärker.

Wie evaeden schon geschrieben hat: Ob du Depressionen hast, kann nur eine Fachfrau/ein Fachmann diagnostizieren. Nur schreibst du es ja selbst schon: "Während dieser Zeit ging es mir deutlich besser, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ihr nunmal all das erzählen konnte, was auf dem Knoten in meinem Hals lag."
Ich glaube, dass dir Gespräche mit einer Therapeutin gut tun würden - egal, ob das jetzt eine Depression ist, die du hast oder irgendetwas anderes.
Das bedeutet, dass du dich erst einmal jemandem anvertrauen musst. Am besten machst du das bei deinem Hausarzt/praktischen Arzt (möglicherweise auch Vertrauenslehrer_in in der Schule, wenn es bei dir sowas gibt und du dich damit wohlfühlst). Erzähl ihm, wie du dich fühlst, dass du dir manchmal die Arme aufschneidest, dass du dich von deinen Eltern alleingelassen und nicht ernstgenommen fühlst, dass du schlicht überfodert bist.
Der Arzt wird dir zuhören, eine vorläufige Diagnose stellen und dir eine Überweisung für einen Facharzt geben. Ich denke, er wird dir die Karte von einem Therapeuten mitgeben, den du anrufen kannst - wenn er das nicht macht, sag, dass du Hilfe bei der Suche nach einem Therapeuten brauchst, weil deine Eltern dir nicht helfen können.
Und von dem/der Therapeutin/en geht es dann weiter; da könnt ihr versuchen eine Lösung für dein Eltern-Problem zu finden, vielleicht sogar mit denen gemeinsam.

Du bist noch so jung; wenn du jetzt schon aktiv für dein seelisches Wohl sorgst, dann ersparst du dir vermutlich in Zukunft sehr, sehr viel Arbeit.

Liebste Grüße,
Philia
 

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16. August 2018 um 22:53

Hallo, falls du noch mitliest, ich hab dir eine private Nachricht geschrieben...

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